Wie Tierärzte sich verhalten .

  • Autor des Themas A-Fritz
  • Erstellungsdatum
A

A-Fritz

11.07.2016
501
Hallo,
gerade muße ich noch einmal über das unschöne Verhalten eines Tierarztes nachdenken,
bei dem ich mit meiner dann leider verstorbene Hündin in die Praxis kam.

Meine Hündin ging es sehr schlecht , sie wurde immer schwächer , mochte nicht mehr spazieren gehen
und hechelte häufig stark .

Der TA . machte eine
Blutuntersuchung , bei der herauskam , dass die Hündin zu wenig rote Blutkörperchen hatte und an Anämie litt .
Eine schnelle Bluttransfusion und ein Aufenthalt in einer Tierklinik wurde mir als weitere Behandlung empfohlen.

Als es nun zum Bezahlen kam , mußte ich feststellen, die Rechnung war so hoch , ich hatte nicht genügend Geld in der Tasche , was nun ?
Ich schlug dem TA. vor , den noch fehlenden Betrag zu überweisen , oder später noch einmal vorbei zu kommen , um ihm das noch fehlende Geld zu bringen .

Aber nein , der TA, sagte, diese ginge nicht .
Er rückte den todkranken Hund nicht mehr heraus und nahm ihn in Geiselhaft ,
bis ich zur Bank gegangen war , um ihm die Rechnung dann vollständig beglichen zu können..

Gibt es vielleicht noch mehr solche bösen Erlebnisse , die Ihr mit Tierärzten erleben mußtet ??

Fritz.
 
09.03.2019
#1
A

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Guest

Hast du schon mal im Ratgeber nachgelesen? Velleicht hilft dir das ja weiter?
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.473
Das ist nicht böse, das ist wirtschaftlich gedacht.

Tierärzte werden häufig genug auf Kosten sitzen gelassen, müssen aber trotzdem ihre laufenden Posten finanzieren können.

Zur Bank hingehen, bezahlen, fertig.
 
S

Schweinemama

17.05.2013
918
Ich denke es kommt einerseits auf die Praxis an und andererseits wie gut dich der Tierarzt kennt.

Mein Tierarzt hat Bankomat, dh. da gibt es nicht zu wenig Geld, andererseits wäre wirklich etwas und ich müsste z.b. mit einem Verletzten Hund während des Spaziergangs bei ihm hineinschneien - schaut der nicht auf das Geld. Wir sind etwa seit 20 Jahren bei ihm in Behandlung (so war es auch mit unserer Hündin, die mit Schulterprellung und starken Schmerzen zu ihm gebracht wurde, ich hatte keinen Kopf Geld mitzunehmen sonder, habe so schnell wie möglich versucht den verletzten und wegen schmerzen winselnden Hund zu ihm zu transportieren. "Bringen sie es halt vorbei" - ja und ich habe es vorbeigebracht (waren glaub ich an die 60 Euro für Röntgen, Injektion und Pulver für die nächsten paar Tage). Er weiß wo ich wohne, also solle ich nicht vorbeigekommen sein, hätte er das auch einklagen können.

Er war früher auch sehr viel geschäftstüchtiger, Röntgen, Ultraschall, komplettes Blutbild - Infusionen. Heute liegen ihm die Tiere am Herzen, mit der chronisch kranken Dame muss ich öfters gehen - immer mal wieder den Allgemeinzustand anschauen lassen, Analdrüse, Krallen schneiden - Ohren reinschauen. Ich zahl "was für die Kaffeekassa", er freut sich immer wieder, dass es dem Hund "noch" so gut geht - komme ich mal "notfallmässig" - ist er fast genauso aufgeregt wie ich, aber er kriegt sie immer wieder auf die Beine (kostet dann aber mehr) wobei er nur das nötigste macht, das hat er mir schon erklärt, dass man bei so einem chronisch kranken Hund keine schwerwiegenden Ops mehr macht, sondern nur noch nachhilft um sie wieder auf die Beine zu bekommen, sie hat ja noch genügend Lebenwillen dass sie sich wieder derrappelt.

