Flüchtiger Hund

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Grinsewald

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Hallo ihr :)

Ich habe einen zweijährigen Mischling (Mama Border Collie-Husky, Papa Berner Sennen; charakterlich und optisch ist er allerdings v.a. Border), superlieber Hund, den ich ohne Probleme mit meinem Kleinkind allein lassen kann, der mit den Katzen schmust und selbst die Meerschweinchen nur neugierig, nie gierig beobachtet.

Aber leider macht er mir schon seit langem große Probleme: Er rennt weg. Das waren maximal 36 Stunden, auf jeden Fall immer einen halben Tag (von morgens bis abends) oder die ganze Nacht. Wenn er kann, kommt er jedes Mal zurück, wurde allerdings auch schon einige Male von Nachbarn o.Ä. aufgelesen und zurückgebracht. Halsband mit Telefonnummer hat er natürlich. Nachdem er den ganzen Winter über sehr brav war, hat er vor 2 Wochen plötzlich wieder angefangen wegzulaufen, meist abends, wenn mein Mann die letzte Runde mit ihm und unserem zweiten Hund gemacht hat (allein, da ich zurzeit nicht mitkommen kann, weil hochschwanger). Gestern Morgen dann ist er mir entwischt: Ich habe wie gewöhnlich das Gartentor aufgemacht (hinterm Haus ist Wiese und Wald), die beiden für das Geschäft vor dem Frühstück rausgelassen - und er kam nicht wieder (Jagdinstinkt war nicht der Grund, wenn er ein Wildtier aufspürt, bellt er laut). Problem: Ausgerechnet an diesem Morgen habe ich vergessen, ihm das Halsband anzulegen (das ich nachts immer abnehme, weil er sonst beim Rumtigern und Unters-Bett-Kriechen einen Heidenlärm macht).
Wir haben ihn anfangs wie immer überall gesucht, dann, weil man ja nichts machen kann und es schon so oft passiert ist, abgewartet. Gegen Mittag bekommt mein Mann über Facebook mit, dass der Hund in einer Kleinstadt gute 10km entfernt aufgegabelt und ins Tierheim gebracht wurde. Wir haben ihn so schnell wie möglich abgeholt, Bearbeitungsspesen + Strafanzeige kosten uns insgesamt wohl gute 100€. Von diesem finanziellen Ärger einmal abgesehen, habe ich natürlich große Sorgen, weil der Hund neben einer vielbefahrenen Straße gefunden wurde.
Verzweifelte Lösung bis jetzt: Wir müssen den Hund angeleint auf dem Balkon lassen, da mein Schwiegervater das Tor, das zu den Treppen in den Hof und somit in die Freiheit führt, dauernd offen lässt, ebenso die Haustür. Den Hund frei in der Wohnung zu lassen, ist also nicht möglich. Ich hatte mich mal über GPS erkundigt, allerdings nur sehr teure Varianten gefunden. Und am liebsten wäre es mir natürlich, dem Hund das Weglaufen wegzuerziehen, v.a. da es, je mehr man seine Freiheit einschränkt, immer schlimmer wird (phasenweise konnte man ihn selbst beim Gassigehen durch die einsamen Felder nicht mehr von der Leine lassen, weil er in einem kleinen unachtsamen Moment plötzlich nicht mehr zurückkam).

Ich bin mittlerweile wirklich ratlos, da ich meinem Hund kein tristes Leben an der Leine geben möchte, wo er so gerne läuft, herumtobt und riesige Stöcke durch die Gegend schleift. Aber bevor ihn ein Auto überfährt oder er alle 2 Wochen im Tierheim landet ...?

Hat jemand von euch nützliche Erfahrungswerte oder Tipps?

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Dondon96

Dondon96

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Hallo Grinsewald, herzlich Willkommen hier im Forum :)!

Also zunächst einmal würde ich mit dem Schwiegervater mal ein "ernstes" Wörtchen reden, wenn er immer die Türen und Tore offen lässt. Das birgt natürlich ein unnnötiges Risiko für den Hund und dürfte ja mal die kleinse Einschränkung sein, auf geschlossene Türen zu achten.
Davon abgesehen werdet ihr um eine lange Zeit an der Leine sicherlicht nicht herum kommen.

Ich habe aber noch ein paar Fragen, die mir beim Lesen deines Posts in den Sinn kamen:
Ist euer Hund denn kastriert?
Wisst ihr, was er so treibt, wenn er mehrere Stunden weg ist? Ich kann mir vorstellen, dass eventuell läufige Hündinnen ein möglicher Grund sein könnten, wenn er im Herbst und dann jetzt erst wieder in der Gegend herumstreunert.
Wie gut ist er "normal" abrufbar? (Du hast geschrieben, dass er auch mal jagen geht. Entsprechend gehe ich davon aus, dass der Rückruf wohl nicht so gut sitzt?)
Wie steht es mit Impulskontrolle? (auch hier gehe ich aufgrund des Jagens mal davon aus, dass es um die IK nicht besonders "gut" gestellt ist, bzw. da noch Luft nach oben zu sein scheint).

