Die Schuldgefühle zerfressen mich

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LoveSia

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Hallo ihr Lieben,

Vor einigen Stunden habe ich meine über alles geliebte Katze Sia einschläfern lassen und jetzt plagen mich die Schuldgefühle so sehr,dass ich nicht mehr weiter weiß. Sia war erst 7 Jahre alt und hatte schon einige Jahre etwas Probleme mit der Atmung. Es könnte aber nie was gefunden werden und der Tierarzt vermutete einen Hirntumor, der in den Rachenbereich wächst, sagte damals aber, dass ein CT unter Vollnarkose die Antwort liefern würde, man dann aber eh nichts machen könnte , ich ihr also einfach so lange wie möglich ein schönes Leben ermöglichen soll. Das war vor 3 Jahren.
Ende Januar war
es dann richtig schlimm mit der Atemnot. Wieder ins Krankenhaus gefahren, wieder nichts gefunden. Auch da hieß es,entweder ein Hirntumor oder Polypen, wobei bei zweiterem nicht alles passte.
Sie hatte dann einen verkrebsten Lymphknoten am Hals und bekam neurologische Ausfälle, so dass es eigentlich nur noch der Hirntumor sein konnte, weshalb ich ihr ein unnötiges CT ersparen wollte.
Ich hatte ihr ihr Leben lang versprochen, dass sie (da überwiegend Wohmungskatze, wegen unsicherer Umgebung) versprochen, dass sie irgendwann ein Haus mit Garten bekommen würde. Nun ging es ihr immer schlechter und die Zeit drängte, also suchte ich ihr (wir wohnen mittlerweile in Schweden) die schönste Hütte mitten in der Natur und wir zogen vor 2 Monaten um. Anfangs war sie 8 h pro Tag draußen. Sie hatte immer mal schlimme Nächte,aber ich dachte,solange sie es draußen noch genießt...die letzten 2 Tage ist sie nur noch 2 mal 10 min raus gegangen, meine andere Katze durfte sich ihr nicht mehr nähern. Nachts litt sie immer unter Atemnot und heute hat sie geschrien,als ich sie hoch nahm. Da war für mich der Punkt gekommen und ich fuhr in die Notaufnahme. Dort stellte man starke Schmerzen (vermutlich aufgrund von Wirbelsäulen-Metastasen fest), an denen man nichts ändern konnte. Man hätte es mit Schmerzmitteln versuchen können. Ich wollte nicht, dass sie noch eine weitere Nacht kämpfen muss,um Luft zu bekommen und habe sie ohne 100% sichere Diagnose einschläfern lassen.

Nun frage ich mich : Was wenn es ihr wieder besser gegangen wäre? Hättest du ihr nicht noch einen Abend zu Hause gönnen sollen? Wurde ich bei meiner Entscheidung davon beeinflusst, dass meine andere Katze zum Schluss unter ihrem Verhalten gelitten hat und wollte ich es der anderen Katze leichter machen ? Was wenn es entgegen aller Symptome gar kein Hirntumor war? Was wenn ich mir die Schwere ihrer Symptome eingebildet habe?
 
01.05.2020
#1
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Nienor

Nienor

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Hey

Ich kann dich beruhigen, du hast genau richtig gehandelt.
Deine Katze hatte mit der Zeit so schwere Atemnot entwickelt, dass es an der Zeit war, sie gehen zu lassen.
Atemnot ist ja nicht nur schweres Atmen. Atemnot ist Todesangst. Deine Katze hatte Momente, an denen sie Angst hatte, zu ersticken. Und die hätte sie diese Nacht auch wieder gehabt. Sie hätte also keine friedliche Nacht gehabt, auch wenn sie keine Rückenschmerzen mehr gehabt hätte. Sie hätte ja trotzdem die Panik wegen der Atemnot gehabt.
Von daher war es richtig, sie gehen zu lassen. Es war an der Zeit.

Du hast alles getan, damit es ihr gut geht. Sie stand die letzten Jahre unter guter Beobachtung, du hast ihr sogar das Haus mit Garten ermöglicht, dass sie so lang sie konnte auch geniessen konnte. Und nun hast du ihr den letzten Liebesbeweis erbracht und sie gehen lassen, bevor es noch schlimmer wurde. Ihre Zeit war gekommen, egal ob es nun ein Hirntumor war oder etwas anderes ihr die Luft nahm. Wenn man etwas hätte tun können, dann hätte es die Tierklinik im Januar empfohlen.
 
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Snobilikat

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Mir kamen bei deinem Bericht die Tränen. Weil einfach so viel Liebe für deine Katze daraus gesprochen hat. Ich glaube, wenn man so eine Entscheidung fällt, fragt man sich immer: War es richtig? Wäre das andere nicht besser gegangen?

Und oft fragt man sich auch im Nachhinein, ob die Symptome wirklich so schlimm waren. Das ist normal. Man möchte ja nur das Beste für seinen Liebling. Aber ich glaube, du musst keine Schuldgefühle haben. Für mich klingt es nicht, als hättest du den einfachsten Weg genommen, sondern den Weg, den du für richtig gehalten hast.
Nach deinem Post hab ich eher den Impuls dir zu danken, dass du der Katze ein so liebevolles Zuhaue gegeben hast
 
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LoveSia

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Vielen Dank für eure lieben Antworten, sie spenden mir ein wenig Trost in dieser Zeit. Es tut einfach so unendlich weh und ich wünschte, wir könnten unsere Vierbeiner fragen,was sie wollen und ich wünschte sie könnten es verstehen. Die kleine Maus ist auf meinem Arm eingeschlafen,anders wollte ich es nicht. Hier in Schweden bekommen sie erst ein Schlafmittel gespritzt und davon wird den Tieren schlecht. Das dauert Nu 1-2 min an. Aber in diesen 2 min hat sie mich mit ganz großen Augen angeschaut, so "was passiert mit mir?" Und das verfolgt mich, dass sie in den letzten wachen Minuten Angst hatte.
Hier mal noch ein Bild von ihr.
 

