Mobile Tierbetreuung anbieten?

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S

Schokobär26

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Hallo,

ich habe letztens gelesen, dass einige Leute eine mobile Betreuung für Haustiere anbieten, wenn die Halter in Urlaub oder im Krankenhaus sind. Seither bekomme ich den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, das ich das ja auch neben dem Studium machen könnte und ich habe mich informiert, wie
das ist mit einer Gewerbeanmeldung etc.

Nun bin ich aber unsicher, ob ich mir das überhaupt zutrauen kann. Ich dachte an eine Betreuung v.a. für Kleintiere, da ich selbst von Kindesbeinen an Kaninchen halte und mich damit auskenne. Natürlich nicht so wie jemand, der eine entsprechende Berufsausbildung hat, aber ich hatte schon Kaninchen in Außen- und neuerdings auch in Innenhaltung und habe auch mit einigen Krankheiten umgehen müssen (Schnupfen, Ohrenentzündung, Verdauungsprobleme, Zahnfehlstellung).

Nun wollte ich eventuell auch Katzen betreuen, womit ich allerdings wenig praktische Erfahrungen habe. Natürlich kann ich mich einlesen und die Erfahrungen dann sammeln, die Frage ist, ob das für den Anfang genügt.

Dazu kommt, dass ich noch recht jung bin (20 Jahre) und nicht weiß, ob Tierhalter mich da "für voll nehmen". Dadurch, dass ich Studentin bin bin ich zeitlich ziemlich flexibel, was wiederum ein Pluspunkt sein könnte.

Wie schätzt ihr die Lage ein?
 
05.09.2020
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.
Foss

Foss

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Hallo,

Da ich selbstständig in dem Bereich arbeite: auch hier ist ne Gewerbeanmeldung verpflichtend, da bei uns zumindest in AT die Tierbetreuung zur Wirtschaftskammer gehört und damit sowieso abgabepflichtig sind.

-> Mach dir einen guten Business-Plan, überlege dir im Vorfeld was du verlangst bei:

- Gassi pro Stunde (pro Hund?)
- Anfahrtsgeld/Kilometergeld
- Pauschalen bei regelmäßigen Buchungen
- Zusätzliche Angebote (Fütterung, Ausmisten, Medikamentengabe,...)
- Beachtung der 40/60 Regel in DE,
- Spezialrassen mit besonderen Eigenheiten? "Kampfhund-Führerschein" etc.?
- Kundenkarteien anlegen, etc. rechne ich da einfach mal selbstverständlich dazu

-> Achte auf die berufliche Zuständigkeiten:

Bei uns in Ö darf nur mehr ein Hundefriseur/Tierarzt Krallen schneiden. Früher hat man das auch als Hundebetreuer gemacht, mittlerweile ist das nur noch den TA's und entsprechenden Hundefrisören vorbehalten.

-> Und ganz wichtig:

- Berufliche Haftpflicht! Ich zahle an Betriebshaftpflicht aktuell um die 180-200€ im Monat als Tierbetreuer.

-> Weiteres:

- Unterschiedliche Halsbänder, Geschirre, Leinen (je nach dem auch wegen Haftpflicht-Versicherung und co. da gibts einige Kniffe)
- Welche Erfahrung hast du mit "Spezialfällen"? (Hunde die nicht sozial sind, die nicht zb. im Rudel betreut werden können, die Artgenossen-Aggressiv sind, Management etc.)

Ich übernehme hier im Umkreis zumeist die "Kampfhunde" weil die andere Betreuerin hier keinen Listenhund-Führerschein hat und nur Rudelbetreuung macht.
Die ganzen Spezialfälle wie triebige Hunde, Sporthunde, Listenhunde und co. landen alle bei mir zum Gassigehen oder in der Tagesbetreuung.

Erfahrungen sind wichtig, überlege dir im Vorfeld welche fachlichen Kompetenzen du hast und was du speziell als Tierbetreuer bieten kannst was andere nicht können.
Welche Fortbildungen hast du?
Entsprechende Ausbildungen im Tierbereich?
Besuchst du Fortbildungen, die du angeben kannst?
(Ich bin zb. einmal im Jahr auf der Vet Med. in Wien bei den Dog Days wo es immer tolle unterschiedliche fachliche Themen gibt.

Kannst mir auch gern ne PN schreiben.

LG Foss
 
S

Schokobär26

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Danke für die ausführliche Antwort!

