Straßenhund mit Kindern

Diskutiere Straßenhund mit Kindern im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, wir sind aktuell am überlegen, ob wir uns wieder einen Hund zulegen sollten. Für uns kommt allerdings nur ein Straßenhund in Frage. Wir...
Dirderike

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Hallo,

wir sind aktuell am überlegen, ob wir uns wieder einen Hund zulegen sollten. Für uns kommt allerdings nur ein Straßenhund in Frage. Wir haben dabei an einen Welpen aus Griechenland gedacht. Da wir aber auch noch
ein Kleinkind und ein Baby Zuhause haben, wollte ich nach euren Erfahrungen mit Straßenwelpen fragen.

Grundsätzlich finde ich es sowieso immer ein schweres Thema bei kleinen Kindern im Haus sich einen Welpen anzuschaffen. Ich habe vor allem in diesem Fall ein paar Bedenken über das Verhalten der Hunde. Hat jemand Erfahrung mit Straßenwelpen bzw. kann es sein, dass sogar Welpen schon von der Straße so stark "vorbelastet" sind, dass es mit den Kindern zu Problemen kommen könnte?

Ich weiß, dass auch ein Hund vom Züchter seine Macken haben kann aber ich habe einfach trotzdem Angst, dass wir uns das vielleicht etwas zu einfach vorstellen oder nicht alles bedenken.

Gruß Rike
 
05.03.2021
#1
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Foss

Foss

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Hallo,

Der Trend, Straßenhunde aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen und sie dann zb. in eine arg laute (Groß)-Stadt zu verfrachten halte ich persönlich - immer für schwierig, denn ganz viele Straßenhunde wären bedeutend glücklicher wenn man sie in der vertrauten Umgebung lässt und sie nicht unsere - komplett andere - Kultur presst.
Bei uns in den Hundeschulen sieht man auch immer zuhauf gerettete Straßenhunde die sich nur schwer oder auch gar nicht an ihr neues Leben gewöhnen und die in ihrer ehemaligen Welt besser aufgehoben wären. In den ersten paar Wochen und Monate sind sie noch vorsichtig, aber wenn sie dann Vertrauen gefasst haben und mutiger werden und ihre Grenzen testen oder die neuen Besitzer mal komplett in Frage stellen, gibt's hier immer wieder mittelmäßige bis große Thematiken.

Wie genau stellt ihr euch denn das Leben mit einem Straßenhund vor?
Welche Anforderungen habt ihr an so einen Hund?
Was könnt ihr ihm bieten, wie stellt ihr euch den Alltag vor?
Bzw. was habt ihr bisher denn so alles bedacht und über welche Themen Gedanken gemacht?
 
Hexogen10

Hexogen10

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Als Pflegestelle und im Tierheim habe ich einige Junghunde kennen gelernt, die auf der Straße geboren und aufgewachsen sind, teils mit wenigen Tagen gefunden, teils erst mit acht Wochen oder später.

Es gibt Hunde, die auf der Straße gute Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, vor allem Kindern, weil die eher ihr Brötchen teilen wollen, und Touristen, aber auch welche, die durch die Bank weg nur verscheucht wurden und nur schlechte Erfahrungen gesammelt haben.
Dann wird es kein Welpe mehr sein, da der Hund frühstens mit 16 Wochen einreisen darf und die vier Wochen davor ja auch schon zwecks Tollwut Impfung irgendwo untergebracht sein muss. Dort wo er in den vier Wochen ist, kann er sich unauffällig verhalten wie ein normaler Junghund, aber dann durch den Transport einen Knacks bekommen. Habe ich alles schon erlebt. Mein Damian war in Spanien ein aufgeweckter Junghund und hier in Deutschland nach dem Transport eine schissebux. Besser wäre wenn ihr den Hund auf einer Pflegestelle kennen lernen könnt, denn je nach Kind verhält sich so ein Hund auch anders. Eule fand Kinder toll, er wollte nur nicht von ihnen umarmt werden oder dass sie sich ins Körbchen zu ihm legen. Fand ich in Ordnung. Er soll ja auch seine Rückzugsmöglichkeit haben, genauso wie die Kids ihre hatten.

Bin jetzt nur am Handy und kann nicht so ausführlich schreiben, weil ich gleich verabredet bin.
 
