Gedanken zu manchen Hundehaltern

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Pewee

Pewee

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In letzter Zeit passiert es wieder sehr oft, dass ich Hundehalter im realen Leben wie auch im Forum sehe und mir an den Kopf fassen muss. Nachdem die Zweithundwelle endlich ruhiger wurde und auch nicht mehr jeder 12-jährige einen Aussie wollte, weil er den Charakter eines blue merle mit blauen Augen so toll findet (ne, ist klar), dachte ich, dass wir endlich "über den Berg sind".

Aber weit gefehlt. Ich sehe voll beruftstätige Menschen, die sich den 4. Hund (!) holen - wie sie die auch immer ausgelastet bekommen... wahrscheinlich gar nicht. Ich sehe immer mehr Aussies auf meinen Stammrunden (wenigstens in Aachen ist das noch nicht so krass...) und wie gekonnt ignorant gewollte (!) Ratschläge übergangen werden, macht mich manchmal richtig böse. Minderjährige wollen ihren 3. oder 4. Hund - sie wissen ja schon, was in 5 Jahren ist und ob sie dann noch Zeit für alle haben *ja klar*. Mit steigender Skepsis musste ich immer öfter lesen, dass Leute nur noch zum Züchter raten und erst ganz spät - wenn überhaupt - mal zur Nothilfe oder Tierheim... Natürlich freue ich mich immer, wenn jemand zum seriösen Züchter geht, aber mal ehrlich, wie viele machen das wirklich? Bilder und Hps so mancher Züchter, die man sich dann anschauen durfte, sprechen eine andere Sprache. Wir sind tierschutzorientiert, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass ehrenamtliche Hilfe oder der Gang ins Tierheim
immer seltener vorkommt. Es wird groß angekündigt, man habe es vor... und dann? War man beim Bauernhof - der mit vermeintlich großer Liebe einen Wurf in die Welt setzte - und gab den Wurf mit 7 Wochen oder jünger ab. DAS soll tierschutzorientiert sein? Hätte man nicht wenigstens in eine Rassenothilfe gehen können, wenn schon das Argument lautet "ich will einen Rassehund, aber Züchter machen die ja alle kaputt"?

Noch mehr nervt es mich, wie viele User und Moderatoren sich die Finger wund schreiben, um Probleme aufzuzeigen und sie zu lösen, ohne dass etwas passiert. Jemand wundert sich, dass sein Welpe, der viel zu jung abgegeben wurde, überhaupt nicht sozialisiert ist, ängstlich und kaum zur Ruhe zu bringen, weil er ständig fiepen muss. Später hört man dann die m.E. furchtbarsten Ideen, wie man Ruhepausen einführen kann, indem man das Tier anbindet, wegsperrt oder sonst was - einen Welpen! Wieso bindet man ihn an oder sperrt ihn weg? Wieso kann er die Ruhepause denn nicht neben einem verbringen? Fester Platz schön und gut, aber das kann man seinen Tieren auch anders beibringen und mich hat es nie gestört, WO die Hunde Ruhe haben wollten, hauptsache sie ruhten. Erstaunlicherweise haben meine Hunde es sogar geschafft, sich ihren eigenen Ruheplatz auszusuchen, das muss man nicht alles künstlich beibringen! :shock: Und das passiert nicht nur im Forum, ich sehe es so oft im realen Leben. Und das schlimmste: Man wundert sich, wenn der Hund trotzdem alles kaputt beißt, heult oder Autoaggressionen entwickelt. Ich habe Hunde gesehen, denen Alleinbleiben und Ruhepausen nicht richtig gezeigt wurde (komisch, obwohl sie doch angebunden wurden *Ironie off*) und sie haben sich ihr Fell ausgerupft oder die Pfoten wund geleckt. DAS soll tierschutzorientiert sein? Ich will nicht sagen, dass niemand Fehler machen darf, aber es NERVT mich einfach dermaßen, wenn die Leute trotz berechtigter Kritik kein Einsehen haben und tatsächlich keine Ahnung haben, wieso sich ihr Hund verhält, wie er sich verhält. Meist wird es dann mit einem läppischen "das ist nunmal eine aktive Rasse, da kann man nicht mit deinen WischiWaschi-Methoden arbeiten!" Ah, nein? Komisch, denn Wegsperren oder Anbinden hat offensichtlich auch nicht viel gebracht. Zu sagen, man habe eine aktive Rasse ist für mich die faulste Ausrede, die ich je gehört habe. Diese Leute wollten um jeden Preis ihren Setter, Aussie, Border oder Schäfer und irgendwann will man nur noch sagen "heul nicht rum, reiß dich zusammen und geh es aktiv an! DU wolltest diese Rasse." Gerne kommt auch die Ausrede "mich stört das nicht, wenn er die Vorhänge kaputt macht, also darf er das" Na dann ist ja alles tutti oder wie? Egal, dass der Hund offensichtlich Stress hat und/oder unterfordert ist.

