Mein Mondschein

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Jessica91

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Es ist wiedermal nachts, draußen ist es dunkel und bewölkt.
Deswegen ist auch kein Mond zu sehen.
Doch du liegst gerade neben mir.
Mein persönlicher Mondschein. Meine Luna.
Es ist wieder eine der Nächte, in denen ich wach liege und mir viele Gedanken mache.
Und heute bist du wieder mal in meinen Gedanken.
Wie kam ich eigentlich genau zu dir? Eigentlich war das Glück. Oder Schicksal. Oder beides.
Es war Winter und das Wetter draußen spiegelte meine Stimmung wieder. Eigentlich mag ich Winter.
Ich liebe es in einer Winternacht durch das Feld zu laufen, wenn alles um mich herum weiß schimmert.
Oder tagsüber, wenn mal die Sonne rausschaut und der Schnee anfängt zu glitzern.
Ich mag die Winterlandschaft.
Aber es war der Winter 2011. Es war Ende des Jahres 2011 und in dem Jahr ist bei mir viel schiefgelaufen.
Ich hab mich alleine gefühlt und habe jemanden gebraucht, der immer für mich da ist.
Und der Wunsch nach einer eigenen Katze, die ich selber versorgen muss und nachts bei mir schläft wurde immer größer.
Meine Eltern waren natürlich erstmal dagegen. Natürlich, wir hatten ja schon 2 Kater. Aber die konnten nachts nicht bei mir sein und auch tagsüber wenn ich beim lernen war waren sie nicht da.
Irgendwann haben meine Eltern dann gesagt, ich soll machen, was ich denke, aber dafür bezahlen muss ich selber.
Und dann ging ich auf die Suche. Ich wollte auf jedenfall eine Katze aus dem Tierschutz. Und sie sollte sich mit anderen Katzen verstehen. Und natürlich eine Wohnungskatze sollte es sein. Das Alter, Geschlecht, Farbe etc. war mir eigentlich egal.
Auf der Internetseite vom Tierheim habe ich keine Katze gefunden, die mir zusagt. Aber warum nicht mal hinfahren und persönlich vorbeischauen?
Das erste mal war ich am 17.01.2012 im Tierheim. Ich wollte mir die Wohnungskatzen mal anschauen, aber mir wurde gesagt, dass momentan alle erkältet waren und deswegen konnte ich sie nicht anschauen.
Also bin ich die Woche drauf, am 24.01.2012 nochmal hingefahren.
Ich habe nachgefragt, ob die Katzen wieder gesund waren und ja, sie waren es.
Ich wurde in das Zimmer der Wohnungskatzen geführt, ich wurde von Katzen aller Farben und jeden Alters begrüßt. Eine Katze hat sofort mit mir geschmust, kam auf meinen Schoß und
ist nicht mehr von meiner Seite gewichen.
Dann kam ein Pfleger und mir wurden auch die Katzen gezeigt, die sich versteckt haben. Neuzugänge, die erst ein Tag zuvor im Tierheim eingezogen sind.
Dazu gehörtest auch du, meine liebe Luna.
Du hast dich in der Höhle des Kratzbaums versteckt. Mit deinem schwarzen Schildpatt-Fell hat man dich dort kaum gesehen.
Der Pfleger hat dich rausgezerrt, damit ich dich sehen kann und damit er deinen Chip ablesen kann. Nachdem er dich wieder losgelassen hat hast du dich natürlich gleich wieder verkrochen.
Ich weiß nicht, wieso ich mich gerade für dich entschieden habe.
Es waren so viele andere Katzen dort in diesem Raum, die mit mir geschmußt haben oder miteinander gespielt haben und gezeigt haben, hier bin ich. Dich unscheinbares kleines Wesen hätte ich dagegen fast übersehen.
Aber ich hab dem Pfleger gesagt, die will ich. Zu dieser Zeit hattest du noch den Namen "Noa", dein Alter wurde auf 3 Jahre geschätzt.
Während der Pfleger dich mit Flohmittel eingerieben und in den Korb gepackt hat habe ich schon mal die Formulare ausgefüllt und alles nebensächliche was im Tierheim so anfällt erledigt.
Und dann kam der Pfleger wieder. Zusammen mit dir in meiner extra für dich gekauften Transportbox.
Ich habe dich in mein Auto gepackt und dich gut angeschnallt.
Die Autofahrt hat ca. 20 Minuten gedauert während denen ich nichts von dir gehört habe. Ich hab dich die ganze Zeit vollgequatscht mit allem möglichen Zeugs was dich wahrscheinlich gar nicht interessiert hat. Aber ich war so übermütig und so voller Vorfreude auf die Zeit mit dir zusammen, ich hätte am liebsten losgeschrien. Aber ich musste ja auch etwas Rücksicht auf deine empfindlichen Katzenohren nehmen.
Daheim angekommen hab ich die Transportbox mit dir drin vorsichtig abgestellt und hab das Türchen geöffnet. Du kamst ganz vorsichtig heraus und hast dich natürlich gleich unter dem Bett verkrochen.
Eigentlich heißt es, man soll Katzen erst mal in Ruhe lassen und sie nicht bedrängen.
Aber probieren geht über studieren, was kann schon schiefgehen?
Also hab ich mich vor das Bett gehockt und dich gelockt.
Und du kamst sofort zu mir, hast meine Hand beschnuppert und auch gleich angefangen mit ihr zu schmußen. Und du hast angefarren zu schnurren. Keine 5 Minuten warst du hier und du schnurrst. Ich hab dir die Wohnung gezeigt, also mein Schlaf- und Wohnzimmer, mein Badezimmer und ich habe dir auch meine Meerschweinchen vorgestellt.
Dann wollte ich dir erst mal Zeit lassen alles in Ruhe zu erkunden.
