Pony ignoriert alle mein Hilfen, was tun??

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Luischen2505

06.03.2019
1
Hallo ihr lieben, ich hoffe jemand von euch kann mir helfen. Ich bin nämlich langsam echt verzweifelt und mit meinem Latein am Ende..
Es geht um meine 9- Jährige Tinkerstute, die seit einiger Zeit nicht mehr in der Halle auf mich reagiert. Das geht dann so, dass sie, wenn ich alleine
mit ihr in der Halle arbeiten möchte, anfängt zu bocken und mich zu ignorieren. Meistens funktioniert die erste Schrittrunde super und wenn sie gut drauf ist klappt auch der Trab, aber spätestens wenn ich galoppieren möchte macht sie komplett dicht und reagiert auf nichts mehr. Auch die Gerte bringt mich da nicht mehr weiter.
Das größere Problem dabei ist aber, dass sie das nur macht wenn nur ich alleine mit ihr arbeiten möchte. In der Reitstunde funktioniert es gut, und wenn ich mir nach dem "Kampf" (wie oben beschrieben) jemanden dazu hole, der sich einfach mit Longierpeitsche noch mit in die Halle stellt ist sie auch plötzlich wie ausgewechselt und hat ein super schönes Arbeitstempo drauf.
Wenn derjenige dann rausgeht fängt es wieder von vorne an. 😣
Longieren macht sie brav, und im Gelände läuft sie auch (mal mehr, mal weniger) fleißig vorwärts.
Ich weiß echt nicht mehr weiter, ich hoffe mir kann jemand helfen.
Lg 🙂
 
06.03.2019
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
ShiGi

ShiGi

18.02.2008
1.151
Die klassische Interpretation der Situation ist, dass dein Pferd dich nicht ernst nimmt. Es weiß, dass du dich nicht durchsetzen kannst, ihm aber bei anderen anwesenden Personen nichts anderes übrig bleibt als zu kooperieren. Eventuell verhältst du dich auch etwas anders, wenn jemand dabei ist, weil du dich dann sicherer fühlst.

Häufig wird in solchen Situationen dazu geraten, sich mit Gewalt durchzusetzen. Zum einen scheint das bei dir nicht zu funktionieren, zum anderen hat dein Pferd danach auch nicht mehr Lust, mit dir zusammen zu arbeiten als davor. Eventuell verlagert sich das Problem dann und dein Pferd lässt sich nicht von der Koppel holen o.ä.

Ein alternativer Ansatz ist, dir zu überlegen, was du bisher mit deinem Pferd arbeitest und wie du es so verändern könntest, dass es mehr Spaß macht - dem Pferd, aber auch dir ;)
Baust du gelegentlich Stangenarbeit, Bodenarbeit, Schrecktraining usw. in deine Einheiten mit ein? Wenn nicht, versuch es doch mal damit :)
Das ermöglicht dir, gemeinsam mit deinem Pferd Neues zu erleben und du kannst es jedes Mal, wenn ihr etwas geschafft habt ausführlich loben. Loben ist sehr wichtig und motiviert dein Pferd mitzuarbeiten.
Tag ein Tag aus Schritt, Trab, Galopp im Kreis herum in der Halle ist nämlich auch für Pferde ziemlich langweilig. Und das zeigt dein Pferd dir, indem es bockig wird.

Und als Ergänzung:
Ich bin durchaus der Meinung, dass man sich gelegentlich auch mal durchsetzen muss. Aber das sollte sehr ruhig und souverän geschehen und die Rahmenbedingungen müssen es dem Pferd angenehm machen, zu gehorchen.
Und in deinem Fall scheint es mir nicht unwahrscheinlich, dass das Grundproblem ein gelangweilt, vom reiten genervtes Pferd ist. Manche Pferde fangen in solchen Situationen an, sich vor ihrem eigenen Schatten zu erschrecken, andere werden lethargisch und unkoorperativ.
 
S

Schweinemama

17.05.2013
905
Vielleicht liegt der Fehler an dir, wenn du schon weißt dass die "bockig" wird, steigst du schon ganz anders auf - das baut Spannungen auf die sich dann eben irgendwann gezielt entladen. Natürlich ist so ein durch die Halle buckelnder Tinker schon ein ziemlich "furchteinflössender" Anblick - man hat durchaus "respekt" davor. Dass die bockt, wenn jemand mit der Longierpeitsche hinter ihr herläuft, na sie wird sich hüten - dann hält sie die Spannung schon aus. Aber die Spannung entlädt sich ja - dass muss sie ja auch...

Ich würde ganz einfach mal ausprobieren ob sie das wenn jemand anderer draufsitzt auch macht. Tinker können ja ganz ganz toll sturköpfig sein. Möglicherweise hilft auch eine Beschallung der Reithalle, gerade wenn du alleine bist mit ihr. Manche Pferde finden das immer etwas "spooky", wenn man das eigene schnauben, das eigene Rascheln hört und jedes Mäuschen das möglicherweise noch gar nicht gefiebst hat. Wenn du dann auch noch etwas "verunsichert" bist - schaukelt sich das auf und klar hopst das Pferd rum - dass kann ja gar nicht aus der dunkelen, düsterern Halle flüchten - wohin denn? Mach einfach ein bisschen musik, Heavy metall muss es nicht unbedingt sein - aber macht es euch gemütlich.

