Katzenzusammführung - Alte jagt Neue

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J

j.am

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Hallo,
ich brauche mal euren Rat. Wir haben eine Katzendame (3), die bis Anfang des Jahres mit einem Kater zusammen gelebt hat. Dieser Kater hat sie wann immer er konnte verprügelt und sie schien froh in los zu sein,.
Nun ist sie aber ein sehr gesellschaftliches Tierund wir haben uns entschlossen ein Kätzchen (12W.) vom Bauern zu retten.
Das erste Aufeinandertreffen war nach unserem Urlaub und ungünstiger Weise relativ sofort.
Sie war nicht begeistert und hat gemaunst, aber auch interessiert geschaut und sie sind auch einige Male in den Folgetagen mit den Nasen aneinander geschnuppert.

Seit zwei Tagen ist es nun so, das unsere Große die kleine Katze beobachtet, dann verfolgt und ihr mit Krallen eine gibt. Die Kleine hatte schon einen blutigen Kratzer auf der Nase und nun natürlich Angst.

Was können wir tun, dass die beiden sich aneinander gewöhnen. Wir vernachlässigen die Große auf jeden Fall nicht. Überrumpelt haben wir sie natürlich ungeschickter Weise.
 
20.08.2020
#1
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.
S

Simpat

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Hallo herzlich willkommen hier im Forum 😊

Wenn sie davor schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann ist die Überrumplungstaktik natürlich eher kontraproduktiv. Aber um die gezieltere Tipps geben zu können, müsste man erst noch mehr über die beiden wissen.

Ich hoffe mal der Neuzugang ist wirklich schon 12 Wochen alt und ausreichend sozialisiert, hat die Katzensprache, den richtigen Umgang miteinander und ausreichend Respekt vor erwachsenen Katzen schon gelernt, damit er sich ihr gegenüber richtig zu verhalten weiß. Hoffentlich ist es diesmal ein Mädchen und nicht ein Kater, sonst könnte es gleich wieder zu Problemen kommen wegen dem geschlechtsspezifischen unterschiedlichen Sozialverhalten Kater und Kätzin, welches sich oft in den jungen Jahren deutlich bemerkbar macht. Die meisten Kater sind im Umgang mit Artgenossen deutlich ruppiger und körperbetonter, die wollen nach Katerart raufen und balgen. Die meisten Kätzinnen stehen gar nicht auf solche Balgereien, die balgen sich nur in den ersten Wochen mit ihren Geschwistern und später stehen sie dann meist gar nicht mehr auf Raufereien und bevorzugen eher Jagdspiele. Es gibt aber auch zurückhaltende Kater und weibliche Raufbolde, am wichtigsten ist immer, dass man beim Aussuchen der Zweitkatze die möglichst passend zur Erstkatze wählt, also möglichst ähnlich im Wesen, Charakter und Temperament. Generell wird meist zu gleichgeschlechtlich geraten, da tut man sich bei der Vergesellschaftung oft leichter.

Auch ist es schwer, wenn die Kitten noch zu jung sind, da Wesen, Charakter und Temperament richtig einzuschätzen, damit man weiß, ob der Neuzugang überhaupt zur vorhandenen Katzen passt. Abgesehen davon sollten Kitten natürlich am besten mit anderen Kitten aufwachsen dürfen, je jünger das Kitten, desto geringer sollte der Altersunterschied sein. Kitten spielen, toben und balgen auch anders als erwachsene Katzen. Als mein Felix mit knapp 5 Monaten eingezogen ist, waren meine beiden anderen Katzen nur 8 und 11 Monate älter als er, also kein ganzes Jahr, trotzdem konnte man Unterschiede im Spielverhalten erkennen. Man muss sich ja nur mal die eigene Kindheit ohne andere Kinder vorstellen.

Also wie alt ist das Kitten genau, ist es auch schon entwurmt und mindestens 2mal geimpft? Welches Geschlecht? Wie würdest du das Wesen, Charakter und Temperament deiner Katze beschreiben und habt ihr darauf bei der Auswahl des Kitten geachtet? Abgesehen von der schlechten Erfahrung mit dem Kater, was weißt du über ihre Sozialisierung als Kitten, durfte sie lang genug bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufwachsen?

Ich hätte im dem Fall zu einer langsamen Zusammenführung geraten, damit die Katze die Chance hat, sich an den Neuzugang zu gewöhnen und mit bekommt, dass da keine Gefahr von ihm ausgeht, die sich gegenseitig schon mal beschnuppern können, aber das Kitten geschützt ist.
 
J

j.am

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Die kleine Katze ist sogar schon 14 Wochen alt, entwurmt und geimpft. Sie ist neugirig und aufgeweckt.
Die Große wurde offensichtlich vom Kater unterdrückt, ist aber auch neugirig, geht auf alle Menschen direkt zu, ist Schmusebedürftig.
Die kleine ist jetzt 4 Wochen bei uns... sie haben sich beschnuppert, sind mit den Nasen aneinander, haben im selben Raum gelegen, sogar auf dem selben Bett mit Abstand... seit drei Tagen jagt die Große die Kleine und haut sie mit Krallen.... wir überlegen, was wir seitdem anders gemacht haben, denn es sah ja gut aus.
 
