Hund - und alles drum und dran

  • Ersteller des Themas Louve
  • Erstellungsdatum
Louve

Louve

22.08.2011
177
1
Hallo,


ich beschäftige mich jetzt seit einiger Zeit mit dem Gedanken, einen Assistenzhund zu holen bzw einen Hund als solchen selbst auszubilden.
Nun erstelle ich gerade eine endgültige Liste mit allem, was man so noch bedenken und vorher erledigen muss und wollte euch mal so ein wenig dazu fragen.

Und ich weiß noch gar nicht so recht, wo anfangen, da meine Gedanken sich gerade ziemlich im Kreis drehen. Ihr dürft also gerne auch fragen, wenn irgendwas von mir noch nicht abgedeckt ist.

Ich bin 23 Jahre jung und (sehr wahrscheinlich, Diagnose kommt recht bald) Autist und (definitiv) ADHS'ler. Besonders wegen stressiger Außensituationen aber auch aspergertypischen Anfällen (nicht bzw kaum bewegen können) habe ich gedacht, dass ein Hund viel Unterstützung bieten kann. Außerdem schafft er einfach eine Routine, die mir sehr gut täte. Das bedeutet auch, dass ich die Hauptbezugsperson des Hundes sein werde und mich dementsprechend hauptsächlich um ihn kümmern werde.
Mein Mitbewohner (wir lieben uns, wollen mal Kinder und heiraten undundund, Begriff bleibt trotzdem "Mitbewohner") unterstützt da im Notfall und achtet mit darauf, dass alles gut läuft. Er selbst liebt Tiere und ist auch mit Hunden aufgewachsen, aber ein Haustier zu haben, hat für ihn keine Priorität. Dementsprechend passt es ganz gut, dass der Hund und ich ein Team sein sollen und er eben mit im Rudel sein darf. ;)
Wir leben in einer 2 Zimmer Wohnung
(plus große Küche) im Erdgeschoss. Ein Garten ist nicht vorhanden, aber dafür beginnt fünf Minuten entfernt ein kleines Waldstück in die eine Richtung und Feld in die andere Richtung, weiter hinten ist noch ... - Ich fasse mal kurz: Hier ist viel Platz und Natur.
Mein Mitbewohner ist täglich gut zehn Stunden außer Haus, ich studiere eigentlich, bin aber aktuell krank geschrieben (Urlaubssemester). Wenn ich wieder studiere, soll der Hund auch dorthin mit und mich generell so viel wie möglich begleiten, dh er ist nicht lang allein. Dafür werde ich mir noch Bescheinigungen über die Notwendigkeit ausstellen lassen. Bevor all diese Dinge geregelt sind, zieht hier kein Hund ein.
Die Vermieterin ist noch nicht gefragt worden, da noch nicht spruchreif. Gegen einen Assistenzhund kann sie aber theoretisch nicht viel sagen, aber auch unabhängig davon ist sie äußerst nett und da gibt es hoffentlich keine Probleme.
Der größte Knackpunkt: Wir wohnen erst seit dem 1.08.2018 zusammen und kennen uns auch erst seit 1 1/2 Jahren. Das bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen, aber im Endeffekt wird der Hund auch bei einer Trennung nicht abgegeben werden, weil wegen undso. Mein Hund. Sowas gibt man nicht einfach ab, weil die Umstände blöd sind.
Mein Mitbewohner ist übrigens 27 Jahre alt. Das erwähne ich, weil oft das Argument kommt, dass man noch sehr jung sei und ich mich mit 23 Jahren auch noch jung fühle.
Aktuell beantrage ich einen Pflegegrad und damit Pflegegeld, dass dann, wenn es durch ist, voll in die Haltung usw des Hundes einfließt. Bevor der Hund einzieht, möchte ich mindestens 1000 Euro als Puffer beiseite legen, sollte mal irgendwas sein.
Wir möchten definitiv einen großen Hund haben. Für mich ist das wichtig, damit er effektiv abschirmen kann und im Zweifel mit Körpergewicht arbeiten kann, um Anfällen entgegen zu wirken.
Über eine genaue Rasse habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht, weil ich mich da noch viel mehr einlesen möchte. Aktuell tendiere ich zu einem Schäferhund.

Die Kosten habe ich mal grob überschlagen:
> Hundefutter bis zu 100 Euro im Monat.
> Hundehaftpflicht bis zu 10 Euro im Monat.
> Tierarztkosten bis zu 100 Euro im Jahr.
> Hundesteuer fällt weg, wenn ich vorher einen Behindertenausweis bekomme
> Für Hundeschule rechne ich so mit 200 Euro im Monat.
(Extras wie Ausstattung werden dann gesondert bezahlt, wenn nötig. Dazu habe ich bisher keine Angaben gefunden.)
Das ist ziemlich genau das Geld, was ich im Monat an Pflegegeld bekommen würde.

Ich habe mir ferner viele Gedanken dazu gemacht, ob ich einen Welpen holen soll oder einen Junghund. An für sich möchte ich immer liebendgern Tierheimhunden helfen. Ich habe selbst zwischenzeitlich ehrenamtlich im Tierheim gearbeitet und weiß, wie schwer diese Tiere es haben. Allerdings ist bei Tierheimhunden sehr kritisch, dass man nie weiß, was für Erfahrungen die gemacht haben usw.. Deswegen tendiere ich aktuell eher zu einem Welpen. Wie seht ihr das?
Bei einem Welpen ist der Nachteil natürlich auch, dass man nicht unbedingt einschätzen kann, wie er mit zwei Jahren so sein wird - also ob er sich zum Assistenzhund eignet. Ich weiß noch nicht, was ich dann machen sollte. Allerdings muss er auch keine Zaubertricks können und mir die Waschmaschine anstellen oder sowas, sondern vor allem die Grundkommandos wirklich gut kennen und stressresistent sein, da er ja zB mit in die Uni soll. Wie seht ihr da die Chancen, dass ein Hund trotz guter Erziehung sowas nicht lernen kann?
Mir ist auch bewusst, dass so ein Assistenzhund irgendwann in Rente geht und das ist auch selbstverständlich. Er bleibt dann natürlich bei uns wohnen und wird mit versorgt. Mein Mitbewohner hat auch schon gesagt, dass dann im Zweifel ein Zweithund dazu kommen wird.

Dass im Zweifel jemand auf den Hund aufpassen kann, wird auch noch endgültig abgesprochen.

Ich weiß nicht, ob ich irgendwas vergessen habe.

Bitte nicht wundern, wenn ich sehr sachlich schreibe. Das ist schon eine Herzensangelegenheit für mich. Ich wäge nur vorher sämtliche Pros und Contras ab, ohne da allzu emotional dran zu gehen. Der Hund hat nichts davon, wenn ich irgendwelche unliebsamen Gedanken verdränge.


Danke schon Mal für das Lesen und eventuelle Antworten.

