Bindungsaufbau beim Tierheimhund

Diskutiere Bindungsaufbau beim Tierheimhund im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo allerseits, unsere Hündin ist vor ein paar Monaten leider verstorben. Mittlerweile haben wir mal im örtlichen Tierheim nach einem...
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Tapa

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Hallo allerseits,
unsere Hündin ist vor ein paar Monaten leider verstorben.

Mittlerweile haben wir mal im örtlichen Tierheim nach einem Nachfolger geschaut....und uns in eine zirka 3jährige Hündin verguckt, die dort seit 2 Wochen sitzt. Davor war sie in einem rumänischen Tierheim. Mehr wissen wir nicht.

Wir sind jetzt seit 1 Woche jeden Tag dagewesen. Sie sitzt mit einem Schäferhund in einem Hundezimmer mit Durchgang per Hundeklappe zu einem betonierten Bereich im Freien, an den sich noch zirka 200-300 Quadratmeter Auslauf im Freien anschließt.

Sie ist zurückhaltend, kommt aber und lässt sich streicheln. Der junge Schäferhund (ebenfalls aus
Rumänien) ist neugierig, wedelt begeistert, lässt sich auch gern streicheln, ist aber sehr distanzlos, drängelt sich auch schonmal dazwischen, springt insbesondere mich (meinen Mann nicht) an, knabbert und zieht an Jackenzipfeln....er nervt mitunter ziemlich.

Sie selbst kommt mit eingezogenen Schwanz an, lässt sich aber streicheln. Dann wieder geht sie weg, schnüffelt in 2, 3 Meter Entfernung, nähert sich dann erneut (wieder mit eingezogenen Schwanz).
In Absprache mit dem Tierheim dürfen wir den nervigen Schäferhund auch zeitweise separieren, was wir gestern gemacht haben. Er war dann in dem betonierten Bereich und sie mit uns im Auslauf. Sie ist dann sichtlich unsicherer, zieht den Schwanz noch mehr ein, versucht aber nicht in Richtung Durchgang zum Schäferhund zu laufen, sondern bleibt in unserer Nähe. Hat sich dann in 2 Meter Abstand zu uns auch mal hingelegt. Wir haben einfach gar nichts gemacht und abgewartet. Irgendwann stand sie dann auch wieder auf und kam zu uns. Wenn wir sie streicheln hebt sie oft ganz vorsichtig eine Pfote und legt sie einem auf den Unterarm.

Als wir den Schäferhund wieder dazu gelassen haben, entspannte sie sich und der Schwanz war nicht mehr ganz so stark so eingeklemmt. Während dieser im kompletten Auslauf herumpeste, blieb sie in unserer Nähe.

Irgendwann hat sie sich sogar vor meinem Mann hingesetzt und sich streicheln lassen und dann sogar hingelegt. Dann platze leider der Schäferhund wieder dazwischen

Frage: Machen wir das bisher richtig? Gibt es an unserer Vorgehensweise etwas zu ändern/verbessern?

Wie sollten wir uns verhalten, wenn sie erschrickt? Denn schreckhaft ist sie, das haben wir schon festgestellt. Ich bin gestern im Auslauf ausgerutscht und gestürzt. Da ist sie panisch weggelaufen und traute sich anfangs nicht zurück in den Auslauf.

Irgendwann wollen wir ihr auch ein Geschirr anziehen üben... noch zu früh?
 
16.07.2020
#1
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A-Fritz

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Hallo,
falls Ihr die Hündin jetzt nicht unnötig erschreckt , oder sonst verärgert , könnt Ihr nichts Falsches machen .
Wenn Ihr euch öfter mit dieser Hündin beschäftigt , wird sie ,als soziales Wesen bestimmt allmählich immer mehr
Vertrauen zu Euch entwickeln . Mit einem Leckerli zwischendurch ,könnt Ihr diese Hündin vielleicht noch schneller an Euch gewöhnen. Bei einem Spaziergang an der Leine , kann man erkennen, ob diese Hündin schon irgendwann gelernt hat , an einer Leine zugehen .
Was aber ist euer Plan , wollt Ihr diese Hündin noch weiter im Tierheim besuchen , oder habt Ihr vor , sie bald mit
zu Euch nach Hause zu nehmen ?
Gibt es bei Euch auch die Möglichkeit mit einem abgezäunten Garten ? Die Entscheiden einen so ängstlichen Hund
zu über nehmen und zu versuchen, ihn zu sozialisieren, sollte man sich gut überlegen , dieses wird bestimmt nicht einfach sein . Ich weiß nicht , ob ich mir dieses zutrauen würde . Bei so einem Hund ,müsste man von 0 beginnen,
ähnlich, wie bei einem scheuen Reh , welches sofort davon läuft , wenn es einen Schreck bekommt .

