Abruf funktioniert nicht - Rückruf trainieren

Diskutiere Abruf funktioniert nicht - Rückruf trainieren im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Wir trainieren ja fleissig, leider wurde der heutige Anfang des Hundekurses wegen Matschwiese abgesagt. Ich habe folgendes Problem: Zu Hause...
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Schweinemama

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Wir trainieren ja fleissig, leider wurde der heutige Anfang des Hundekurses wegen Matschwiese abgesagt.

Ich habe folgendes Problem: Zu Hause funktioniert alles einwandfrei - im Garten - das Kommando hier - der Hund ist in zwei Sekunden bei mir, er tobt mit den Kindern rum - ich rufe ihn 2-3 Sekunden (je nachdem er noch schnell den Ball aufnimmt oder nicht) - bremst sich ab - setzt sich neben mich in meine Sichtrichtung (ich möchte das so - wenn ich ihn rufe - möchte ich ihn ja meist anleinen). Ich zähle leise bis 3 Sekunden (also der Zeitraum den er wirklich am Po sitzt) lobe ich und wir spielen weiter, wenn ich was mithabe kriegt er ein Keks - oder ich streicheln ihn, ich zeige ihm dass mich das sehr freut, dass er kommt wenn man ihn ruft.

Im Freigelände funktioniert das nur teilweise, irgendwie dürfte er rausgekriegt haben, dass ich mit dem Kommando hier
- ihn abrufen möchte - bzw. ihn aus einer Situation rausnehmen will - ist ja ein ziemlich intelligentes Kerlchen (dh. er kontrolliert erstmal mit Sichtkontakt die ganze Gegend (mit Geruchsproben in der Luft dauert das schon mal 10 Sekunden) - schaut mich dann an und trabt mit einigen Unwegen zu mir... Bis er bei mir ist - dauert es nochmals 10-15 Sekunden - Meist helfe ich ein bisschen mit der Schleppleine oder der Laufleine nach - aber ja - er kommt ja - nur etwas zeitverzögert, hinsetzen muss ich dann immer wieder einfordern - er ist mehr oder weniger ziemlich unwillig, weiß aber - dass ich sonst die Leine einhole und ihn notfalls händisch zu mir ziehe, auf mich konzentriert er sich sehr wenig - er schaut lieber rum, weil wenn ich ihn abrufe heisst das meist, da kommt ein Fahrrad, ein Mensch oder ein Hund - Wild jagt er nicht - heute haben zwei Hasen den Weg gekreuzt - er hat sie angeschaut - ist aber im gleichen tempo weitergetrabt). Ich lobe ihn auch dann, wenn er so ewig lange braucht, aber halt nicht wirklich so überschwänglich wie wenn er sofort zu mir eilt) Meist funktioniert der Rückruf beim nach Hause gehen besser - also wenn er müde ist - dann kann es auch schon mal sein - dass er auf mich zugalloppiert und sich vor mir einbremselt, absetzen ohne das ich was sage - er freut sich dann selber so - dass er das gemacht hat (was soll ich sagen, ich freu mich ja auch - wenn es so schnell klappt).

Was mache ich falsch, wenn er die Gegend kontrolliert hat er erst einmal gar keinen Sichtkontakt zu mir (wie mach ich das??) - er schaut mich ganz einfach nicht an - ich kann mit Leckerlis wedeln, mit Spielzeug rumwursteln - selbst seine heissgeliebten Quietschigelbälle die er zu Hause ständig be isich hat, er tut es nicht - quietschen könnte ich bis ein anderer Hund auf mich aufmerksam wird, aber er... guckt in die andere Richtung. Wobei er draussen gerade in der ersten Halben Stunde immer noch etwas nervös ist - geflashed ist, er hängt zwar nicht mehr so an der Leine, aber er ist anderswertig beschäftigt, hunderte Pipis machen, ein Häufchen oder zwei, Schnuppern, andere Hunde anschauen, - gut er ist jung, soll er dürfen - aber so die Gegend kontrollieren nur weil ich was von ihm will könnte möglicherweise problematisch werden (wir üben gerade das absetzen und vorbeigehen lassen, es klappt relativ gut, es sei denn der andere Hund zaubert rum, kommt her oder hat so fürchterliche angst - dass ihn meiner erst mal freundlich bellend auffordern muss sich zu nähern - das klappt aber beim anderen Hund nicht ).

Hat jemand für mich einen Tipp?
 