Liebe Grüße
Lou
 
10.02.2019
#1
A

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Guest

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Nienor

Nienor

04.11.2008
17.433
6
Hey

Ich fürchte, bei deinem Welpenplan, vergisst du eine Kleinigkeit: Ein Welpe ist noch kein Assistenzhund und alle Privilegien (Hundesteuererlass, Zugang zur Uni etc.) bekommt er erst mit abgeschlossener Prüfung.
Wenn du also direkt einen Hund haben willst, der dich überall hin begleitet und deine Finanzen nicht sprengt (ich denke da nur an die Tagesbetreuung während der Unitage), dann solltest du dir direkt einen ausgebildeten Hund anschaffen. Sprich mit der Krankenkasse darüber, denn so ein ausgebildeter Hund kostet einiges.

Im Übrigen kommst du mit 1000 Euro im Notfall beim Hund nicht weit. Gerade bei grossen Hunden kosten Narkose direkt mal mehr .. Da muss also irgendwo noch weiteres Geld im Notfall auftreibbar sein, sonst kann das bös enden für den Hund.
Ich selber habe über 10'000 Franken Reserve vor der Anschaffung eines Hundes angesammelt.
 
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Louve

Louve

22.08.2011
177
1
Hallo Nienor und danke für die Antwort. :)

In Deutschland werden Assistenzhunde insgesamt nicht von der Krankenkasse übernommen. Ferner müssen die ja auch individuell ausgebildet werden und das dauert dann auch noch mal zwei Jahre oder mehr ab jetzt bis zum Einzug.
Eine Prüfung gibt es bei uns auch nicht. Im Endeffekt darf ich den Hund also mit Empfehlungen bzw spätestens mit Behindertenausweis mit Kürzel B (für Begleitung) überall mit hinnehmen, sofern keine anderen Gründe dagegen sprechen. Diese Gründe können natürlich zB sein, dass der Hund noch nicht ruhig sein kann oder ähnliches. Auch die Hundesteuer wird erst mit Behindertenausweis und zB Kürzel B erlassen, dann aber ab Welpenalter.
Daran haben wir also auf jeden Fall auch gedacht. Und der Hund darf auch erstmal bei uns ankommen und erwachsen werden undsoweiter, bevor von ihm irgendwas erwartet wird (außer natürlich Hundeschule bereits im Welpenalter, das versteht sich von selbst, aber eben Grundgehorsam). Und auch dann noch ist es ja immer auch eine Frage des Trainings und Charakters usw, wie viel er leisten kann und mag.


Die 1000 Euro sind auch für den Erstpuffer gedacht. Wir werden uns trotzdem noch Gedanken machen, wie das mit der Finanzierung demnächst insgesamt klappt, weil ich mich eben auch wieder einschreiben lassen möchte. Danke aber nochmal, dass Du darauf aufmerksam machst, die Kosten sind nicht zu unterschätzen. :)


Lg
Lou
 
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S

Schweinemama

17.05.2013
796
6
Die Ausbildung eines solchen Hundes kann ja in zwei verschiedenen Varianten funktionieren.

Einerseits erhälst du in etwa 2 Jahren einen Assistenzhund, der für dich ausgebildet wird (ja nach spezialität - kann alleine die Suche für einen geeigneten Hund der sich so ausbilden lässt auch schon mal mehrere Monate dauern).

Oder du kaufst einen Hund und bildest den gemeinsam mit einem Tiertrainer aus. Dauert nicht so lange, aber bis der den Assistenzstatus hat inkl. aller Vergünstigungen - dauert es - bis zu 2 Jahren.

Der Hund kommt nicht zu dir und wird erst mal groß. Der Hund kommt von kleinauf zu dir und die Ausbildung (sehr vorsichtig natürlich) beginnt ab dem 6 Lebensmonat. Es wird auch nicht so sein, dass du Hundetechnisch aus dem Vollen schöpfen kannst, wenn es um die Hundeauswahl geht. Großer Hund - was bedeutet das. Mittelgroßer Hund geht bis Schäfer - großer Hund= Dogge, Kangal, Mastino??? Diese Großen Hunde lassen sich aber im seltensten Fall zu Assistenzhunden ausbilden - die Lebensdauer ist zu gering - bei 6 Jahren und alt - wie ein normaler Schäfer mit 12 - kann man die Ausbildung sich schon fast nicht mehr leisten (Kostenpunkt ohne Selbstausbildung bis zu 25.000 Euro)

Wer kümmert sich um den Hund, und bist du als Assistenzhundenutzer überhaupt dazu "fähig". Hundefutter vergessen, Wasser vergessen, Hund ist verletzt etc. Es besteht ja doch ein Abhängigkeitsverhältnis - auch der Hund ist von dir abhängig und davon, dass du auf ihn aufpassen kannst. Es kommt auf die Stärke der Erkrankheit an, ob du überhaupt so einen Hund alleine halten wirst können. .
 
Louve

Louve

22.08.2011
177
1
Hallo und danke für die Antwort. :)

Oder du kaufst einen Hund und bildest den gemeinsam mit einem Tiertrainer aus. Dauert nicht so lange, aber bis der den Assistenzstatus hat inkl. aller Vergünstigungen - dauert es - bis zu 2 Jahren.
Genau das wäre aktuell der Plan. :)
Ich weiß, dass auch ein Welpe bereits umsonst mit Bus und Bahn mit darf. Auf Anfrage nannte mir die Stadt bezüglich der Hundesteuer, dass diese auch unabhängig vom Status des Hundes sei und es nur auf die Notwendigkeit ankäme. Da werde ich aber dann nochmal ganz konrekt nachfragen - wahrscheinlich am besten schriftlich, damit ich etwas in der Hand habe. Die Kosten lägen demnach bei 0 Euro, 27 Euro oder 108 Euro - je nachdem. Da werde ich aber nochmal explizit nachfragen.
Bezüglich Mitnahme hast du sonst natürlich recht. Allerdings ist gesetzlich eine solche Prüfung bzw ein Nachweis erforderlich, in unserem Kreis gibt es sowas allerdings nicht wirklich und somit ist da sowieso noch fraglich, ab wann denn ein Hund jetzt als Assistenzhund gilt oder nicht. Da konnte mir weder die Frau von der Stadt noch die Frau vom Veterinäramt näheres zu sagen. Werde diesbezüglich auf jeden Fall nochmal bei den Behindertenbeauftragten nachfragen. Generell setzt die deutsche Bahn Hunde mit Menschen gleich, wenn es um notwendige Begleitung geht. Hier könnte man eventuell bei der Uni nachfragen, ob dies ähnlich ist.
Generell greift das aber sowieso erst, wenn der Hund den Grundgehorsam soweit drauf hat, sonst kann ich ihn schlecht mit in die Uni nehmen.
Kurz als Info dazu: Ich gehe nicht ohne Hund zur Uni. Dementsprechend werde ich auch mit Hund nicht ohne Hund zur Uni gehen. Das heißt, der Hund wird zuhause nicht alleine sein. :)
Falls Du oder jemand Anderes nähergehende Informationen dazu hat, was es als rechtliche Regelungen gibt (bis auf §39a BBG) wäre ich dafür sehr dankbar. :)

Der Hund kommt nicht zu dir und wird erst mal groß. Der Hund kommt von kleinauf zu dir und die Ausbildung (sehr vorsichtig natürlich) beginnt ab dem 6 Lebensmonat.
Die Ausbildung beginnt selbstverständlich schon vorher. Auch Stubenunreinheit, Schuhe zerkauen, fremde Menschen anspringen uswusf lässt man nicht einfach durchgehen bis der Hund 6 Monate alt ist. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. :)
Die spezielle Ausbildung beginnt meist mit einem Jahr und so plane ich es auch bisher.

