Schulpferd geht ständig durch

Diskutiere Schulpferd geht ständig durch im Pferde Verhalten Forum im Bereich Pferde Forum; Meine Tochter nimmt seit 4 Jahren Reitunterricht. Seit kurzem hat sie ein 4-jähriges Pferd, was ständig durchgeht. Es ist extrem schreckhaft und...
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Gustav44

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Meine Tochter nimmt seit 4 Jahren Reitunterricht. Seit kurzem hat sie ein 4-jähriges Pferd, was ständig durchgeht. Es ist extrem schreckhaft und jedes Geräusch u.a. sorgt dafür, dass er völlig losprescht. Spätestens in der Ecke wird das Kind dann mit vollem Tempo in die Ecke geschleudert. Oft geht er auch ohne erkennbaren Grund durch. Ein Kind hat dabei keine Chance.
Ist soetwas überhaupt vertretbar? Ich habe inzwischen ständig Angst, dass bei der nächsten Reitstunde wieder etwas passiert. Bei den Geschwindigkeiten kann durchaus auch Schlimmeres passieren. Er wird von zwei Kindern in der Woche geritten und auch das andere Kind wurde schon mehrmals abgeworfen. Trotzdem bleibt dieses Pferd im Schulbetrieb. Gibt es eigentlich Vorgaben, was ein Pferd zum Schulpferd im Reitunterricht macht? Letzte Reitstunde wurde mein Kind zwei Mal bei enormer Geschwindigkeit abgeworfen, weil das Pferd schon wieder durchgegangen war. Dann wurde mein Kind auch noch derart vom Reitstallbesitzer angeschrien, dass sie wieder aufstehen soll, was ich ja völlig daneben finde. Sie ist ein Kind, hat dieses Erlebnis und wird auch noch angebrüllt. Dann wurde die Reitstunde ohne weitere Erklärung für alle beendet, 20 Minuten eher. Wie sind eure Erfahrungen im Reitunterricht mit Kindern? Reden wird leider nicht viel bringen. Der Besitzer des Reitstalls ist sehr arrogant und sagt eher, dass man sich dann eben einen anderen Reitstall suchen soll. Es gibt aber keine anderen Reitställe in ca. 20 km. Was würdet ihr mir empfehlen? Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe!
 
22.04.2021
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Schau mal hier: Schulpferd geht ständig durch . Dort wird jeder fündig!
ShiGi

ShiGi

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Kurz gesagt: Such' eine neue Reitschule für deine Tochter. Das klingt katastrophal. Ich würde sie dort keine einzige weitere Reitstunde nehmen lassen.

Ein solches Pferd als Schulpferd einzusetzen ist absolut unverantwortlich gegenüber den Kindern, die es reiten, und auch unfair gegenüber dem Pferd - denn es hat offensichtlich nicht die Ausbildung und/oder nicht den Charakter, um mit der Situation als Schulpferd zurecht zu kommen. In dieser Konstellation ist es nur eine Frage der Zeit bis ein Sturz mal schlimmer ausgeht und deine Tochter ernsthaftere Verletzungen davonträgt.
Offizielle Vorgaben für Schulpferde gibt es nicht - aber es gibt verantwortungsvollere Menschen als in dem von dir geschilderten Reitstall, die gewissenhaft ihre Schulpferde auswählen.

Leider wird es in vielen Reitschulen als "normal" angesehen, die Kinder (oder auch Erwachsene) anzubrüllen. Das sollte es aber auf keinen Fall sein und es gibt definitiv auch Alternativen. Ich bezweifle auch, dass der Unterricht besonders gut ist, denn wer lernt schon gut, wenn er angeschrien wird?
 
Luna & Artemis

Luna & Artemis

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Huhu,

Ich würde auch zu einer neuen Reitschule tendieren. Generell halte ich nicht viel davon junge unerfahrene Pferde in den Unterricht zu schicken (mit 4 Jahren ist er ja noch nicht lange eingeritten). Klar kann man auch mal vom Schulpferd abgeworfen werden, aber sollte das nicht die Regel sein bzw nach 4 Jahren Unterricht hebt es einen ja auch nicht mehr so leicht aus dem Sattel. Ich würde auch noch mal mit der Reitlehrerin reden warum a) so ein Pferd im Unterricht läuft und b) das ihr Ton unangemessen ist.
 