Hundebetreuung möchte ich gar nicht anbieten, da hab ich einfach nicht die nötigen Kompetenzen. Ich würde mich dann eher auf Kleintiere spezialisieren, evtl. auch Katzen (wobei es da in meinem Umkreis schon jemanden gibt, der Betreuung v.a. für Katzen anbietet).

Ob ich dafür eine spezielle Versicherung brauche, wenn ich zu den Leuten heimkomme (und keine Hunde betreue) weiß ich ehrlich gesagt nicht und konnte auch nichts darüber finden.
 
Foss

Foss

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Hallo,

Bei uns in AT brauchst Du komplett für die Sparte ne Betriebshaftpflicht.
Ne Bekannte musste sogar bei der Wirtschaftskammer nen 2 Tages Kurs besuchen um sich die Kenntnisse anzueignen, auch wenn sie sich nur um Hamster, Kaninchen und co. kümmert.
Die Haftpflicht zählt zb. auch, wenn du nen blöden Schritt machst und in fremden Wohnungen eine Vase runter wirfst.
Kann passieren.
Oder mal ne Trinkflasche von Tieren kaputt wird. Auch so etwas musst du dann ersetzen und begleichen.
Bei kleinen Dingen geht das vielleicht noch, aber wenn bei - aus welchen Gründen auch immer - etwas wirklich Teures zerdeppert hat man ein großes Problem.
An sowas sollte man halt auch denken.

Mal als Beispiel: ne Bekannte hat immer Rudelbetreuungen gemacht. Fuhr zu den Kunden, die Hunde abgeholt und Gassi gegangen. Sie ist mit drei Hunden laut Absprache in die Wohnung rein, einer der Hunde hat mit dem Schwanz nen Plasma TV im Wert von 2300€ umgeräumt - kaputt.
Da war sie dann natürlich heilfroh über die Betriebshaftpflicht.
Bei Kleintieren wirst du vermutlich solche großen Themen nicht haben, aber man weiß ja nie.

Wichtig ist halt auch, dass man generell und gerade in diesen Zeiten die kompletten hygienischen Regeln kennt und auch befolgt.
Sprich Hände Waschen, desinfizieren wenn man von Tier A zu Tier/Familie B geht.
Aufgrund von Corona natürlich auch Desinfektion von Sachen die man berührt hat, als Beispiel Näpfe, Tränken, Hundeleinen, Geschirre und dergleichen.

Ein kleiner Tipp:

Sei streng bei den Finanzen! Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass die meisten um Preise feilschen, dich runter handeln oder versuchen, dich übers Ohr zu hauen.
Stell dir Preise auf und bleib' dabei - lass' dich nicht beschwatzen ;)
Du weißt am besten welchen Wert du und deine Arbeit haben ;)
 
S

Schokobär26

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Okay, also wenn du mir das so aufzeigst mache ich da ohne Versicherung besser gar nichts, sonst werde ich noch arm bei der Nummer! Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich das gerade am Anfang, wenn noch nicht viele Aufträge kommen, nebenberuflich überhaupt lohnt. Am Ende bezahle ich mehr für die Versicherung und andere Formalitäten, als ich einnehme.

Ich glaube, ich frage erst einmal privat etwas rum, wie groß überhaupt die Resonanz in meiner Gegend ist.

Danke für den Tipp mit den Preisen!!
 
Foss

Foss

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Die Anfangszeit ist halt immer als Firma am schwierigsten, vor allem die ersten drei Jahre.
Etwas privat zu machen halt ich generell für schwierig - was passiert, wenn du zb. durch unsachgemäße hygienische Vorsorge eine Krankheit von A nach B schleppst und bei einer Kundin dann alle Tiere eingehen oder die Person horrende TA-Kosten bekommt?
Dadurch dass du es privat machst, bist du dann ggf. auch privat haftbar und musst den Schaden erst recht aus eigener Tasche bezahlen.
 
S

Schokobär26

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Ich meinte damit auch nicht, dass ich die Betreuung unter der Hand anbiete, das ist mir aus von dir genannten Gründen zu heikel. Und auch unfair gegenüber denen, die es beruflich machen. Sondern dass ich mich in meinem privaten Umfeld, bei mir bekannten Tierhaltern im Umkreis etc. umhöre, ob überhaupt Bedarf für ein solches Angebot besteht und wie hoch man dann die Preise ansetzen könnte, ohne die Kunden zu vergraulen.
 
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