Fritz
 
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Tapa

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Hallo, es ist zunächst geplant sie weiterhin im Tierheim zu besuchen. Sie hat eine Mittelmeerkrankheit (Babebiose) die behandelt wird. Solange die Blutwerte nicht vollständig in Ordnung sind, besteht Vermittlungssperre und wir möchten diese Zeit nutzen, sie richtig gut kennenzulernen. Fahren zur Zeit täglich hin. Leckerli ist schwierig, sie frisst sie nicht immer, überlegt, ob sie sich trauen soll sie anzunehmen....während parallel der Schäferhund einem die Taschen ausräumt🙄.

Unser Garten ist nicht vollständig eingezäunt, wir überlegen aber, im Falle einer Adoption, diesen zumindest in der Eingewöhnung abzuzäunen.

Ich möchte mir auch noch verschiedene Hubdeschulen in der Nähe ansehen. Ich kenne bisher keine, weiß überhaupt nicht, wie sowas abläuft oder was die da eigentlich machen.....da es mit unserer früheren Hündin völlig unproblematisch war und damals insbesondere der Rückruf von Anfang an klappte, ohne das wir je geübt hätten....🤔
 
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A-Fritz

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Hallo,
es gibt bestimmt viele andere Menschen , welche mit Hunden wie dem eurem Erfahrungen haben .
Ich habe schon öfter bei meinen Hundespaziergängen Mensch kennengelernt , die Hunde mit
einer Angststörung hatten und konnte im laufe der Zeit immer mehr auch deren Erfolge beobachten .
Es kam aber auch vor , dass solche ängstlichen Hunde verschwunden waren und nie mehr aufgetaucht sind,
oder erst nach langer Zeit eingefangen werden konnten .

Ob es auch Hundeschulen gibt , welche speziell mit solchen ängstlichen Hunden arbeiten ,
habe ich noch nicht gehört , meistens gibt es dort ein Training für Hunde mit normalen Problemen .

Natürlich bieten sich , wie für alle Belange von Tieren auch viele Heilsbringer und Therapeuten an ,
es ist wohl ein lohnender Markt , bei dem Gewinne gemacht werden können.

Ich denke, eigentlich solle auch in Eurem örtlichen Tierheim für Problemhunde gesorgt werden
und jemand für eine laufende Beratung zur Verfügung stehen , bevor diese Hunde zurückgegeben
und wieder im Tierheim landen .

Ich weiß nicht , eigentlich sollten sich auch hier im Forum einige Teilnehmer mit ähnlichen Hunden melden
und gute Ratschläge geben können .

Fritz.
 