Meine Herangehensweise wäre in deinem Fall wohl zunächst und basierend auf den bisher vorliegenden Infos die folgende:
der Hund kommt an die Schleppleine und wird dort auch die nächsten Wochen/Monate bleiben. Er hat an der Schleppleine ausreichend Bewegungsspielraum, ist aber gut gesichert und wird darunter nicht leiden - keine Angst ;). Das ist für uns Menschen meistens deutlich schlimmer als für die Hunde :).

Und dann intensives Schleppleinentraining! Also Rückruf, Orientierung am Hundeführer trainieren, etc.
Daneben Impulskontrolle ausbauen/festigen (schadet allgemein aber nie).
Wenn du dir bzgl. Auslastung Sorgen machst: richtiges Schleppleinentraining ist geistig für den Hund sehr anstrengend, das macht ziemlich müde :).

Zusätzlich würde ich über ein dünnes Halsband ohne Marken etc. nachdenken, auf dem eure Handynummer steht. Das kann er dauerhaft tragen - zur Sicherheit.

Liebe Grüße,
Dondon
 
Hexogen10

Hexogen10

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Hi,
als erstes kam mir auch in den Sinn, dass vermutlich heiße Mädels in der Gegend sind und er denen geruchlich hinterher geht.

Dann: es ist noch kein Hund gestorben, weil er an der Leine ausgeführt wurde, jedoch unzählige, weil die Halter meinten, ihr Hund rennt doch so gerne und braucht seine Freiheit. Wenn der Hund nicht zuverlässig abrufbar ist, sollte er an der Leine bleiben. Denn verursacht er einen Unfall, Radfahrer stürzt, Frau mit Kinderwagen wird umgerannt oder was auch immer, seid ihr diejenigen, die dafür haften. Wollt ihr im schlimmsten Fall echt ein Menschenleben auf de Gewissen haben, nur weil ihr dem Hund keine Leine (und es gibt auch sehr, sehr lange Schleppleinen) dran gemacht habt? Ich denke nicht.
Mal ganz abgesehen auch davon, dass ihr, sollte er unkastriert sein und er eine läufige Hündin decken, auch für die Kosten während der Trächtigkeit etc. pp. aufkommen müsst.
Außerdem wird früher oder später das Ordnungsamt und das Veterinäramt informiert, wenn euer Hund immer wieder im Tierheim angenommen werden muss. Es kann sogar soweit kommen, dass das Tierheim euch den Hund nicht mehr aushändigt, wenn er zu oft dort landet, weil ihr keine sachkundigen Halter zu sein scheint. Denn ihr habt die Verantwortung für den Hund mit der Aufnahme angenommen, dafür zu sorgen, dass ihm nichts passiert und ihm kein Schaden zugefügt wird, aber ebenso die Verantwortung dafür, dass er keinen Schaden anrichten kann und keine Menschen oder Tiere durch ihn belästigt werden usw. Euer Zuhause scheint eher ländlich zu sein. Bitte denk auch an die Wildtiere. Nur weil er kein Tier an sich aufgespürt hat, kann er dennoch einer interessanten Spur hinterher gegangen sein und wenn er so lange weg ist, bekommst du doch gar nicht mit, ob er in der Zeit Wildtieren hinterher gegangen ist. Das ist grob fahrlässig und vor allem den Wildtieren, in deren Wohnzimmer euer Hund da unkontrolliert eindringt, unfair gegenüber. Also: Leine dran, Rückruf üben, üben, üben bis er auch aus dem Spiel heraus abgerufen werden kann sowohl von dir als auch deinem Mann. Ansonsten ist der Hund an der Leine und nein, euer Hund wird deswegen nicht sterben und dass er sofort die Chance nutzt, wenn ihr doch mal die Leine abmacht, liegt in der Natur. Ein Kind, dass über Monate keine Süßigkeiten durfte und dann in einem Süßigkeitenladen alleine gelassen wird, wird sich auch den Bauch vollschlagen ;)

Für die Tore: so umbauen, dass sie von selbst zu fallen und sie niemand mehr offen stehen lassen kann.
 
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A-Fritz

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Hallo,
natürlich ist das Training wichtig , um den Hund leichter unter Kontrolle zu bringen ,
doch ich fürchte , dieses ändert nur wenig an dem starken Freiheitsdrang bei dem Hund und seinen Anlagen .
Manche Mischlinkshunde , können unerwartete Eigenschaften haben , die man wenig kontrollieren kann .
Ich denke , jetzt Vorhaltungen zu äußern und Fehler aufzuführen , hat wenig Sinn .

Vielleicht kann man Türschließer an die maßgeblichen Türen installieren ,
damit sich diese alleine verschlissen .
Auch ein Ortungsgerät am Halsband des Hundes kann gute Dienste leisten und wäre eine Sicherheit .
Futter ist nicht nur ein Lockmittel , welches beim Training eingesetzt werden kann ,
eventuell lässt sich der Hund auch besser zum Bleiben animieren , wenn er Hunger hat
und nur 1x zum Abend gefüttert wird .
 