Großer Hund - was bedeutet das. Mittelgroßer Hund geht bis Schäfer - großer Hund= Dogge, Kangal, Mastino???
Ups. :D
Ich meinte einen mittelgroßen Hund. :)

Wie oben bereits beschrieben, bin ich nicht allein. Mein Mitbewohner ist hier und kümmert sich mit. Auch Freunde und Familie sind schon eingespannt. Schön fand ich die Aussage eines Freundes, der trotz Migräne sagte, dass er natürlich morgens um 8 mit mir und dem Hund rausgeht, wenn ich bei ihm bin. :)
Da habe ich wirklich tolle Leute in meinem Umkreis, die alle hinter mir stehen und für die ich sehr dankbar bin.


Lg
Lou
 
Zuletzt bearbeitet:
karl-käfer

karl-käfer

22.08.2009
947
0
Vielleicht kannst du dich bei der Auswahl der Rasse und später des Welpen von deiner zukünftigen Hundeschule beraten lassen.
Meist werden dann schon beim Züchter Wesenstests durchgeführt und geschaut, welcher Welpe am besten geeignet scheint.

Wenn der Hund dich immer begleiten soll, mit dir an der Uni und im öffentlichen Raum unterwegs ist, wäre es vielleicht auch wichtig darauf zu achten, dass er sowohl von der Rasse als auch vom Wesen her nicht bedrohlich wirkt und evtl. von Allergikern gut vertragen wird.
Auch wenn es in eurer Familie evtl. keine Rolle spielt. Das ist nur meine persönliche Meinung. Vielleicht bin ich meinem Allergikerhaushalt da aber auch besonders sensibel.
 
Louve

Louve

22.08.2011
177
1
Hallo,

vorher mit der Hundeschule drüber zu sprechen, ist sicher eine gute Idee. :)

Bei der Rassenwahl bin ich auch noch nicht festgelegt und schaue da noch nach. Fest steht bisher an für sich nur, dass der Hund reinrassig sein sollte und vom Züchter, um a) Ü-Eier ein wenig zu vermeiden und b) sicherzustellen, dass eine gute Sozialisation stattgefunden hat.
Auch wenn es mir im Herzen weh tut, weil ich eigentlich immer sehr dafür bin, ältere und "ausgesonderte" Tiere zu adoptieren, weil die ebenso ein tolles Leben haben sollten. Vielleicht ist das auch später noch möglich. :)


Lg
 
A

A-Fritz

11.07.2016
444
5
Hallo,
über Bestimmungen und Prüfungen für einen Assistenzhund
kann ich nicht viel sagen , mit meiner letzte Hündin habe ich eine Besuchshundeausbildung gemacht
und mit ihrer Nachfolgerin, habe ich dieses auch vor.

Leider kann ich mir Deine Situation nicht recht vorstellen,
habe ich keine Ahnung, was aspergertypische Anfälle sind ,
oder wie und warum Dich ein Hund abschirmen soll und warum
soll es ein großer Hund sein ?

Welche Aufgaben soll ein Assistenzhund für Dich erfüllen ?

Warum möchtest Du gerade einen Deutschen Schäferhund, diese Hunde sind in der letzten Zeit in Verruf geraten,
sie haben häufig gesundheitliche Probleme und in der Beißstatistik nimmt der Schäferhund einen oberen Rang ein.

Ich denke, andere Hunderassen könnten ebenfalls als Assistenzhund genutzt werden,
denn zu einem großen Teil ist auch die Erziehung und Sozialisierung für dessen Wesen verantwortlich.
Bei einem Welpen wäre der Vorteil, dass eine Bindung leichter aufzubauen ist,
besonders wenn Du auch die Ausbildung und Erziehung selber machst.
Natürlich , wenn Du noch keine Hundeerfahrung hast , solltest Du Dir zum Training Hilfe holen.

Fritz.
 
Louve

Louve

22.08.2011
177
1
Hallo Fritz und danke für die Antwort.

Das ist auch vielleicht etwas ungenau formuliert gewesen, weil es verschiedene Arten gibt. Bei mir ist es so, dass ich mich dann nicht bewegen kann, teilweise nichts mitbekomme und/oder krampfe.

Dabei geht es vor allem darum, dass andere Menschen einem nicht zu nahe kommen können bzw einfach noch etwas (bzw jemand) da ist, was (der) "dazwischen" ist.

Das hat vor allem den praktischen Grund, dass kleine Hunde weniger gut abschirmen können. Auch können Hunde Anfälle laut Aussage vieler durch Druck (legen auf den Körper) abschwächen. (Dazu kann ich aber nichts sagen und ist demnach nur eine zusätzliche, aber nicht besonders stark gewichtete Überlegung.) Ein mittelgroßer Hund gibt allerdings auch einfach mehr Halt und Sicherheit. Zumindest mir persönlich.

Warum möchtest Du gerade einen Deutschen Schäferhund, diese Hunde sind in der letzten Zeit in Verruf geraten,
sie haben häufig gesundheitliche Probleme und in der Beißstatistik nimmt der Schäferhund einen oberen Rang ein.
Das war bisher eine Überlegung und ich schaue mir noch einige andere Hunde an und überlege da noch bzw bespreche das auch noch weiter mit seinem zukünftigen Herrchen. :)
Der Schäferhund ist mit einer der häufigsten anzutreffende Rassehund in Deutschland und demnach führt er natürlich die Statistik an (neben Mischlinge, die die größte Einzelgruppe ausmachen).
Wie du sagst, liegt das Verhalten auch an der Sozialisierung und Erziehung. Wenn viele Leute eine bestimmte Rasse haben, ist es auch wahrscheinlich, dass prozentual viele Leute diese Hunde nicht vernünftig erziehen oder auslasten - und gerade, weil er beliebt ist, gibt es dann wieder Vermehrer und was das für die Tiere für Sozialisation und Gesundheit bedeutet, ist mehr als bekannt (bzw eigentlich leider noch viel zu unbekannt, wenn immer noch Leute bei sowas kaufen... :/).
Was ich damit sagen möchte: die Statistiken machen mir nicht sonderlich viel Angst.

