Hündin geht nicht mit einem alleine spazieren

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Tilly2107

Tilly2107

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Hallo liebe Tierforum Community,

wir haben seit Februar eine Hündin aus dem Tierschutz. Wir haben mittlerweile immer das Problem , dass wenn nur einer von uns beiden mit ihr Spazierehen gehen möchte ,sie sich draußen andauernd auf den Rücken legt und nicht mehr weiter will. Sobald beide Frauchen mit ihr spazieren gehen - läuft das wunderbar.
Natürlich ist
es in unserem Alltag nicht möglich , das immer beide mit ihr gehen können.
Wir halten auch immer gegen Ihre Sturheit , das heißt , sie wird aufgestellt - manchmal 2 Meter getragen - und muss dann an der kurzen Leine mit laufen. Manchmal hat man das 5-6 mal bei einem Spaziergang. Wenn es dann wieder in Richtung nach Hause geht , dann läuft sie wunderbar. Manchmal zieht sie sogar um schneller nach Hause zu kommen.Man kann es bei ihr nicht über leckerchen machen - die ignoriert sie wenn sie so stur ist. Wir gehen natürlich auch nicht immer den gleichen Weg ( am Anfang dachten wir es wäre weil ihr der Weg langweilig ist )

ja und so langsam gehen uns tatsächlich die Ideen aus was wir mit der sturen Prinzessin noch machen sollen. Das spazieren gehen (alleine) ist natürlich voll anstrengend

Also - hat irgendjemand gleiche Erfahrungen und Ideen was wir noch tun können damit der Sturkopf versteht das nicht immer beide Frauchchen mit gehen können?
 
24.09.2019
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Mr. Spock

Mr. Spock

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Ich sage mal ihr macht Gassi gehen mit dir/euch nicht wirklich Spaß, und mit Spaß meine ich nicht Leckerchen geben,wofür auch......wahrscheinlich geht ihr auch immer den gleichen Weg,sowas kann sehr langweilig sein. Wie sehen Übungen aus außer dem was ein Hund sonst sowieso können muss? Suchspiele? Bällchen fangen? Hundefreunde? Auch Hunde brauchen Artgenossen...Hundeschule?
 
Tilly2107

Tilly2107

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Hallo,
so wie oben schon geschrieben gehen wir natürlich nicht immer den gleichen Weg ganz im Gegenteil. Sie bekommt viel abwechslungs beim spazieren gehen , da wie ja auch schon oben beschrieben , wir am Anfang dachten ihr sei langweilig. Somit haben wir das direkt geändert und viel mehr abwechslung ins spazieren gehen eingebracht.
Auch haben wir ja gar nicht die Probleme wenn wir zusammen spazieren gehen. Da ist ihr der Weg egal und wenn wir 10 mal den gleichen gehen ist ihr das auch egal. Wir gehen regelmäßig auf Hundewiesen - hundefreunde hat sie einige aber selbst wenn wir die unterwegs treffen und sie ist nur mit einem von uns unterwegs schmeißt sie sich trotzdem hin und will nicht unbedingt weiter.
An Ball spielen und Suchspielen hat sie leider kein Interesse , das haben wir auch schon ausprobiert. Da das Problem aber ja nur dann da ist, wenn nur einer mit ihr geht glaube ich auch nicht das es die Langeweile ist :)
 
S

Schweinemama

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Kommt auf die Rasse an, es gibt durchaus Hunderassen die sich einen Hundemenschen suchen an dem sie kleben, und mit anderen nicht sonderlich "warm" werden. Verunsicherung, Angst - ist natürlich auch ein Thema.
 
