Wenn der Hund zwickt, oder Menschen "maßregeln" möchte.

Diskutiere Wenn der Hund zwickt, oder Menschen "maßregeln" möchte. im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo liebes Forum, ich habe folgendes Problem, bei dem ich mir gerne so viele Meinungen wie möglich anhören möchte und an dem ich selber auch...
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Nikada

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Hallo liebes Forum,

ich habe folgendes Problem, bei dem ich mir gerne so viele Meinungen wie möglich anhören möchte und an dem ich selber auch schon arbeite, aber nicht sicher bin, ob ich das richtig mache.
Es geht um meine Hündin, 4 Jahre alt, die ich seid 6 Monate habe. Sie kommt aus dem Tierschutz und hat ihr ganzes Leben lang in einem russischen Tierheim verbracht, bis ich sie Anfang Dezember adoptierte. Sie war zuerst sehr ängstlich, hat sich nicht aus der Wohnung getraut, wollte keine Treppen gehen, wollte generell keinen Schritt gehen, hatte vor fast allem Angst und so weiter. Mit Geduld und viel Sicherheit geben (neben sie oder vor sie setzen, abwarten, ruhig bleiben, ruhig sprechen) habe ich das mit ihr sehr gut trainiert und sie ist unglaublich aufgetaut. Mittelrweile kann ich sie überall mit hin nehmen und wenn sie doch mal Angst hat, reicht es sie kurz zu beruhigen oder zu locken. Sie hört zudem recht zuverlässig (zumindest für
die 6 Monate) und besonders der Rückruf funktioniert ganz toll. Sie verhält sich nach wie vor sehr unterwürfig und ist sehr introvertiert, womit ich aber leben kann.
Nun zu dem Problem welches ich habe. Das ganze fing an, als ich das erste Mal meinen Freund bei mir zu Hause eingeladen habe, generell das erste Mal Besuch hatte, der auch hinein kommt. Als er mit mir herumalberte, kam sie angelaufen und zwickte ganz leicht in seinen Rücken. Er sagte, er hätte es kaum gemerkt. Da dachte ich noch, sie hätte geglaubt ich wäre in Gefahr und wollte mir helfen. Ich habe sie dann zurück geschickt und ihr versucht zu signailsieren, es gäbe keinen Grund zur Sorge. Beim zweiten Mal, kam er in die Wohnung, legte seine Taschen ab und sie kam aus ihrer Decke raus und versuchte seine Hose zu fassen. Ich konnte sie davon jedoch abhalten und habe sie weggeschickt. Beim dritten mal dann, ging er nah an ihrem damaligen Platz unter dem Bett vorbei und sie schoss darunter hervor und zwickte ihn in den Fuß. Danach habe ich ihr diesen Platz "weggenommen" und einen neuen zugewiesen, aber auch da fängt sie nun an mit den Zähnen zu klappern, wenn er daran vorbei geht (eine Drohnung soweit ich weiß). In meiner Wohnung gibt es leider kaum einen Platz, wo man komplett seine Ruhe hat und Niemand dran vorbei geht, sonst hätte ich den längst für sie eingerichtet.
Dann hat sie noch in der Wohnung von einem Kumpel, als der wild herum tanzte nach ihm gezwickt. Sie rannte hin, zwickte und rannte wieder weg. Als ich sie wegschickte und ihn dann bat nochmal zu tanzen, hat sie gewinselt und wieder versucht hinzurennen. Ein "Warnlaut" von mir hat allerdings gerreicht um sie davon abzuhalten. Sie hat dann allerdings weiter gewinselt und es wirkte als wäre sie überfordert.

Nun überlege ich, wie ich ihr zeigen kann, dass es keinen Grund zum zwicken gibt, sie die Menschen nicht zu maßregeln hat (denn ich glaube es ist maßregeln) und ich ihr genügend Sicherheit geben kann in diesen Situationen. Natürlich ist auch ein Hundetrainer in meinen Gedanken, sollte es nicht bald besser werden. Noch zwickt sie zwar "nur" und auch "nur" leicht, aber ich nehme das keines wegs nicht ernst! Im Gegenteil, ich mache mir viele Gedanken dazu und werde noch viel ausprobieren um zu sehen, was ihr hilft und woran es überhaupt liegt, dass sie das macht.
Vielleicht hat ja Einer hier eine Idee dazu :)?
Es würde mich sehr freuen davon zu lesen.
Ich hatte mich übrigens auf Probleme eingestellt als ich sie adoptierte. Wie gesagt, wenn meine eigenen Maßnahmen nicht helfen, wird auch ein Trainer konsultiert. Über abgeben denke ich nicht im Gerinsgten nach. Das sage ich aber nur zur Sicherheit, falls Jemand auf diesen Gedanken kommt. Ich möchte nur schauen, wie ich sie besser behandeln kann, damit sie dies nicht mehr tut.
Liebe Grüße
 
11.05.2020
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Midoriyuki

Midoriyuki

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Moin,

Trainer klingt grundsätzlich gut ;)
Ohne dabei zu sein können wir hier leider nur raten.