Er selbst hat nun wieder einmal ein Klinikmaskottchen, eine jungere Hündin deren Besitzerin ins Altersheim musste und sie ihn schon beim kauf gebeten hat den Hund zu übernehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Cerridwen

Cerridwen

04.10.2010
2.886
Ich habe mir deinen Beitrag jetzt mehrfach durchgelesen, sehe aber im Verhalten des TAs nichts Ungewöhnliches. Es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass ein TA gestattet, einen ausstehenden Betrag später zu begleichen. Solche Kulanz bringen einem nur wenige entgegen, wo meist ein jahrelang gepflegtes Vertrauensverhältnis dahinter steht. Otto Normalkunde muss die Behandlungskosten direkt vor Mitnahme des Tieres begleichen. Jeder TA kann dir ein Lied davon singen, auf wieviele Abertausenden Euro er aus Gutgläubigkeit schon sitzen geblieben ist und sie aus eigener Tasche re-finanziert hat. Wer wirtschaftlich arbeitet, wird nicht anders handeln als wie beschrieben.
So wie ich deine Schilderung lese, ist deinem Hund durch die verzögerte Abholung kein gesundheitlicher Schaden entstanden, oder habe ich etwas übersehen? Nur für dich war es natürlich blöd und zeitaufwendig, nochmal loszutigern und das Geld zu besorgen.

Der einzige Kritikpunkt ggü dem TA wäre, dass er dich nicht im Vorhinein über die auf dich zukommenden Kosten aufgeklärt hat, sodass du die Wahl gehabt hättest, ggf auch die Behandlung abzusagen oder zu verschieben, oder eine sonstige Zahlungsmodalität auszuhandeln. Das war es dann aber auch schon. Als Halter bist du schon ein bisschen in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass du die Leistung, die du in Anspruch nimmst, begleichen zu können. Kannst du das nicht oder wenigstens zur Zeit nicht, hat der TA jedes Recht, die Herausgabe der "Sache" - also des Tieres - zu verweigern. Wenn ich in die Werkstatt gehe und ohne Geld mein Auto abholen will, bleibt das auch genau so lange in der Werkstatt stehen, bis der letzte Cent beglichen ist. Hier macht der Gesetzgeber keinen Unterschied.
 
S

Schweinemama

17.05.2013
918
Ich habe mir deinen Beitrag jetzt mehrfach durchgelesen, sehe aber im Verhalten des TAs nichts Ungewöhnliches. Es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass ein TA gestattet, einen ausstehenden Betrag später zu begleichen. Solche Kulanz bringen einem nur wenige entgegen, wo meist ein jahrelang gepflegtes Vertrauensverhältnis dahinter steht. Otto Normalkunde muss die Behandlungskosten direkt vor Mitnahme des Tieres begleichen. Jeder TA kann dir ein Lied davon singen, auf wieviele Abertausenden Euro er aus Gutgläubigkeit schon sitzen geblieben ist und sie aus eigener Tasche re-finanziert hat. Wer wirtschaftlich arbeitet, wird nicht anders handeln als wie beschrieben.
So wie ich deine Schilderung lese, ist deinem Hund durch die verzögerte Abholung kein gesundheitlicher Schaden entstanden, oder habe ich etwas übersehen? Nur für dich war es natürlich blöd und zeitaufwendig, nochmal loszutigern und das Geld zu besorgen.

Der einzige Kritikpunkt ggü dem TA wäre, dass er dich nicht im Vorhinein über die auf dich zukommenden Kosten aufgeklärt hat, sodass du die Wahl gehabt hättest, ggf auch die Behandlung abzusagen oder zu verschieben, oder eine sonstige Zahlungsmodalität auszuhandeln. Das war es dann aber auch schon. Als Halter bist du schon ein bisschen in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass du die Leistung, die du in Anspruch nimmst, begleichen zu können. Kannst du das nicht oder wenigstens zur Zeit nicht, hat der TA jedes Recht, die Herausgabe der "Sache" - also des Tieres - zu verweigern. Wenn ich in die Werkstatt gehe und ohne Geld mein Auto abholen will, bleibt das auch genau so lange in der Werkstatt stehen, bis der letzte Cent beglichen ist. Hier macht der Gesetzgeber keinen Unterschied.

