Eingeschläfert - ich komme mir vor wie ein mieser Verräter

  • Autor des Themas Amelie2018
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Amelie2018

Amelie2018

12.02.2019
6
Hallo zusammen!

Mein Hamster (16 Monate) hatte seit November 2018 gesundheitliche Probleme.

Sie nieste, hustete, ihre linke Gesichtshälfte schwoll so stark an so das sie ihr Auge gar nicht mehr aufbekommen hat.

Bevor diese Symptome so stark wurde hat sie scheinbar auch aufgehört zu fressen und nahm immer mehr ab. Sie war matt und abgeschlagen

Ich bin also zum Tierarzt mit ihr.
Der diagnostizierte eine Erkältung und eine Bindehautentzündung, gab mir Augentropfen und Antibiotika und schickte mich wieder heim.

Es wurde besser - aber am 7. Tag der Behandlung verschlechterte sich ihr Zustand wieder und so war ich wieder beim Tierarzt mit ihr.

Gleiches Spiel - ich bekam andere Antibiotika für sie - Zustand besserte sich ab so um den 7. Tag
rum wurde es wieder schlechter.

Genau das selbe passierte nachdem ich 2 verschiedene Tierkliniken mit ihr aufgesucht habe.

Die letzte Tierklinik tippte darauf, dass sie ein Abszess hinterm Auge oder an der Zahnwurzel hat.
Da könne man bei einem so kleinen Tier wie dem Hamster nichts machen.
Ich solle ihr einen neuen Entzündungshemmer und Antibiotika weiter geben für 10 Tage.

Gleiches Spiel wie oben.
Es half nicht dauerhaft.

Als ich wieder dort war meinte der Arzt ich solle ihr nur noch Entzündungshemmer geben und kein Antibiotika mehr - sie ist austherapiert.
Da geht nichts mehr und es wird auch nicht mehr besser werden.
Wieder kommen wenn sie so schlecht ist, dass sie erlöst werden muss.

Sie war jetzt in der letzten Zeit so, dass sie zwar aufgeweckt war, gut gefressen hat, aber ihre linke Gesichtshälfte schwoll trotzdem immer wieder an, dazu dieses Matschauge.
In den letzten Tagen war sie einerseits sehr unruhig und fand auch unter tags kaum Ruhe, hat überdurchschnittlich viel getrunken, hat gefressen und sie hockte auch immer wieder in ihrer Korkröhre, plusterte ihr Fell im Gesicht auf, die Augen standen auf halbmast - ihr gings nicht gut.

Heute morgen hat sie wieder viel gehustet mit ihrem Matschauge und ich bin mit ihr zum Tierarzt weil ich sie einfach nicht mehr so sehen konnte.
Ich konnte es einfach nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren sie so krank hier zu lassen - es wird ja doch nicht mehr besser und ohne Antibiotika hätte sich ihr Zustand jetzt vermutlich noch mehr verschlechtert.

Heute also war der Tag X und ich habe sie erlösen lassen und sie ist an mich gekuschelt für immer eingeschlafen.

Ich zweifle nun an meiner Entscheidung.
Der Tierarzt meinte sie ist krank und es ist gerechtfertigt sie einzuschläfern, aber sie hätte sicher nicht so starke Schmerzen gehabt wie man sie z.B. bei einem Beinbruch hat.
Ich verstehe die Aussage nicht.

Heißt das, ich hätte sie lassen sollen???

Sie war trotz allem in den letzten Tagen doch aufgeweckt und hat gefressen und sah bis auf ihr Gesicht gut aus.
Ich weiß einfach nicht ob das heute richtig war.

Die Maus war so zahm und hat mir so vertraut. :(
Es tut mir so leid.

Traurige Grüße
 
12.02.2019
#1
A

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Guest

Alexandra (Tierärztin) hat einen Ratgeber über Degus geschrieben. Sie erklärt in diesem Ratgeber, was die aufgeweckten Hörnchen brauchen, um sich als Heimtiere wohl zu fühlen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
häschen-86

häschen-86

23.01.2009
1.384
Hallo Amelie.

Tut mir leid! Fühl dich lieb von mir gedrückt!

Mach dir keine Vorwürfe du hast genau das richtige gemacht.
Alles andere wäre egoistisch deinem Hamsterchen gegenüber gewesen.

Der Tierarzt meinte sie ist krank und es ist gerechtfertigt sie einzuschläfern, aber sie hätte sicher nicht so starke Schmerzen gehabt wie man sie z.B. bei einem Beinbruch hat.
Der Tierarzt wollte dich beruhigen! Er sagt ja, dass es gerechtfertigt war sie einzuschläfern, meint aber gleichzeitig, dass es noch nicht so spät war, dass sie schrecklich leiden musste. Also ich lese es so, dass es genau der richtige Zeitpunkt für das Einschläfern war.

Das man sich schuldig und schlecht fühlt ist ganz normal. Das mache ich auch jedes mal durch, wenn ich ein Tier einschläfern lassen musste.

Ganz liebe Grüße
 
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Amelie2018

Amelie2018

12.02.2019
6
Danke für deine Worte, liebes Häschen!

