Schönheit

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Tompina

Tompina

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[FONT=&quot]Schon, als er die kleine Eckkneipe betrat, blieb sein Blick an der wunderschönen, schwarzhaarigen Frau an der Theke hängen. Sie saß seitlich zur Türe und drehte leicht den Kopf, als der kalte Luftzug, den er durch sein Eintreten verursacht hat, sie streifte. Ihre Haare fielen ihr bis weit über die Schultern und ihre blassen, zarten Hände hielten den Stiel eines Weinglases so anmutig und sanft umschlossen, dass er sich augenblicklich an die Stelle des Glases wünschte. Er blieb stehen um heraus zu finden, ob sie ihn ansah, aber außer dem leichten Drehen ihres Kopfes zeigte sie keinerlei Reaktion auf sein Erscheinen. Langsam bewegte er sich auf die Theke zu und nahm den freien Barhocker direkt neben der Frau ins Visier. Der Wirt grüßte ihn mit einem Nicken und begann ohne dass er etwas gesagt hatte eine Bier zu zapfen. Man kannte ihn hier in seiner Stammkneipe. Beherzt nahm er schließlich an der Theke Platz und lächelte die Schwarzhaarige freundlich an. Sie war neu hier. Noch nie hatte er sie gesehen. Das hätte er sich gemerkt. Ihre vollen Lippen formten sich zu einem höflichen Lächeln und sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, als sie seine stumme Begrüßung erwiderte. Ihre Augen waren fast schwarz und ein unheilvolles Kribbeln erfasste ihn, als sie ihn direkt ansah. Sie war wirklich wunderschön.
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[FONT=&quot]Der Wirt schob ihm das frischgezapfte Bier hin und er bedankte sich. Er hob das Glas an und prostete der Frau zu. Wieder lächelte sie höflich und führte dann ihr Weinglas mit einer schwungvollen Bewegung zum Mund. Das dunkle Rot des Weines passte perfekt zu ihren Lippen und sie schloss für einen Moment die Augen, als die Flüssigkeit auf ihren Mund traf. Er hustete. Er hatte sich an seinem Bier verschluckt so fasziniert hatte er jede Nuance ihrer Bewegung beobachtet. Ihre Mundwinkel zuckten und sie stellte das Weinglas vorsichtig wieder ab. Er hatte sich lächerlich gemacht. Augenblicklich begannen seine Wangen zu glühen und er hasste sich selbst für seine Tollpatschigkeit. Er senkte den Blick und starrte auf sein Bier. Der Schaum war in kleine Teile zerbrochen, von denen einige durch die ruckartige Bewegung seines Hustenanfalls nun über den Glasrand geschwappt waren und sich ihren Weg am Glas nach unten auf die Theke suchten. Unbeholfen versuchte er zumindest einige der Schaumteilchen mit seinen Fingern aufzuhalten und schob sie zurück nach oben.
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[FONT=&quot]„Sind Sie öfters hier?“, das glockenhelle Flüstern an seinem rechten Ohr riss ihn aus seiner Trance und der Schaum seines Bieres verteilte sich nun doch recht großflächig auf der Theke. Er wand den Kopf und zuckte zusammen, als er feststellen musste, dass die Schwarzhaarige jetzt direkt neben ihm saß. Sie war samt Hocker näher gerückt und ihre schmale Schulter berührte fast seinen Oberarm. Sie lächelte ihn an. Nicht mehr nur aus Höflichkeit, das erkannte er an dem frechen Glitzern in ihren dunklen Augen. Und als sie ihre Haare schwungvoll nach hinten warf, blieb sein Herz für den Bruchteil einer Sekunde einfach stehen. Sie war wirklich wunderschön. Anders konnte man diese Mischung aus graziler Anmut und herausfordernder Stärke nicht bezeichnen. Die langen, schwarzen Haare, die blasse, fast elfenbeinfarbene Haut, die vollen Lippen und die dunkel, glänzenden Augen taten ihr Übriges. Sie zog ihn mit ihrer Schönheit völlig in ihren Bann.
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[FONT=&quot]Spätestens als ihre schmalen, kalten Finger sich sanft, aber bestimmt auf seinem rechten Unterarm platzierten und ihr Lächeln einem kristallklaren Kichern wich, hätte er misstrauisch werden müssen. Misstrauisch, dass sie sich überhaupt mit ihm abgab. Misstrauisch weil er nur ein durchschnittlicher Typ mit mehr als durchschnittlichem Erscheinungsbild war und sie eine Schönheit. Misstrauisch ihrer zielstrebigen Annäherung gegenüber. Misstrauisch, weil plötzlich nichts Sanftes mehr in ihrem Blick lag. Misstrauisch, weil ihre Nasenflügel verdächtig flatterten. Misstrauisch, weil die kleine leise Stimme der Vorsicht in seinem Hinterkopf urplötzlich in ohrenbetäubendes Geschrei ausbrach. Aber er wurde nicht misstrauisch. Er starrte sie an und folgte willenlos ihrem neckischen Winken mit dem sie ihn aus der Kneipe heraus auf die nächtliche Straße lockte. Er folgte ihr ohne nachzudenken in sein Verderben. Weil ihre Schönheit ihn vollkommen hilflos machte und er machtlos dem Bann ihrer Ausstrahlung erlegen war. Als ihre Zähne sich in seinen Hals gruben, begann er kurz sich über seine Dummheit zu ärgern, dann aber verflog jeglicher Ärger und er starb einen schnellen Tod in den Armen der wunderschönen, schwarzhaarigen Frau.[/FONT]
 
08.04.2014
#1
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Guest

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Dazzle

Dazzle

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Ach Pina... bei der Geschichte habe ich richtig Gänsehaut bekommen, total toll geschrieben!
Warum bist du noch nicht unter die Autoren gegangen? Du hast einen so spannungsreichen Schreibstil, macht mir echt Spaß deine Geschichten zu lesen :)
 
Tompina

Tompina

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Danke, Dazzle! :uups:

Ich finde mich selbst jetzt gar nicht wirklich gut oder besser als andere...ich schreibe halt gerne, mehr nicht...und mein Lieblingsthema sind halt die Untoten und Wölfe. :mrgreen:
 
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