Endlich frei!

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Wuschelmonsterchen

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Ich bin so stolz auf mich! :D
Endlich bin ich frei, endlich bin ich sie los. Die doofen Angstzustände!
Über neun Monate musste ich sie ertragen bis ich endlich stark genug war, dagegen an zu kommen!

Im August starb mein Kater. Er war mein Ein und Alles und auf einmal war er weg! Da fing es an...
-Ich konnte nicht mehr alleine schlafen (pennte oft bei meiner Mum im Zimmer auf einer Matratze am Boden :silence:)
-Den langen Flur konnte ich auch nicht mehr normal entlang gehen, ich bin jedesmal fast ausgeflippt, und in Schräglage durch gerannt. Ich hatte mich einfach nicht mehr halten können, fühlte mich von irgendetwas verfolgt, musste ständig hinter mich schauen.
-Duschen war eine Qual! Das schlimmste von allem! Sobald das Wasser anging bekam ich einen Schock, wollte weg von dem Wasser das meinen Körper überall umgab und mich einzusaugen drohte. Manchmal macht ich das Wasser reflexartig wieder aus und brauchte eine ganze Weile mich davon zu überzeugen, dass das Wasser mir nichts tun wird.
-Joggen auf dem Laufband ging auch überhaupt nicht mehr. Sobald ich am Joggen war, überkam mich wieder dieser Verfolgungswahn. "Etwas ist da! Es will mich holen" schrie es in meinem Kopf. Ich drehte mich während dem Laufen um, immer öfter immer hektischer bis ich das Joggen irgendwann aufgab weil ich Angst vor der Angst hatte :(
-Sobald es draussen dunkel war, war es schlimm. Ich
fühlte mich nirgends mehr wohl im Haus. Ich wollte raus, auf die Strasse oder in den Garten oder zu meiner besten Freundin. Ja, dort war es gut. Ihr Haus war nicht böse, dort hatte ich nie Angst. Drei fröhliche Hunde, drei Katzen, zwei Kaninchen, Fische, Vögel... alle waren immer da, nahmen mir meine Angst. Es war so toll, zu sehen wie der Chihuahua-Welpe Jester sich mit jedem Besuch etwas näher an mich heran traute, bis er schliesslich damit begann, mich wie die anderen beiden Hunde (Dackel und Irish-Setter) freundlich zu begrüssen. Sobald meine beste Freundin da war, war alles gut. Dann war ich entspannt, dann konnte ich lachen ohne mich verfolgt zu fühlen. Oft ging ich bei ihr aufs Laufband, und ich fühlte mich nicht verfolgt! Ich wollte nicht einfach nur rennen und es war auch nichts hinter mir das mich holen wollte.
-Vieles machte mir Angst. Ich begann, mich in meine Angst rein zu steigern, fürchtete mich immer vor mehr. Die Toilettenspülung erschreckte mich. Eine schreckliche Angst überkam mich, wenn ich in einem Raum das Licht löschen sollte weil ich ihn verliess. Ich löschte das Licht, wimmerte innerlich auf, knallte die Tür zu und machte ein paar Schritte zur Seite.

Vor etwa zwei Monaten traute ich mich dann mal meiner Mutter an und sie machte einen Termin bei einer Kinesiologien aus. Ich hatte gehofft, dass die Frau mir helfen konnte, die anstrengenden Ängste zu verlieren. Aber es nützte kaum etwas. Zuhause fühlte ich mich zwar besser, aber als es draussen wieder dunkel wurde, war alles wieder da. Aber ich merkte auf einmal, dass ich stark genug war, gegen meine Angst zu kämpfen und ich begann, schrittweise mit mir zu arbeiten.

-Nachts sollten Mandy und Minou bei mir sein. Der Rollladen wird nicht mehr herunter gekurbelt sodass das Mondlicht hereinscheinen konnte. Das Fenster wurde über Nacht gekippt damit ich frische Luft atmen und die Geräusche von draussen hören konnte.
-Ich begann, so oft wie möglich den langen Flur (an dessen Ende mein Zimmer lag) entlang zu gehen. Anfangs nahm ich dazu noch Mandy auf den Arm, dazu schlich ich mich an der Wand entlang und ging seitwärts damit ich alle Richtungen sehen konnte. Mit der Zeit lockte ich Mandy mit Leckerlies hinter mir her und begann immer gerader und gleichzeitig mehr in der Mitte des Weges zu gehen. Oft aber noch in Kontakt mit der Wand, das gab mir Sicherheit.
-Zum Duschen liess ich Musik laufen. Auch ging ich das mit dem Wasser langsamer an indem ich den Strahl erst mal auf den Boden zielte und dann bei meinen Füssen begann. Ich stellte auch immer ein Schälchen Katzenfutter vor die Dusche damit ich nicht alleine sein musste.
-Ich liess immer Musik in meinem Zimmer laufen. Auch das Fenster musste offen sein wenn es draussen dunkel war, damit ich merkte, dass die Welt noch da ist, auch wenn ich es nicht sehen kann.
-Damit ich bei eigentlich ganz normalen Geräuschen wie Staubsauger oder Toilettenspülung oder Haarföhn nicht wieder austickte, hielt ich mich irgendwo fest und zwang mich dazu, das Gerät laufen zu lassen und die Lautstärke zu akzeptieren. Das machte mir anfangs ziemlich Mühe, klappte mit etwas Geduld dann aber ganz gut.

Mittlerweilen bin ich schon sehr weit. Manchmal gibt es noch Rückschläge beim "Training" dann höre ich einfach auf, sprich ich lass das Duschen eben mal einen Abend aus, gehe eben wieder vom Laufband runter oder ich schalte in meinem Zimmer das Licht nochmal an um mir zu zeigen, dass da nichts ist und ich ruhig schlafen kann.

Verfolgt fühle ich mich noch immer. Aber es fühlt sich "positiver" an. Ich habe keine Angst mehr davor, es tut mir ja nichts.
Ich finde es erstaunlich, zu sehen was ein Mensch kann, wenn er will. Ich glaube nicht, dass es eine Therapie für mich gegeben hätte die effektiver gewesen wäre, als meine eigene..als die Therapie meines Herzens!
Ich habe gelernt, dass mich seit dem Tod meines Katers etwas begleiten möchte. Dass es mir nichts tut und ich es lediglich akzeptieren muss, ist mir nun auch klar. Denn nun bin ich ein freier Mensch! Danke fürs Lesen
 
03.07.2012
#1
A

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Guest

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M

miraleiiin

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Der Blog ist zwar schon mehr als 1 Jahr alt, aber ich geb jetzt noch meinen Senf dazu..;)

Ich kenn das alles leider auch zu gut, seit 5 Jahren. Finde es immer motivierend, zu sehen, dass andere Menschen gelernt haben, damit umzugehen
 
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