Hexogen10

Hexogen10

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Hi,

aus meiner Erfahrung heraus mit Tierschutzhunden (sowohl im Tierheim als auch bei mir Zuhause) kann ich dir folgende Tipps an die Hand geben:
- versucht die Abläufe immer gleich zu gestalten. Routine gibt Sicherheit und der Hund weiß, was gleich kommt. Das gilt für jetzt als auch später, wenn ihr die Hündin mit nach Hause nehmt. Das ist sowohl beim Menschen als auch beim Tier gleich. Sicherheit ist die Basis für Vertrauen und Bindung. Einen Menschen, der dir gegenüber immer wieder anders reagiert und den du absolut null einschätzen kannst, weil er mal mit einem Lächeln und mal mit einem Boxhieb auf die gleiche Frage reagiert, wirst du dein Vertrauen nicht schenken. Ein Baby, das von seinen Eltern in seinem Bettchen liegen gelassen wird und sich vom ersten Tag an in den Schlaf schreit, wird seine Eltern später auch weniger um Hilfe bitten. (psychologisch bewiesen, hatte ich im Studium) Ein Hund kommuniziert sehr fein und dementsprechend reicht unsere Antwort darauf auch im mininalen Stil aus.
- Leckerli nicht aus der Hand geben, sondern werfen, kullern oder einfach beim Laufen fallen lassen. Dadurch bringt ihr die Hündin nicht in den Zwiespalt "Bedürfnis nach leckerem befriedigen und sich damit ausliefern" oder "Leckerli nicht nehmen, dafür aber in der Komfortzone bleiben". Jeder Hund hat eine Komfortzone und die gilt es zu respektieren. Durch das wegkullern der Kekse, hat der Hund selbst die Möglichkeit zu entscheiden, ob er hinterher läuft oder es ignoriert. Nutzt die Zeit in der ihr den Schäferhund abgrenzen könnt und er ihr die Kekse nicht wegschnappen kann.
- spielt nicht Eisskulptur, wenn ihr im Auslauf seid. Bewegt euch, setzt euch auf den Boden, streckt euch mal in alle Richtungen. Denn es bringt nichts, wenn der Hund euch nur bewegungslos kennt und sobald ihr euch bewegt in Panik verfällt. Unterhaltet euch, lest ein Buch vor und lacht zwischendurch auch einach mal.
- denkt immer daran: alles kann, NICHTS muss. Der Hund entscheidet das Tempo und über Zwang erreicht man wenn überhaupt einen Hund, der zwar alles über sich ergehen lässt, daran aber keinerlei positive Aspekte sieht. Gassi gehen Kontakt zu euch, eure Nähe suchen uvm. soll der Hund doch machen, weil er einen positiven Nutzen sieht und Endorphine ausschüttet und nicht das Gefühl von Ausgeliefertsein und sich Frustration breit macht. Resultat letzteren wäre, dass der Hund unerwünschte Verhaltensweisen entwickelt wie andere Hunde verbellen, Besuch verbellen/schnappen, o.ä.
- eure Körpersprache beachten. Dreht euch nicht frontal zu ihr, beobachtet sie aus dem Augenwinkel und scheinbar nebenbei, wenn ihr euch umschaut. nicht frontal auf sie zu laufen, sondern Bögen, Schleifen, Zickzack in größerer Distanz laufen, ohne auf den Hund zuzugehen
- Belohnung geht nicht nur durch den Magen, sondern kann auch Distanzvergrößerung sein.
- schlecken beruhigt. Es gibt extra sogenannte Schleckerchen, die kann man aber auch selbst machen mit Quark, Leberwurst, Fisch zum streichen/pürriert uvm. Ihr könnt Steine, Gitter,, Eiswürfelformen vom schwedischen Möbelhaus, aber auch Spielzeuge damit bestreichen oder befüllen.


für die Zeit bevor ihr sie nehmt, was noch gemacht werden muss:
Garten ausbruchssicher machen. Jedes Loch zu machen, nach oben hin und nach unten darauf achten, dass man sich nicht hinausbuddeln kann und auch nicht darüber springen kann. Mein Rüde ist 38cm und springt 1,2m im Stand über Zäune ohne Training! Es gibt Hunde, die klettern und da stellt ein 2m hoher Zaun ungefähr genauso eine Barriere dar wie eine Beetumrandung von 10cm.

für die Zeit nach der Übernahme:
bitte doppelt sichern mit SIcherheitsgeschirr (zwei Bauchgurte, die eng sitzen und wo der hintere Gurt nicht nach vorne auf den Brustkob rutschen kann), enges Halsband, zwei Leinen, davon eine am Körper gesichert. nehmt drei Meter Leinen, keine 2 m, weil die Komfortzone eines Hundes meist bei 2,5m liegt und so könnt ihr die Distanz noch etwas variieren. Wenn sie in die Leine beißt, kann man ein Stück Kette zwischen Halsband/Geschirrhaken und Leine anbringen (bitte mit Tape umwickeln, damit der Hund sich nicht verletzt)
Wenn ihr in den Garten geht, immer dabei bleiben, Hund an der Schleppleine (im Geschirr) und den Hund nie alleine lassen. Erst kürzlich sind in meiner Umgebung drei Hunde an einem Wochenende aus dem Garten entwischt, weil man den Hund in dem vermeintlich ausbruchssicheren Garten alleine ließ. Mal ganz abgesehen davon, dass ihr dabei kleinere Bindungsspielchen machen könnt. Gemeinsam den Garten erkunden, sie beobachten wie sie auf Hummeln, Fliegen oder Grashüpfer reagiert, sie kann euch beobachten und merkt, ihr seid da um auf sie aufzupassen. Dass sie die Situation nicht alleine bewältigen muss.
Geht anfangs auch nur in den Garten und noch keine Spaziergänge. Ihr habt alle Zeit der Welt die Umgebung zu erkunden, wenn ihr die entsprechende Beziehung zueinander habt. Und auch da: lieber kleine Strecken und dann Woche für Woche ausbauen. Achtet auf ihre Körpersprache und wenn ihr merkt, die dreht danach im Garten total auf, war es zu viel. Denn nach müde kommt doof.

