Ernährung von Kaninchen

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carrots-2387394.jpgKaninchen sind Veganer, denen in freier Natur eine Vielzahl an Pflanzen zur Verfügung stehen. Daran angelehnt besteht die natürlichste Ernährung aus Gräsern, Kräutern und Blüten. Allein damit seine Tiere richtig und ausgewogen zu ernähren, bereitet schon seine Schwierigkeiten. Nicht nur deshalb freuen sich Kaninchen auch über frisches Gemüse. Man sollte abwechslungsreich füttern, jedoch auch darauf achten, dass für die Tiere unbekanntes Futter erst langsam angefüttert wird, sonst kann der Verdauungstrakt schnell überfordert werden.



Was darf ich füttern?
Heu
Die wichtigste Nahrung für Kaninchen ist Heu. Es ist das Grundnahrungsmittel und sollte jederzeit zur Verfügung stehen. Besonders bei «Heu‐Muffeln» lohnt es sich, auch verschiedene Sorten auszuprobieren, bis eins gefunden ist das den Kaninchen schmeckt. Heu sollte in der Heuraufe gegeben werden, damit es nicht schmutzig wird.

Kräuter
Kräuter, ob getrocknet oder frisch, gehören auch auf den Kaninchenspeiseplan. Zu Petersilie, Basilikum, Löwenzahn, Pfefferminze, Dill und Co. sagt kaum ein Kaninchen «Nein». Und getrocknet unter das Heu gemischt, wird dieses auch oft noch begeisterter gefressen. Man kann auch sehr gut in der Natur nach frischen Kräutern Ausschau halten. Welche Kräuter geeignet sind, darüber informiert die Wilde Kräuter und Co – Liste im Tierforum.

Frische Zweige
Frische Zweige sind nicht nur eine gute Beschäftigung, sondern helfen auch beim Zahnabrieb. Frische Blätter an den Zweigen sind meist schnell aufgefressen. Hier sollte man aber aufpassen, woher man seine Zweige und Äste holt: Sie dürfen nicht mit Insektiziden und anderen Chemikalien gespritzt sein. Auch sind nicht alle Zweige zum Verfüttern geeignet, bzw. manche nur in geringen Mengen. Unbedenklich geben kann man unter anderem Apfelbaum, Haselnuss, Birnbaum, Johannisbeerbusch. Auch einige für Kaninchen geeignete Busche und Bäume, von denen ihr euren Kaninchen etwas mitbringen könnt, sind in der Wilde Kräuter und Co – Liste im Tierforum gelistet.

Gemüse
Die tägliche Portion Gemüse wird meist schon sehnsüchtig von den Kaninchen erwartet. Es empfiehlt sich, 2‐mal täglich kleinere Portionen zu verfüttern, anstatt nur eine große. Doch wie viel Gemüse brauchen Kaninchen? Die Menge Gemüse, die man anbieten sollte, ist von Tier zu Tier verschieden. Als Faustregel rechnet man mit etwa 100 g Frischfutter pro Kilogramm Körpergewicht. Allerdings kann das doch recht schwanken.

Nicht gefressenes Futter sollte man entfernen, da es schnell schlecht wird und dann schimmelt und die Gesundheit der Kaninchen gefährdet.
Gut geeignet sind folgende Gemüsesorten, die in der Regel auch gern von Kaninchen gefressen werden:
  • Broccoli
  • Chinakohl
  • Endivien
  • Erbsengrün
  • Fenchel
  • Gurke
  • Karotten
  • Pastinaken
  • Paprika
  • Petersilienwurzeln
  • Sellerie
  • Steckrübe
  • Topinambur
Selten und/oder nur in kleinen Mengen sollte folgendes Gemüse verfüttert werden:
  • Champignons
  • Kohlrabi
  • Kürbis
  • Maiskolben
Wie bereits oben erwöhnt, sollte Unbekanntes langsam angefüttert werden. Außerdem sollte ein Überfüttern der Kaninchen vermieden werden.