Ich denke, andere Hunderassen könnten ebenfalls als Assistenzhund genutzt werden, denn zu einem großen Teil ist auch die Erziehung und Sozialisierung für dessen Wesen verantwortlich.
Da stimme ich auf jeden Fall zu. Ich habe mir hier eine Hundeschule mit Erfahrung rausgesucht (bzw karl-käfer hat das tollerweise für mich gemacht) und werde da auch noch mal nachfragen, welche Rassen die so zum Beispiel empfehlen. Die bilden schon länger Assistenzhunde aus. Bis wir uns aber endgültig entscheiden, habe ich da generell noch viel mehr Infos zu. Ich habe heute auch kurz mit einer Frau gesprochen, die gerade ihren zweiten Therapiehund ausbildet in dem Bereich. :)

Bei einem Welpen wäre der Vorteil, dass eine Bindung leichter aufzubauen ist,
besonders wenn Du auch die Ausbildung und Erziehung selber machst.
Das sieht mein Mitbewohner auch so. :)

Natürlich , wenn Du noch keine Hundeerfahrung hast , solltest Du Dir zum Training Hilfe holen
Ich habe hundeerfahrung, aber möchte trotzdem unbedingt in eine Hundeschule. Erstens trifft der Hund immer wieder andere usw. Zweitens schaut einfach noch mal eine erfahrene Kraft drauf und gibt Tipps und Ratschläge. Drittens habe ich zwar hundeerfahrung, aber noch nicht mit einem Welpen und da ist das alles nochmal was anderes. Vielleicht. Aber sicher ist sicher. Ist immer blöd, für Mensch und Tier, wenn man erst sehr spät bemerkt, dass man irgendwas hätte besser machen können. Da vertraue ich einfach einer ausgebildeten Fachkraft mehr als mir selbst - und das ist vielleicht auch ganz gut so. ^^

Danke nochmal für die Mühe und die Antworten.

Lg
 
S

Schweinemama

17.05.2013
796
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Hallo und danke für die Antwort. :)



Genau das wäre aktuell der Plan. :)
Ich weiß, dass auch ein Welpe bereits umsonst mit Bus und Bahn mit darf. Auf Anfrage nannte mir die Stadt bezüglich der Hundesteuer, dass diese auch unabhängig vom Status des Hundes sei und es nur auf die Notwendigkeit ankäme. Da werde ich aber dann nochmal ganz konrekt nachfragen - wahrscheinlich am besten schriftlich, damit ich etwas in der Hand habe. Die Kosten lägen demnach bei 0 Euro, 27 Euro oder 108 Euro - je nachdem. Da werde ich aber nochmal explizit nachfragen.
Bezüglich Mitnahme hast du sonst natürlich recht. Allerdings ist gesetzlich eine solche Prüfung bzw ein Nachweis erforderlich, in unserem Kreis gibt es sowas allerdings nicht wirklich und somit ist da sowieso noch fraglich, ab wann denn ein Hund jetzt als Assistenzhund gilt oder nicht. Da konnte mir weder die Frau von der Stadt noch die Frau vom Veterinäramt näheres zu sagen. Werde diesbezüglich auf jeden Fall nochmal bei den Behindertenbeauftragten nachfragen. Generell setzt die deutsche Bahn Hunde mit Menschen gleich, wenn es um notwendige Begleitung geht. Hier könnte man eventuell bei der Uni nachfragen, ob dies ähnlich ist.
Generell greift das aber sowieso erst, wenn der Hund den Grundgehorsam soweit drauf hat, sonst kann ich ihn schlecht mit in die Uni nehmen.
Kurz als Info dazu: Ich gehe nicht ohne Hund zur Uni. Dementsprechend werde ich auch mit Hund nicht ohne Hund zur Uni gehen. Das heißt, der Hund wird zuhause nicht alleine sein. :)
Falls Du oder jemand Anderes nähergehende Informationen dazu hat, was es als rechtliche Regelungen gibt (bis auf §39a BBG) wäre ich dafür sehr dankbar. :)



Die Ausbildung beginnt selbstverständlich schon vorher. Auch Stubenunreinheit, Schuhe zerkauen, fremde Menschen anspringen uswusf lässt man nicht einfach durchgehen bis der Hund 6 Monate alt ist. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. :)
Die spezielle Ausbildung beginnt meist mit einem Jahr und so plane ich es auch bisher.



Ups. :D
Ich meinte einen mittelgroßen Hund. :)



Wie oben bereits beschrieben, bin ich nicht allein. Mein Mitbewohner ist hier und kümmert sich mit. Auch Freunde und Familie sind schon eingespannt. Schön fand ich die Aussage eines Freundes, der trotz Migräne sagte, dass er natürlich morgens um 8 mit mir und dem Hund rausgeht, wenn ich bei ihm bin. :)
Da habe ich wirklich tolle Leute in meinem Umkreis, die alle hinter mir stehen und für die ich sehr dankbar bin.


Lg
Lou
 
S

Schweinemama

17.05.2013
796
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Hallo Fritz und danke für die Antwort.


Das ist auch vielleicht etwas ungenau formuliert gewesen, weil es verschiedene Arten gibt. Bei mir ist es so, dass ich mich dann nicht bewegen kann, teilweise nichts mitbekomme und/oder krampfe.


Dabei geht es vor allem darum, dass andere Menschen einem nicht zu nahe kommen können bzw einfach noch etwas (bzw jemand) da ist, was (der) "dazwischen" ist.


Das hat vor allem den praktischen Grund, dass kleine Hunde weniger gut abschirmen können. Auch können Hunde Anfälle laut Aussage vieler durch Druck (legen auf den Körper) abschwächen. (Dazu kann ich aber nichts sagen und ist demnach nur eine zusätzliche, aber nicht besonders stark gewichtete Überlegung.) Ein mittelgroßer Hund gibt allerdings auch einfach mehr Halt und Sicherheit. Zumindest mir persönlich.


Das war bisher eine Überlegung und ich schaue mir noch einige andere Hunde an und überlege da noch bzw bespreche das auch noch weiter mit seinem zukünftigen Herrchen. :)
Der Schäferhund ist mit einer der häufigsten anzutreffende Rassehund in Deutschland und demnach führt er natürlich die Statistik an (neben Mischlinge, die die größte Einzelgruppe ausmachen).
Wie du sagst, liegt das Verhalten auch an der Sozialisierung und Erziehung. Wenn viele Leute eine bestimmte Rasse haben, ist es auch wahrscheinlich, dass prozentual viele Leute diese Hunde nicht vernünftig erziehen oder auslasten - und gerade, weil er beliebt ist, gibt es dann wieder Vermehrer und was das für die Tiere für Sozialisation und Gesundheit bedeutet, ist mehr als bekannt (bzw eigentlich leider noch viel zu unbekannt, wenn immer noch Leute bei sowas kaufen... :/).
Was ich damit sagen möchte: die Statistiken machen mir nicht sonderlich viel Angst.