Ich denke man kann das nicht so verallgemeinern. Ich habe damals meine Hündin noch halb narkotisiert (wegen des Röntgens musste die Schulter bewegt werden und das liess sie überhaupt nicht zu, auch mit dem Stillhalten hat es sehr gehappert) mitbekommen, die war nur im Dämmerzustand hat gewinselt und der Tierarzt weiss, dass sie sehr auf mich bezogen ist... Der hat sie mir mit Decke in die Hand gedrückt und gefragt ob ich sie am beifahrersitz legen kann, und ob ich überhaupt fahren kann (war ja selber sehr aufgeregt). Natürlich "tut" das einem Hund besser, wenn er nach der ganzen Aufregung zu Hause wieder "voll Munter" wird und nicht in der Tierklinik wo 10 andere hunde winseln, schmerzen haben, hysterisch bellen oder auszucken weil sie in einem kleinen Käfig sitzen weil sie kurz vor einer OP stehen.

Manche Hunde reagieren ja auch gelassener, schlafen, kriegen kaum was mit und sind eigentlich nur froh, dass man sie auch nur irgendwie in Ruhe lässt (meine ist ein kleiner Psycherl- vor allem beim Tierarzt).
 
cherry-lein

cherry-lein

31.03.2012
1.295
Tut mir sehr leid das dein Hund verstorben ist.

Ich kann allerdings auch keine falsche Handlung von dem Tierarzt erkennen, das finde ich sogar ziemlich normal. Der Tierarzt hat das Recht bei fehlender Zahlung das Tier quasi als "Pfand" zu behalten bis der Betrag beglichen ist, nichts anderes ist hier passiert. Mittlerweile kann man ja bei fast allen Tierärzten auch mit EC Karte zahlen, dadurch kommt es kaum noch zu solchen Situationen, vorausgesetzt natürlich das Konto ist gedeckt.
Ich kenne diese Praxis aus der Reiterwelt, da ist es relativ normal das Pferde als Pfand einbehalten werden z.B. beim Ratenkauf oder wenn keine Stallmiete mehr gezahlt wird.
 
A

A-Fritz

11.07.2016
501
Hallo,
ich denke, jeder Handwerker schickt mir eine Rechnung, genau so mein Zahnarzt
und auch bei meiner Autoreparatur wird eine Überweisung getätigt !
Warum muß gerade ein TA, ein verängstigten, kranken Hund, noch unnötig lange in Panik versetzen ?
Auf seine Arbeit bekomme ich ja nicht einmal Garantie und wenn ich den todkranken Hund
nicht wieder abholen würde , gäbe es für ihn noch größere Probleme.

Fritz.
 
Son-Gohan

Son-Gohan

20.04.2014
1.013
Genauso wie du nie eine Garantie auf die Arbeit des Handwerkers bekommst, oder dem Zahnarzt oder der Autoreparatur.

Es ist, wie die anderen sagen, eher Kulanz vom TA, wenn er es anders handhabt und einem die Rechnung schickt/man überweisen kann etc. Das ist wirklich nicht die Regel, sondern die Ausnahme.
 
omfgjen

omfgjen

26.07.2013
748
Ich muss auch in meiner Autowerkstatt direkt bezahlen, da gibt's nichts auf Rechnung.

Ich musste aufgrund meines Umzugs den TA wechseln und war ganz erstaunt, dass es da selbst bei Neukunden so ist, dass man entweder bar zahlt oder überweist. Ich hätte nicht genug Vertrauen in die Menschen heutzutage.
 
O

Onawa

28.01.2019
11
Das ist halt wirklich einfach die Wirtschaftlichkeit und ich verstehe den TA da vollkommen.
Für mich persönlich als reine Bargeldhaberin ist das durchaus manchmal ein Graus, weil ohne Paypal, VISA etc. kommt man heutzutage aber nicht weit und man muss Umwege machen.
Hier im Umkreis kenne ich so gut wie keinen TA, der Rechnungen verschickt. Egal ob Kllinik oder kleinerer Tierarzt.
Die meisten wollen es sofort bar auf die Kralle oder per Bankomat/Visa Zahlung.
 
Son-Gohan

Son-Gohan

20.04.2014
1.013
Ich muss sagen, dass ich hier mit einem TA echt Glück habe. Sie ist sehr kulant und sehr entgegen kommend. Wir haben die Möglichkeit gleich zu zahlen oder lassen uns die Rechnung schicken.
Als wir unsere beiden Kater einschläfern lassen mussten (nicht zusammen), hat sie uns die Rechnung zukommen lassen. Da wir so fertig waren. Die Rechnung kam dabei sogar recht spät, sodass wir schon fast dort angerufen und nachgefragt hätten.
Aber das ist wirklich sehr sehr selten.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.161
Die Angelegenheit ist rechtlich eher eine Grauzone, es gibt auch Urteile in denen entschieden wurde, dass der Tierarzt kein Zurückhaltungsrecht hat, wenn es um Haustiere geht.