und noch was ganz wichtiges:
Man kann Angst nicht durch Zuwendung verstärken, solange der Hund die Zuwendung als positiv empfindet. Friert sie ein, wendet sich ab, knurrt oder gähnt, ist dem nicht so. Manchen Hunden hilft enger Körperkontakt, anderen ist es wichtig, dass sie wissen "mein Herrchen/Frauchen ist da" und andere haben ihren eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. Auch hier kann man durch Zwang nicht erreichen, dass es dem Hund hilft.
Einem Menschen mit Spinnenphobie ist nicht geholfen, wenn man sie in den Arm nimmt und immer näher zur Spinne bringt. Egal ob etwas passiert oder nicht, sie haben ein unschönes Gefühl dabei und dann ist Lernen nicht möglich.
Lasst sie bitte ihr Futter nicht erarbeiten. Die Grundbedürfnisse müssen befriedigt werden können, nur so ist lernen möglich. Einem Kind gibt man auch nicht erst nach der gelösten Matheaufgabe einen Biss vom Butterbrot oder ein Stück Apfel. Mit leerem Bauch arbeitet es sich nicht gut. Ich arbeite in einem Bereich, wo Menschen nicht sagen können "ich habe Hunger, bitte gib mir etwas zu essen/ ich habe Durst, gib mir bitte etwas zu trinken/ich muss zur Toilette, bitte geh mit mir dorthin", sondern beginnen sich die Haare zu rupfen, zu weinen, zu schlagen und zu schreien. Keine Babys oder Kleinkinder, sondern Jugendliche und Erwachsene. Sie haben nie gelernt, anders auf sich aufmerksam zu machen als auf diese Art und Weise. Es gibt aber leider noch Trainer, die einem sagen, man solle so die Bindung zum Hund aufbauen. Futter gibt es nur bei euch. Dadurch macht ihr euch aber zu DER Ressource im Leben des Hundes und die Folge ist: der Hund wird euch bis aufs Blut verteidigen, denn ihr habt eines der wichtigsten Dinge im Leben des Hundes: Futter. Es fördert sogar den Stress, wenn der Hund alleine bleiben soll und somit bleiben viele Hunde sehr schlecht alleine, weil ihre Ressource weg ist.

Wenn du noch Fragen hast, stell sie mir ruhig. Per PN sehe ich sie schneller und kann dir gerne auch den Link zu empfehlenswerten Trainern schicken, wo du nur welche findest, die sowohl auf die Bedürfnisse des Hundes als auch eure eingehen. Es ist ein Netzwerk, die sich dem freundlichen Umgang mit den Hunden verschrieben hat.

LG Hexe
 
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Tapa

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Hallo Hexogen,

Vielen Dank für den freundlichen und informativen Text - und die Arbeit, die Du dir mit dem Aufschreiben gemacht hast! Ich werde gern bei Bedarf auf dein Angebot zurückgreifen 😊

Wir sind heute Tag 10 im Tierheim gewesen. Das mit der Körpersprache (insbesondere frontal und/oder anstarren) haben wir schon gemerkt .... dann bekommt sie Angst.

Haben aber auch schon echte Highlights mit ihr erlebt. Wir haben sie immer mal (spielerisch) herangerufen, wenn wir da waren. Gestern war dann ein ausgebüxtes Huhn direkt am Rand vom Hundeauslauf aufgetaucht. Sie hatte es aus dem Augenwinkeln wahrgenommen, war sofort zum Zaun Richtung Huhn gerast....zum Glück war nichts passiert. Wenige Minuten später - die Hündin war wieder bei uns und wurde betüdelt - tauchte das Huhn nochmal auf - gleiche Reaktion, die Hündin startete durch - ich hab einfach mal gerufen und war ehrlich gesagt fassungslos beglückt- sie hat sofort abgebrochen und kam zu uns gelaufen 😳