Tilly2107

Tilly2107

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Kommt auf die Rasse an, es gibt durchaus Hunderassen die sich einen Hundemenschen suchen an dem sie kleben, und mit anderen nicht sonderlich "warm" werden. Verunsicherung, Angst - ist natürlich auch ein Thema.
Sie ist ein Mischling von der Straße

es ist egal wer von uns beiden mit ihr alleine raus geht bei beiden zeigt sie das gleiche Verhalten. Nur wenn wir zusammen im „Rudel“ gehen da läuft sie ohne ein Problem - so als wäre sie nur im kompletten Rudel glücklich
 
Tilly2107

Tilly2107

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Es könnte auch sein das es ein reines Dominanz verhalten ist. Denn wenn man dann in die Richtung mit ihr geht wohin sie will dann läuft sie direkt wieder mit. Dreht man dann wieder in eine andere Richtung legt sie sich wieder hin - aber eben IMMER NUR wenn einer alleine mit ihr spazieren geht.
Ob sie da die „Rangordnung“ in Frage stellt? 🧐🧐🧐
 
Tompina

Tompina

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Hallo und willkommen im Forum,

das klingt für mich nicht wirklich nach Sturheit, eher nach Kontroll"zwang" bzw. Angst vor Kontrollverlust.

Aus welchem Land kommt sie denn und weiß man wenigstens ungefähr in welche Rasserichtung es gehen könnte? Hütehund? Herdenschutzhund? Terrier? Das wäre zumindest mal für eine grobe Grundhaltung im Umgang nicht schlecht, da man dann einfach besser einordnen könnte, wo manche Verhaltensweisen herkommen.

Ich denke ein Ansatz ist auf jeden Fall das Trainieren von alleine bleiben bzw. das Trainieren vom Einhalten gewisser "Räume" in der Wohnung. Wichtig ist aber ein solches Training richtig aufzubauen, nicht zu schnell zu viel zu verlangen und auch immer wieder eine neutrale Überprüfung zu haben, weshalb ich schon dazu raten würde wenigstens für den Anfang jemanden vor Ort zu haben, der anleiten kann und das Ganze einfach besser einschätzen kann als wir hier vor dem PC nur mit dem geschriebenen Wort ohne Hund und Halter in Aktion gesehen zu haben!

Läuft sie euch denn in der Wohnung viel hinterher? Oder könnt ihr auch mal alle in einem anderen Raum (z.B. Küche) sein und sie ist wo ganz anders ohne Sichtkontakt?

Wie verhält sie sich, wenn einer von euch längere Zeit die Wohnung/das Haus verlässt, der andere aber da bleibt?

Wie verhält sie sich, wenn sie alleine bleibt und ihr beide die Wohnung/das Haus verlasst?

Was macht sie, wenn ihr gemeinsam unterwegs seid und einer von euch läuft ein gutes Stück voraus oder lässt sich weit zurück fallen?

Das sind alles Fragen, die darauf zielen abzuklären, wie sehr sie in Stress gerät, wenn sie die "Kontrolle über euch verliert". Gerade Tierschutzhunde, die vorher keine Struktur hatten und keine spezifische Bezugsperson neigen - kombiniert mit dem menschlichen Fehler, dass man am Anfang immer besonders behütend und vorsichtig mit den Hunden umgeht (kein Vorwurf und keine Unterstellung, ist einfach ein ganz häufig gemachter Fehler bei Welpen oder "armen Tierschutzhunden", das man da Prämissen setzt und Verhalten etabliert am Anfang, was mit Alltag wenig zu tun hat und wenn man es dann irgendwann auf Alltag umstellt, sind Hund und Mensch dann überfordert) - zu solchem Kontrollverhalten.

Manche werden hektisch, sobald sich einer ihrer Menschen aus ihrem Einflussbereich bewegt und zeigen Hüteverhalten oder ergreifen Korrekturmaßnahmen (Einschränken des Bewegungsbereiches der Menschen durch Blockieren von Durchgängen, aktives Anrempeln/Anbellen bei Bewegungen in die aus Hundesicht falsche Richtung usw.), andere gehen das eher stoisch an, wie eure Kleine ;-) und weigern sich einfach irgendwelche Aktionen auszuführen, die das Rudel trennen.

