Dringend Ratschlag zu Fellbeißern benötigt!!

Josiemosie

Josiemosie

12.04.2019
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Hallo meine Lieben,
vor ein paar Monaten holte ich zwei Chinchillas aus dem örtlichen Tierheim (Vater und Sohn, ca 2&1 Jahr alt zu dem Zeitpunkt), samt Käfig. Deren Besitzerin war wenige Monate zuvor verstorben, weshalb sie in dem Heim gelandet sind. Nun folgendes: da in dem Tierheim nicht die räumliche Begebenheiten vorhanden waren, um Ihnen den nötigen Auslauf zu gewähren, waren sie mehrere Monate in ihren Käfig gepfercht - der zwar nicht klein, aber bei weitem auch nicht ausreichend groß ist und so sind die beiden zu fellbeißern geworden. Der
ältere knabbert nur an sich selbst und sein Sohn macht mit. Bei mir haben sie ihren eigenen gesicherten Raum, in dem der Käfig steht und dem sie täglich bzw natürlich nächtlich mehrere Stunden Auslauf bekommen. Ich dachte damals, wenn sie in Zukunft regelmäßigen Auslauf, Ruhe und ein angemessenes Leben geboten bekämen, sodass der Stress sich legt, dass sich auch das fellbeißen geben würde. Mittlerweile ist mein hannibal aber nur noch ein Schatten seiner selbst - er hat total dünnes, löchriges Fell und wirkt auch total abgemagert - fressen, trinken und rumrennen tut er aber meiner Meinung nach ganz normal..es ist auf jeden Fall nicht so, als würde er nur aphatisch in der Ecke sitzen oder ähnliches.Nun, im vergleich zu seinem Sohn, ist er nur noch eine halbe Portion. Ich bin wirklich verzweifelt und da ich als Schülerin auch nur über begrenzte Mittel verfüge, würde ich ungern wieder Unsummen an einen Tierarzt verschwenden, der mir letztendlich sagt, dass das eine Psychose ist, gegen die ich nichts machen kann. Außerdem misstraue ich Tierärzten mittlerweile etwas, da erst vor kurzer Zeit mein Kater wegen einer Zahnreinigung bzw der dafür notwendigen Narkose gestorben ist. Das mag unvernünftig wirken, doch es nagt an mir, weshalb ich mich zunächst hier erkundigen wollte, ob jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht hat und wie er damit umgegangen ist, bzw. ob dieses Verhalten symptomatisch für andere Erkrankungen sein könnte und ich schleunigst zum Tierarzt sollte.
Sorry für den langen Text & vielen vielen Dank schon mal im Vorraus! Ich bin wirklich für jeden Rat dankbar..

Liebe Grüße,
Josie

PS
Anbei füge ich noch ein Bild des Käfigs, meines Sorgenkindes und dessen Sohn ein.image.jpgimage.jpgimage.jpg
 
12.04.2019
#1
A

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Guest

Hast du schon einen Blick in den Diagnostischer Leitfaden und The von Anja geworfen? Für Diagnostik und Therapie findest du hier den idealen Leitfaden. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
S

Schweinemama

17.05.2013
1.080
Ich sehe keine Zweige im Käfig. Gerade jetzt im Frühjahr treibt alles aus, die Tiere beschäftigen sich mit Ästen - knabbern diese Ab - fressen auch die frischen Blätter... Das ist alles sehr gesund und bringt sehr viele Vitamine und Vitalstoffe.

Ein Chinchilla, der beschäftigt ist - beisst selten fell (es sei denn es kommen äussere Einflüsse dazu, baustellenlärm, Hundegebell was auch immer).

Geben kannst du derzeit Steinobst, Eiche, Haselnuss, Blätter und auch Blüten sind teilweise sehr beliebt (blühender Apfelbaum - brich einen Zweig ab und gib ihnen das).