Heute waren mehrere Ehrenamtliche im Hundeauslauf (mittlerweile wurde eine dritte Hündin dazu gesellschaftet) und wir haben - fünf Menschen, drei Hunde - als lose Mensch/Hund- Gesellschaft- einfach nur mit etwas Abstand herumgesessen/gelegen. "Unsere" Hündin hatte sich neben meinen Mann gesetzt und sich kraulen lassen, irgendwann legte sie sich, ließ sich mit zunächst noch erhobenen Kopf weiter kraulen und irgendwann sank dann der Kopf auf die Pfoten und sie lag ganz entspannt und ließ sich weiterkraulen. Der Schäferhund lag zwischen den anderen Menschen flach auf der Seite und war eingeschlafen und die dritte Hündin lag mit etwas Abstand zu den Menschen...es war total schön😍
 
Hexogen10

Hexogen10

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Hallo Tapa,

wie ist der aktuelle Stand? Es sind einige Wochen vergangen und sicherlich würden sich alle freuen zu wissen, ob ihr die Hündin aufgenommen habt, wie die weitere Entwicklung ist und überhaupt :)

LG Hexe
 
T

Tapa

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Hallo allerseits, die letzte Zeit war sehr anstrengend, daher war ich auch nicht mehr online !

Also, die Hündin ist vor 4 Tagen eingezogen. Es dauerte so ewig, da sie noch eine OP an der Wolfskralle hatte, was sich leider entzündet hatte...das Tierheim hat sie erst abgegeben, als sie vollkommen gesund war.
Am Anfang lief hier alles extrem unproblematisch....wir sind an der Schleppleine mit ihr in den Garten und ansonsten war sie tags meist im Körbchen und nachts bei uns im Schlafzimmer in einer (geöffneten) Faltbox, in der sie sich wegen des Höhlencharakters sehr wohl fühlte. Spaziergänge waren und sind bisher unproblematisch...wir gegen auch da mit einer längeren Leine, und sie läuft entspannt. Pipi machen und große Geschäfte wurden anfangs abgeklemmt, mittlerweile klappt es.

Seit heute gibt es allerdings ein Problem und ich weiß nicht so recht weiter.

Gestern Abend vorm Schlafengehen wollte ich noch kurz in den Garten . Sie hat sich geweigert, aufzustehen, so dass ich leider ziemlich doll an der Hausleine rappen musste.
Seit heute lässt sie sich nicht mehr aus dem Körbchen rauslocken. Auch hat sie das Sicherheitsgeschirr angeknabbert und daher habe ich es ihr ausgezogen, damit sie es nicht kaputt beißt.

Es ist natürlich schwierig, ihr das wieder anzuziehen, wenn sie nicht aufsteht.

Ideen und Ratschläge?
 
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Tapa

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Vielleicht noch ein Hinweis: Beim Spaziergang ist sie wirklich total entspannt mit locker pendelndem Schwanz. Die anfangs geradezu festgesaugte Nase am Boden hat sich in interessiertes, aber locker-entspanntes Schnüffeln gewandelt. Draußen halte ich sie für sehr entspannt. Drinnen ist sie halt ausschließlich im Körbchen, was ja okay wäre, wenn man sie da für Gassi- oder Pipimachen rauskriegen würde

Fressen funktioniert am besten im Garten, wenn sie sich allein fühlt ( ich setz mich mit dem Ende der Schleppleine hinter einen Busch, so dass sie sich nicht beobachtet fühlt. Im Haus frisst sie nichts, auch nicht wenn sie unbeobachtet ist.
Leckerli werden nicht genommen, hin und wieder akzeptiert sie Leberwurst
 
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Tapa

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Mein Mann meint, das das Problem nicht von dem gestrigen Gezerre meinerseits herrührt....weil der Hund nach wie vor, auch beim Spaziergang, sehr auf mich achtet und mir hinterher läuft....auch zu mir kommt wenn ich rufe

Ich hoffe natürlich auch nicht, dass ich es mir durch diese Aktion mit ihr verdorben habe...aber ich frage mich schon, woran es liegt...
 