Das Ganze bekommt man eigentlich ganz gut in den Griff mit einem Training, das dem Hund zeigt, dass er sich nicht kümmern muss, sondern dass ihr alles im Griff habt, auch wenn mal nur einer von euch oder gar keiner von euch da ist! (wie oben gesagt so was am Besten mit Anleitung vor Ort, da kann man viel besser auf die individuelle Situation eingehen!)
 
Tilly2107

Tilly2107

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Hallo und vielen Dank erst einmal für die ausführeliche Antwort.

Ich versuche es von oben nach unten zu beantworten, da hier einige Interessante ansetze sind.

Sie kommt aus Rumänien - RAsserichtung --puuuuh - vom aussehen könnte Sie was vom Schäferhund haben , vom Charakter was vom Terrier. Die beiden Größen gemischt würden auch gut Ihre eigene Größe geben ^^

Also sie kann ganz schlecht alleine in einem Raum bleiben. Wenn zum Beispiel nur einer von uns zu Hause ist und man verlässt den RAum, dann geht sie sehr oft hinterher. Das ist bei beiden gleichermaßen stark. Sind wir beide zu Hause dann sucht sie sich immer mal für sich eine Bezugsperson aus. Verlässt die dann den Raum und der andere bleibt sitzen läuft sie trotzdem hinterher. Das kommt aber darauf an , wen sie in dem Moment für sich als Bezugsperson "ausgesucht hat". Manchmal rennt sie mir hinter her obwohl meine PArtnerin noch in dem Raum ist und manchmal ist es ihr total egal das ich gehe hauptsache meine Partnerin ist da. Aber in der Regel kann sie eigentlich NICHT alleine sein OHNE Sichtkontakt zu uns zu haben.

Ganz anders der Falle - alleine zu Hause bleiben ohne das wir da sind. Funktioniert einwandfrei!


Was macht sie, wenn ihr gemeinsam unterwegs seid und einer von euch läuft ein gutes Stück voraus oder lässt sich weit zurück fallen?
Hier kann ich drauf antworten: Draussen wenn wir zusammen spazieren gehen ist meine Freundineher Ihre Bezugsperson. Wenn ich mich entferne dann läuft sie erst einmal eine ganze Weile mit bis sie sich dann auch irgendwann hinwirft. Wenn meine Freundin sich entfernt setzt sie sich direkt und geht keinen Meter mehr.
Jedoch hat meine Freundin beim spazieren gehen alleine mit Ihr genau das gleiche Problem von Anfang an .

Wir gehen auf jedenfall behütend mit Ihr um - meine Freundin dreimal so viel wie ich. Ich sehe mich da eher in der "Rudelführer" Rolle und bin nicht so "bemutternt" Bei mir gibt es ganz klare Grenzen , die auch meine Freundin versucht einzuhalten was ihr mit sicherheit manchmal schwer fällt und wo ich nicht genau weiß ob sie sie einhält wenn ich nicht da bin :)

Und ja das mit in die Wade knabbern macht sie gerne wenn sie "Ihren Kopf" durchsetzen möchte. DAs macht sie zum Beispiel sehr oft bei meiner Freundin in der Wohnung , wenn sie jetzt in einen Raum geht wo unsere Hündin aber nicht hin möchte.

Wir waren auch schon mit Ihr in der Hundeschule aber da ging es natürlich am Anfang um was ganz anderes :)

Vielleicht sollten wir da noch mal ein intensives Training mit einer Hundetrainerin/Hundetrainer hier vor Ort ansetzen


Wobei wenn ich jetzt mal genau nach denke ....Sie legt sich nur sehr sehr sehr selten hin , wenn eine zweite Person mit geht uns sie dier Person kennt ( das muss nicht mal ich sein)

Ihr bringt mich hier zum nachdenken :)
 
S

Schweinemama

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Nun ja - Schäferhunde sind hütehunde. Ich erinnere mich wie ich als Kind aufgewachsen bin und wir oft im Wald waren - Pilze suchen, als sich die Familie getrennt hat, war das für den Schäferhund sozusagen "Weltuntergang"- immer wieder ist er von einem zum anderen gelaufen bis er total aus der Puste war. Er hat uns sozusagen am liebsten gehabt, wenn wir aneinandergefesselt irgendwo rumsassen. Da kommt keiner aus - da kommt keiner weg - und der hund war happy...
 