Ich sehe es im Grunde auch so aber sie war vom Kopf her noch so klar.
Gestern Abend noch hat sie gebettelt wie eine Verrückte weil sie unbedingt noch Sonnenblumenkerne zum punkern haben wollte und jetzt liegt sie unter der Erde. :(

Liebe Grüße
 
Roli2190

Roli2190

09.09.2017
210
Hallo!
Möchte auch mein Beileid zu deinem Verlust aussprechen! Ich denke auch, dass du das richtige getan hast. Auch wenn es einem selbst sehr weh tut wenn man diesen Schritt geht, oder gerade deswegen ist es wahre Tierliebe. Das Tier bis zum Schluss leiden zu lassen weil man es nicht erlösen kann bzw will, das ist meiner Meinung nach falsch verstandene Tierliebe.
 
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Amelie2018

Amelie2018

12.02.2019
6
Danke ihr Lieben!

Jetzt nach ein paar Tagen und nachdem ich mir meinen eigenen Text nochmal durchgelesen habe und mir ihren tatsächlichen Zustand vor Augen hielt kann ich auch erkennen, dass es die richtige Entscheidung war.

Natürlich hätte ich warten können bis sie irgendwann aufhört zu fressen, immer schlechter und schlechter aussieht und sich auch dementsprechend fühlt.

Als ihre Besitzerin aber habe ich mich dazu entschlossen ihr den Leidensweg bis dorthin zu ersparen und sie jetzt schon verabschiedet.

Ich habe sie bis zum Schluss gehalten und gestreichelt - selbst als sie bereits tot war.
Mir hat ihr Sterben sehr, sehr weh getan, aber ich liebte sie zu sehr um sie noch länger leiden zu sehen.

Ich glaube, es war richtig sie jetzt schon gehen zu lassen und nicht die Augen vor ihrem Leid zu verschließen.

LG

___________

Amy, mein süßes Häschen, ich liebe dich und hoffe ich habe in deinem Interesse entschieden.
Du warst so ein liebes Tierchen und ich vermisse dich so sehr.
Danke für die vielen schönen Momente mit dir, du süße Kuschelmaus.
 
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S

Schweinemama

17.05.2013
1.080
Hallo meine Liebe,

Es war die wirklich richtige Entscheidung. Mehr Freund zu deinem Tier konntest du gar nicht sein in diesem Moment, Ein Tier, das schwächer wird, das dann möglicherweise schmerzen bekommt, verdurstet, verhungert oder an Schmerzen stirbt ist kein Tod, welchen man sich für sein geliebtes Tier wünscht.

Dafür gibt es das gezielte Narkotisieren und medizinische Hinüberbegleiten über die Regenbogenbrücke. Und ich bin immer sehr froh, dass es genau das gibt (ich musste vor ein paar Wochen mein Meerli losschicken, Schlaganfall, es konnte sich nicht mehr auf den beinen halten, die Tierärztin hat mir Päppelbrei mitgegeben, infusionen gesetzt und mir erklärt, das wäre "Nur" ein Schwächeanfall. Das Tier konnte auch am nächsten Tag nicht aufstehen, es hat sich rumgeschleppt, es hat sich versteckt, das zweite Meerschweinchen war nervös, es musste mit ansehen wie sein bester Freund wirklich leidet, Päppelbrei, Vitamintropfen, Herztropfen - das Volle Programm für 3 Tage, keinerlei verbesserung trotz intensivmedizinische Betreuung . Irgendwann konnte ich nicht mehr zusehen und habe ihn losgeschickt, dort wo es die Wiese voller Klee gibt, wo die besten Kräuter wachsen und die FUtterschüsseln immer überfüllt sind.

Ich danke dir, dass du dich getraut hast, und für dein Tier gedacht hast, nicht für dich - sondern ganz einfach für dein Tier die richtige Entscheidung getroffen hast. Das ist wirkliche Tierliebe.
 
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Amelie2018

12.02.2019
6
Hallo Schweinemama! :)

Danke für deine lieben Worte.:):cry:

Da weißt du ja wovon ich rede.
Es ist schlimm seinem Tier beim leiden zuzusehen.

Amelie konnte ohne diese Entzündungshemmer nicht mehr leben.
Normal setzt man diesen nach 10 Tagen wieder ab, aber schon nach einem Tag Pause hat man ihr angesehen wie schlecht es ihr ohne die tägliche Dosis ging und mit diesem Entzündungshemmer war sie trotzdem nicht schmerzfrei und alle paar Tage schien es ihr trotzdem noch schlechter zu gehen. :(
Wenn es soweit war gab man das Antibiotika dazu, damit ging es ihr wieder ein paar % besser.

Ihr Gesicht war ohne Medikamente noch mehr geschwollen, das Auge noch mehr zu, sie war matt, wollte nicht mehr fressen, hat sich verkrochen.

Im November hat das alles angefangen.
Vorher hatte sie nie etwas.

Ich habe 2 Tage nach der Einschläferung einen Freund meines Stiefvaters angerufen der auch Tierarzt ist nur leider wohnt der 2 gute Autostunden von hier entfernt.

Er meinte auch, dass es richtig war.
Er sagte, es könnte ja auch ein Tumorgeschehen hinterm Auge stattgefunden haben.

Auf den Fotos sieht man gut was für eine zutrauliche Maus sie war.
Sie hat wirklich jeden Unsinn mitgemacht.
 

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B

Baluu

21.06.2018
30
Hoffe erholst dich schnell davon :(
 

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