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Grinsewald

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Ich danke euch dreien schon mal für eure Antworten, danke :)

Also zunächst einmal würde ich mit dem Schwiegervater mal ein "ernstes" Wörtchen reden, wenn er immer die Türen und Tore offen lässt.
Mein Schwiegervater ist leider der Grund dafür, dass die Tierhaltung teilweise ein Ding der Unmöglichkeit wird (Hühnerzucht mussten wir aufgeben, weil er dauernd das Stalltor offen gelassen hat und der Fuchs Feste gefeiert hat). Er ist schon recht alt und hat ein paar geistige Probleme, daher würde ich eine Strategie für ein gutes Zusammenleben mit dem Hund auf keinen Fall auf seine Mitarbeit basieren.
Ein sich selbst schließendes Tor ist allerdings eine interessante Idee, an die ich noch gar nicht gedacht habe.


Ist euer Hund denn kastriert?
Wisst ihr, was er so treibt, wenn er mehrere Stunden weg ist? Ich kann mir vorstellen, dass eventuell läufige Hündinnen ein möglicher Grund sein könnten, wenn er im Herbst und dann jetzt erst wieder in der Gegend herumstreunert.
Wie gut ist er "normal" abrufbar? (Du hast geschrieben, dass er auch mal jagen geht. Entsprechend gehe ich davon aus, dass der Rückruf wohl nicht so gut sitzt?)
Wie steht es mit Impulskontrolle? (auch hier gehe ich aufgrund des Jagens mal davon aus, dass es um die IK nicht besonders "gut" gestellt ist, bzw. da noch Luft nach oben zu sein scheint).
Der Hund ist nicht kastriert.
Von Menschen, die ihn unterwegs sehen, weiß ich, dass er sich im Prinzip wie im Freigang verhält, herumläuft, schnüffelt, teilweise läuft er anderen Gassigängern nach (auch Männchen), um zu spielen, schleppt Äste durch den Wald und wälzt sich in Dunggruben. Hündinnen kann ich mir für den eigentlichen Fluchtgrund vorstellen, allerdings kennen wir die Hundebesitzer hier in der Nähe und laufen sie immer zuerst ab, wenn er verschwindet, meist hält er sich aber ganz woanders auf (eben im Wald, nicht bei den fremden Grundstücken).
Normalerweise ist er sehr gut abrufbar, er folgt aufs Wort, auch in schwierigen Situationen wie z.B. wenn fremde Hunde auftauchen oder er ein Reh oder Hase aufstöbert: Er bellt dann sehr akut, wodurch ich weiß, dass er etwas gefunden hat, und kann ihn sofort zurückrufen. Wenn er allerdings glaubt, "außer Kontrolle" zu sein (nur, wenn er flüchtet), dann ignoriert er die Rufe mitunter, bis er nicht sicher ist, dass wir ihn sehen. Wir erfahren dann bspw. im Nachhinein von Nachbarn, dass wir ihn gerufen haben und er in Hörweite war, aber abgewartet hat, bis wir verschwunden sind.

Dünnes Halsband mit Nummer ist ebenfalls ein hilfreicher Tipp, auch die Schleppleine.
Mithilfe der Schleppleine würde man also trainieren, dass er beim Gassigehen in der Nähe bleibt und nicht außer Sichtweite läuft, richtig? Damit man ihm das Weglaufen beim Gassigehen zumindest abgewöhnt und "nur" noch Zuhause aufpassen muss?

@Hexogen10 die Idee mit dem Gartentor ist wie gesagt sehr gut, danke.
Die Folgen für das Flüchten (Probleme mit dem Tierheim usw), die Verantwortung gegenüber den Wildtieren (ich kann natürlich keinesfalls ausschließen, dass er Wild aufstöbert, wenn ihn niemand zurückruft) und v.a. die Gefahr für ihn selbst sind mir natürlich vollkommen bewusst - deswegen möchte ich diese Situation ja verändern und nicht einfach abwarten und Tee trinken. Gefahr für andere kann ich glücklicherweise ausschließen, nichtsdestotrotz möchte ich natürlich nicht, dass er Menschen erschreckt, die Angst vor Hunden haben. Wie gesagt: Alles in allem eine Situation, die ich so auf keinen Fall lassen möchte.

@A-Fritz Hast du Erfahrungen mit Ortungsgeräten, die leistbar bleiben? Wie gesagt, diejenigen, die ich mir angeschaut habe, wären auf Dauer unsäglich teuer geworden.
Fütterung 1x täglich am Abend habe ich probiert, aber leider weiß der kleine Schlaumeier ganz genau, wo er sich Futter holen kann (Komposthaufen, Futterhäuser für Vögel usw. ... mitunter ähnelt er einem Fuchs mehr als einem Hund ...)
 
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