Taubsi, der Täuberich vom Bodensee

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Rettet_die_Tiere

Rettet_die_Tiere

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Ich erinnere mich noch sehr gut. Es geschah letzten Sommer. Wir fuhren zum Bodensee in eine von vielen, kleinen Ferienwohnungen auf einem Bauernhof. Es gab viele Tiere- Katzen, Kühe, Pferde... Ein wunderschöner Hof.

Wir hatten auf dem Bauernhof Urlaub gemacht, weil er in der Nähe von Meersburg war. Am Bodensee haben wir unser eigenes Segelboot, die Samoa. In Meersburg. An diesem Yachthafen ist unsere Familie schon lange. Wir kennen dort viele Leute, mit denen wir uns schon vor geraumer Zeit angefreundet hatten. Doch dieses Jahr lernten wir einen Jungen kennen, den wir noch nicht kannten. Er hatte dort ebenfalls mit seiner Familie ein eigenes Segelboot. Er war in unserem Alter, deshalb haben wir täglich mit ihm gequatscht und rumgeblödelt. Ich und mein Bruder freundeten sich mit ihm gut an. Immer erzählte er uns, was es für Neuigkeiten am Hafen gab. Wir fanden das sehr intressant und hörten immer gespannt zu.

Es war echt nicht schlecht, was da immer vor sich ging. Er erzählte uns einmal sogar, er hätte ein iPhone samt Schutzhülle und Taschenmesser aus dem Wasser gezogen. :shock: Und auch sonst gab es immer wieder etwas Interessantes zu hören. Wenn auch mal nichts Spannendes passiert war, haben mein Bruder, er und ich uns gegenseitig Witze erzählt. So gab es jeden Tag beste Unterhaltung. :D

Außerdem
lernten wir nach ein paar Tagen zwei andere Jungen kennen, mit denen wir uns auch super verstanden. Also saßen wir oft auch zu fünft zusammen und lachten. Als wir eines Tages also auch wieder zusammenhockten und redeten, was allen fünf den Tag über so passiert ist, erzählte unser "erster" Freund, dass er eine verletzte Taube aus dem Wasser gezogen hatte. Wir hetzten also alle zu der Stelle, an der er die Taube gefunden hatte.

Es war ein Bild des Grauens. Der junge Täuberich hatte sich den Fuß verletzt. Das Blut war in der prallen Mittagssonne schon getrocknet. Ich war entsetzt und für uns alle stand fest: Wir müssen dieser Taube helfen. Ich sprintete zu meinen Eltern und erklärte, was passiert war. Wir erkundigten uns nach einer Tierarztnummer und bekamen drei verschiedene Nummern. Die Tierärzte schienen genervt am Telefon und meinten, sie hätten nach ein paar Wörtern schon genug gehört und wollten ihn einschläfern. Wir lehnten ab und die Fünfertruppe überlegte sich mit Tränen im Gesicht, wie es denn nun weitergehen soll. Gerade hatten wir ihn auf den Namen Taubsi getauft, und nun? Wir wollten jedoch nicht aufgeben und so suchten wir nach geeigneter Nahrung und Unterbringung für den Kleinen. Wir bekamen einen Karton, in der er sich zurückziehen sollte, wenn er seine Ruhe brauchte. Wir hatten nichts besseres zur Hand, also haben wir dem ihm aus zwei gründlich ausgespülten Aschenbechern Wasser und eingeweichtes, zu Teilchen geschnittenes Körnerbrot angeboten. Taubsi nahm das an und trank viel, um sich abzukühlen.

Da wir wollten, dass er sich erholen kann, bauten wir seinen Karton aus. Wir brachten einen zweiten daran an, damit Taubsi mehr Platz hat und legten den Karton mit feuchten Tüchern aus, damit sich die Wunde nicht entzünden konnte und immer geschützt war. Jeden Tag ließen wir Taubsi unter Aufsicht ein wenig laufen, dass er sich bewegen konnte. Wir taten alles für ihn und sagten jedem, der sich Taubsi näherte, dass er verletzt ist und seine Ruhe braucht. Da wir auch nicht wollten, das ein Raubvogel oder eine Katze Taubsi tötet, haben wir uns eingeteilt mit der Aufsicht. Morgens hielten die zwei Jungen Wache, mittags mein Bruder und ich und abends der andere Junge. Auch hatte jeder seine eigene Aufgabe. Ich habe dafür gesorgt, dass Taubsi immer frisches Wasser und Futter hatte, mein Bruder half mir dabei, die zwei anderen Jungen verscheuchten Leute, die Taubsi hätten gefährlich werden konnten (z.B betrunkene Jugendliche) und der andere kümmerte sich um eine Unterbringung und die Suche nach dem Besitzer, da Taubsi einen Fußring trug.

Weil wir alle zusammenhielten, hingen wir bald richtig an dem Kleinen. Wir hatten sogar immer ein Begrüßungsritual. Wir knieten nieder und und redeten ehrenhaft mit Taubsi, standen dann auf, zogen ein Bein hoch und bewegten die Arme wie Flügel, während wir "Gugurr! Gugurr!" riefen. Das war immer ganz lustig, wie seltsam Taubsi uns dann anguckte. :D Wir waren auch sehr stolz, als Taubsis Wunde sich langsam besserte und nicht mehr so schlimm aussah.

Als wir nach ein paar Tagen den Besitzer von Taubsi fanden, waren wir überglücklich. Wir riefen ihn mehrmals an, bis wir ihn erreichten. Er holte Taubsi am nächsten Morgen ab. Wir waren zwar traurig, dass wir Taubsi nun nicht mehr sehen konnten, aber gleichzeitig froh, dass er jetzt wieder mit seinem Besitzer zusammen war. Fast eine Woche lang kümmerten wir uns um ihn.

Manchmal schaue ich noch aus dem Fenster und überlege, wie es Taubsi wohl jetzt gehen mag. Ob er noch lebt? Gut, seine Wunde war recht gut verheilt, aber vielleicht hatte er sich auch schon wieder irgendwo verletzt... Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren, da wir die Nummer seines Besitzers nicht mehr haben. Und wiedersehen werden wir ihn sowieso nicht mehr. Oder vielleicht doch? Das steht wohl in den Sternen. Aufjdenfall war die Zeit mit Taubsi schön, lustig und hat gezeigt, wie sehr es sich lohnt, für etwas zu kämpfen.
 
29.01.2014
#1
A

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Guest

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Maische

Maische

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Schöne Geschichte. :)
Und: Man sieht sich immer 2 mal im Leben. ;)

Lieben Gruß
 
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