Da stimme ich auf jeden Fall zu. Ich habe mir hier eine Hundeschule mit Erfahrung rausgesucht (bzw karl-käfer hat das tollerweise für mich gemacht) und werde da auch noch mal nachfragen, welche Rassen die so zum Beispiel empfehlen. Die bilden schon länger Assistenzhunde aus. Bis wir uns aber endgültig entscheiden, habe ich da generell noch viel mehr Infos zu. Ich habe heute auch kurz mit einer Frau gesprochen, die gerade ihren zweiten Therapiehund ausbildet in dem Bereich. :)


Das sieht mein Mitbewohner auch so. :)


Ich habe hundeerfahrung, aber möchte trotzdem unbedingt in eine Hundeschule. Erstens trifft der Hund immer wieder andere usw. Zweitens schaut einfach noch mal eine erfahrene Kraft drauf und gibt Tipps und Ratschläge. Drittens habe ich zwar hundeerfahrung, aber noch nicht mit einem Welpen und da ist das alles nochmal was anderes. Vielleicht. Aber sicher ist sicher. Ist immer blöd, für Mensch und Tier, wenn man erst sehr spät bemerkt, dass man irgendwas hätte besser machen können. Da vertraue ich einfach einer ausgebildeten Fachkraft mehr als mir selbst - und das ist vielleicht auch ganz gut so. ^^

Danke nochmal für die Mühe und die Antworten.

Lg

Schäferhunde werden aber zum Teil gar nicht mehr ausgebildet zu Assistenzhunden. Es geht um die Erkrankungsvielfalt, Hüftleiden - schiefer Rücken - und das schnellere Altern des Hundes. Labradore /Retriever sind bei weitem intelligenter und haben diesen "will to retrieve" in den Genen (hat ein Deutscher Schäferhund grundsätzlich nicht). Noch mehr in Ausbildung stehen Border Collies (wobei diese eher hyperaktiv sind - die muss man als Mensch erst einmal ertragen können).


Ich plaudere immer wieder mit einer Ausbilderin die hier zu Hause Hunde ausbildet - vom Assistenzhund (eher selten), Diabeteswarnhunde bis hin zum Hochspezialisierten Hochleistungs-behinderungshund (die selbstständig agieren können z.b Lebensmittel aus dem Geschäft holen, Hilfe bei Nachbarn oder auf der Strasse suchen, umgekippte Rollstühle wieder so bergen können, dass sie den Patienten rausziehen, den Rollstuhl aufstellen und dann unterstützen können ). Bei der liegt in der Ausbildung die Ausschußquote bei über 50%. Dh. 50% der Hunde können nicht den Stand erreichen der benötigt wird um diesen Patienten zu unterstützen, weil sie entweder geistig oder körperlich nicht in der Lage sind. Was tust du, wenn du dir einen Hund aussuchst, der diesen Status nicht erreichen kann. Nimmst du dir dann einen Zweithund?
 
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Louve

Louve

22.08.2011
177
1
Australian Shepherd ist tatsächlich auch ein wenig meine zweite Wahl so rein gedanklich. Aber da mache ich mir tatsächlich eben erst Gedanken zu, wenn ich sehr viel mehr Infos habe.

Ich bin aber trotzdem dankbar für eure Denkanstöße zu verschiedenen Hunderassen. :)

Bei der liegt in der Ausbildung die Ausschußquote bei über 50%. Dh. 50% der Hunde können nicht den Stand erreichen der benötigt wird um diesen Patienten zu unterstützen, weil sie entweder geistig oder körperlich nicht in der Lage sind. Was tust du, wenn du dir einen Hund aussuchst, der diesen Status nicht erreichen kann. Nimmst du dir dann einen Zweithund?
Mich wundert tatsächlich, dass sie von "über 50 %" spricht. Ausbildungsstellen sortieren meines Wissens nach noch sehr viel extremer aus. Wobei "über 50 %" ja auch noch sehr viel mehr sein kann.
Mir fällt gerade auch auf, dass ich die Frage von Fritz, welche Aufgaben der Hund erfüllen soll, eben beim Antworten übersehen hatte. Ich mache das ein Mal an dieser Stelle:
In erster Linie soll der Hund ein Begleiter sein, der da ist und so schon Stress reduziert. Hilfreich ist in dem Zusammenhang natürlich, dass man immer mal sich aus einer Situation rausziehen kann, indem man mit dem Hund raus geht - und sich auf den Hund fokkussieren kann, was auch Stress reduziert.
Dann natürlich Stärkung des Selbstbewusstseins und Erleichterung sozialer Interaktionen.
Er schafft allein durch seine Bedürfnisse schon Routine und all sowas. (Ich würde mir keinen Hund holen, wenn ich mir das nicht zutrauen würde, aber es ist eben eine zusätzliche Motivation - so wie andere sich eben auch einen Hund holen, weil sie dann häufiger an der frischen Luft sind.)
Das sind aber Dinge, die ein Hund bereits so kann.
Was trainiert werden sollte, wäre demnach:
> Anfälle anzeigen und evtl hilfreich agieren
> Stress anzeigen
> Ausgänge suchen
> Führen (zB mich dazu kriegen, auch wirklich raus aus der stressigen Situation zu gehen, was wiederum bei leichteren Anfällen helfen kann)
> Abschirmen (das klingt leicht, kann aber unglaublich viel umfassen - Seite, Vorne, Hinten, im Kreis, ....)
> Besondere Routine überwachen (zB rechtzeitiges Schlafen gehen)

Das ist es dann auch schon. Zumindest, was mir so bisher eingefallen ist. Da hat jemand, der sich damit auskennt, eventuell noch andere Ideen.
Wenn der Hund nicht all diese Aufgaben erfüllt, ist das so. Ich tue mich aber zum Teil damit schwer, zu glauben, dass man sowas nicht trainieren kann - im Gegensatz zu Diabetes- oder Epilepsiewarnhunden oder Blindenführhunden. Das fühlt sich irgendwie an wie "Mein Hund kann eben nicht auf den Rückruf hören und Platz macht er auch nur selten, aber so ist er halt, also lassen wir es einfach".
Aber selbst, sollte er absolut gar keine dieser Aufgaben lernen können, wäre er immer noch unglaublich hilfreich für mich. Dementsprechend bliebe er dann und auch erstmal unser einziger Hund. Und selbst, wenn er durch Krankheit und OP nicht mal überall hin mit könnte, würde er natürlich bei uns bleiben. Der Hund verbessert das Leben allgemein so oder so. :)

Lg
 
Louve
22.08.2011
177
1
Ich sollte eventuell kurz auch erklären, dass man mir nicht unbedingt ansieht, dass ich in irgendeiner Form überhaupt behindert bin. Ich leiste eine sehr hohe Kompensierungsarbeit. Allerdings vermeide ich auch eben viele Tätigkeiten, weil das alleine eben zu stressig ist. Ein Assistenzhund ist da einfach eine Stütze - ein Hund generell zumindest eine Begleitung.
Ich habe ansonsten keine Probleme damit, geduldig aber streng zu sein und lasse mir nicht auf der Nase rumtanzen. Auch körperlich bin ich absolut in der Lage einen Hund zu halten - auch wenn er plötzlich los rennt. Wir hatten einen Pflegehund aus dem Tierheim, der so gut wie jedes Mal auf fremde Hunde losgehen wollte und als Malinois-Labrador-Mix auch nicht gerade leicht war, obwohl er mit hohem Alter und Arthrose sicher nicht mehr der kräftigste war.