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MilaPauli

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Hi,
Ich bin in den Ferien auch ein 4 Jähriges Pferd, sie ist noch nicht ganz ausgebildet(ich reite Westen und bin 14), und ging auch öfter mal durch, ich müsste allerdings bevor ich das Pferd zugeteilt bekommen habe sagen wie gut ich reiten kann und nachdem ich seit 5 Jahren reite hab ich sie dann bekommen, allerdings haben die Reit Lehrerinnen mir angeboten das Pferd zu wechseln, hab das aber nicht gemacht, weil ich so einen Herausforderung eigentlich ganz cool fand und das Pferd auch im Griff hatte, vielleicht kannst du ja mal nochmal nachfragen ob deine Tochter nicht ein anderes Pferd bekommt, vielleicht das wo sie davor hatte?
Aber wenn die Reit Lehrer deine Tochter auch anschnauzen geht das wirklich nicht und du solltest wirklich die Reitschule wechseln, vielleicht gibt es bei dir ja auch jemand privaten, der keine Website hat, so hab ich meinen Stall auch gefunden, schaut euch einfach mal in der Nähe um.
Viel Glück
Wie alt ist deine Tochter denn (sorry konnte deinen halben Kommentar nicht lesen weil da Werbung drüber war)
 
Luna & Artemis

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@MilaPauli : hast du das mit der Werbung öfter? Du kannst mir gerne einen Screenshot schicken, dann leite ich das an den Admin weiter ;)
 
Cerridwen

Cerridwen

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(Offtopic)
Tatsächlich? Dann habe ich Glück, ich nutze das TF mindestens zur Hälfte der Zeit mobil und habe nie Einschränkungen durch Werbeeinblendungen.
 
Luna & Artemis

Luna & Artemis

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Ok 😳 Finde ich auch seltsam, da ich das TF zu 99% am Smartphone nutze. Ich gebe das aber weiter. Danke.
 
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Malki

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Meine Tochter nimmt seit 4 Jahren Reitunterricht. Seit kurzem hat sie ein 4-jähriges Pferd, was ständig durchgeht. Es ist extrem schreckhaft und jedes Geräusch u.a. sorgt dafür, dass er völlig losprescht. Spätestens in der Ecke wird das Kind dann mit vollem Tempo in die Ecke geschleudert. Oft geht er auch ohne erkennbaren Grund durch. Ein Kind hat dabei keine Chance. Ist soetwas überhaupt vertretbar? Ich habe inzwischen ständig Angst, dass bei der nächsten Reitstunde wieder etwas passiert. Bei den Geschwindigkeiten kann durchaus auch Schlimmeres passieren. Er wird von zwei Kindern in der Woche geritten und auch das andere Kind wurde schon mehrmals abgeworfen. Trotzdem bleibt dieses Pferd im Schulbetrieb. Gibt es eigentlich Vorgaben, was ein Pferd zum Schulpferd im Reitunterricht macht? Letzte Reitstunde wurde mein Kind zwei Mal bei enormer Geschwindigkeit abgeworfen, weil das Pferd schon wieder durchgegangen war. Dann wurde mein Kind auch noch derart vom Reitstallbesitzer angeschrien, dass sie wieder aufstehen soll, was ich ja völlig daneben finde. Sie ist ein Kind, hat dieses Erlebnis und wird auch noch angebrüllt. Dann wurde die Reitstunde ohne weitere Erklärung für alle beendet, 20 Minuten eher. Wie sind eure Erfahrungen im Reitunterricht mit Kindern? Reden wird leider nicht viel bringen. Der Besitzer des Reitstalls ist sehr arrogant und sagt eher, dass man sich dann eben einen anderen Reitstall suchen soll. Es gibt aber keine anderen Reitställe in ca. 20 km. Was würdet ihr mir empfehlen? Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe!
Hallo,

ich war als Reitanfänger auch mal in so einem Reitstall gewesen - übrigens ein "Elite-Reitstall" (außen hui, innen pfui), den es LEIDER heute noch gibt, Connctions gehen offenbar über Tierschutz im Reitsport.
Nein, es ist nicht okay, wenn man Pferde einsetzt, die ständig durchgehen (das Argument meines damaligen Reitlehrers, der, wie ich später bemerkte, die Pferde wenn sie nicht spurten voll schlug (mit Gerte sowieso, aber auch Kinnhaken usw.), war übrigens: "Kannst du das Pferd reiten, kannst du alle reiten." - Ich hatte damals dann 3 Jahre aufgehört, nachdem ich nen blöden Sturz hatte und von diesem "Lehrer" auch noch angeschrien worden war).
Und jemanden anzuschreien, noch dazu in ner Reitstunde, ist sowieso nicht nur menschlich das Letzte, sondern auch was Tiere (und insbesondere Pferde) angeht, völlig schwachsinnig. Als Reitstallbesitzer (!!) müsste er wenigstens so viel Tierkenntnis besitzen, um zu wissen, dass Geschrei Pferde nicht unbedingt ruhiger macht. Also entweder er hat so wenig Ahnung, dass er besser keine Pferde mehr halten sollte, oder Pferd und Schüler sind ihm schlicht egal. Anders kann ich die Erzählung nicht deuten.