Vielleicht hilft auch das kleine "Vorspiel" - das Pferd in die Leere halle führen und die Angestaute Energie im Freilauf richtig rauszuputzen - da kan nsie ja dann bocken - sich ohne sattel im Sand wälzen und fast schon Saltos schlagen, wenn sie das möchte... Aber mit Sattel und Zaumzeug drauf sollte sie verstehen, dass es um etwas geht - sie kann sich ja dabei auch verletzen.

Auch kannst du dieses "ausrennen" lassen zwischendurch mal durchlaufen lassen .Wenn sie brav im Schritt war, brav im Trab - nimm den Sattel runter - nimm die Trense runter und lass ihr ihre Angestaute Energie loswerden. Es ist frühling, das Fell juckt - frisches und saftiges Grün ist draussen - die Energie fliesst. Gib ihr ganz einfach alternativen. Wenn sie brav mitarbeitet, dann darf sie... wobei ich den ersten Freilauf als Programmpunkt unbedingt aufnehmen würde - damit sie mal ihre Müden Knochen in Gang bekommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
M

Machtnix

11.05.2008
888
Ferndiagnosen sind hier extrem schwer. Ich versuch mal die gröbsten Dinge zu erklären.
Erstmal natürlich Gesundheit, Sattel etc. checken. Wenn ein Pferd genügend Druck bekommt, läuft es auch unter Schmerzen.
Ist das alles ausgeschlossen, sollte man sich auf die Suche nach der Grund für Widersetzlichkeit machen.

1.
Einen Fremdreiter draufsetzen. Wie reagiert das Pferd bei einem fremden Reiter - nicht dein RL. Der Fremdreiter sollte zu dir ca. gleichstark (im Sinne der Reitkunst) sein. Einfach mal Jemanden aus dem Stall bitten das Pferd zu reiten und selbst nicht in Sichtweite des Pferdes stehen - evtl. Handykontakt per Headset.
Pferd läuft - dann lernen, lernen, lernen. Frag den Reiter aus was er wie gemacht hat und nimm soviel Unterricht, wie du dir leisten kannst. Übe Theorie und Praxis für Sitz und Hilfengebung.
Läuft das Pferd anfangs und zickt dann trotzdem, hat das Pferd den Reiter nur anfangs abgecheckt und ist immer gerade so frech, dass es keinen Ärger bekommt.

2.
Setz einen wirklich starken (also nicht körperlich, sondern im Sinne von gut reitend) Reiter drauf und verhalte dich wie unter Punkt 1.
Läuft das Pferd, kann dir dieser Reiter gute Tipps geben, frag ihn aus. Vielleicht hast du sogar die Chance, dass dir gerade dieser Reiter über das Problem hinweghelfen mag. Da hilft nur wieder lernen, lernen, lernen.
Zickt dein Pferd trotzdem, dann hat es seinen Job nicht verstanden oder mag ihn nicht. Es kann sich dann auch um ein Gleichgewichtsproblem oder andere Probleme handeln. Ein wirklich guter Reiter, wird dir das sagen können.

3.
Stetz einen schwachen Reiter drauf, der das Pferd nur ruhige läufen lässt und froh ist von A nach B zu kommen. Der Reiter darf jedoch niemals in Gefahr geraten, daher sollte dieser im Schritt bleiben und nur versuchen anzutraben. Ist das Pferd lieb, will es nur seine Ruhe haben = Arbeitsverweigerung. Ein Pferd, das die Arbeit verweigert, hat entweder seinen Job nicht verstanden, mag ihn nicht oder hat Schmerzen (Dehnungsschmerz ist auch Schmerz).


Korrektur wenn das Pferd seinen Job nicht verstanden hat:
Lerne fleißig Theorie. Welche Übungen gehören in die Lösungsphase, welche in die Arbeitsphase, welche sind für den Übergang von der Lösungs- zur Arbeitsphase geeignet. Mach dir ein abwechslungsreiches Programm für das Pferd. Vernachlässige nie die Bodenarbeit. Vergiss nie das Lob oder deinen Unmut zu zeigen, gib dem Pferd immer ein Feedback. Bedenke, dass ein Pferd in Einerschritten denkt, daher Lob und Korrektur zum richtigen Zeitpunkt. Ein Pferd muss wissen, wie es an Lob kommt.
Durch gute Bodenarbeit kannst du die Bindung zu deinem Pferd extrem stärken, so dass dir das Pferd dann auch unterm Sattel gefallen will.

Dominanzprobleme (selten), Probleme dass das Pferd den Job nicht kennt oder nicht mag und keine Sinn in dem blöden Gekreisel sieht (bei Tinkern leider oft der Fall), Fehlende Dehnung und/oder fehlendes Gleichgewicht, löse unbedingt mit einem kompetenten Trainer.
Wichtig wäre noch zu wissen, was dein RL zu deinen Problemen sagt.
 

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