Zuletzt bearbeitet:
03.03.2019
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Nienor

Nienor

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Die Sache ist eigentlich einfach: Du musst spannender sein als die Umgebung. Aktuell checkt er, ob es nicht noch was besseres gibt. Die Belohnung muss daher einfach sensationell sein.
Hunde sind Opportunisten. Das, was sie tun, muss sich für sie auch lohnen. Gerade beim Rückruf muss man aus den Vollen schöpfen und ihnen die beste Belohnung geben, die sie sich wünschen können - sonst klappt das nie unter Ablenkung. Also: was liebt er? Gib es ihm, wenn er kommt. Und schon bald wird er schneller kommen ...
Und ansonsten: Üben, üben, üben. Und nicht nur zurückrufen, wenn was ist, du gehen willst, ihn aus der Situation raushaben willst, kurzleinen willst - auch mal einfach so. Hunde bemerken, wenn sie nur dann zurückgerufen werden, wenn was ist. Dann suchen sie erst recht ...
 
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Schweinemama

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Danke, ich werde das mal probieren. Vielleicht hilft es ja wirklch dass ich selber rumhopse wie eine heisse Kartoffel. Schaut zwar blöd aus, aber wenn ich dem Hund das heimkehren erleichtere warum nicht.

Ein anderes Problem sind andere Rüden, ich habe meinen ja wirklich schon recht gut unter kontrolle. Dh. ich lass ich absetzen, das letzte mal als wirklich ein gleichgroßer recht imposanter Rüde an ihm vorbeimarschierte habe ich ihn noch dazu massiert - vorsichtig gekuschelt ohne ihn einzuengen - da gab es keine Muskelanspannungen - er war wirklich recht locker. Blöderweise ist der andere freilaufende Rüde anscheinend von meiner Hündin - die auch da sass angelockt worden und hat natürlich angefangen meinen kleinen blöd anzugehen - haare aufstellen - Zähne fletschen - anknurren. Meiner blieb sogar sitzen - stellte ebenfalls die haare auf und hat natürlich versucht sein altes Schächtelchen namens Weibchen zu verteidigen. Meine Hündin mag grundsätzlich eher weniger Kontakt (mit dem Alter von 13 Jahre darf sie das auch). Normalerweise sucht sie sich ihre Rüden aus - geht dann auch etwas weg - fordert die dann hopsenderweise zum spielen auf, ein paar Minuten wird dann gespielt - lange kann sie das eh nicht, die Kondition fehlt ihr. Das akzeptiert er so mehr oder weniger. Nur wie gesagt - wenn der Rüde unangeleint herkommt und herumprotzt bleibt zwar meiner eher gelassen (er ist kein Raufer - er würde sich wahrscheinlich verteidigen, ich habe das noch nie ausprobieren lassen da ich der Meinung bin, dass die Buben das eher im Freilauf ausfechten sollten - Freilaufen kann ich meinen aber auch noch nicht lassen - er hat das von seiner Vorfamilie auch nie gelernt dass er kommen soll - wenn man ihn ruft), aber die anderen Hunde kann ich ja eher weniger kontrollieren -und wegschicken, wenn ich meinen an der Leine habe ist etwas schwer (zur Not mach ich kehrt mit meinem und gehe weg, gestern sind wir auf einer Parkbank gesessen und ich war gerade etwas unwillig das Feld zu räumen, habe es aber dann dennoch gemacht, da der andere Rüde auch auf Abruf nicht reagiert hat, er war mit Joggern unterwegs die schon 50 Meter weiter waren der andere Rüde ist uns dann noch 20-30 Meter nach - weiter geknurrt und hat gestänkert - dann ist er endlich den Läufern wieder nach).

Begegnungen mit anderen RÜden an der Leine frage ich nach ob er schnüffeln darf, da kommt meist von beiden seiten kein Knurren, es wird geschnüffelt - teilweise stehen sie schulter an schulter - manchmal wird auch noch am Po geschnüffelt, aber da kommen keine drohgebärden, die Aufregung ist natürlich da - der Schwanz wird auf beiden Seiten gewedelt, aber es ist relativ harmlos.