Ich sehe es ebenfalls kritisch, wenn Tierärzte einen Hund zurückbehalten,. Sollte es sich z.B um einen älteren Mischling handeln, dürfte das Tier praktisch keinen finanziellen Wert besitzen (der ja ansonsten die Sicherheit für eine ungezahlte Rechnung darstellt), sondern nur einen (hohen) emotionalen Wert für den Besitzer. Hält ein Tierarzt also ein Tier zurück, geht es dabei wohl eher darum ein emotionales Druckmittel zu haben, als eine finanzielle Sicherheit. Rechtlich gesehen eine Grauzone und zumindest aus meiner Sicht moralisch fragwürdig.
 
Cerridwen

Cerridwen

04.10.2010
2.886
Rechtlich gesehen eine Grauzone und zumindest aus meiner Sicht moralisch fragwürdig.
Es steht außer Frage, dass es emotional eine hohe Belastung ist, wenn man das geliebte Tier dalassen muss, weil noch eine Rechnung offen steht. Aber ich frage als Advocatus diaboli: Was wäre denn eine für beide Seiten praktikable Alternative? Für den vorliegenden Fall, dass die Höhe des Rechnungsbetrags erst nach Ende der Behandlung mitgeteilt wurde? Wenn der Besitzer keinen gescheiten Kostenvoranschlag erhalten hat? Wie sollte sich dann ein TA/eine Klinik verhalten, wenn man nicht sofort bezahlen kann?
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.161
Was wäre denn eine für beide Seiten praktikable Alternative?
Der Tierarzt ist sicherlich grundsätzlich besser dran, wenn er zumindest einen ungefähren Kostenvorschlag schon vor der Behandlung mitteilt (natürlich einen unverbindlichen, die Kosten sind ja nicht immer sofort abzusehen) und auch verschiedene Zahlungsmethoden anbietet (die meisten Tierärzte haben ja inzwischen Kartenzahlung, das verringert das Problem bestimmt nochmal deutlich).

Ist es dem Kunden trotzdem überhaupt nicht möglich zu zahlen und es ist auch keine Bank in Reichweite von ein paar Minuten (kann auf dem Dorf bestimmt schon mal vorkommen), könnte der Tierarzt den Kunden eine Rechnung unterschreiben lassen (Daten evtl mit Personalien abgleichen) und darin festhalten, dass der Betrag bis Tag X zu zahlen ist. Zahlt der Kunde dennoch nicht, bleibt dem Tierarzt die Möglichkeit zu mahnen, oder schließlich zu klagen. Das birgt natürlich ein gewisses, finanzielles Risiko, allerdings keines was höher sein sollte, als bei anderen Selbstständigen, welche auf Rechnung arbeiten.
Für mich wäre sowas, oder ein ähnliches Verfahren zumindest die menschlichere Variante. Außerdem, sein wir ehrlich, der Rückbehalt des Tieres gegen den ausdrücklichen Willen des Besitzers führt doch zu einer Konfliktsituation nach der entsprechende Besitzer wahrscheinlich ohnehin für den Tierarzt als Kunde verloren ist.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.473
Bei Tierärzten wird aber auch unverhältnismäßig oft erwartet, dass "dem Tier zuliebe" beide Augen zugedrückt werden bei Rechnungen usw usf

Entweder man kann Tierarztrechnungen auch in höheren Beträgen noch begleichen oder man sollte seine Tierhaltung per se überdenken.

Ich würde grundsätzlich nicht ohne Bankkarte oder ausreichend Bargeld zum TA gehen.

Natürlich können Kosten explodieren, aber dann ist es doch schon Kulanz denjenigen zur Bank gehen zu lassen und auch auf dem Dorf schafft man es innerhalb einer Stunde Bargeld zu besorgen.

Und wegen 1- vllt 2 Stunden den Tierarzt zu verteufeln...naja.

Tierhaltung ist ein Luxushobby zu dem niemand gezwungen wird und so sollte man das auch handhaben.
 
