Tierschutzjunghund ängstlich und sehr schüchtern

Diskutiere Tierschutzjunghund ängstlich und sehr schüchtern im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Liebe Forum-Mitglieder, wir haben seit gestern einen kleinen Junghund aus dem Tierschutz. Sie kommt nicht von alleine aus ihrer Box raus oder...
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forStella

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Liebe Forum-Mitglieder,

wir haben seit gestern einen kleinen Junghund aus dem Tierschutz. Sie kommt nicht von alleine aus ihrer Box raus oder geht auch nicht alleine ans Futter.
Bisher hat sie allerdings noch nicht Pippi gemacht, was uns ein wenig beunruhigt (denn getrunken hat sie ein wenig
- von sich aus).
Wir wollen ihr ja auch den Raum geben, um vertrauen aufzubauen, deswegen lassen wir sie in Ruhe.

Nun unsere Frage, sollen wir sie einfach nehmen und mal in den Garten setzen?
Wir haben es gestern Abend einmal versucht und sie ist sofort in die hinterste Ecke geflüchtet.
Mit Leckerlis locken klappt auch nicht.

Im Haus, in ihrem Körbchen, ist sie aufmerksam und verfolgt mit ihren Augen alles ganz genau.
Damit sie irgendetwas frisst, haben wir ihr das Futter und Leckerlis ins Körbchen mit der Hand gereicht - wir haben grade gelesen, dass es nicht so gut war, da wir sie somit in ihrer Angst positiv verstärken. Das werden wir jetzt nicht mehr machen.

Es wäre super, wenn ihr uns helfen könnt, wie wir sie nicht überfordern aber sie trotzdem Pippi machen soll...


Vielen lieben Dank vorab!
 
27.06.2020
#1
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Guest

Hast du schon mal die Tipps vom Hundeflüsterer gelesen? Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem!?
Tompina

Tompina

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Hallo willkommen im Forum und herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied!

Wie alt ist die Kleine denn genau?

1. ich gehe davon aus, dass ihr das schon habt (entweder gekauft oder von der Tierschutzorga bekommen), ansonsten besorgt es euch schnellstmöglich: ein Sicherheitsgeschirr! (wenn die Kleine noch ein Welpe ist, müsst ihr gucken was und ob es da gibt) Sicherheitsgeschirre haben einen zweiten Bauchgurt und sind so gebaut, dass der Hund sich auch in Panik nicht rauswinden kann - bei Angsthunden/Hunden die neu in Deutschland sind unablässlich!

2. befestigt an dem Geschirr einen "Spaghetti", also ein Leinenstück/Schnurrstück, dass mind. 2m lang ist, aber auch nicht länger als 3-4m, damit das Gehedder nicht zu groß ist. Mit diesem "Spaghetti" könnt ihr den Hund rein und raus führen ohne, dass ihr "direkt an ihr" hantieren müsst.

3. ganz wichtig ist jetzt, dass ihr weder zu sehr tüddelt, noch dass ihr die Angst komplett ignoriert - das Mittelmaß zu finden ist bei jedem Hund individuell. Wichtig ist, dass ihr Regeln die später befolgt werden sollen (z.B. nicht aufs Sofa, nicht in die Küche o.Ä.) jetzt schon sanft aber bestimmt durchsetzt. Zu wissen was erlaubt ist und was nicht, gibt Hunden Sicherheit!

Nehmt den "Spaghetti" immer möglichst weit weg von ihr in die Hand und versucht gar nicht groß mit Locken etc. zu arbeiten, sondern einfach mit dem Hund an der Leine rausgehen, kurz dort verweilen, löst sie sich loben (Stimme reicht, anfassen würde ich nicht mit Lob verbinden solange sie euch noch nicht wirklich kennt), ansonsten nach einer Weile wieder rein und einfach immer nach dem Schlafen/Füttern wieder raus.

Grundsätzlich würde ich die ersten Tage nicht viel von ihr verlangen - außer Dinge, die euch wichtig sind im Haus (eben Tabuzonen wie Küche oder so). Ansonsten würde ich sagen füttert aus der Hand, vermeidet allzu großen Trubel - packt sie aber auch nicht in Watte und lernt euch in Ruhe kennen!
 