Davon abgesehen wäre es wichtig zu schauen, ob es sich um angstmotiviertes Verhalten handelt oder nicht.

Russisches Tierheim heißt in der Regel auch, dass derjenige da lange überlebt, der sich durchsetzen kann und das kann bei aller Unsicherheit beim Kontakt mit fremden Dingen/Personen durchaus auch heißen, dass man einen sehr durchsetzungsstarken Hund hat, der gelernt hat Dinge zu klären und zu beenden, die ihn stressen.

Als "Erstmaßnahme":

Nicht den als bisher sicher erlebten Platz wegnehmen.
Das ist unfair.

Maulkorbtraining starten.
Je nach Auslöser weißt du nicht worauf sie wie stark reagiert und insbesondere bei Besuch- kein Risiko eingehen und riskieren, dass sich das Verhalten festigt durch Erfolg.

Es ist übrigens sehr typisch, dass Hunde nach der ersten mehrere Monate dauernden Einlebungsphase "plötzlich" mit neuen Verhaltensweisen um die Ecke kommen.
Heißt einerseits, dass sie dabei ist richtig anzukommen, heißt aber auch, dass da noch Luft nach oben in der Verhaltensintensität ist.

Ich würde dir einen Trainer da wirklich Nähe legen um entsprechend ihrer Motivation das Ganze zu bearbeiten.
 
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Kiekie

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Es geht um meine Hündin, 4 Jahre alt, die ich seid 6 Monate habe.
Mit Geduld und viel Sicherheit geben (neben sie oder vor sie setzen, abwarten, ruhig bleiben, ruhig sprechen) habe ich das mit ihr sehr gut trainiert
Sie verhält sich nach wie vor sehr unterwürfig und ist sehr introvertiert, womit ich aber leben kann.
Als er mit mir herumalberte, kam sie angelaufen und zwickte ganz leicht in seinen Rücken.
Ich habe sie dann zurück geschickt und ihr versucht zu signailsieren, es gäbe keinen Grund zur Sorge.
Beim zweiten Mal, kam er in die Wohnung, legte seine Taschen ab und sie kam aus ihrer Decke raus und versuchte seine Hose zu fassen. Ich konnte sie davon jedoch abhalten und habe sie weggeschickt. Beim dritten mal dann, ging er nah an ihrem damaligen Platz unter dem Bett vorbei und sie schoss darunter hervor und zwickte ihn in den Fuß. Danach habe ich ihr diesen Platz "weggenommen" und einen neuen zugewiesen,
Hallo,
Ich würde die beschriebene Unterwürfigkeit und Introvertiertheit als Unsicherheit vermuten und das auch als Grund für ihr Verhalten sehen. Das, was wir Menschen bei Angst als Sicherheit verstehen, ist keine Sicherheit aus Hundesicht. Eine souveräne "Führungsperson" die dem Hund signalisiert "ich hab das zuverlässig im Griff" gibt dem Hund Sicherheit. Nichts gegen Ruhe und Geduld, das braucht ein ängstlicher Hund auch. Aber vor lauter Nachsicht fehlt oft die Souveränität. Klare Ansagen und Grenzen (mit Feingefühl) fehlen da nach meiner Auffassung. Es würde einen sicheren Rahmen vermitteln und sie müsste nicht mehr meinen, solche Situationen selbst regeln zu müssen. So zumindest meine Ansicht. Auch denke ich, ihr den Platz wegzunehmen wo sie sich sicher fühlt ändert nichts an dem Grund, warum sie sich so verhält.

In meiner Wohnung gibt es leider kaum einen Platz, wo man komplett seine Ruhe hat und Niemand dran vorbei geht,
Manchen Hunden hilft eine Stoff-Hundebox als Rückzugsort, wichtig ist dass sie dort drin dann auch in Ruhe gelassen wird.

Dann hat sie noch in der Wohnung von einem Kumpel, als der wild herum tanzte nach ihm gezwickt. Sie rannte hin, zwickte und rannte wieder weg. Als ich sie wegschickte und ihn dann bat nochmal zu tanzen, hat sie gewinselt und wieder versucht hinzurennen. Ein "Warnlaut" von mir hat allerdings gerreicht um sie davon abzuhalten. Sie hat dann allerdings weiter gewinselt und es wirkte als wäre sie überfordert.
Ich finde da hast du selbst das Problem erkannt, bzgl. dem überfordert wirken. Gib ihr einen festen Rahmen aus klaren Verhältnissen, was sie darf und was nicht, und dass du die Souveränität und Kompetenz vermittelst diese Dinge selbst geregelt zu bekommen. Und das es in deinem "Rudel" nicht ihr Job ist, diese Dinge zu regeln. Hunde sind glücklich darüber, wenn ihnen jemand diesen Part abnimmt und sie sich nicht darum kümmern müssen. Aber es setzt voraus, das der Hund von dir den Eindruck hat "Die bekommt das zuverlässig hin".

