Pferd verkaufen ?

Diskutiere Pferd verkaufen ? im Pferde Forum Forum im Bereich Tiere Allgemein; Folgendes Problem : Vor 8 Monaten habe ich mir eine Hafistute gekauft sie ist 7 Jahre alt und im normalen Umgang wie putzen total brav...
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Chrissy1.0

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Folgendes Problem :
Vor 8 Monaten habe ich mir eine Hafistute gekauft sie ist 7 Jahre alt und im normalen Umgang wie putzen total brav. Allerdings fühle ich mich beim reiten nicht wohl und habe auch nicht wirklich diesen Spaß auf ihr wie es sein sollte..ich nehme 2 mal die Woche Unterricht und 1 mal die Woche reitet meine Reitlehrerin.
Sie ist wirklich schlau und ein echt tolles Pferd nur hab ich seit ein paar Wochen das Gefühl das es einfach nicht das Pferd ist was ich suche und möchte. Beim Ausreiten ist sie öfters einfach losgeschossen ohne Grund, ich wünsche mir ein Pferd das gelassen ist und Sicherheit vermittelt. Das letzte mal bin ich mit den Pferd von einer Freundin ausgeritten das total gelassen war und ich muss sagen es war der erste entspannte Ausritt seit langem für mich. Kurz gesagt ich möchte ein ambitioniertes Freizeitpferd, ein paar Turniere im Jahr und eine gescheite Platzarbeit und ab und an entspannte Ausritte. Klar weis ich auch das ich mir das mit ihr erarbeiten könnte aber mir vergeht einfach der Spaß, immer wenn ich sehe wenn die anderen vom Stall mit ihren Pferden irgendwo hinfahren und generell viel mehr machen können denk ich mir genau das wollte ich auch. Ich hab wirklich gedacht das es zwischen und passt aber wir kommen Reiterlich einfach nicht zusammen und ich denke das für mich ein erfahreneres Pferd besser wäre..
Was meint ihr ?
 
15.09.2019
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
Cerridwen

Cerridwen

Moderator
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Ich versuche jetzt mal, die Balance zu finden zwischen höflicher und ehrlicher Antwort:
Du versuchst, einem Pferd deine reiterlichen Schwächen in die Schuhe zu schieben. Weil das Pferd auf die von dir ausgestrahlte Unsicherheit reagiert, möchtest du einen Professor, den viele andere Reiter in jahrelanger Kleinarbeit ausgebildet haben, damit dir dieses Pferd die Mühe abnimmt, dein Reiten zu verbessern. Quasi eine Reitmaschine, die deine Fehler ignoriert und ausgleicht, was du ihm nicht vermitteln kannst, weil du keine Lust hast, Jahre in deine Reitausbildung zu investieren.
Ich kann dir sagen: so funktioniert das nicht. Der Reiter soll dem Pferd Sicherheit vermitteln und es führen, nicht umgekehrt. Sicher muss auch das Pferd solide ausgebildet sein, aber du musst das ebenso sein. Wenn ein Pferd im Gelände durchgeht, ist es deine Aufgabe, es a) zu verhindern oder b) angemessen darauf zu reagieren. Das Pferd wie einen Gebrauchsgegenstand umzutauschen, weil es reagiert, aber nicht wie gewünscht... finde ich eine fragliche Einstellung. Die Harmonie zwischen anderen Reitpaaren ist kein Zufallsprodukt, das vom Himmel fiel, sondern das Ergebnis harter, intensiver Arbeit. Sie jetzt darum zu beneiden, ohne selbst bereit sein etwas für so einen Zustand zu tun, ist nicht sehr sportlich und wird keinem Pferd gerecht, egal welches du dir kaufst.
 