Diese Leute ignorieren also mit voller Absicht Ratschläge (wieso sollte man auch auf Leute hören, die angeblich weniger anstrengende Hunde haben :roll:) und erwarten dann bei daraus resultierenden Problemen, dass man wieder mit Rat und Tat zur Seite steht, damit man sich überlegen kann, ob man die Ratschläge diesmal annimmt? Manchmal zweifel ich stark daran, ob ich diese Zeit wirklich noch investieren soll. Zumindest habe ich mir abgewöhnt, völlig beratungsresistenten Menschen zu helfen. So leid es mir um deren Tier tut, aber man kann nichts machen, wenn der Halter weiterhin ignorant bleibt. Es geht nicht darum, alle Vorschläge der Leute ohne Murren anzunehmen... aber nicht einmal zu verstehen, dass man etwas falsch gemacht hat und dass man nicht sieht, woher die Quelle des Übels kommt, selbst wenn man es ihnen sagt... das bringt mich auf die Palme.


Wieso meine Hunde vermeintlich weniger anstrengend sind als so mancher Aussie, Border oder Setter? Weil ich sie nicht zu solchen Hibbeln werden lasse. Weil ich meine Hunde nehme, wie sie sind und sie nicht als Herausforderung betrachte, um meine Fähigkeiten mit denen anderer zu messen, wie es offensichtlich immer häufiger vorkommt. Meine Hunde sind einfach Familienmitglieder, die ein Recht auf Spaß/Beschäftigung, Futter, Schutz und RUHE haben. Man mag meine Methoden und mich verweichtlicht nennen, aber sie funktionieren - und das nicht nur bei meinen Hunden. Sie haben keinen Grund, Autoaggressionen zu entwickeln, Dinge kaputt zu machen oder weggesperrt/angebunden zu werden. Denn so etwas macht man nicht mit Familienmitgliedern.

Ruhe... will gelernt sein.

Nachdenkliche Grüße
Pewee
 
15.08.2012
#1
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Guest

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Knopfstern

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Danke Pewee,

Du sprichst mir aus der Seele.
Ich habe hier auch einen Power Hund, der ganz gut mit nem Border mithalten kann.
Allerdings weiss der, das zuhause ruhe ist.
Ausser, ich erlaube ihm das.

Ich kann dich also absolut verstehen.Und ich kann deine Gedanken zu 1000% unterzeichnen.
 
Tayet

Tayet

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ich gehöre als Aussiebesitzerin nun auch dazu, und kann es total verstehen Pewee,

ich hab schon manchmal Angst in manche Threads rein zuschauen, weil da stehen kann: "ich möchte Aussie/Border die sind so schlau etc." Bei uns hier in Münsterland und angrenzenden Ruhrgebiet laufen sehr viele Aussies, sehr viele von irgendwelchen Vermehrer. Leider wenn man auf die Seite von Aussie in Not schaut, sieht man das die meisten Aussies die da sitzen, sind Rüden im Alter von 2-5 Jahren. Als Spätentwickler kommt in dem Alter also oft zu Schwierigkeiten, und ignoriert man diese, hat man später Probleme.

Ich sag immer: ein Aussie (Border und in Wirklichkeit jede Rasse und Mischling) kann ein super Hund werden, wenn die Zucht stimmt (wenn es denn ein Rassehund sein soll,Eltern vererben nun einiges, Züchter macht gute Sozialisation und vergibt die Welpen nicht mit 2 Tagen nach Farbe) und vor allem wenn es den Leuten klar ist, dass man was dafür tun muss. Das man was lernen muss und bereit sein etwas zu ändern.

Die meisten Fehler kommen davon dass man denkt: ahhh die sind aktiv also wird der Hund von klein an gepusht und Spaziergänge werden immer länger...und dann wundert man sich warum die mehr fordern. Und mit manchen Situationen überfordert sind und beißen.

Ich finde es sehr schade dass man versucht zu helfen und dann noch zum Buhmann wird und andere denken man will es denen nicht gönnen. Dabei will man nur versuchen zu erklären dass mit schönen Augen man einen Arbeitstier nach Hause holt (auch wenn es Ausnahmen gibt und es Hund gibt die nicht so viel brauchen.)
 
Loscampesinos

Loscampesinos

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Pewee, das ist ein schöner Beitrag, denn auch ich habe manchmal das Gefühl, dass manche vor lauter "Mein Hund ist diese Rasse, mein Hund muss das können, mein Hund muss Ruhepausen lernen", den Hund an sich komplett vergessen.
Bei Lou war das damals für mich auch kein Thema: Wir gingen spazieren, kamen nachhause, haben uns auf die Couch gepflanz, Lou ist eingeschlummert und Frauchen hat dann den Haushalt geschmissen. ;D Bei meiner Mutter und meiner Schwester war das ähnlich und so ist es heute immer noch. Lou hat auch noch ein Kissen auf der Fensterbank und eine extra Couch im Arbeitszimmer.