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Reaktionen: Hexogen10 und Djinn
Hexogen10

Hexogen10

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Hallo :)

Herzlichen Glückwunsch zu erst einmal zum neuen Familienmitglied! Tompina hat schon viel wichtiges gesagt wie das Sicherheitsgeschirr. Unbedingt nutzen und zusätzlich ein Halsband plus einer Leine, die sich nicht durchkauen lässt. Nur gesichert in den Garten gehen und nie alleine lassen. Hier in 3km Umkreis sind allein letztes Wochenende drei Hunde aus dem Garten entlaufen, die an dem Wochenende angekommen sind. Zwei Rumänen, ein Spanier. Drei Vereine. Einen Hund suchen müssen, ist eine sehr blöde Erfahrung, ich spreche da leider aus Erfahrung. :(

Als langjährige Pflegestelle und Helferin im Tierheim kann ich dir sagen, dass man Angst nicht durch Zuwendung bestätigen kann. Lies dich gerne mal in den Artikel "Trösten erlaubt" ein. Zu finden über die große Suchmaschine. Wichtig ist halt zu schauen, hilft eurem Hund das, dass ihr einfach da seid, hilft es dem HUnd, wenn ihr auch Körperkontakt herstellt oder kann der Hund sich noch nicht darauf einlassen. Meine letzte Pflegehündin bekam in meiner Anwesenheit immer ganz tolle Sachen ausgelegt. Ich habe mich einfach auf den Boden gesetzt oder gelegt, Kopf abgewandt und gute 2 Meter Abstand gehalten. So hatte sie mich ganz schnell mit etwas positivem verbunden und kam sehr schnell auch zu mir, wenn ich auf dem Sofa saß, ließ sich nur bedingt anfassen, aber sie suchte auf ihre Art den Kontakt zu mir.
Biete ihr drinnen die Möglichkeit zu lösen. Ich hatte schon zwei Hunde hier, mit denen war gar nicht daran zu denken, dass ich sie anleine und mit raus nehme. Die beiden bekamen ein Handtuch hingelegt und lösten sich, wenn ich mit meiner Hündin draußen war.

Aus der Hand zu füttern sehe ich persönlich immer kritisch, weil man den Hund in einen Zwiespalt bringt. Er möchte ein Grundbedürfnis befriedigen, muss dafür aber etwas unangenehmes ertragen, nämlich in deine Nähe gehen. Wenn du Pech hast, machst du dich zu DER Ressource schlecht hin, sodass dein Hund dich später verteidigt, dich nicht mehr aus der Wohnung lässt (Trennungsstress) und du sehr viel mehr Training investieren musst, als dem Hund jetzt einfach von sich aus die Möglichkeit zu geben, sich an alles zu gewöhnen und von sich aus zu kommen. Grundbedürfnisse wie Fressen,, Trinken, sich lösen und etwas bewegen können, sollte der Hund befriedigen können ohne etwas dafür leisten zu müssen. Mein Damian hat in den ersten Tagen ausschließlich auf meinem Bett gefressen und sehr wenig getrunken. Es gibt auch Hunde, die trinken generell nur wenig. Wenn ihr einen Bach habt oder die Möglichkeit an Regenwasser zu kommen, bietet dem Hund das an. Einfach statt des Leitungswassers in den Napf geben. Das hat Damian damals sehr geholfen.

Jede Kontaktaufnahme vom Hund positiv belegen. Dazu zählt auch der Blick in eure Richtung. Fleischwurstwürfel, Käsewürfel oder das Nassfutter fallen lassen im Vorbeigehen, hin kullern usw. Alles nebenbei und nicht gezielt hinsetzen und den Hund anstarren, warten bis er schaut und belohnen, sondern im Alltag eben. Lasst vor allem ausreichend Zeit zum Verarbeiten der neuen Reize und Erfahrungen. Das ist gerade so viel, was es da gibt und Hunde brauchen bis zu 48h um Stress abzubauen.
Legt den Fokus am Anfang mehr darauf, dass ihr eine gute Beziehung aufbaut, anstatt "die muss aber raus, mal Pipi oder sonst was". Alles kann, NICHTS muss! Das sollte euer Credo sein. Der Hund bestimmt das Tempo. Vergleichbar mit einem Kind, das durchschlafen soll oder endlich auf das Töpfchen gehen, alleine essen oder was auch immer. Wenn das Kind noch nicht bereit ist, können die Eltern es noch so oft auf die Toilette setzen. Denk mal an Kinder, die aus anderen Ländern kommen, dort in Heimen gelebt haben und nun hier in einer Stadtwohnung oder ein Haus mit Garten bekommen. Viele dieser Kinder sind damit in erster Linie überfordert, sitzen auf ihrem Bett und schaukeln sich vor und zurück, weil es das ist, was sie selbst beruhigt und erdet. Mit den Kindern geht man auch nicht direkt in den Kindergarten, auf große Spielplätze oder Museen, sondern lässt sie erstmal hier die Welt entdecken.

LG Hexe
 
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