S

Schweinemama

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Das Problem ist leider, es gibt kein Pferd das beim Kauf "Passt wie ein Schuh": Ihr werdet euch miteinander - auseinandersetzen müssen. Dh. das Pferd muss auch lernen wie du reagierst, bzw. du musst lernen wie das Pferd reagiert. mit 3x wöchentlich reiten hat das nichts zu tun. Drauf sitzen auf dem Pferd kann jeder, es zu "derreiten", es zu fördern und gemeinsam mit ihm über deine und die Grenzen deines Pferdes zu gehen - das kann keiner wirklich, dazu braucht man auch keinen "Reitlehrer" sondern Zeit, Geduld, Niederlagen und möglicherweise mal einen Abwurf - und irgendwann am Ende des Tunnels dann mal einen "Sieg". Der Reitlehrer kann dich unterstützen, er kann dir zeigen was die Richtigen Hilfen sind um das Pferd gemäss der Reitlehre zu trainieren, aber es gibt auch Pferde - die reagieren mit der Gerte auf der Hinterhand mit Schenkelweichen - hat ihm halt jemand anders beigebracht.

Man muss mit den Tieren üben und man muss ihnen die Chance geben: Traktortraining, Planentraining, was ist, wenn neben dir ein Presslufthammer losgeht, oder ein Linienflugzeug auf 100 Meter höhe über deinen Kopf hinwegfliegt. Das Pferd muss kennenlernen, akzeptieren lernen und auch lernen, dass ihm solche Sachen "Nichts anhaben dürfen". Wenn man schon mit Angst oder mit "Missmut" aufsteigt - wird sich das Pferd auch nicht sonderlich freuen. Es geht nicht darum "nicht runterzufallen", sondern miteinander etwas zu schaffen, nämlich die bindung miteinander und das Vertrauen das das Pferd in dich steckt, und du in das Pferd stecken kannst.

Bin ja selber jahrelang geritten, und manchmal durfte ich mich auch auf das "Schaukelstuhlpferd" von meinem Reitlehrer - ehemaliger Bereiter der spanischen Hofreitschule A.D. setzen. Das Pferd war ein Lehrmeister, es hat mir unheimlich viel Spass gemacht, weil mir das Pferd gezeigt hat - was ich falsch mache und hat mir begreiflich gemacht, dass ich irgendwas falsch mache. Verkrampft oben sitzen, das Tier ging keinen Meter, verkrampft angalloppieren - warum hätte das Pferd das tun sollen, wird ja ungemütlich - ein Angalloppieren war nicht möglich. Ich habe dadurch sehr viel gelernt, konnte mich auch auf ein "einzureitendes" Pferd setzen, Rennpferde frisch von der Rennbahn denen ich beibringen konnte sich zu biegen und auch in einem halbwegs normalen Tempo zu bewegen. Nur wie gesagt, ich musste lernen, dass ich nicht alles kann, dass ich eigentlich nur ein Floh im Fell eines Pferdes bin, dann habe ich gelernt mit dem Pferd zu interagieren und dann hat es auf einmal geklappt.

Und, klar, das Pferd vom Reitlehrer war der "Ferrari", sein Pferd von der Hofreitschule zu Wien, welches einige Jahr vor ihm Pensioniert wurde, und das er dann geschenkt/bzw. gekauft hat. Das konnte alles- die Schule über der Erde - wie aus dem Bilderbuch, eine Ausrede wie "ich kann das, aber das Pferd kann das nicht" - war somit unzureichend. Aber das Pferd musste dir vertrauen - sonst stand es dumm - wie eine Kuh in der Ecke rum - oder ist maximal hilfesuchend zum Reitlehrer gegangen um klarzumachen "was nun - die will links, ich rechts - fuss über kreuz oder untertreten oder mit allen 4 Hufen in die Luft - Hilfe". ..
 