Es ist, glaube ich, schwierig sich das vorzustellen. Deswegen schreibe ich das einfach nochmal.
 
A
11.07.2016
444
5
Hallo Louve ,
noch kann ich mir Deinen Hund, wie Du ihn möchtest, nicht recht Vorstellen und mir ein Bild machen.
Ist es nicht so, Menschen die einen Krampfanfall haben, brauchen die Hilfe anderer Menschen ?
Doch wenn ein Hund einen Menschen abschirmt, kommen fremde Menschen nicht heran
um Hilfe zu leisten .

Hier vielleicht ein interessanter Artikel

Ausbildung Epilepsiehund: Züchter sagen: «Keine Tiere für Krüppel»

Dann soll der Hund Dir Stärkung des Selbstbewusstseins geben, aber auf welche Weise ?
Ein großer Hund , vielleicht noch mit einer Schutzhundeprüfung , wirkt stark respekteinflößend ,
nur die Akzeptans der anderen Menschen, wird wohl dabei auf der Strecke bleiben.

Wenn ein Hund groß und Imposant ist, flöhst er anderen Menschen Angst oder Respekt ein,
aber wie soll ein so dominanter Hund Dir eine Erleichterung bei einer positiven und vertrauensvollen
sozialen Interaktionen sein, oder diese ermöglichen ?

Fritz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Louve
22.08.2011
177
1
Ist es nicht so, Menschen die einen Krampfanfall haben, brauchen die Hilfe anderer Menschen ?
Doch wenn ein Hund einen Menschen abschirmt, kommen fremde Menschen nicht heran um Hilfe zu leisten .
Menschen mit Epilepsie brauchen Hilfe anderer Menschen durch Gabe von Notfallmedikamenten, Rufen eines Rettungsdienstes und weiteres.
Ich habe eher schlechte Erfahrung mit der gut gemeinten Hilfe von anderen Menschen - einschließlich Rettungsdienst. Ärzte neigen dazu, einen zu schlagen, wenn man einen Anfall hat. Ich weiß nicht, ob das für Epileptiker cool ist, aber für mich ist es das definitiv nicht. Das nur so am Rande. Ich möchte damit nochmal sagen, wie unterschiedlich die verschiedene Anfallarten sind. Also.. Ich habe bisher nicht darüber nachgedacht, aber wenn ich mich irgendwo hinsetze und einen Anfall habe, könnte ich mir fast sogar vorstellen, dass der Hund irgendwelche Menschen von mir fern hält. ^^
Aber ich denke, es ist schwierig, das wirklich zu machen, weil es immer mal Situationen natürlich geben kann, wo ich doch Hilfe brauche.

Das Abschirmen allerdings ist eine Sache, die auf Kommando läuft. Sie wird nicht dazu eingesetzt, fremde Menschen anzuknurren oder so, wenn sie näher kommen. Man kann sich das wie "Sitz" vorstellen, aber eben nicht "da wo du gerade bist", sondern an einen bestimmten Ort in Relation zu mir selbst. Das dient einfach zB dazu, dass der hinter mir an der Kasse nicht meint "Ach, ich drängel mich mal eben vorbei", sondern vorher Bescheid sagt.


Dann soll der Hund Dir Stärkung des Selbstbewusstseins geben, aber auf welche Weise ?
Ich finde das ehrlich gesagt schwierig zu beantworten, weil ich das eigentlich für normal halte. Eventuell liegt es daran, dass das Selbst in den Hintergrund tritt und eine Art Kollektivbewusstsein entsteht. Eventuell liegt es an der Verantwortung. Vielleicht liegt es daran, dass mir seit klein auf (von Außenstehenden) erzählt wurde, dass meine Bedürfnisse nicht zählen - und ich anders damit umgehen kann, wenn ich nicht nur meine eigenen Bedürfnisse vertrete, sondern wir eben zu zweit sind.
Hier auch noch ein Artikel darüber.


Ein großer Hund , vielleicht noch mit einer Schutzhundeprüfung , wirkt stark respekteinflößend, nur die Akzeptans der anderen Menschen, wird wohl dabei auf der Strecke bleiben.
Das waren damals auch fürchterlich ruhige Zeiten als wir mit unserem Mozart mit Maulkorb raus sind und die Leute sich ferngehalten haben. :D
Aber ja. Da hast du recht. Ich überlege aktuell auch noch zwischen diesen beiden Polen:
A) Hund, der Respekt einflößt und Probleme durch negative Reaktionen anderer Leute hervorruft.
B) Hund, der lieb aussieht und wo Leute den dann ständig betatschen wollen.
Hat beides seine Vor- und Nachteile.


Wenn ein Hund groß und Imposant ist, flöhst er anderen Menschen Angst oder Respekt ein, aber wie soll ein so dominanter Hund Dir eine Erleichterung bei einer positiven und vertrauensvollen
sozialen Interaktionen sein, oder diese ermöglichen ?
Der Hund soll mir nicht helfen, positive oder vertrauensvolle soziale Interaktionen zu führen. (Hatte es auch nicht geschrieben?) Er soll helfen, soziale Interaktionen zu erleichtern!
Ich war zB gestern im Tierheim und wollte fragen, ob die ehrenamtliche Hilfen brauchen. Ich habe mich da gut sichtbar für die drei Mitarbeiter (, die da saßen und Kaffee tranken) hingestellt und gewartet. Etwa fünf Minuten lang. Dann hat mich jemand angesprochen. Sowas passiert mir oft. Ich weiß nicht, wann ich Menschen ansprechen darf. Deswegen warte ich einfach. Mit einem Hund an der Seite - zB in einem Laden - wartet man nur sehr sehr kurz. Man wird automatisch angesprochen. :D
Die Gespräche sind dann vorhersehbar und ähnlich und das gibt auch wieder Selbstbewusstsein.


Vielleicht gibt es hier Leute, die verschiedene Rassen haben und mal eine Einschätzung geben können, wie Leute so reagieren?
 