S

Simpat

Moderator
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Ich weiß nicht was vorgefallen ist, vielleicht hat die Große jetzt erst gemerkt, dass die ja bleibt, dass sie ja die Stärkere ist oder es gab was ich vor allem vermute, Kommunikationsprobleme zwischen den beiden und deswegen kam es zu Mißverständnissen und da nützt die Große jetzt ihre Überlegenheit aus. Haut sie wirklich mit den Krallen fest zu, ist eigentlich nicht normal, normalerweise werde die Krallen nur bei richtigen Kämpfen oder zur Verteidigung eingesetzt und die Kleine wird sie wohl kaum angegriffen haben. Aber zumindest ist es eine sie, was die Chancen erhöht, dass es auf Dauer klappt.

Du solltest die Beiden jetzt viel abwechselnd streicheln damit sich der Geruch überträgt, gib ihnen ganz viel Futter und mehrmals täglich viele Spiel- und Streicheleinheiten, dass die richtig ausgelastet sind und ohne auch keine sich vernachlässigt fühlt. Sorge für positive Erlebnisse in Anwesenheit der Kleinen, also immer wenn beide friedlich in einem Raum sind, passieren lauter schöne Dinge spielen, ganz viel Leckerlis und Streicheln usw.

Falls die Große jedoch die Kleine ernsthaft attackiert, dann müsstest du sie erstmal strikt trennen und dann nach ein paar Tagen eine Gittertür anbringen und es mit einer langsamen Zusammenführung nochmal probieren. Ganz wichtig, du musst so entspannt wie möglich bleiben, alles ist ganz normal und in Ordnung, sonst überträgt sich deine Anspannung auf die Tiere.

Wenn die Kleine allerdings schon 4 Wochen da ist, dann ist sie leider zu früh getrennt worden, nicht ausreichend sozialisiert und war durch den unfertigen Impfschutz ein Risiko, dass man die gleich zusammengelassen hat.

Die drei wichtigsten Gründe, warum man keine Kitten vor der 12.Woche aufnehmen sollte:

1. Dem Kitten fehlt die Sozialisierung, es hat den richtigen Umgang, die Katzensprache usw. noch gar nicht ausreichend gelernt, die Sozialisierung fängt nämlich erst mit 7-8 Wochen an, deswegen ist es ja so wichtig, dass man die Kitten lang genug zusammen und vor allem bei der Katzenmutter lässt und dass sind nun mal mindestens 12 Wochen, besser 13-16 Wochen. Nicht ausreichend sozialisiert und die Katzensprache nicht richtig gelernt, wissen sie oft gar nicht, wie sich anderen Katzen gegenüber verhalten sollen und es kann zu Verständigungsschwierigkeiten, Fehlverhalten usw. kommen oder es treten später Verhaltensstörungen auf. Die Kitten lernen aber auch Grenzen und Frustration kennen, weil die Katzenmutter ihnen Grenzen aufweist und sie nicht mehr alles dürfen bzw. gleich bekommen, dadurch gewöhnen sie sich später viel leichter und besser im neuem Zuhause ein und nehmen Regeln bzw. Verbote viel besser an und noch vieles mehr.

2. Bei einem so jungen Kitten, kann man doch noch gar nicht einschätzen, ob es vom Wesen, Charakter und Temperament überhaupt zu der anderen Katze passt.

3. Es ist natürlich auch ein großes gesundheitliches Risiko sowohl für das Kitten als auch für die vorhandenen Katzen, weil das Kitten entweder ungeimpft oder gerade erst einmal geimpft natürlich noch gar keinen Immunschutz entwickelt hat. Sein Immunsystem ist noch vollkommen unausgereift und da kommt es im neuen Haushalt mit jeder Menge fremder Viren, Bakterien und Keime in Kontakt, so etwas kann schnell zum Ausbruch von Krankheiten führen. Eine Impfung ist eine ziemliche Belastung für den kleinen Organismus, das stecken die Kitten in der gewohnten Umgebung und unter Obhut der Katzenmutter viel besser weg, deswegen sollte man sie erst mehrere Tage nach der 2.Impfung vom Muttertier trennen und an neue Besitzer abgeben. Die Trennung von den Geschwistern und der Katzenmutter, das neue Zuhause, neue Bezugspersonen, dass alles ist großer Stress für die Kitten und belastet ebenfalls das Immunsystem, sollte daher nicht zeitgleich mit der Impfung stattfinden. Natürlich ist auch die vorhandene Katze einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt, wenn man ein ungeimpftes Tier dazusetzt.
 
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