Tompina

Tompina

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Also das geschilderte Verhalten in der Wohnung bestätigt eigentlich meine Vermutung, dass sie ein kleiner "Kontrolletti" ist bzw. dass sie das Gefühl hat, ihr kommt im Leben nur klar, wenn sie euch im Blick hat. ;-)

So was kann durchaus rassebedingt besonders hervorgehoben sein, ist aber in der Regel vom Menschen "antrainiert", in dem man eben zu sehr "tüddelt" und dem Hund somit das Gefühl gibt, dass man instant umfällt, wenn man ohne ihn ist. (wenn deine Freundin mehr tüddelt als du, wäre es auch logisch, dass sie bei deiner Freundin bleiben will, statt bei dir, weil du immerhin ein bisschen alleine auf dich aufpassen kannst ;-) )

Das ist jetzt nicht böse gemeint! Ich versuche das gerade einfach ein bisschen überspitzt und humorvoll zu formulieren und ich weiß, dass man das nicht absichtlich falsch macht oder forciert, sondern, dass sich so was einschleicht und dann einfach da ist!

Grundsätzlich sei gesagt, dass ein Hund - egal wie beschissen seine Vorgeschichte ist und egal wie traumatisch die Erlebnisse dieses Vorlebens waren - immer ein Hund bleibt. Der Hund lamentiert nicht über Vergangenes oder bemitleidet sich selbst, der Hund lebt im Hier und Jetzt. Klar gibt es nachhaltige Erfahrungen, die einen Hund durchaus lebenslang prägen und deren Auswirkungen man lediglich lenken kann, aber nicht ausschalten. Es klingt jetzt aber nicht so, als hättet ihr ein schwerst traumatisiertes Hundeexemplar abbekommen, sondern eine umgängliche, fröhliche Maus, die gerade lernt, dass Menschen ohne sie zu nichts in der Lage sind, denn warum sonst sollten sie so unglaublich bemüht um "ihre Gunst" sein! ;-)

Als Grundhaltung würde ich empfehlen, dass der Hund in der Wohnung einen Platz bekommt auf dem er zu bleiben hat, auch wenn ihr den Raum verlasst und auf dem er auch gleichzeitig komplett in Ruhe gelassen wird. Also keine Strafecke, sondern einen Rückzugsort. Wichtig ist hier, dass man den Platz so wählt, dass er keine strategische Übersicht gewährt, aber eben auch nicht komplett "ab vom Schuss" ist. Das Aufbauen eines solchen Platzes mit Belohnung zur rechten Zeit, Ignorieren im richtigen Moment etc. finde ich persönlich einfacher, wenn man jemanden hat, der es einem vor Ort erklärt, anstatt, dass man sich anhand von Texten selber versucht was zusammen zu reimen und das Beste draus zu machen. Zumal da auch Trainingssequenzen dazu gehören, in denen es wichtig ist, dass das jemand "von außen" beobachtet um eben spezifisch eingreifen/anleiten zu können. Timing ist nämlich alles!

Allgemein vielleicht einfach mal einen "Schritt zurück" gehen und den Hund "nebenher" laufen lassen im Alltag. Nicht ihr macht alles für den Hund und der Hund macht nichts, sondern der Hund muss bestimmte Dinge machen, damit ihr etwas für ihn macht. Da gibt es einige gute Trainingsansätze aus verschiedenen Richtungen, alle mit dem gleichen Ziel, sodass ich denke, dass ihr da sicher jemanden finden könnt, der zu euch passt und euch aber gleichzeitig auch helfen kann.

Wichtig ist nicht Methode X als Allheilmittel zu sehen, sondern eine Methode zu finden, die dem Halter/den Haltern liegt, die zum Hund passt und die alltagstauglich ist!
 
Thema:

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