T

Tapa

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Also das "zu mir kommt wenn ich rufe" bezieht sich auf den Garten. Drinnen im Haus ist sie nicht aus dem Körbchen zu kriegen
 
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Tapa

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Update: wir haben sie jetzt erstmal in Ruhe gelassen und plötzlich....tappen tappt tappt....kam sie an, stellte sich vor die Ausgangstür und ließ sich anleinen zum rausgehen und Pipimachen 🙈 offenbar mache ich mir manchmal auch viel zu viel Gedanken
 
Hexogen10

Hexogen10

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Lasst ihr Zeit. Hunde halten manchmal länger ein als wir es für gut befinden. Eine Pflegehündin wurde im vorherigen Zuhause auf Stubenreinheit getestet und wurde 24h nicht raus gelassen. Tilly war so stubenrein, dass sie tatsächlich nicht rein gemacht hat. Jedenfalls ist es doch auch sehr positiv, dass sie ihre Höhle so annimmt und auch ihr Bett. Sie hat sehr viel zu verarbeiten und wartet ab, sie wird sich von selbst alles anschauen, wenn sie die Gerüche, Geräusche und Co alles kennen gelernt hat. Alles in ihrem Tempo.
Dass sie keine Leckerli nimmt, zeigt eigentlich nur, dass sie noch nicht so weit ist. hibbelige Hunde können keine Kekse nehmen, weil sie zu abgelenkt sind von anderen Reizen. Ähnlich ist es auch bei ihr. Es ist noch soooooo viel, was sie entdecken möchte und entdecken soll, dass ihr Bedürfnis nach Nahrung in dem Moment nicht da ist.
 
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Tapa

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Hallo, es klappt mittlerweile auch gut. Zum einen haben wir begriffen, dass wir sie mehr in Ruhe lassen müssen, zum anderen kommt sie gelegentlich auch aus dem Körbchen heraus, manchmal legt sie sich auch vor die Ausgangstür, entweder weil sie muss oder sie in den Garten möchte. Hat sich da einen Lieblingsplatz auserkoren, recht geschützt durch eine Hecke, aber SIE kann trotzdem alles gut beobachten, und das gefällt ihr offenbar.
Auf Körpersprache von uns, insbesondere unbedachte, also falsche, reagiert sie sehr verunsichert. Ich glaube sie begreift aber langsam, dass wir harmlos sind, auch wenn wir gelegentlich Bewegungs-Legastheniker sind und unsere Körpersprache eher grobmotorisch ist.
Gestern haben wir im Wald an der Schleppleine zufällig einen Nachbarshund getroffen, einen kleinen Spitz, der nach Absprache mit der Nachbarin versuchsweise abgeleint wurde. Bei dem Hundekontakt hab ich sie das erste Mal so richtig glücklich gesehen. Sie hatte ein Spielgesicht und freute sich richtig, forderte ihn zum Spielen auf. Das war total klasse
 
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Tapa

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Update: Sie ist jetzt einen Monat bei uns🤗
Was klappt:
Spaziergänge ein Traum! Ich bin restlos begeistert. Sie läuft an der Schleppleine und Rückruf klappt hervorragend 🥰 Sie kommt angeprescht mit Begeisterung im Gesicht, nimmt Huldigung und Käsewürfel in Empfang 🙃
Autofahren ein Traum! Sie fährt total gern und steigt mittlerweile in Privat- wie Dienstautos problemlos ein.
Sie frisst mittlerweile gut und auch endlich in der Küche, da wo es eigentlich auch vorgesehen ist👌

Was noch nicht so klappt:
Im Dunklen. Angst vor Lichtreflexen wie Autoscheinwerfern, Bewegungsmeldern, Geräuschen (nur in Verbindung mit Dunkelheit)
Der abendliche Gang in den Garten zwecks Pipimachen gestaltet sich abenteuerlich. Manchmal geht auch nicht Garten, sondern es muss an der Straße im Schein der hellen Straßenlaterne sein. Variabel je nach Tagesform.

Was mittlerweile besser wird: Verhalten im Haus. Sie liegt nicht mehr ständig vor irgendwelchen Türen und blockiert diese. Sie lässt sich bei Bedarf mit einer Hausleine wegführen, wenn es frei nicht klappt (zeitweise hätte man sie über den Boden schleifen müssen- was wir nicht getan haben) manchmal half nur Wegtragen, das entfällt zum Glück ganz...
Sie springt auch mittlerweile nicht mehr 30 Mal pro Nacht mit Panik in den Augen ins Bett, um dort Schutz zu suchen. Sondern weiß, dass sie gekrault wird, wenn sie nachts Angstzustände hat. Und die letzten beiden Nächte hat sie durchgeschlafen 😃🥰🤗😍🙈

Ich freue mich total 🤗🤗🤗
 
Thema:

Bindungsaufbau beim Tierheimhund

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