Schade finde ich auch, dass ich so wenige Hunde vom Tierschutz sehe. Bei uns im Dorf gibt's gerade totaaal viele Welpen - alles Boxer, Labrador usw. Eine Arbeitskollegin von meinem Vater wollte sich gerade einen Aussie vom Bauernhof kaufen. 400 Euro und ein "Ups"-Wurf. Ähhh... ein reinrassiger Aussie?? Ups- Wurf? :roll: Wir konnten ihr das ausreden ... eine Woche später saß sie da mit einem reinrassigen Appenzeller Senne, auch vom Baurnhof. :| Da redet man sich den Mund fusselig.

Wichtig ist einfach, dass man vor lauter Hund nicht das Lebewesen vergisst. Jeder von unseren Hunden ist ein Individuum und man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren.
 
Pearless

Pearless

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Pewee, danke, dass du es auf den Punkt bringst.
Kann mich nur den Beiträgen anschließen. Es ist teilweise einfach nur zum Heulen.
Ich schaue hier manchmal in die Threads rein und verfasse schon Texte, aber je länger ich tippe, desto häufiger lösche ich das Geschriebene wieder, meist deshalb, weil ich merke, dass die/der TE sowieso beratungsresistent zu sein scheint und ich mir den Ärger auch sparen kann.
Und das finde ich eigentlich besonders schade.
Komisch, dass ich als Jugendliche eine gestörte Aussie-Hündin aus dem Tierheim, die nichts kannte, meinem Hund sehr gut ohne Anbinden o.ä. zur Ruhe bringen kann... :roll: Ist gar nicht so schwierig und erst recht kein Wunderwerk.
 
Pewee

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Huhu!

Danke ihr Lieben. Ich bin froh, dass ich nicht allein bin. Leider lesen das offensichtlich immer nur die Leute, die sich nichts vorzuwerfen haben :( Aber gut, vielleicht erreicht es ja irgendwann mal einen und man muss nicht die ganze Zeit mit sich hadern, dass man wohl gegen Wände spricht und seine Zeit vergeudet...
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Ich stimme dir da jetzt auch einfach insgesamt mal zu und stelle mal die Vermutung in den Raum: Diejenigen, die sich wirklich etwas vorzuwerfen haben lesen das eventuell, aber an der Stelle von jmd., der seinen Welpen anbindet/wegsperrt etc. würde ich mich auch sehr bedeckt halten.
Würde ich Liam wegsperren hätte ich spätestens jetzt ein schlechtes Gewissen ohne Ende;)

Hast das aber wirklich gut auf den Punkt gebracht. Grade das Münsterland/Emsland scheint im Moment tatsächlich extrem aussiesüchtig zu sein. Allein hier in der Nachbarschaft gibt es mehrere total unterforderte Aussies, die so außer Rand und Band sind, wenn sie mal raus dürfen, dass sie kaum zu halten sind...
 
Morastbiene

Morastbiene

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Manche Dinge müssen wohl einfach mal gesagt werden, daher ziehe ich mein Hütchen vor dir für diesen Blog. ;)

Mich persönlich nervt die Züchtersache besonders. Wenn die Ansprüche nicht speziell sind, sollte der Tierschutz meiner Meinung nach grundsätzlich die erste Anlaufstelle sein.
Irgendwas von Liebe zu einer Rasse zu erzählen und einen solchen Hund vom Bauernhof oder vom Vermehrer um die Ecke zu holen, widerspricht sich in meinen Augen gänzlich. Wer es nicht gebacken bekommt, zu einem gescheiten Züchter zu fahren und den entsprechenden Preis zu zahlen, der sollte es lieber gleich lassen anstatt den Welpenhandel zu unterstützen und das mit blumigen Worten zu rechtfertigen. Wenn man Glück hat, passiert nichts. Wenn man Pech hat, bekommt man einen schlecht sozialisierten und/oder nicht wesensfesten Hund. Die "Produzenten" juckt sowas meist nicht. Einzelfälle ausgenommen - Also wahrscheinlich alle. :roll:

Wir können uns ausrechnen, wie viele Rassehunde in den Notvermittlungen aus seriöser Quelle stammen. Diese Billigkauf-Mentalität kotzt mich wahrlich an.

Zumindest habe ich mir abgewöhnt, völlig beratungsresistenten Menschen zu helfen.
Halte ich für die einzig logische Konsequenz und find's richtig. Veräppeln kann man sich alleine.
Da braucht's keine Leute, die einem weißmachen wollen, dass man doch irgendwie verpflichtet wäre, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, den sie so sorgfältig hineingefahren haben.
 
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