Ich würde definitiv den Reitstall wechseln (das tat ich damals auch - zu einem Reitstallbesitzer, der die Ruhe in Person war, er war quasi fast schon meditativ ruhig, hatte gleichzeitig Humor, und er behandelte die Pferde um Welten besser. Es war aber kein Elite-Stall, sondern nur ein ganz normaler Hof, wo es eben menschlich und tierfreundlich zuging.

Das sind jedenfalls meine Erfahrungen. Und ich weiß, man hört wohl auch meine Wut raus - ich will diesem Reitstall hier nicht zu viel unterstellen, aber es hat ja meist einen Grund, warum Pferde so schnell durchgehen und so nervös und ängstlich sind (die armen Pferde!).

Edit: Und apropos durchgehen - möglicherweise kommt von dem Reitlehrer auch der "Tipp", immer gleich die Gerte einzusetzen, wenn Pferd nicht "spurt"? - Und zwar hinten an der Flanke? Das ist nämlich eigentlich eher ein No-Go, und so werden die oft wirklich armen Schulpferde noch mehr gemartert ... Ich hab später erst gelernt, wie es ist, ohne Gerte zu reiten (oder eben weitaus sanfter mit).

Liebe Grüße
Malki
 
Foss

Foss

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Hallo,

Ich würde auch dazu raten, einen anderen Stall aufzusuchen.
In dem Alter hat das Pferd es selbst oftmals noch schwer, sich selbst auszubalancieren, geschweige denn erst recht, wenn ein unerfahrener Reiter drauf sitzt. Angefangen von unpassendem Sattel bis hin zu schlechtem Ausbildungsstand kann das Verhalten des Tieres viele Ursachen haben.

Ein Lehrpferd sollte schon älter und erfahren sein, kulant und geduldig mit reiterlichen Fehlern umgehen können und verlässlich sein. Im Grunde ist das eigentlich recht viel, was man von einem Schulpferd erwartet.
Ich denke auch nicht, dass du/ihr dort glücklich werdet.
 
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Gustav44

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Kurz gesagt: Such' eine neue Reitschule für deine Tochter. Das klingt katastrophal. Ich würde sie dort keine einzige weitere Reitstunde nehmen lassen.

Ein solches Pferd als Schulpferd einzusetzen ist absolut unverantwortlich gegenüber den Kindern, die es reiten, und auch unfair gegenüber dem Pferd - denn es hat offensichtlich nicht die Ausbildung und/oder nicht den Charakter, um mit der Situation als Schulpferd zurecht zu kommen. In dieser Konstellation ist es nur eine Frage der Zeit bis ein Sturz mal schlimmer ausgeht und deine Tochter ernsthaftere Verletzungen davonträgt.
Offizielle Vorgaben für Schulpferde gibt es nicht - aber es gibt verantwortungsvollere Menschen als in dem von dir geschilderten Reitstall, die gewissenhaft ihre Schulpferde auswählen.

Leider wird es in vielen Reitschulen als "normal" angesehen, die Kinder (oder auch Erwachsene) anzubrüllen. Das sollte es aber auf keinen Fall sein und es gibt definitiv auch Alternativen. Ich bezweifle auch, dass der Unterricht besonders gut ist, denn wer lernt schon gut, wenn er angeschrien wird?
Vielen lieben Dank für Deine Antwort. Das hat mein eigentliches Gefühl bestätigt. Da ich mich überhaupt nicht mit Pferden auskenne, wusste ich das Ganze nicht so richtig einzuordnen. "Leider" mag meine Tochter dieses Pferd sehr und würde ihn trotz drei Abwürfen in kurzer Zeit gerne weiter reiten. Das macht es für mich schwierig, aber ich tendiere nach den Aussagen im Forum auch eher dazu, es mit diesem Pferd zu lassen, bevor noch Schlimmeres passiert. Die letzte Reitstunde war eigentlich Warnschuss genug. Nochmals vielen Dank für Deine Antwort und liebe Grüße
 