S

Schweinemama

17.05.2013
796
6
Hallo Louve ,
noch kann ich mir Deinen Hund, wie Du ihn möchtest, nicht recht Vorstellen und mir ein Bild machen.
Ist es nicht so, Menschen die einen Krampfanfall haben, brauchen die Hilfe anderer Menschen ?
Doch wenn ein Hund einen Menschen abschirmt, kommen fremde Menschen nicht heran
um Hilfe zu leisten .

Hier vielleicht ein interessanter Artikel

Ausbildung Epilepsiehund: Züchter sagen: «Keine Tiere für Krüppel»

Dann soll der Hund Dir Stärkung des Selbstbewusstseins geben, aber auf welche Weise ?
Ein großer Hund , vielleicht noch mit einer Schutzhundeprüfung , wirkt stark respekteinflößend ,
nur die Akzeptans der anderen Menschen, wird wohl dabei auf der Strecke bleiben.

Wenn ein Hund groß und Imposant ist, flöhst er anderen Menschen Angst oder Respekt ein,
aber wie soll ein so dominanter Hund Dir eine Erleichterung bei einer positiven und vertrauensvollen
sozialen Interaktionen sein, oder diese ermöglichen ?

Fritz.

Das ist das auch was mich wundert. Ich weiß, das Rettung, Feuerwehr und Notarzt sehr oft Probleme mit Hunden haben, die aus Panik ihre Besitzer bewachen und nicht hergeben möchten. Da verstreifen gerade bei Unfällen, Schlaganfällen oder HErzinfarkten sehr wichtige und kostbare Zeit (notfalls wird so ein Hund erschossen - wie man heute weiß).

Bei der TE wäre es meiner Meinung nach ein Kangal - der lässt je nach Abrichtung auch niemanden mehr an dich ran (dafür fehlt dieser Rasse die Sozialkompetenz komplett).

Bei der TE sind es Ängst - die sie bekämpfen muss, Es ist keine Körperliche Einschränkung oder Behinderung wie z.b. ein ROllstuhlfahrer, der einen Hund benötigt weil er sich sonst nicht anziehen kann, der trainiert hat- Schuhe zu holen, Schlüssel und Handys zu finden, für den Fall, dass der Mensch mit Behinderung irgendwo liegt und sich alleine nicht mehr helfen kann.

Autismus ist zwar eine Krankheit, genauso wie ADHS. Aber ADHS ist therapierbar - genauso wie Autismus nun nicht das ganze Leben lang gleich bleibt - sondern es verändert sich.

Auch diese Passage "Vielleicht gibt es hier Leute, die verschiedene Rassen haben und mal eine Einschätzung geben können, wie Leute so reagieren?" finde ich durchaus bedenklich. Ich hatte vor Jahren zwei Neapoletaner, Hunde mit jeweils über 80 Kilo Kampfgewicht ->
siehe hier.

DIe sahen nur sehr furchteinflössend aus, von ihrer Sozialkompetenz her absolute kampfschmuser. Aber da nahmen die Leute reissaus, die die sich hintrauten wurden jedoch wie Schätze umsorgt - sanftmütige Riesen. Etwas was der TE zwar "gefallen" würde, aber ich befürchte - da macht die Krankenkasse nicht mit. Ausserdem haben diese TIere eine maximale Lebenserwartung von 8 Jahren, dh. die sind in der Ausbildung viel zu teuer und gehen als THerapiehund nie durch.

Es geht darum dass der Hund der Schlüssel für die Aussenwelt ist, aber dieses Schloss heißt es aufzusperren - nicht zuzusperren. Dazu ist ein Therapiehund nicht da.
 
Louve
22.08.2011
177
1
Schweinemama hat es soweit auf den Punkt gebracht, obwohl ich persönlich nicht unbedingt den Begriff "Angst" verwenden würde. Das beschreibt aber im Endeffekt das gleiche.
Und es geht mir weniger darum, einen Hund zu haben, der andere von mir fern hält. Mir wurde bereits gesagt, dass ich den Hund unbedingt darauf abrichten soll, mich vor anderen zu beschützen (mit Befehl zu beißen usw), aber da bin ich sowas von vehement gegen.
Das war hier nur als Idee gedacht, ob es wirklich schlecht wäre, wenn Menschen nicht so ohne Weiteres zu einem wehrlosen am Boden liegenden, hübschen Mädchen gehen, weil sie dann doch Respekt vor dem Hund haben - auch, wenn er gar nichts tut.


Auch diese Passage "Vielleicht gibt es hier Leute, die verschiedene Rassen haben und mal eine Einschätzung geben können, wie Leute so reagieren?" finde ich durchaus bedenklich.
Wärst du so freundlich, das mir genauer zu erklären?
Ich höre ganz oft, dass ich daran denken muss, wie andere reagieren. (Auch hier.) Nun frage ich explizit nach und es ist bedenklich?

Etwas was der TE zwar "gefallen" würde, aber ich befürchte - da macht die Krankenkasse nicht mit.
Die Krankenkasse in Deutschland zahlt so oder so kein Geld für einen Assistenzhund.
Selbst Blinden wird oft kein Hund gezahlt, weil "ein Stock reicht ja".
Damit rechne ich sowieso nicht.
 
Son-Gohan
20.04.2014
988
13
Was die Rassen angeht, da ich im Tierheim arbeite, kann ich das so in etwa beurteilen. Weiß gar nicht, was an der Frage so bedenklich sein soll, Schweinemama? Hast du bedenken, dass sie sich extra ne Rasse anschaffen will, vor denen die Menschen am meisten Angst haben und sie deswegen in Ruhe lassen?

Deutsche Schäferhunde sind bei uns wohl total out. Bei uns sitzen oft mehrere und das teilweise über Jahre. Die will keiner mehr.
Viele sind halt auch belastet mit HD und/oder Arthrose/Spondylose, vor allem, wenn sie diesen extrem schrägen Rücken haben.

Blonde Labbis dagegen sind sehr beliebt. Sind sie schwarz, ist es schon wieder ein Ablehngrund.
Golden Retriever sind auch beliebt.

Von Listenhunden brauche ich gar nicht sprechen (da gelten in Bayern ja sowieso strengere Gesetze wie in anderen Bundesländern, LEIDER).

Kleine Hunde sind natürlich auch sehr gefragt, aber da überschätzen sich die Leute generell gern, was deren Ansprüche angehen.

Aber ich würde so ein Training nicht ohne Trainer, der sich damit auskennt, angehen. Gerade bei Welpen kann man soviel falsch machen, was man später ggf nur schwer wieder aus dem Tier raus bekommt.
 
Louve
22.08.2011
177
1
Danke für die Antwort, Son-Gohan.