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Moody

Moody

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Hallo!
Du warst bei ihr in den letzten Minuten. Wenn du sie wieder mit nach Hause genommen hättest, hätte sie vermutlich die ganze Nacht Angst gehabt, wegen ihrer Atemnot.
Ich weiß aus trauriger und mehrfacher Eigenerfahrung, wie schwer es ist, ein geliebtes Tier gehen zu lassen und wie sehr einem Schuldgefühle regelrecht zerfressen können. Aber in deinem Fall sehe ich keinen Fehler, du hast alles richtig gemacht.
Mein Beileid zu deinem Verlust!

Moody
 
TheFatCat

TheFatCat

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ich finde deine schuldgefühle sind nicht unangebracht. das meine ich nicht böse oder so.aber deine fragen und zweifel sind durchaus plausibel, angemessen und richtig. rücksprache mit dem tierarzt könnte hilfreich sein,aber der wird sich selbst kaum in frage stellen. oft geraten ärzte sogar in rage,wenn man anfängt kritisch nachzufragen.peinlich.

man kann nie wirklich wissen,wie sehr eine katze tatsächlich an etwas leidet oder ob sie starke schmerzen hat. in unseren augen sieht oft alles dramatischer aus,als es für die katze ist und ein besuch beim tierarzt,kann die eigentliche situation (durch gabe von medikamenten) sogar verschlimmern.
bsp.: eine katze die nicht frisst und sich erbricht,der wird ein mittel gegeben gegen übelkeit und eins was den appetit anregt.(hier im forum gelesen)
die symptome werden ausgemerzt,da sie als krankhaft gelten,selbst wenn sie aus sicht der katze notwendig sind. wenn wir uns übergeben und kein bissen runter kriegen,dann kann es unterschiedliche ursachen haben. genau wie bei der katze. wenn der körper signalisiert,dass alles raus muß und am besten auch erstmal nichts mehr rein kommen sollte. das ist nicht mehr als eine reaktion auf eine bestimmte situation.
ein hirntumor zu diagnostizieren ohne eindeutigen befund,das ist schon recht tollkühn und hemmt die hoffnung auf heilung. denn : möglich wäre auch ein hirnödem. das schwere atmen kann verschiedene ursachen haben. bevor ich an was schlimmes denken würde,käme mir eine allergie in den sinn.

fehler zu begehen ist wichtig,wenn man aus ihnen etwas lernen kann.
ich werde zb. niemals mehr je meine katze,meinen freund einschläfern lassen. allein schon das wort "einschläfern" ist augenwischerei die beschönigt und verharmlost. würde man es beim namen nennen,dann ist es nichts anderes als mord.der tierarzt ermordet vor deinen augen - deine katze.
ich kann mir nicht vorstellen,dass eine katze darum bitten wird.sie weiß doch gar nicht was auf sie zukommt,also wird man auch nicht wissen können,wann der richtige zeitpunkt gekommen ist,sie zu erlösen.diese entscheidung trifft allein der mensch.
der tod ist teil des lebens und das leben ist teil des todes. also warum lassen wir unsere tiere nicht dort sterben,wo sie gelebt und geliebt haben? zuhause...
 
Amber

Amber

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Ich glaube schon, dass in diesem Fall Diagnostik betrieben worden ist und auch an möglichen Allergien gedacht worden ist.
Auch schätze ich den Halter so ein, dass er gut einschätzen kann, wann seine Tiere leiden, zum Tierarzt fährt und mit diesem zum Wohle des Tieres entscheidet.
Die Möglichkeit sein Tier von Qualen zu befreien, wenn Besserung nicht mehr in Aussicht ist als Mord zu bezeichnen halte ich nicht für angebracht, schon gar nicht in solch einem Fall, wenn da jemand ist, dem der Tod seines Tieres verständlicherweise schmerzt.
 
Luna & Artemis

Luna & Artemis

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der tod ist teil des lebens und das leben ist teil des todes. also warum lassen wir unsere tiere nicht dort sterben,wo sie gelebt und geliebt haben? zuhause...
Wenn sie alt, "gesund" und eines natürlichen Todes sterben - bitte. Für mich persönlich gibt es keine schönere Vorstellung als alt, gesund und glücklich im Kreise meiner liebsten sanft und ohne Schmerzen einfach einzuschlafen bzw meine Tiere so beim sterben zu begleiten. Leider ist das selten der Fall wenn zur Einschläferung geraten wird. Zu 99% wird der Tod danach eben kein friedlicher, würdevoller Tod, sondern meist eher ein schmerzhaftes, qualvolles Krepieren über mehrere Stunden, Tage oder sogar ggf. Wochen und Monate. Um ein geliebtes Tier davor zu bewahren kann man dann lieber einen finalen Weg wählen, der aber Leid auf beiden Seiten erspart.
Auch nochmal hier @FatCat. Es tut mir unheimlich leid wenn bei deinem Tier etwas falsch abgelaufen ist, das darf einfach nicht passieren in so einer Situation. Aber ich würde dich trotzdem bitten dieses "Einschläferungs Bashing" zu unterlassen. In so einer Situation braucht wirklich niemand sowas.
 
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