Derzeit habe ich ihn alleine, das Weibchen ist bei meinen Eltern (und er vermisst seine alte Schachtel schon sehr), aber wir haben Zeit uns mit uns selbst beschäftigen, schnellere Spaziergänge - rumfetzen - spielen an der Leine etc. Macht ja auch mal Spass, wenn man nicht immer mal wieder warten muss bis Schächtelchen mit ihren Pipi und Häufchenmachen Sachen fertig ist, ihr tut der junge sehr gut, sie ist fast so schnell wie mit 8 Jahren, sie zeigt ihm auch einiges, aber dennoch traue ich mir nicht zu ihn frei laufen zu lassen, obwohl sie die Chefin ist und sie wirklich ausgezeichnet brav ist - dh. die bleibt im Umkreis von 20 Metern bei mir, sie sieht schon schlecht, weiter weg mag sie gar nicht gehen. Und er schaut immer wieder wo sie ist, wartet artig auf sie - setzt sich sogar manchmal selbstständig ab - geht mit ihr in den Bach und hat sie schon mal aus dem Bach gewuchtet, als er gemerkt hat, dass sie Probleme hat die Böschung hochzukommen. Bei regen versucht er sie trockenzuschlecken (das mag sie nicht), aber er ist sehr um sie bemüht und erlaubt ihr wirklich alles (inkl. Klau der Kauknochen - er steht einfach nur doof da und sie nimmt es ihm weg (da reagiere ich aber dann und er kriegt es wieder zurück).
 
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FinnFinn

FinnFinn

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Das es im Garten besser klappt als Unterwegs, ist nicht verwunderlich. Unterwegs ist einfach 1000 x spannender!

Nur mal als kleinen Tipp... du schreibst, du rufst ihn, er kommt (mehr oder weniger schnell), du musst dann noch Sitz sagen, dann bekommt er ein Leckerchen wenn er sitzt. Man belohnt immer das, was gerade als letztes passiert ist. Also nicht das kommen, sondern das Sitzen!
Daher, erstmal das Kommen belohnen, dann sitzen lassen und nochmal belohnen. Irgendwann kann man den Zwischenschritt dann weglassen, er wird das verknüpfen.

Auch Wichtig ist, am Anfang nur dann zu rufen, wenn er grad auch kommen kann und nichts Anderes wichtiger ist. Also nicht wenn er schnüffelt, spielt etc, das kommt erst wenn das Grundkommando richtig sitzt. Du hast ja die Leine dran, er könnte im Zweifelsfall ja nicht weg. Außerdem auch, was Nienor geschrieben hat. Zu dir rufen, belohnen, wieder wegschicken. Sonst lernt er nur, das du eine "Spielverderberin" bist und er die ganzen tollen Sachen nicht machen kann, wenn du ihn rufst.
 
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Schweinemama

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Das es im Garten besser klappt als Unterwegs, ist nicht verwunderlich. Unterwegs ist einfach 1000 x spannender!

Nur mal als kleinen Tipp... du schreibst, du rufst ihn, er kommt (mehr oder weniger schnell), du musst dann noch Sitz sagen, dann bekommt er ein Leckerchen wenn er sitzt. Man belohnt immer das, was gerade als letztes passiert ist. Also nicht das kommen, sondern das Sitzen!
Daher, erstmal das Kommen belohnen, dann sitzen lassen und nochmal belohnen. Irgendwann kann man den Zwischenschritt dann weglassen, er wird das verknüpfen.

Auch Wichtig ist, am Anfang nur dann zu rufen, wenn er grad auch kommen kann und nichts Anderes wichtiger ist. Also nicht wenn er schnüffelt, spielt etc, das kommt erst wenn das Grundkommando richtig sitzt. Du hast ja die Leine dran, er könnte im Zweifelsfall ja nicht weg. Außerdem auch, was Nienor geschrieben hat. Zu dir rufen, belohnen, wieder wegschicken. Sonst lernt er nur, das du eine "Spielverderberin" bist und er die ganzen tollen Sachen nicht machen kann, wenn du ihn rufst.

Ich war heute wieder in so einer Situation - er nimmt dann auch gar nichts - er ist wohl in gewissen Situationen noch sehr gestresst. Ich werde daran arbeiten, dass er ruhiger wird. Wir üben gerade wieder einmal andere Hunde Kontakt, mit Weibchen gehts - da kommt er auch - Rüden regen ihn doch etwas auf (er hatte heute kontakt mit zwei unangeleinten gleichzeitig, das hat ihn schon sehr gestresst ) - danach hat er mal 10 Minuten selbst die Leberwurst nicht mal angeschaut... Er hat es eh sehr gut gemacht, ich habe ihn sehr gelobt - aber "Belobigung" durch Futter war da so überhaupt nicht interessant. Wir müssen wohl das Stresslevel runterregeln... das dauert wohl noch etwas.

Absetzen funktioniert wieder etwas besser, alte hunde die Neben Radfahrern ohne Leine nebenherlaufen interessieren kaum (das kann er mittlerweile abschätzen wie alt die sind) bei Jungen kommt es mitunter noch vor dass er zwischendurch losstartet.
 
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