Erinnerung an Ajax

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Möhrengeberin

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Erinnerung an Ajax

Als wir im Frühjahr 2002 ins Tierheim kamen, hatte ich wieder dieses beengende Gefühl im Hals. Als würde er sich zuschnüren. So viele Tiere, die ein neues Zuhause suchen, dachte ich, und ich muss jetzt diejenige sein, die den Finger ausstreckt und eines aussucht, obwohl alle es verdient hätten.
Es gibt tolle Katzen hier. Da gibt es zum Beispiel diesen weißen Kater, den ich gedanklich "Pascha" taufe, er liegt ausgestreckt auf einer breiten Fensterbank, und drei Katzendamen sitzen bei ihm. Ein dicker schwarzer Kater mit weißen Socken streift ehrwürdig ums Gebäude, ich nenne ihn gedanklich "Admiral". Ein kleiner, roter Kater flüchtet ins Freigehege, als wir uns nähern. Auf einem Kratzbaum liegt eine hübsche grau- weiße Dame, die uns ruhig und interessiert ansieht.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass unter diesen vielen Katzen, die ich am liebsten alle mitgenommen hätte, ein Kater sein würde, den ich mitnehmen musste. Diesen Blick würde ich nie vergessen. Ich schaute in den Käfig und er starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an. Er stand auf, sehr wacklig, aber offensichtlich in Eile, und sprang von seinem Schlafplatz herunter. Er rutsche auf den Fließen aus, fiel auf die Seite, rappelte sich wieder auf und humpelte an das Gitter heran. Er sah mich an, als würde er sagen: "Na endlich. Auf dich habe ich gewartet! Wo warst du denn so lange?"
Ich fragte eine Mitarbeiterin, wie der Kater den hieße. Sie sagte: "Das ist unser Ajax."- 14 Jahre war er alt, altersschwach, dünn und struppig. Er hatte eine Pfote, die mal gebrochen und schräg wieder zusammen gewachsen war, deswegen humpelte er. Ajax schaut mich immer noch wie gebannt an, mit weit aufgerissenen, hellgrünen Augen. Sie sagte, er sei schwer vermittelbar, wegen des Alters. Ich sagte: "Wir würden ihn gerne nehmen!" Die Mitarbeiterin konnte das kaum fassen.
Ajax lebte noch ein Jahr bei uns. Bis auf ein wenig Zahnstein und leicht verschlechterte Nierenwerte fand die Tierärztin sonst nichts Auffälliges bei ihm, aber sie sagte uns, dass er sehr schwach sei und nur noch wenig Muskulatur hätte. Er war ein Fliegengewicht, er ging langsam und bedächtig, und er schlief fiel. Wir verwöhnten ihn mit ausgesuchtem Futter und Streicheleinheiten und Ajax dankte es uns jeden Tag mit seiner Zuneigung. Eines Morgens dann schlief er einfach ein und wachte nicht mehr auf.

All das ist schon einige Jahre her, aber wir werden dich immer in unserem Herzen tragen. Ruhe sanft, lieber Ajax!
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24.05.2012
#1
A

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Guest

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Maische

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Was für ein hübscher.
Ich finde es immer schrecklich, dass die Menschen immer nur Junge Katzen haben wollen. Selten mal solche Notfellchen.
Wir haben auch erst 2 Meerschweinchen gerettet, die eine auch schon über 6 mindestens.
Lieber noch ein Jahr bei neuen Menschen, als im TH sterben.
Ich finde es schön & er hatte sicher auch ein tolles Zuhause bei euch. :)
 
Möhrengeberin

Möhrengeberin

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Hallo Maische- das hoffe ich. Ich glaube, so richtig glücklich war er nicht, weil er so eingeschränkt war. Er konnte z.B. keine Treppen mehr steigen oder auf Schränke springen und er ging sehr langsam. Er war wirklich schon sehr schwach. Er hatte einen Lieblingsplatz in der untersten Kommodenschublade, die haben wir immer offen gelassen und mit Decken gepolstert, da hat er sich gerne eingekuschelt. Wenn wir von der Arbeit zurück waren, lief er neben uns her. Wir haben noch einen anderen Kater, der damals aber jünger war und von dem er nicht so viel wissen wollte. Wenn wir dann auf dem Sofa saßen kam er her und schaute zu uns hoch. Wir haben ihn dann auf´s Sofa gehoben, und dann war "Kuschelstunde" angesagt :) wir haben ihm später eine Rampe ans Sofa gebaut, aber die benutze er nicht so gerne.
Rückblickend kann ich nur sagen, dass es gut so war. Es tut gut zu wissen, dass wir ihm, wenn auch nicht lange, noch ein zuhause geben konnten!
 
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