Ich bin hochgegangen zu meinem Vater und hab ihm erzählt, dass ich mir eine Katze geholt habe.
Er meinte ich soll dich doch mal hochbringen, mal schauen wie du dich mit den Katern versteht.
Ich fand das eigentlich noch zu früh, aber nachdem es bei mir im Zimmer so gut gelaufen ist dachte ich, so schlimm kann es ja nicht werden. Ich hab dich hochgetragen und hab dich dort oben abgesetzt.
Aber du hast dich dort nicht wohlgefühlt. Du hast gerochen, dass da noch andere Katzen sind und bist gleich unter das Bett meiner Eltern geflüchtet. Wo ich dich dann erst mal stundenlang nicht mehr hervorbekommen habe. Nicht mit locken, nicht mit Leckerlie, einfach mit gar nichts. Also hieß es: Matraze zur Seite, Lattenrost zur Seite und dich da rausgefischt.
Ich hab dich dann wieder runtergebracht und habe dich gefüttert.
Du warst anfangs keine Mäkelkatze. Ich habe dir zuerst Whiskas gefüttert, einfach weil ich es nicht besser wusste. Und du hast es gefressen.
Ich hab mich über Katzenernährung informiert, ich habe dir ein Testpaket bestellt und du hast falt alles davon ohne Probleme gleich angenommen.
Du hast manchmal ein Stück rohes Fleisch bekommen und auch das hast du angenommen. Und es war immer ein Spaß dir dabei zuzusehen, wie du deine Beute verteidigst und die Kater anknurrst wenn sie dir beim Fressen zu nahe kommen.
Mein Vater meinte vor kurzem, du bist ein Phänomen. Du kannst fressen, knurren und weglaufen gleichzeitig.
Für mich bist du seit dem ersten Moment ein Phänomen. Es gibt gar nicht genug Wort um dich zu beschreiben.
Im Tierheim so unscheinbar, zuhause mit mir alleine aber verschmußt und neugierig. Du liebst es mit Plastikflaschen zu kämpen und Papier zu zerfetzen. Überhaupt kaust du gerne auf allem rum. Ich hab mir einen neuen Laptop gekauft und es hat nicht lange gedauert, bis Bissspuren von dir den Rand verzieren. Du magst nicht, wenn das Telefon klingelt, deswegen hast du das Telefonkabel durchgebissen. Doch ich hab es ausgewechselt. Und jetzt knabberst du am Telfenon, in der Hoffnung, dass es irgendwann die Klappe hält.
Ich kenne keine Katze, die so tollpatschig ist wie du. Du stolperst über deine eigenen Füße, rennst gegen Tisch- und Stuhlbeine und auch Türrähmen sind nicht vor dir sicher. Du bist schon so oft während dem Schmußen oder auch während dem Schlafen vom Kratzbaum, Fenstersims, Bett und Sofa gefallen. Letztes Jahr musste ich schon wegen einer Augenverletzung zum Tierarzt mit dir. Weil du irgendwo runtergefallen oder dagegengestoßen bist. Und jetzt hast du auch wieder Probleme mit dem Auge und ich muss bald wieder mit dir zum Tierarzt.
Am liebsten würde ich dich in Watte einpacken, und dich beim Schlafen festbinden damit du nicht ausversehen runterfällst. Nicht weil ich kein Bock hab den Tierarzt zu bezahlen. Ich hab hier ein Sparbuch und im Notfall würde ich alles dafür zahlen, nur damit es dir gut geht. Ich würde dich in Watte packen, weil ich nicht will, dass dir etwas passiert. Du bist mein Baby und keine Mutter will, dass ihrem Baby etwas wehtut. Aber man kann nicht alles verhindern.
Wir haben jetzt 494 gemeinsame Tage miteinander verbracht. Jeden Tag davon habe ich mit dir genossen. Und ich danke dir dafür, dass du mir jeden Tag bereicherst, dass du mir jeden Tag wieder einen neuen Grund zum lachen gibst.
Man kann nicht wissen, was alles passiert. Ich will nicht daran denken, dass du irgendwann nicht mehr bei mir bist. Aber ich weiß, dass du nur eine begrenzte Zeit bei mir bleiben kannst. Jetzt gerade liegst du neben mir und schläfst friedlich.
Ich will mir nicht vorstellen, was wäre wenn du morgen früh einfach irgendwann nicht mehr aufwachen würdest.
Es kann so viel passieren, aber ich hoffe, dass wir noch eine lange gemeinsame Zeit haben werden.
Und auch wenn unsere gemeinsame Zeit irgendwann in ferner Zukunft vorbei sein sollte, ich verspreche dir, ich werde dich nie vergessen.
So ein tollpatschiges und liebevolles Wesen wie dich kann man nicht vergessen. Denn du bist mein Mondschein und der Mond wird mich immer an dich erinnern.
Anhang 146950 betrachten
 
12.05.2013
#1
A

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Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
seven

seven

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So schön geschrieben...
*Tränchen wegwischt*

Ich wünsche Dir noch gaaaanz viele tolle Tage mit Deiner Luna!

LG, seven
 
J

Jessica91

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Danke seven ;)
Ja, mir kamen auch die Tränen als ich das geschrieben habe. Aber ich werde die Zeit mit Luna genießen.
Liebe Grüße
Jessica
 
Karlü

Karlü

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Super toll geschrieben Jessica :)

Einfach wunderschön
Und wie sehr man merkt wie du deine Luna liebst :)

Ich kann das total nachempfinden und wünsche euch das ihr noch viel zeit miteinander habt :)
 
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