Ich komme nicht darüber hinweg

Diskutiere Ich komme nicht darüber hinweg im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Wer immer sich die Zeit nimmt, das Nachfolgende zu lesen, macht einen Hund unvergessen und tröstet mich ein Stück. Danke! Seit unserer im Jahr...
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JFKennedy

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Wer immer sich die Zeit nimmt, das Nachfolgende zu lesen, macht einen Hund unvergessen und tröstet mich ein Stück. Danke!

Seit unserer im Jahr 2012 vollzogenen Trennung (die Ehe wurde dann 2014 geschieden) lebt unser Hund bei meiner Exfrau. Sie hatte sich das so erbeten und erwartete im Gegenzug, dass ich für Tierarztrechnungen, die Tierhalterhaftpflicht und die Hundesteuer aufkäme. Diesen Verpflichtungen bin ich stets nachgekommen und firmiere so bis heute gegenüber der Versicherung als Halter und werde auch von der politischen Gemeinde zur Hundesteuer herangezogen. Rechnungen begleiche ich möglichst umgehend indem ich sie an meine frühere Frau erstatte, da sie zumeist in Vorlage tritt.

Am Sonntag, den 24.05. erreicht mich ein Anruf von ihr in dem sie mir mitteilt, dass der Hund (nunmehr ca. 13 Jahre alt) kürzlich während ihrer berufsbedingten Abwesenheit (ca. 7 Stunden / möglicherweise aber nicht täglich) „ihre Wohnung zerlegt hätte“ und nicht mehr alleine bliebe. Sie wollte wissen.ob meine jetzige Frau und ich ihn bei uns aufnehmen könnten. Falls nicht würde sie ihn, da unter den vorliegenden Umständen kein Tierarzt den Hund einschläfern würde, erschießen lassen; sie hätte da auch „jemanden an der Hand“.

Ich nehme (es ist Sonntagnachmittag) mit einer befreundeten ehemaligen Veterinäramtsleiterin Verbindung auf. Sie berät mich dahingehend, meiner Exfrau weiterzugeben (so geschehen am 25.05.), es doch zunächst einmal mit einer Vetranquilgabe (freilich keinesfalls als Dauerlösung) zu versuchen. Wir selber können den Hund aufgrund der räumlichen Gegebenheiten und der Tatsache, dass meine jetzige Frau als Kind durch 2 gewaltsame Verluste von ihr ans Herz gewachsenen Tieren deutlich traumatisiert ist. Meine Exfrau lehnt das rundheraus
ab und präsentiert mir zwei Tierarztrechnungen vom 23.05. über eine „allgemeine Untersuchung Hund“ und über die Verordnung „8 Tab Rimadyl Kautabletten 100 mg/neu“ und „5 ml Soligental Augentropfen“. Ich erstatte ihr ihre Auslagen von € 47,58 am 26.05..

Am Morgen des 27.05. erhalte ich einen Anruf von ihr mit der Bitte, den Hund (den sie mit an ihre Arbeitsstelle genommen hat) während ihrer Arbeitszeit zu hüten. Ich nehme ihn von 9:15 bis 13:30 Uhr in meine Obhut. Er macht währenddessen auf mich den Eindruck einers ruhigen, älter gewordenen Tieres, in seinen Bewegungen ein wenig verlangsamt, ruhebedürftig zwar, aber dennoch lebensfroh (was sich auch mit den Aussagen eines unserer Kinder deckt, das wir kürzlich nach dem Tier fragten). Einfach also ein friedfertiger, liebenswürdiger Zeitgenosse, und dazu mit intakten Körperfunktionen und gutem Orientierungsvermögen. Auffällig sind allerdings deutliche Spuren von Vernachlässigung, vor allem ein wucherndes, stumpfes, völlig ungepflegtes Fell. Als der Zeitpunkt der Rückgabe da ist, nimmt sie das Tier wortlos und in abgewandter Körperhaltung und keinerlei Gesprächsbereitschaft signalisierend entgegen, das vergnügt in ihren Wagen steigt.