Dirderike

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Hallo,

Der Trend, Straßenhunde aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen und sie dann zb. in eine arg laute (Groß)-Stadt zu verfrachten halte ich persönlich - immer für schwierig, denn ganz viele Straßenhunde wären bedeutend glücklicher wenn man sie in der vertrauten Umgebung lässt und sie nicht unsere - komplett andere - Kultur presst.
Bei uns in den Hundeschulen sieht man auch immer zuhauf gerettete Straßenhunde die sich nur schwer oder auch gar nicht an ihr neues Leben gewöhnen und die in ihrer ehemaligen Welt besser aufgehoben wären. In den ersten paar Wochen und Monate sind sie noch vorsichtig, aber wenn sie dann Vertrauen gefasst haben und mutiger werden und ihre Grenzen testen oder die neuen Besitzer mal komplett in Frage stellen, gibt's hier immer wieder mittelmäßige bis große Thematiken.

Wie genau stellt ihr euch denn das Leben mit einem Straßenhund vor?
Welche Anforderungen habt ihr an so einen Hund?
Was könnt ihr ihm bieten, wie stellt ihr euch den Alltag vor?
Bzw. was habt ihr bisher denn so alles bedacht und über welche Themen Gedanken gemacht?
Hi, ja das habe ich auch schon öfters gehört, dass den Hunden manchmal gar nicht damit geholfen ist. Wenn ich jetzt tatsächlich in einer Großstadt wohnen würde und dort auch noch in einem Schuhkarton, dann würde ich das glaube ich auch nicht machen wollen.
Wir wohnen in einem 150 Mann Dorf und würden dem Hund dann denke ich nichts nachteiliges bieten.

Ich muss dazu sagen, dass mein Hund von früher auch echt nicht einfach war. Er war so ein richtiger kleiner Giftzwerg und hat auch oft geschnappt als wir noch jünger waren. Aber wir haben ihn ja auch gekannt von klein auf und wussten wie man mit ihm umzugehen hat. Er war damals vom Züchter.

Grundsätzlich stelle ich mir ein Leben mit einem Straßenhund nicht großartig anders vor. Ich denke mir aber, dass man die Mentalität etwas schwerer einschätzen kann bzw. die Erziehung vielleicht mühsamer ist. Unter anderem wahrscheinlich weil sie halt auch meistens Mischlinge sind die nicht unbedingt zusammenpassen.
An sich haben wir keine großen Anforderungen. Er sollte allerdings schon eher Richtung "aktiv" gehen. Wir wandern gerne und auch mal etwas länger. Also ein Mops wäre da zB nicht so das Richtige^^
Bieten könnten wir ihm ein Haus mit 400 qm (er hätte also auch seine Ruhe wenn er sie bräuchte) und ein Grundstück mit Hof, Garten, Scheune mit 1600 qm. Also Platz ist aufjedenfall. Ich werde auch später maximal Teilzeit arbeiten bzw. wohl eher weniger bzw. selbständig von Zuhause aus. Er wäre also nie wirklich zig Stunden am Stück alleine.
Ich habe mir halt am meisten wirklich Gedanken darüber gemacht, was wäre, wenn er nicht zu den Kindern passt bzw. es einfach nicht klappt. Oder was wäre, wenn wir mal weg wären. Traurigerweise habe ich allerdings auch drüber nachgedacht, wie ich denn damit umgehe, wenn quasi ein neuer Hund einzieht (ob ich ihn dann mit dem alten Vergleiche etc.). Gerade aktuell hatte ich vor allem auch schon etliche Diskussionen mit meiner Mum über Hundeschulen. Finde es echt kritisch zur Zeit, dass das ja nicht möglich ist. Das wäre echt ein Punkt wo ich sage, lieber warten bis es wieder möglich ist. Finde es halt schon extrem wichtig.

Danke für deine Antwort @Foss


@Hexogen10 danke für deinen Kommentar. Genau das sind eben so Punkte die man leider nicht vorhersehen kann. Ich denke mir halt auch, dass das doch mit einem Hund vom Züchter (siehe alter Hund) oder von einer Station von hier genauso sein kann. Ich bin da wirklich hin und her gerissen.


LG Rike
 
A

A-Fritz

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Hallo Dirderike
ich denke , das Wesen eines Lebewesen wird immer sowohl von seinen Genen ,
als auch durch die individuelle Sozialisierung geprägt .
Darum ist es gut wenn man gleich weiß, was ein Welpe für Schwächen und Stärken mitbringt ,
um bei der Erziehung schon die Nachteile vorbeugend ausgleichen zu können , bevor sich diese immer deutlicher zeigen .
Beim Rassehund ist der Charakter weitgehend vorhersagbar und so ist es auch leichter eventuellen
unerwünschten Eigenschaften entgegen zu wirken und solche zu unterdrücken , oder den Welpen bei seinen Schwachpunkten zu fördern .
Straßenhunde sind da weitgehend wenig ein schätzbar , man kennt bei diesen weder Abstammung ,
noch ihr Vorleben und muss auf Überraschungen gefasst sein .