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miwok

07.11.2012
421
Der Tierarzt ist sicherlich grundsätzlich besser dran, wenn er zumindest einen ungefähren Kostenvorschlag schon vor der Behandlung mitteilt (natürlich einen unverbindlichen, die Kosten sind ja nicht immer sofort abzusehen) und auch verschiedene Zahlungsmethoden anbietet (die meisten Tierärzte haben ja inzwischen Kartenzahlung, das verringert das Problem bestimmt nochmal deutlich).
Das mag vll. der Idealfall sein.
Kein TA kann keinen "unverbindlichen" Kostenvoranschlag machen, wenn er erst eine Blutuntersuchung machen muss, um ueberhaupt eine Aussage ueber evtl. Krankheiten/-verlaeufe/Behandlungsmoeglichkeiten machen zu koennen. Oder wenn man als Notfall kommt....

Waere doch sinnlos in solch einem Fall, da er keinerlei Anhaltspunkte ueber evtl. Erkrankungen hat. (s. @A-Fritz Beitrag). Und kein TA verlaesst sich in der Behandlung nur auf die Aussagen der Halter...

Ein Kostenvoranschlag ist sowieso verbindlich plus/minus ein paar Prozente, die gesetzlich festgelegt sind

Ist es dem Kunden trotzdem überhaupt nicht möglich zu zahlen und es ist auch keine Bank in Reichweite von ein paar Minuten (kann auf dem Dorf bestimmt schon mal vorkommen), könnte der Tierarzt den Kunden eine Rechnung unterschreiben lassen (Daten evtl mit Personalien abgleichen) und darin festhalten, dass der Betrag bis Tag X zu zahlen ist. Zahlt der Kunde dennoch nicht, bleibt dem Tierarzt die Möglichkeit zu mahnen, oder schließlich zu klagen. Das birgt natürlich ein gewisses, finanzielles Risiko, allerdings keines was höher sein sollte, als bei anderen Selbstständigen, welche auf Rechnung arbeiten.
Wozu soll das gut sein?
Der Kunde verpflichtet sich auch ohne so eine "fingierte" Rechnung zu bezahlen und ich weiss nicht, ob ein TA ueberhaupt berechtigt ist, den Personalausweiss einzusehen...
In vielen Wartezimmer steht bereits, das man sofort und bar bezahlen muss.

Und warum sollte der TA dann noch das Risiko einer Mahnung/Klage eingehen ?
Bis ein Urteil gesprochen ist, muss er trotzdem seine Praxis, seine Mitarbeiter, Wasser, Strom, den eigenen Unterhalt etc. zahlen. Und zwar von dem Geld, was er einnimmt. Hat er aber viele Kunden, die sich mit der Bezahlung "Zeit lassen", kann auch er nicht bezahlen....
Ein TA ist ja keine Bank, die einen kostenlosen Kredit vergibt....

Für mich wäre sowas, oder ein ähnliches Verfahren zumindest die menschlichere Variante. Außerdem, sein wir ehrlich, der Rückbehalt des Tieres gegen den ausdrücklichen Willen des Besitzers führt doch zu einer Konfliktsituation nach der entsprechende Besitzer wahrscheinlich ohnehin für den Tierarzt als Kunde verloren ist.
Ein Kunde ist fuer den TA bereits "verloren", wenn er seine Rechnungen nach erhaltener Leistung nicht bezahlt.

Ich kann auch nicht zum Baecker, Metzger oder Supermarkt gehen und Lebensmittel besorgen, ohne diese gleich zu bezahlen.

Gerade wenn man, wie in deinem Beispiel, auf dem Land wohnt, kann man doch einen Betrag in bar fuer solche Notfaelle im Haus haben,.

Und bei @A-Fritz war es wohl, lt seinem Beitrag, auch absehbar, dass er einen TA aufsuchen muss - was hat ihn gehindert, vorab Geld zu besorgen?
 
Hundefreundin12

Hundefreundin12

12.12.2014
585
Bei unserem Tierarzt kann man mit Karte zahlen, Rechnung geht da nicht (ausser als Susi eingeschlaefert wurde, ich hab rein garnix hingegriegt und sie meinte, wir sollen uns erstmal beruhigen, hat uns aus der Hintertuer raus gelassen und nach ca. 2 Wochen kam die Rechnung. Wir haetten zum bezahlen nach vorne zum Warteraum gemusst...)

Davor der TA hatte Rechnungen gemacht.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.161
Ein Kostenvoranschlag ist sowieso verbindlich plus/minus ein paar Prozente, die gesetzlich festgelegt sind
Das stimmt allerdings, zumindest sobald das Wort "Kostenvoranschlag" fällt. Der Tierarzt könnte aber vorher sagen 'sie wissen, dass sowas schnell ein paar hundert Euro kosten kann, haben sie genug Geld dabei?', wenn ein unbekannter Kunde mit einem Notfall reinkommt, kann man da schon mal drauf hinweisen.