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Gustav44

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Huhu,

Ich würde auch zu einer neuen Reitschule tendieren. Generell halte ich nicht viel davon junge unerfahrene Pferde in den Unterricht zu schicken (mit 4 Jahren ist er ja noch nicht lange eingeritten). Klar kann man auch mal vom Schulpferd abgeworfen werden, aber sollte das nicht die Regel sein bzw nach 4 Jahren Unterricht hebt es einen ja auch nicht mehr so leicht aus dem Sattel. Ich würde auch noch mal mit der Reitlehrerin reden warum a) so ein Pferd im Unterricht läuft und b) das ihr Ton unangemessen ist.
Hallo, ich danke dir für deine Antwort. Ich denke auch, es kann immer mal ein Abwurf passieren, aber wenn das Ganze gleich 3x in kürzester Zeit passiert, sollte etwas geändert werden. Zumal wenn das Pferd plötzlich völlig grundlos losprescht. Vor diesem Pferd ist sie nur einmal abgeworfen worden, aber das war beim ersten Springversuch. Da wusste man ja auch noch nicht, welche Kräfte da wirken. Alles gut- draus gelernt und gesprungen, galoppiert ohne Probleme. Bis sie ein schwierigeres Pferd bekommen hat, um weiter zu lernen. Leider mag meine Tochter dieses Pferd trotzdem ;-) Ich werde trotzdem mit dem Reitlehrer sprechen müssen. Nochmals vielen Dank für Deine Nachricht und liebe Grüße
 
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Gustav44

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Hi,
Ich bin in den Ferien auch ein 4 Jähriges Pferd, sie ist noch nicht ganz ausgebildet(ich reite Westen und bin 14), und ging auch öfter mal durch, ich müsste allerdings bevor ich das Pferd zugeteilt bekommen habe sagen wie gut ich reiten kann und nachdem ich seit 5 Jahren reite hab ich sie dann bekommen, allerdings haben die Reit Lehrerinnen mir angeboten das Pferd zu wechseln, hab das aber nicht gemacht, weil ich so einen Herausforderung eigentlich ganz cool fand und das Pferd auch im Griff hatte, vielleicht kannst du ja mal nochmal nachfragen ob deine Tochter nicht ein anderes Pferd bekommt, vielleicht das wo sie davor hatte?
Aber wenn die Reit Lehrer deine Tochter auch anschnauzen geht das wirklich nicht und du solltest wirklich die Reitschule wechseln, vielleicht gibt es bei dir ja auch jemand privaten, der keine Website hat, so hab ich meinen Stall auch gefunden, schaut euch einfach mal in der Nähe um.
Viel Glück
Wie alt ist deine Tochter denn (sorry konnte deinen halben Kommentar nicht lesen weil da Werbung drüber war)
Hallo, vielen Dank für Deine Antwort- ich habe mich sehr gefreut! Meine Tochter ist jetzt 11 Jahre und war bisher ganz sattelfest. Ein einziger Abwurf beim ersten Springen, aber da wurde draus gelernt und seitdem wurde galoppiert und gesprungen ohne Probleme. Bis sie ein neues Pferd bekommen hat, um weiter zu lernen. Aber ich denke, dass erst das Pferd noch lernen muss, bevor man ein 11-jähriges Kind drauf setzen kann.
Liebe Grüße und nochmals vielen Dank!
 
G

Gustav44

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Hallo,

ich war als Reitanfänger auch mal in so einem Reitstall gewesen - übrigens ein "Elite-Reitstall" (außen hui, innen pfui), den es LEIDER heute noch gibt, Connctions gehen offenbar über Tierschutz im Reitsport.
Nein, es ist nicht okay, wenn man Pferde einsetzt, die ständig durchgehen (das Argument meines damaligen Reitlehrers, der, wie ich später bemerkte, die Pferde wenn sie nicht spurten voll schlug (mit Gerte sowieso, aber auch Kinnhaken usw.), war übrigens: "Kannst du das Pferd reiten, kannst du alle reiten." - Ich hatte damals dann 3 Jahre aufgehört, nachdem ich nen blöden Sturz hatte und von diesem "Lehrer" auch noch angeschrien worden war).
Und jemanden anzuschreien, noch dazu in ner Reitstunde, ist sowieso nicht nur menschlich das Letzte, sondern auch was Tiere (und insbesondere Pferde) angeht, völlig schwachsinnig. Als Reitstallbesitzer (!!) müsste er wenigstens so viel Tierkenntnis besitzen, um zu wissen, dass Geschrei Pferde nicht unbedingt ruhiger macht. Also entweder er hat so wenig Ahnung, dass er besser keine Pferde mehr halten sollte, oder Pferd und Schüler sind ihm schlicht egal. Anders kann ich die Erzählung nicht deuten.