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cherry-lein

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Es ist eine schwierige Situation. Es gibt tatsächlich Pferd-Reiter Kombinationen die einfach nicht zusammen passen. Meist probieren die Besitzer teilweise über Jahre den richtigen Draht zum Pferd zu finden aber es passt einfach nicht und wenn das so ist und man sich wirklich angestrengt hat finde ich es nicht verwerflich jemanden zu suchen der besser zum Pferd passt, viele Pferde blühen bei dem "richtigen" Besitzer auch nochmal richtig auf.
In deinem Fall merkt man jedoch nicht das es einfach nicht passt sondern das du mit deinem Pferd an einem Punkt bist wo es schwierig wird und du einfach keine Lust hast dich damit auseinander zu setzen. Das ist ein riesiger Unterschied. Du wirst mit jedem Pferd der Welt mindestens einmal an diesen Punkt kommen wo etwas schwierig wird, wenn du dann jedes Mal die Flinte ins Korn wirfst nur weil du nicht daran arbeiten willst wirst du niemals "dein" Pferd finden. Das was du bei anderen beneidest ist harte Arbeit und viel Training, kein Pferd der Welt wird so perfekt geboren. Wenn du möchtest das dein Pferd etwas kann musst du daran arbeiten und glaub mir, wenn du es dann schaffst und ihr das Ziel erreicht habt bist du zu recht sehr stolz und du wirst auch mehr mit deinem Pferd zusammen wachsen.
Mein Pferd ist auch ein gutes Beispiel. Mein Pferd hat kaum Erziehung genossen bevor ich ihn bekam, er machte ganz oft einfach was er wollte, war extremst schreckhaft und an Gelände war kein Stück zu denken, er war grob, dominant und wollte sich nichts sagen lassen, er kannte es ja nicht das man ihm viele Vorschriften machte. Wenn er wollte war er unheimlich brav, er konnte aber auch der größte Albtraum sein. Ich liebte ihn vom ersten Tag an aber es gab viele Situationen die mich an den Rand der Verzweiflung gebracht haben. Er hat mir beinah die Nase gebrochen, hat mich im Gelände mehrfach überrannt und ließ sich am Anfang nicht Reiten. Ja, es war schwierig und ich war neidisch auf alle anderen die einfach so ausreiten konnten, ich wünschte mir das auch aber es war halt noch nicht drin. Ich habe in den letzten 5 Jahren so viel Zeit und Arbeit in das Pferd gesteckt und wir sind durch diese Arbeit sehr zusammen gewachsen. Wir sind immer noch nicht am Ende aber ich finde genau das macht es auch aus, ich finde es schön sich Erfolge zu erarbeiten. Mittlerweile kann man mein Pferd reiten und mit ihm Spazierengehen, er ist gut erzogen und wir werden regelmäßig von fremden Leuten gelobt wie gut ich mein Pferd im Griff hätte und wie artig er ist. Auch Leute die mein Pferd von früher kennen sind beeindruckt was wir alles erreicht haben und beneiden nun mich um das was ich ihm alles beigebracht habe. Das ist ein tolles Gefühl und ich wünsche dir auch das du mit deinem Pferd dahin kommst.
In solchen Situationen sollte man sich auf jedenfall Hilfe holen, im Zweifel such dir noch einen zweiten Trainer wenn du das Gefühl hast du kommst mit deiner aktuellen Trainerin nicht weiter. Fahrt auf Kurse wenn ihr könnt, besonders Bodenarbeitskurse sind da sehr hilfreich um die Beziehung zu verbessern und machen Spaß. Mach nicht immer nur ernste Dinge mit deinem Pferd, einfach mal ein Wellnesstag oder auch einfach nur mal Blödsinn, Schrecktraining oder andere schöne Dinge schweißen zusammen und lockern die angespannte Stimmung. Hab auch nicht zu viele Erwartungen auf einmal, nimm dein Pferd und dich so wie ihr gerade seid und ziel auf kleine Schritte ab, das führt schneller zu Erfolgserlebnissen und motiviert.
Gib euch Zeit und ändere deine Einstellung zu dem Thema, dann wird das schon klappen.
 
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Ganz ehrlich? Wenn du das Geld für die Anschaffung nicht hast kauf dir kein Pferd denn die Anschaffung ist meist das kleinste. Wie willst du die monatlichen Kosten (rechne mit mind. 500€ monatlich) stemmen? Was machst du wenn der Tierarzt gebraucht wird? Gerade beim Tierarzt gehen die Kosten schnell in die Tausende. Was passiert wenn das Pferd aus dem Sattel rauswächst? Auch hier kostet ein neues Modell was passt schnell mal 1000-5000€....
So viele Kredite kann man gar nicht aufnehmen um das alles bezahlen zu können.
Such dir lieber eine Reitbeteiligung bis du genug Geld gespart hast um das alles finanzieren zu können und nutz die Zeit um vom Besitzer noch viel über das Thema "Eigenes Pferd" zu lernen.
 
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