Der Kunde verpflichtet sich auch ohne so eine "fingierte" Rechnung zu bezahlen und ich weiss nicht, ob ein TA ueberhaupt berechtigt ist, den Personalausweiss einzusehen...
Es geht nur darum, dass auch der Tierarzt bei einer schriftlichen Rechnung mit Unterschrift des Kunden in jedem Fall etwas in der Hand hat und der Abgleich der Unterschrift ist im Einzelhandel ja durchaus Standard (zB bei Kartenzahlung).

Bis ein Urteil gesprochen ist, muss er trotzdem seine Praxis, seine Mitarbeiter, Wasser, Strom, den eigenen Unterhalt etc. zahlen. Und zwar von dem Geld, was er einnimmt. Hat er aber viele Kunden, die sich mit der Bezahlung "Zeit lassen", kann auch er nicht bezahlen....
Ein TA ist ja keine Bank, die einen kostenlosen Kredit vergibt....
Das stimmt, aber so geht es sämtlichen anderen Selbstständigen auch, der Tierarzt hat in diesem Fall nur die Möglichkeit eines emotionalen Druckmittels, welches andere Selbstständige nicht besitzen. Abhängig kann der finanzielle Erhalt einer Tierarztpraxis davon ebenfalls nicht sein, denn in anderen Ländern ist der Rückbehalt des Tieres grundsätzlich nicht erlaubt und auch dort gibt es Tierärzte.
Ein Kunde ist fuer den TA bereits "verloren", wenn er seine Rechnungen nach erhaltener Leistung nicht bezahlt.
Nein warum? Wenn der Tierarzt dem Kunden eine Rechnung schickt und der Kunde diese dann fristgerecht begleicht ist doch kein Konflikt entstanden an dem das Geschäftsverhältnis zerbrechen müsste.

Ich kann auch nicht zum Baecker, Metzger oder Supermarkt gehen und Lebensmittel besorgen, ohne diese gleich zu bezahlen.
Ich denke wir reden hier auch nicht über eine Summe in der Höhe eines Supermarkteinkaufes, sondern eher von höheren Summen. Ab Summen von über 2000€ hätte ich persönlich diese nicht mehr als Bargeld verfügbar und die Summe übersteigert auch das was Geldautomaten pro Tag ausgeben (zum Bankschalter könnte man auch nicht, wenn vielleicht gerade Samstagabend ist).

kann man doch einen Betrag in bar fuer solche Notfaelle im Haus haben,.
Vielleicht Ansichtssache, aber ich habe nicht gern Beträge über 500 - 1000€ Bargeld im Haus.

Tatsächlich haben bisher auch alle Tierärzte die ich kennengelernt habe Rechnungen verschickt und auch Kartenzahlung angeboten. Das gibt dem Kunden aus meiner Sicht auch die besten Möglichkeiten eine Rechnung auch zu bezahlen. Das ein Tier zurückbehalten wird, werden wahrscheinlich nur die allerwenigsten machen und wie gesagt finde ich es keine akzeptable Praxis. Zum einen, da es den Kunden quasi schon verdächtigt, noch bevor diesem jede Chance gegeben wurde zu bezahlen und zum anderen, weil dadurch nicht nur beim Kunden, sondern auch beim Tier zusätzliches Leid entstehen kann.
 
M

miwok

07.11.2012
421
Aehm.. wie soll ein sog. "Kostenvoranschlag" der richtungsweisend sein sollte, etwas aussagen, wenn es am Ende doch kein Kostenvoranschlag ist? Da machen die Gesetze halt nicht mit.

Mich wuerde nun auch interessieren, in welchen Laendern das nicht erlaubt sein soll?
Andere Laender spielen im Fall von @A-Fritz doch gar keine Rolle, da er in Hamburg wohnt.

Das Auto wird auch von der Werkstatt einbehalten, bis die Rechnung bezahlt ist (egal wie dringend es der Kunde braucht) und in Deutschland gilt der Hund in diesen Dinge immer noch als "Sache".