Obst und andere Leckerlis
Natürlich freuen sich auch Kaninchen über Leckerlis, aber auch die sollten gesund sein. Dafür eignet sich Obst, getrocknetes Gemüse und frische Kräuter. Auch z. B. Wiesengraspellets (auf die Zusammensetzung achten!) können als Leckerli gegeben werden.
Geeignete Obstsorten für Kaninchen:
  • Ananas
  • Apfel
  • Banane
  • Erdbeere
  • Kirsche (unbedingt entkernen!)
  • Kiwi
  • Mandarine
  • Melone
  • Weintrauben
Bei Leckerlis gilt für Kaninchen wie auch für Menschen: Leckerlis sollten immer nur in geringen Mengen gereicht werden.

Getreidefreies Trockenfutter
Getreidefreies Trockenfutter kann ebenfalls als Leckerli gereicht werden. Es ist allerdings kein zwingender Bestandteil einer artgerechten Kaninchenernährung. Die einzige Ausnahme wären Riesenkaninchen in Außenhaltung. Im Winter ist es bei diesen Kaninchen teilweise nötig, Trockenfutter zuzufüttern. Aber auch dort sollte man auf eine gesundes, getreidefreies Zusammensetzung achten. Aber auch nicht alle Kaninchen in Außenhaltung brauchen Trockenfutter!


Was darf ich nicht füttern?
«Leckerlis» aus dem Handel
Finger weg von:
  • getreidehaltigem Trockenfutter
  • Knabberstangen (Getreide, Zucker)
  • Drops und Co (Zucker, tierische Nebenprodukte)
Diese vermeintlichen «Leckerlis» der Tierfutterindustrie braucht kein Kaninchen! Nicht nur, dass es nicht benötigt wird, meist schadet es sogar. Getreide, Melasse, Honig und sonstige Inhaltsstoffe verursachen beim Kaninchen Übergewicht, Verdauungsstörungen, Durchfall und Zahnprobleme durch Karies und/oder eine verminderte Heuaufnahme.

Hartes Brot
Man kennt es von früher, die Großeltern haben schon altes Brot für die Kaninchen im Stall getrocknet. Es soll ja gut für die Zähne sein und den Tieren hat es nie geschadet. So denkt man. Aber das auch leider heute noch oft verfütterte harte Brot hat die gleichen Wirkungen wie oben genannte «Leckerli». Auch es enthält für Kaninchen ungesundes Getreide, dazu kommen noch Gewürze und unter Umständen sogar für das menschliche Auge unsichtbare Schimmelsporen.

Nahrungsergänzugsmittel
Mineralsteine, Salzlecksteine, Vitaminzusätze sind im besten Fall nur falsch investiertes Geld. Im schlimmsten Fall sind diese Nahrungsergänzugsmittel schädlich für die Kaninchen. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung sind solche Dinge nicht nötig.

Was trinken Kaninchen?
Selbstverständlich sollte jedem Kaninchen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung stehen. Oft holen sich die Tiere die meiste Flüssigkeit schon aus dem Frischfutter, jedoch ist das kein Grund ihnen eine Schale mit Wasser zu verwehren, das sollte immer verfügbar sein. Das Wasser kann man aus einem Napf oder einer Trinkflasche anbieten. Der Napf ist die natürlichere Art, kann aber schnell verschmutzen. Dies kann man umgehen, indem man ihn z. B. auf ein Häuschen oder eine Etage stellt. Eine Trinkflasche sollte umso gründlicher gereinigt werden, da sich dort schnell Bakterien sammeln, die man schlecht wieder raus bekommt.

Man kann den Tieren bedenkenlos Trinkwasser aus der Leitung anbieten. Dieses wird für den menschlichen Konsum streng kontrolliert. Einzig bei Problemen mit der Leitung im eigenen Haus wäre es nötig, auf stilles (!) Mineralwasser aus dem Handel zurück zu greifen. Bei Kaninchen, die Probleme mit Blasensteinen haben, kann es je nach Wasserhärte nötig sein, das Leitungswasser durch einen Filter zu entkalken. Oder man greift auf Mineralwasser mit geringem Calciumgehalt zurück.
 

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