Aber es sind auch erst 6 Monate, mit einem Hund der so ein Leben wie er es jetzt hat gar nicht kennt. Ich finde es gut, das du die Ernsthaftigkeit der Situation erkennst und etwas darn ändern möchtest. Den Vorschlag von Midoriyuki mit dem Maulkorb finde ich gut, damit zumindest nicht noch mehr passieren kann. Wie klappt es denn mit "Bleib" in der Wohnung? Oder generell wenn du ihr auch andere Ansagen machst oder etwas von ihr willst/forderst?
 
cherry-lein

cherry-lein

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Ich kann mich da nur anschließen. Dein Hund braucht einen Ort der nur ihr gehört und da hat keiner was zu suchen. Es gibt bestimmt eine Ecke in der Wohnung wo man einen Zimmerkennel aufstellen kann. Wenn man es richtig macht und den Hund gut daran gewöhnt lernt der Hund den Kennel als entspannten Ort zu schätzen und dann kann man wenn z.b. Besuch kommt den Kennel auch mal zu machen, so hat der Hund keinen Stress und wird in Ruhe gelassen und der Hund wird diesen Platz auch freiwillig aufsuchen.
Maulkorbtraining finde ich hier auch super sinnvoll. Dein Hund beißt, das braucht man sich nicht schön reden, es ist so. Ob es nun Angstaggression, sozial motivierte Aggression oder territorial motivierte Aggression ist muss ein Trainer für Ort rausfinden und entsprechend daran arbeiten aber bis dahin kann ein Maulkorb in Kombination mit dem "Save Place" schon viel bringen. Wichtig ist das man das Verhalten nicht nur verbietet sondern eine Alternative für das Verhalten anbietet um den Stress umzuleiten. Bei Hunden die Angst vor Besuchern haben kann man z.b. Besucher mit einem Spiel verknüpfen, z.b. wenn der Hund einen Futterbeutel kennt oder ein besonders Spielzeug mega liebt kann der Besuch sofort wenn die Tür aufgeht das Spieli oder den Beutel fliegen lassen, so kann der Hund Besuch mit was positiven verknüpfen aber das ist bei euch wahrscheinlich nicht der richtige Ansatz, es ist nur ein Beispiel für ein Alternativverhalten.
Wir hatten mal ne Bernhardiner Hündin die auch schlechte Erfahrungen machen musste bevor sie zu uns kam, sie war auch extrem angstaggressiv, es ist unglaublich viel Arbeit aber man kann es hinbiegen. Das wird wahrscheinlich nie ein Hund sein der Labbi Like alle Besucher zum ausflippen Klasse finden wird aber man bekommt es mit konsequenten Training sicherlich hin das der Hund ein akzeptables Alternativverhalten erlernt und Besucher damit dann tolerieren kann.
 
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Nikada

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Ich danke euch für die vielen, langen Antworten. Mir war schon klar, dass ein beschriebenes Verhalten nicht von fern beurteilt werden kann und wohl kaum Einer Tipps geben wird. Dennoch dachte ich mir, fragen kostet nichts und einen Versuch ist es wert. Der Trainingsweg steht somit für mich fest. Die Maßnahmen mit dem Maulkorb und der Box finde ich gut und werde beides etablieren. Auch übe ich nun sehr stark mit ihr, auf den Platz zu gehen und dort zu bleiben. Das habe ich eben schon angefangen und mich garantiert vor den Nachbarn zum Affen gemacht, weil ich wild mit dem Leckerliebeutel vor ihrer Nase herum getanzt bin.
Zum Glück ist sie das Tragen eines Maulkorbes schon gewöhnt durch die Öffentlichen Verkehrsmittel, das macht vieles einfacher. Eine Box werde ich dann so bald wie möglich bestellen. Nach dem Trainer werde ich recht sorgfältig schauen, es gibt leider viel zu viele, die sehr suspekt sind. Zumindest meiner Meinung nach.

Mir war in der Tat klar, dass irgendwann Probleme auftreten könnten, schließlich ist sie ein Tierschutzhund und hat niemals im Haus gelebt, vieles nicht kennengelernt. Auch war mir klar, dass mögliche Schwierigkeiten wenn dann jetzt kommen, da es meistens auftritt wenn der Hund sich eingelebt hat. Ich werde schauen, wie ich das Problem in den Griff bekomme. Denn ich bin hartnäckig :D.
Ich danke herzlich!
Liebe Grüße
Nikada
 
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