Und auch eine "Zettelwirtschaft" wuerde ich nun keinen TA zumuten wollen, der hat mit der gesamten Buchhaltung, was ja nun auch noch seine (unbezahlte) Zeit ist, genug zu tun.
Und verpflichtet ist er dazu schon gleich mal gar nicht.

Der Vergleich mit der Unterschrift auf der Karte ist nun wieder etwas ganz anderes.

Und wer sagt dir, dass tatsaechlich jeder Kunde auch die ausgeschriebene Rechnung begleicht? Nicht umsonst stehen in den Wartezimmern und gleich am Empfang, dass man Rechnungen sofort und in bar bezahlen muss. Das kommt aus den Erfahrungswerten vom TA und ist nicht einfach so aus der Luft gegriffen.
Auch kann der TA nicht wissen, ob der Kunde nicht am Ende insolvent ist und im Prinzip gar nichts von ihm zu holen ist. Warum sollte er unnoetige (fuer ihn) Risiken eingehen, wenn er dazu nicht verpflichtet ist? Wuerde ich auch nicht machen....

Derjenige, der die Rechnung ausstellt, gibt nun mal das Zahlungsiel vor und in diesem Fall ist es der TA. Wer das so nicht akzeptieren moechte, der soll/muss eben woanders hingehen.

Statt das man froh ist, dass dem Tier geholfen wird, meckert man eben ueber die Barzahlung.

Selbstverstaendlich kann man auch, bevor man zum TA geht, noch Geld abheben, oder sich beim TA vorab erkundigen, was am Tier gemacht werden muss und was das in etwa kostet.
Man kann auch vorher noch in die GOT schauen und eine Uebersicht ueber die Kosten erhalten, wenn es sich nicht um einen Notfall handelt.
Da sehe ich keinerlei Probleme.

Auch das mit dem zusaetzlichen Leid beim Tier kann ich nicht nachvollziehen, denn es liegt doch am Halter ausreichend Geld vorher zu besorgen oder gleich mitzubringen. Das kann man dann doch dem TA nicht in die Schuhe schieben?

Zudem ist kein TA gezwungen auf Rechnung zu arbeiten, auch wenn das andere Freiberufler/Selbstaendige scheinbar so machen.
Derjenige, der die Dienstlesitung anbietet oder die Ware verkauft sitzt eben am laengeren Hebel gegenueber dem Kunden.
Das ist eben so.

@Kompassqualle
Es waere super, wenn du beim zitieren immer dazu schreibst, wen du zitierst.
Das letzte Zitat aus deinem Beitrag ist nicht von mir.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.161
Mich wuerde nun auch interessieren, in welchen Laendern das nicht erlaubt sein soll?
Zum Beispiel in der Schweiz:
Darf ein Tierarzt ein Tier zurückbehalten, wenn der Tierhalter die in Forderung gestellte Rechnung nicht bezahlt?
Dort gelten Haustiere generell als unpfändbar.

Wie gesagt, gibt es auch in Deutschland Urteile nach denen ein Tierarzt kein Recht auf Rückbehalt eines Hundes hatte:
28.07.2009 [77 C 1709/08] Amtsgericht Duisburg, Urteil | Kein Zurückbehaltungsrecht des Tierarztes am Hund aufgrund offener Rechnung < kostenlose-urteile.de

Auch das mit dem zusaetzlichen Leid beim Tier kann ich nicht nachvollziehe
Das Urteil im oben verlinkten Fall ist begründet damit, dass einem Hund Leid entstehen kann, wenn er von seinem Besitzer getrennt wird, für mich ist das ein nachvollziehbarer Punkt, ich kenne viele Hunde die sehr ängstlich sind beim Tierarzt.

Selbstverstaendlich kann man auch, bevor man zum TA geht, noch Geld abheben, oder sich beim TA vorab erkundigen, was am Tier gemacht werden muss und was das in etwa kostet.
Womit wir wieder beim Problem des Kostenvoranschlages wären. In einem Notfall denkt man zudem vielleicht nicht daran zuerst zur Bank zu fahren (oder hat auch nicht die Zeit) und Summen ab tausend Euro (die es ja im Notfall auch mal werden können) bekommt man nicht aus den meisten Bankautomaten (viele haben sogar ein Tageslimit von nur 500€).

Vielleicht müssen wir uns aber letztendlich darauf einigen, dass wir in dieser Sache einfach anderer Meinung sind. Du findest es nachvollziehbar, wenn ein Tierarzt ein Tier einbehält, ich finde es unverhältnismäßig.
 

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