Am Samstag, den 30.05. erreicht mich eine Tierarztrechnung vom 26.05. und von einer anderen (!) Veterinärpraxis mit den Positionen „eingehende Untersuchung einzelner Organe“, „Blutprobenentnahme“, „Geriatrische Profil incl. Abholung“, „1 Injektion sc., im., Pferd, Lama, Hund, Katze, „Angewandte Medikamente 60 Table Neurexan Tabletten“. Die Rechnung wir via WhatsApp übermittelt und mit dem ergänzenden Vermerk: „Bitte diesen Rechnungsbetrag noch an mich überweisen. Das war es dann“. Mir fällt auf, dass sie inzwischen ihr WhatsApp-Profilbild geändert hat: Die zeigt nunmehr ein verwuscheltes, ergrauendes Hundefell, versehen mit einem gewundenem Blumenkränzchen und einem Sträußchen, vorwiegend aus Margeriten bestehend. Ich frage zurück: „Die Rechnungspositionen sind mir mehrheitlich unklar: a) was ist ein "geriatisches Profil incl. Abholung"? b) um welche Art von Injektion handelt es sich denn hier? c) 60 Tabletten Neurexan für wen?“ und erhalte am 30.05. als Anwort: „zu a.: Erstellung bzw Analyse der gängigen Blutparameter, Beratung zum Ergebnis / b.: Beruhigungsmittel / c.: für den Hund.“ Ich frage ein weiteres Mal zurück: „O. g. Rechnungsbetrag von € 138,45 habe ich heute an Dich überwiesen. Deinen Schlusssatz "Das war es dann" weiß ich nicht wirklich zu verstehen. Was bedeutet das denn?“ Am 31.05. bekomme ich mitgeteilt: „Damit ist gemeint, dass keine künftigen Zahlungen mehr fällig sind.“ Ich schreibe zurück: „Da ich vereinbarungsgemäß die Hundesteuer und die Tierhalterhaftpflicht (die mich als Halter in ihren Unterlagen führt) bezahle, muss ich anbetrachts dessen "dass keine künftigen Zahlungen mehr fällig sind" mich beiden Stellen gegenüber begründet erklären. D. h. ich muss wissen, ob Du entweder den Hund in andere Hände gegeben hast (und, falls ja, in wessen) oder ob er nicht mehr am Leben ist. Bitte antworte mir also entsprechend. Danke.“ Knappe 5 Stunden später bekomme ich dann geschrieben: „Der Hund ist am Mittwoch eingeschläfert worden“. Ich brauche etwa 2 Stunden um die Fassung etwas wiederzugewinnen und bitte: „Dann übersende mir bitte noch die diesbez. Tierarztrechnung.“ Die Replik erfolgt prompt: „Habe keine Rechnung, brauchst nix zu erstatten“ Ich hake nach: „Dann lasse Dir bitte eine ausfertigen. Ich bestehe darauf.“ Und dann lese ich das: „Der Tierarzt stellt nie Rechnungen aus, er hat anderes zu tun, arbeitet aber sehr ordentlich, also lass gut sein“ Ich kann ihr nur noch erwidern, hilflos, ratlos und von schlimmsten Befürchtungen heimgesucht: „Damit rechne bitte nicht. Du wirst in dieser Angelegenheit demnächst Weiteres hören.“ Danach führt meine Exfrau die Kommunikation nun nicht mehr weiter fort.

Am vergangen Dienstag, den 2. Juni, schreibe ich der Tierärztin (der den Hund am 26.05. vorgeführt wurde), schildere ihr mein Verhältnis zu dem Tier (damit sie weiß, wer ihr, und warum schreibt) und bitte sie „Ich wäre ihnen nun sehr verbunden, sehr geehrte Frau ..., wenn Sie mir freundlicherweise die sich aus Ihren o. g. Untersuchungen ergeben habenden Befunde (incl. des „geriatrisches Profils“) zugänglich machen würden; gerne via E-Mail, aber natürlich auch in Kopie und per Post. Darüber hinaus bin ich natürlich sehr gerne bereit, Sie zu einem dann noch zu benennenden Gesprächstermin in Ihrer Praxis aufzusuchen! Den Ihnen entstehenden Aufwand will ich Ihnen selbstverständlich gerne entgelten.“

Eine Antwort habe ich noch nicht erhalten, aber der Brief hat sie wahrscheinlich ja erst am 02.06. erreicht. So warte ich nun und bin noch immer völlig ratlos. Was soll, was kann ich tun damit das bittere, tödliche Unrecht, das diesem unschuldigen Tier zugefügt wurde, nicht unwidersprochen bleibt?
 

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04.06.2020
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Nienor

Nienor

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Ohjeh, das tut mir leid :(

Was mir aber beim Lesen eingefallen ist: Für die Abmeldung von der Hundesteuer (und vielleicht auch von der Hundehaftpflicht - da müsstest du dich erkundigen, bei uns ist der Hund bei der Privathaftpflicht mitversichert) brauchst du einen Nachweis, dass der Hund gestorben ist - u.a. ein Attest oder die Rechnung vom Tierarzt.

Wenn du keine Rechnung oder ähnliches von deiner Frau bekommst, würde ich mich an deiner Stelle bei einem Anwalt oder einer Polizeidienststelle erkundigen, wo und wie du Anzeige erstatten kannst. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass deine Frau ihre Drohung wahrgemacht und den Hund erschiessen hat lassen. Da sollte zumindest eine Untersuchung fällig sein, wer das gemacht hat, ob der legal im Besitz der Waffe ist und ob der überhaupt dazu berechtigt ist, einen Hund auf diese Art und Weise zu töten.
 
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JFKennedy

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Danke, Nienor, für Dein Mitgefühl und Deine Gedanken! An eine mögliche Nachweispflicht bei der Abmeldung bei der Gemeindekasse und der Tierhalterhaftpflicht (ich habe die separat versichert) habe ich auch schon gedacht. Da werde ich mich auf jeden Fall erkundigen. Und ich werde mich anwaltlich beraten lassen! LG, JFK
 
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