_____________
Ich muss doch noch zwei Dinge berichtigen.

Autismus ist zwar eine Krankheit, genauso wie ADHS. Aber ADHS ist therapierbar - genauso wie Autismus nun nicht das ganze Leben lang gleich bleibt - sondern es verändert sich.
Autismus ist keine Krankheit. Das ist so als würde man sagen, dass blonde Haare eine Krankheit ist - oder Hochbegabung. Wenn man mit einem Begriff kommen möchte, dann handelt es sich um eine frühkindliche Entwicklungsstörung, weil es durch die genetische Veranlagung von Autisten nur schwer möglich ist, sich anzupassen.
Man kann Autismus nicht therapieren, aber Autisten zB helfen, sich besser in der Welt zurecht zu finden. Wie Schweinemama sagte: Es bleibt nicht das ganze Leben lang gleich.
ADHS hingegen kann man nicht therapieren, wenn es sich wirklich um ADHS (genetisch bzw körperlich bedingt) handelt, aber man kann mit Tabletten gut helfen. Dass Kinder nicht mehr hyperaktiv wirken, bekommt man natürlich hin. Genau wie man einen Hund abtrainieren kann, zu bellen. Ist nur blöd, wenn Kind oder Hund eben trotzdem das Bedürfnis haben. Der Hund ist ja dann auch immer noch nicht stumm und das Kind ist immer noch nicht entspannt - es wirkt nur von außen so.
Das ist so als würde man bei eine Depression, die durch ein hormonelles Ungleichgewicht entsteht, einfach sagen, dass die Person lächeln muss und dann ist sie nicht mehr depressiv.


Es geht hier nicht um einen Therapiehund. Ich denke, das ist an für sich bewusst und die Wörter werden nur verwechselt. Wollte es nur nochmals erwähnen. :)


Lg
 
S

Schweinemama

17.05.2013
796
6
Schweinemama hat es soweit auf den Punkt gebracht, obwohl ich persönlich nicht unbedingt den Begriff "Angst" verwenden würde. Das beschreibt aber im Endeffekt das gleiche.
Und es geht mir weniger darum, einen Hund zu haben, der andere von mir fern hält. Mir wurde bereits gesagt, dass ich den Hund unbedingt darauf abrichten soll, mich vor anderen zu beschützen (mit Befehl zu beißen usw), aber da bin ich sowas von vehement gegen.
Das war hier nur als Idee gedacht, ob es wirklich schlecht wäre, wenn Menschen nicht so ohne Weiteres zu einem wehrlosen am Boden liegenden, hübschen Mädchen gehen, weil sie dann doch Respekt vor dem Hund haben - auch, wenn er gar nichts tut.



Wärst du so freundlich, das mir genauer zu erklären?
Ich höre ganz oft, dass ich daran denken muss, wie andere reagieren. (Auch hier.) Nun frage ich explizit nach und es ist bedenklich?


Die Krankenkasse in Deutschland zahlt so oder so kein Geld für einen Assistenzhund.
Selbst Blinden wird oft kein Hund gezahlt, weil "ein Stock reicht ja".
Damit rechne ich sowieso nicht.
Zu Punkt 1: das scharf abrichten ist zumindest in Österreich verboten (Ausnahme ist Polizei und Militär)- anderen ist das Scharfmachen von Hunden strengstens verboten. Bei Bekanntgabe kommt der Hund weg - du bekommst lebenslanges Hundehalteverbot und der Hund schlimmstenfalls eingeschläfert. Das wäre dann aber auch kein Therapiehund - sonder ein Schutzhund (andere Kategorie - andere Gepflogenheiten inkl. Wesentest pipapo). So einen "scharfen" Hund einem ADHS Menschen in die Hand zu geben ist wie der Geladene Revolver mit dem Hinweis nicht hier und da zu drücken.

Keine Angst ich habe selber einen Hyperaktiven Sohn - ich kenne die Krankheit. Meine Hunde meiden ihn - sie können mit seinem Verhalten nicht umgehen und fürchten sich. Er ist zwar medikamentell therapiert ( dann "Normaler")- aber da er fast nicht mehr zu Hause wohnt hat er auch beschlossen die Medikamente nicht mehr zu nutzen. Meine HÜndin hat ihn bereits zweimal an die Wand gestellt - da er äusserst agressiv reagierte. (die ist jedoch mit ihm aufgewachsen und kennt normalerweise seine Marotten). Den Hund aufgrund der fehlenden Körperbeherrschung mal unsanft wegzuschupfen - anzuschreien - laute Musik aufdrehen oder gegen Gegenstände treten, auf sowas reagiert auch ein Therapiehund verstört (leider).

Zu Punkt II: Es geht im Leben nicht darum, dass man andere Menschen einschüchtert um seinen eigenen Status zu erhöhen. Seht her - ich bin mächtiger wie ihr - ich habe einen Therapiehund - der, wenn ich will hier im Hörsaal ein Blutbad anrichtet (es ist übertrieben gesprochen, aber ADHS technisch wahrscheinlich gut erklärbar). Diese Hunde haben eine extreme Sozialkompetenz, ihn nun als "Waffe" zum Fernhalten anderer Menschen einzusetzen - spricht da komplett dagegen. Richtiger wäre, dass du dich auf den Hund konzentrierst und lernst den Umgang mit anderen Menschen zu akzeptieren, dir möglicherweise ein Hund hilft Sozialkontakte aufzubauen (ja es ist mitunter Klischee , aber ein junger Hund mit dem Besitzer auf der Strasse wird zigmal angesprochen) (wobei ADHS Menschen ja grundsätzlich als sehr distanzlos gelten).

Zu Punkt III: das Problem liegt an den Ämtern, solange du nicht beweisen kannst, dass du einen Assistenz /Therapiehund benötigst, wirst du für diesen Hund auch keine begünstigungen bekommen. Diese Trainerin von der ich Sprach, hat teilweise 3-4 Therapiehunde in ihrer Wohnung, teilweise als Ferienbetreuung - teilweise zur Weitervermittlung, weil diese Tiere in diese 50% ausgemusterten gefallen sind, teilweise werden sie intern weitervermittelt und für jemand anderen hergerichtet . Die sind unter diesen Umständen aber auch nicht von allen Kosten befreit und laufen unter Hund A, B,C, und D und zahlen genauso wie jeder andere Strassenköter Steuern, abgaben etc, trotz bestandener Assistenz / was auch immer Prüfung, aber ohne Einsatz laufen sie unter ganz normale Hunde und verlieren ihren Status. Das Selbe gilt für Polizeihunde, die der Leinenpflicht unterliegen, es sei denn - sie jagen gerade einen Bankräuber - dann dürfen sie frei laufen, in Österreich wahrscheinlich dem Bankräuber nur noch einen Fuss stellen, damit dieser dann drüber fällt, beissen ist da in der heutigen Zeit wohl nicht mehr drin. Aber im Stadtgebiet und ohne Verbrecherjagd - bitte Leine oder Maulkorb. Diese Hunde sind nur in Ausübung ihrer Ausbildung von allen Richtlinien für Hunde befreit - üben sie gerade nicht aus - sind sie Hund A, B und C.
 
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