Ich würde definitiv den Reitstall wechseln (das tat ich damals auch - zu einem Reitstallbesitzer, der die Ruhe in Person war, er war quasi fast schon meditativ ruhig, hatte gleichzeitig Humor, und er behandelte die Pferde um Welten besser. Es war aber kein Elite-Stall, sondern nur ein ganz normaler Hof, wo es eben menschlich und tierfreundlich zuging.

Das sind jedenfalls meine Erfahrungen. Und ich weiß, man hört wohl auch meine Wut raus - ich will diesem Reitstall hier nicht zu viel unterstellen, aber es hat ja meist einen Grund, warum Pferde so schnell durchgehen und so nervös und ängstlich sind (die armen Pferde!).

Edit: Und apropos durchgehen - möglicherweise kommt von dem Reitlehrer auch der "Tipp", immer gleich die Gerte einzusetzen, wenn Pferd nicht "spurt"? - Und zwar hinten an der Flanke? Das ist nämlich eigentlich eher ein No-Go, und so werden die oft wirklich armen Schulpferde noch mehr gemartert ... Ich hab später erst gelernt, wie es ist, ohne Gerte zu reiten (oder eben weitaus sanfter mit).

Liebe Grüße
Malki
Hallo Malki,
vielen lieben Dank für Deine ausführlichen Post... ich habe mich sehr gefreut, denn mit anderen Eltern kann ich darüber nicht sprechen, weil die ihre Kinder meistens nur hinbringen und wieder abholen. Besonders interessant fand ich Deinen Bericht über den Umgang mit der Gerte. Alle Kinder sollen eine Gerte nehmen und sofort auch einsetzen ("Gib´s ihm" - O-Ton). Meine Tochter hasst die Gerte und wird ständig ermahnt, dass sie höhstens das Pferd damit nur antickt.
Der Reitlehrer und Stallbesitzer gewinnt viele Turniere und ist vielleicht deshalb sehr arrogant. Daher kann man bestimmt nicht wirklich mit ihm reden. Oft werden Schulpferde verkauft und irgendwelche Neuen geholt. Ob diese dann als Schulpferd taugen, sollen dann "gute" Reiterinnen herausfinden- allerdings sind das alles Kinder.
Letztes Mal habe ich auch gesehen, wie ein kleines Fohlen aus dem März am Halfter auf dem Reitplatz geführt wurde. Es passte ihm überhaupt nicht und wurde aber auch mit kleineren Schlägen "bestraft". Ich konnte da gar nicht hingucken- es war schrecklich. Aber ich habe keine Ahnung von Pferden und wollte mich daher auch nicht direkt einmischen. Das Kleine tat mir nur unendlich leid.

Ich werde mich auf jeden Fall, nach den vielen Antworten auf meinem Post, nach einer Alternative umgucken. Leider liebt meine Tochter dieses Pferd trotz allem immer noch, was das Ganze erheblich schwieriger macht.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
 
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Gustav44

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Ich würde auch dazu raten, einen anderen Stall aufzusuchen.
In dem Alter hat das Pferd es selbst oftmals noch schwer, sich selbst auszubalancieren, geschweige denn erst recht, wenn ein unerfahrener Reiter drauf sitzt. Angefangen von unpassendem Sattel bis hin zu schlechtem Ausbildungsstand kann das Verhalten des Tieres viele Ursachen haben.