Hier eine Liste zu Ästen die du verfüttern kannst - fast ganzjährig, im Winter würde ich nur die Äste verfüttern wo du die Bäume kennst, z.b. Haselnuss, Apfel etc. Gefrorene Äste dürfen sie nicht, aber als Zimmerdeko kannst du die Äste auch ein paar Tage ins Wasser stellen sodass sie beginnen auszutreiben - dann haben wie wieder ihr gewohntes Grün und das taugt ihnen.

Zweige-Liste

In der Liste ist ein kleiner Fehler passiert. Weide sollte man nicht füttern, das enthält natürliches Aspirin. Derzeit könntest du kleinere Mengen füttern - aber eben selektiv - das sind die Bäume die derzeit Palmkatzerln tragen. Also nicht als Hauptnahrung füttern, sondern 1x wöchentlich oder bei bedarf -, wenn du spürst dass die Tiere müde wirken oder krank sein könnten. Ersetzt aber natürlich keinen Tierarzt.


Für die Akute Zeit würde ich ihnen - Um die Leber zu entlasten - Mariendistel verfüttern, gibts in der TIerhandlung (da ist es relativ teuer) - alternativ kannst du dir aus der Apotheke was holen. Achtung: diese Kräuter sind hochwirksam, diese kannst du unter das Futter mischen - das ist Medizin. Derzeit kannst du auch verschiedene Kräuter sammeln und diese trocknen. Löwenzahn (gut für Leber), Gänseblümchen (suesser Zahn - aber zwischendurch zu empfehlen). Wiesensalbei (kannst du möglicherweise bis in den HErbst hinein pflücken und ist im Winter sehr beliebt - etwas "schärfer" - hilft aber in der kalten Winterzeit um verkühlungen vorzubeugen und und und. Aber bitte Kräuter nur Pflücken wenn du sie kennst, du kannst sie trocknen und lagern, aber nicht frisch verfüttern - die Tiere vertragen so viel "saftige" Kräuter nur bedingt und bekommen ziemliche blähungen und Durchfallerkrankungen davon. Chinchilla Info - Kräuter, Blätter, Blüten.

Bei der Nassfütterung jedoch wirklich vorsichtig anfangen, die meisten Tiere sind es nicht gewohnt und können wirklich sehr starken Durchfall auf das ganze Grünzeugs bekommen. Es muss nicht immer alles komplett getrocknet werden, aber regennasses Gras und ähnliches würde ich den Tieren nicht verfüttern. Lieber mit den Getrockneten Sachen anfangen und dann den Trockenzustand etwas zurückschrauben. In den Anden ist es kalt und mitunter sehr trocken - frisches Gras ist eher Mangelnahrung und die Tiere fressen sich regelrecht voll (und bekommen dann sehr starke durchfälle bis hin zu Koliken) . Natürlich lieben Chinchillas alles was lecker ist, aber man sollte es für den Anfang nicht übertreiben mit Nassfutter, da es zwar für Meerlis und Kaninchen nichts besseres gibt, aber diese Tiere kommen aus einem Tierheim und man weiß nicht ob die jemals etwas frisches bekommen haben (zuchtchinillas leben seit Jahren mit Trockenpellets, Haselnusstaude (wenn sie glück haben) , Heu und frischem Wasser). Ich habe selbst Jahrelang chinchillas gehalten und wirklich nur Kräuter frisch verfüttert - alle paar Tage mal Löwenzahn und Gänseblümchen - Frischgras eher nur 1-2 Tage angetrocknet - wobei sich meine Chins da so darauf gestürzt haben - dass dieses nur in Rationen verfüttert werden konnte. Bei Zuckerhaltigen Sachen aufpassen, mal etwas frischen Apfel, Banane und andere Sachen dürfen durchaus mal sein - aber als Leckerli von der Hand und in kleineren Stückzahlen. Zucker können die Tiere im Darm kaum umsetzen und bekommen davon meist eine ziemliche Verstopfung.
 
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