Ich finde es wäre besser , sich einen Hund aus einer entsprechenden Rasse zu wählen ,
bei denen die Kinderfreundlichkeit schon bekannt und erprobt ist , aber keine unnützen Experimente
auf Kosten von Hund , oder Kind zu machen.

Aber nicht nur die Eigenschaften solcher Hunde sind unvorhersehbar , sondern auch die Gesundheit kann zu Problemen führen .
Leider werden durch die massenhafte Einfuhr von Hunden unbekannter Herkunft
immer mehr Krankheiten bei uns verbreitet , welche normalerweise in unseren Breiten
kaum vorkommen .

Viren, Bakterien und Parasiten können auch erst nach langen Inkubationszeiten Symptome zeigen .
Krankheiten wie Anaplasmose , Babesiose , Borreliose , Dirofilariose , Echinokokken , Ehrlichiose, Hepatitis , Hepatozoonose , Hautwürmer , Herzwürmer , Milben , oder andere Parasiten , sind nicht selten bei Straßenhunden anzutreffen.
 
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Hexogen10

Hexogen10

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Also aufgrund meiner Erfahrung ist es durchaus möglich, dass man einen Hund im Tierschutz findet, der zu einem passt, aber ich würde tatsächlich in eurer Situation immer einen Hund von einer Pflegestelle nehmen, ihn mehrfach besuchen, die Pflegestelle ausfragen und auch den Verein löchern. Wenn Vereine/Pflegestellen darauf keine Lust haben, ist was faul. Mir waren die Interessenten immer am liebsten, denen ich nicht alles aus der Nase ziehen musste und die Interesse am Hund, den bisherigen Erfahrungen bei mir und mit einigen Reizen haben, wie der Ablauf ist und ihn auch mehrfach besucht haben. Denn es muss für alle passen und sollte kein "oh der ist aber süß, nehmen wir direkt mit" werden. Das hatte ich mehrfach schon und da musste ich die Interessenten echt bremsen, zumal die Chemie für den Hund auch nicht gepasst hat. Wenn man als Pflegestelle sich mit dem Hund beschäftigt, merkt man, ob das gerade für den Hund passt oder nicht und kommuniziert das auch.
Zwei Tage, zwei Interessenten. Für mich auch aufwendig, aber es geht darum, das beste Zuhause für den Hund zu finden. Bei den einen Interessenten versuchte der Hund durchgehend so viel Abstand wie möglich zu halten, der Blick ging immer wieder zu mir und als ich ihn wieder übernahm, veränderte sich sein ganzer Körper. Er war wieder entspannt. Am nächsten Tag war er mit den Interessenten so wie er auch mit mir ist: ein kleiner Clown, der gerne Kekse nimmt und kuschelt. Da war für mich direkt klar, wohin der Hund geht, weil ER es mir gezeigt hat zu wem er möchte. Das sollte jede Pflegestelle erkennen können und dann im Zweifel auch den Interessenten sagen, dass es nicht passt.

Welche Erwartungen habt ihr an den Hund? Das ist ganz wichtig vorab zu klären. Auch wie der Tagesablauf mit dem Hund sein wird. In den ersten Tagen keinen Besuch bekommen, die Kids sollten wissen, wo der Hund seine Ruhezone hat und selbst welche haben, damit alle sich mal zurück ziehen können und zur Ruhe kommen. Das Körbchen im Wohnzimmer ist toll, damit der Hund stets dabei sein kann, aber es sollte noch einen Ort geben, der für die Kinder tabu ist und wo der Hund weites gehend ungestört ist. Regeln vorher aufstellen und immer wieder durchgehen bevor der Hund einzieht. Einige Regeln werden sich verselbstständigen, andere kommen dazu oder fallen weg.
Ja, die Hundeschulen sind derzeitig noch teilweise je nach Bundesland lahmgelegt, aber Einzelstunden draußen sind vielerorts schon erlaubt. Was jedoch auch derzeitig schwierig ist, einen Hund zu finden, der auch passt. Denn es gibt seit Wochen einen Run auf Hunde und andere Tiere, sodass viele TSV auf Teufel komm raus vermitteln können, aber das nicht immer mit so viel Sorgfalt machen wie es sein sollte. Also lieber warten bis Corona, das ganze Homeoffice und der Lockdown vorbei sind. Da werden sehr viele Hunde ein Zuhause brauchen, weil eben nicht mehr den ganzen Tag wer daheim ist und sie nie gelernt haben längere Zeit alleine zu bleiben, aber Kinder kennen und auch sonst eine gute Kinderstube genossen haben. Auch viele Rassehunde.
 
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