Ein Lehrpferd sollte schon älter und erfahren sein, kulant und geduldig mit reiterlichen Fehlern umgehen können und verlässlich sein. Im Grunde ist das eigentlich recht viel, was man von einem Schulpferd erwartet.
Ich denke auch nicht, dass du/ihr dort glücklich werdet.
Hallo,
vielen lieben Dank auch für Deine Antwort. Alle haben mir eigentlich das gleiche geraten, und das meine eigene Meinung auch bestärkt. Da ich überhaupt keine Ahnung von Pferden habe, sondern nur eine reitverrückte Tochter, wusste ich nicht so genau, wie ich mich verhalten soll. Denn leider liebt meine Tochter dieses Pferd trotz allem und würde es auch weiterhin reiten wollen. Aber ich denke inzwischen auch, dass drei Abwürfe durch plötzliches, grundloses Lospreschen einfach genug sind. Die Stürze waren alle hart und ich wunder mich, dass es nur blaue Flecken waren. Und dazu noch das unmögliche Verhalten des Reitstallbesitzers. Ihn wird es allerdings nicht jucken, wenn wir nicht mehr kommen. Er hat genug Anfragen und nimmt sich daher auch raus, so arrogant zu sein. Schade, sehr schade.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
 
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"Leider" mag meine Tochter dieses Pferd sehr und würde ihn trotz drei Abwürfen in kurzer Zeit gerne weiter reiten.
Dieser "Wendy-Komplex" ist leider nicht selten. Da ist ein schwieriges Pferd, das alle abwirft, und das Pferdemädchen kommt und "zähmt" das Pferd. Mal ganz überspitzt ausgedrückt ;) Ich war selbst auch mal so ein Pferdemädchen und die schwierigen Pferde waren immer die spannendsten. Deine Tochter wird es dir also wahrscheinlich nicht leicht machen, den Stall zu wechseln. Aber es ist trotzdem das richtige, sowohl aus Sicht des Unfallschutzes als auch aus Tierschutzgründen.
Bis sie ein schwierigeres Pferd bekommen hat, um weiter zu lernen.
Meistens werden die schwierigen Pferde nicht als Schulpferde eingesetzt, weil man mit ihnen viel lernen kann, sondern weil gute, zuverlässige Schulpferde selten sind und viel Arbeit rein gesteckt werden muss, damit sie gute Schulpferde bleiben. Am besten lernt man reiten auf einem sehr gut ausgebildeten Pferd, das einem die eigenen Fehler aufzeigt, indem es sehr genau auf die Hilfen reagiert. Natürlich kann man irgendwann an einem Punkt kommen, an dem man auch von jungen, wenig ausgebildeten Pferden profitieren kann. Aber in der Regel nicht als 11-Jährige in einem Schulbetrieb.
Meine Tochter hasst die Gerte und wird ständig ermahnt, dass sie höhstens das Pferd damit nur antickt.
Da hat deine Tochter offensichtlich eine gute Intuition, dass das nicht richtig ist. Das kannst du möglicherweise nutzen, um bei ihr Verständnis für einen Reitstallwechsl zu schaffen. Sie will den Pferden offensichtlich nichts schlechtes, also ist es wahrscheinlich auch in ihrem Interesse, einen Stall, in dem schlecht mit den Tieren umgegangen wird, nicht zu unterstützen, wenn man ihr das so vor Augen führt.

Ich wünsche dir/euch viel Erfolg bei der Suche nach einem passenderen Stall und Unterricht :)
 
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So etwas geht gar nicht, zum Einem, was soll ein Kind lernen, wenn es nach einem Abwurf auch noch angeschrien wird, dass ist untererste Schublade und zeigt nur, dass da jemand seinen Job nicht beherrscht und zum anderen hat natürlich ein junges 4jähriges Pferd, welches offensichtlich noch lange nicht richtig eingeritten ist, nichts in einem Schulbetrieb verloren. So junge Pferde sollten auf keinem Fall schon im Schulbetrieb laufen, es sei denn sie sind charakterlich wirklich so gefestigt, ruhig und ausgeglichen, dass man sie dann auch mal von erwachsenen Fortgeschrittenen Reitschülern reiten lassen kann. Aber dazu gehört schon viel Erfahrung und auch eine gewisse Reife.

Da wo ich Reitunterricht hatte, gab es auch 2-3 "schwierigere" Pferde, die trotzdem im Reitunterricht eingesetzt worden sind, aber der Reitlehrer hat immer ganz genau ausgewählt, wen er auf diese Pferde setzt und die sind dann auch nicht in jeder Stunde mitgelaufen, sondern nur, wenn er einen geeigneten Reitschüler für diese Pferde hatte. Im Gelände draußen hat er sie dann meistens selbst geritten. Natürlich war der schwierigste mein Liebling und zum Glück, war ich schon gut genug, dass ich ihn auch reiten durfte.

Wie schon gesagt, es ist schwierig, immer genügend wirklich "gute" Reitschulpferde zu bekommen, die brauchen einen entsprechenden Charakter und die Ausbildung ist auch nicht billig.
 
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