Verändertes Verhalten der Hündin

Diskutiere Verändertes Verhalten der Hündin im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Ich möchte zuerst anmerken, dass mir klar ist, dass hier keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann und wir haben auch bereits einen Termin...
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Lidiya

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Ich möchte zuerst anmerken, dass mir klar ist, dass hier keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann und wir haben auch bereits einen Termin bei der Hundetrainerin, ich wollte trotzdem hier schreiben und schauen ob vielleicht jemand einen Tipp hat.

Eckdaten:

- Unsere Hündin ist nun seit November 2020 bei uns, sie kommt aus Russland. Sie war dort etwa 2-3 Jahre auf der Pflegestelle nachdem sie auf der Straße gefunden wurde kurz nachdem sie Welpen gekriegt hat.
- Da offenbar ihre Kastration in Russland schlecht durchgeführt wurde, wurde sie hier bei uns Anfang Februar läufig und hatte am 29.4 die OP, wo ein Eierstock, der bei der ersten Kastration übersehen wurde, entfernt wurde. Es sind also nun etwa 6 Wochen nach der OP vergangen.

Seit einigen Wochen bemerken wir zum Teil neues, zum Teil intensiviertes "schlechtes" Verhalten bei unserer Hündin:

- Sie bellt fremde Menschen an. Auch früher hat sie gebellt, wenn zum Beispiel die Tür geklingelt hat oder Ähnliches aber ich meine jetzt, dass sie es einfach draußen tut. Es ist auch bereits vorher vorgekommen, dass sie (zumindest für uns willkürlich ausgewählten) Menschen anvisiert hinläuft und anbellt. Dies ist aber in den vier Monaten vor der Läufigkeit seitdem sie bei uns ist 2 Mal vorgekommen und niemals bei Kindern. Nun bellt sie aber ständig Leute an (bzw., es kommt nicht zum Bellen, da wir das frühzeitig erkennen und in die andere Richtung gehen), auch Kinder, vor allem wenn sie an ihr vorbei laufen. Auf der Hundewiese, als sie einmal abgeleint war (mittlerweile wird sie natürlich nicht mehr abgeleint) und mit dem Hund eines Mannes gespielt hat ist sie auf einmal zu dem Mann gelaufen und hat ihn angebellt und angepöbelt. Ich mache mir da auch Sorgen, dass sie vielleicht auch anfangen könnte zu beißen, auch wenn sie es bisher nie gemacht hat. Sie hat uns gegenüber noch nie irgendeine Art von Aggression gezeigt (außer Knurren, wenn man ihren Kauknochen nehmen wollte, aber selbst das lässt sie nach einigem Zögern zu).
- Was komplett neu ist, ist dass sie auf Hunde auch nicht besonders gut reagiert. Entweder sie ignoriert sie (das wäre ja kein Problem, aber eben auch verändertes Verhalten, weil sie vorher gerne mit Hunden gespielt hat) oder sie springt in die Leine auf die Hunde zu, knurrt zwar oder schnappt nicht aber ist auf jeden Fall nicht freundlich. So war sie früher nie. Ich vermute wegen der guten Sozialisierung mit Hunden in Russland hat sie sich vor der Kastration gegenüber Hunden immer sehr gut verhalten, entweder ignoriert, wenn sie ihr zu aufdringlich wurden oder gespielt.
- 0-2 Mal am Tag zu den verschiedensten Zeitpunkten (damit meine ich, manchmal direkt nach dem Essen, manchmal nicht, manchmal wenn wir beide zu Hause sind, macnhmal wenn nur einer zu Hause ist) hört man sie für einige Sekunden winseln.
- Die folgende Sache hätte ich an sich gar nicht für komisch gehalten, aber unter den Umständen erwähne ich es. Die ersten Monate wo sie bei uns war, lag sie abends immer zwischen unseren Beinen auf dem Sofa. Jetzt verzieht sie sich entweder in ihre Hundehütte (im Zimmer, so eine Couchtisch/Hundehütte Kombi) oder auf ihren Schlafplatz unter dem Tisch oder auch auf das Sofa, aber auf "ihre" Seite, nicht zu uns. Das allein hätte ich einfach darauf geschoben , dass es jetzt eben wärmer ist und/oder wie ich gelesen habe ist es häufig so dass Tierschutzhunde in der ersten Zeit sehr anhänglich sind und wenn sie dann ankommen ruhiger werden und nicht so am Menschen "kleben".

An sich wäre dieses Verhalten für einen Auslandshund nicht besonders ungewöhnlich. Was wir sehr ungewöhnlich finden ist, dass sie eben in der Zeit vor der Kastration (also fast 6 Monate) für einen Auslandshund extrem pflegeleicht war, leine war kein problem, stubenrein, hat sehr schnell den Rückruf und Bleib gelernt, man konnte ganz enspannt ohne Leine in einem Gebiet ohne Strassen in der Nähe laufen und dieses Verhalten erst jetzt auftaucht .

Was ich dazu noch erwähnen möchte: Ich weiß nicht ob man unsere Hündin generell als ängstlich bezeichnen darf, da es nicht zu vergleichen ist mit dem, was man so über einige Auslandshunde liest. Sie hat nicht per se Angst vor lauten Geräuschen, erschreckt sich nicht wenn mal was auf den Boden fällt, Bohrer und Ähnliches ist kein Problem, genauso wie Straßenlärm und der Staubsauger wird geduldet. Es gibt aber besimmte Geräusche, die sie triggern":

- Böller (an Silverster wollte sie gar nicht raus und noch mindestens eine Woche danach nur ungern)
- Donner (vor kurzem hat es sehr stark gedonnert, das war nach der OP)
- Besimmte Art von Flugzeuggeräuschen

In solchen Situationen fängt sie an zu zittern und je nachdem, wenn sie zu Hause ist will sie nicht mehr raus, wenn wir grade draußen sind will sie so schnell wie möglich weg. Wenn es zum Beispiel in einem bestimmten Park geknallt hat während wir dort waren, will sie da mindestens eine Woche nicht mehr rein. Was sie auch sehr ängstlich macht ist wenn man stehen bleibt (draußen). Zuerst fängt sie an zu winseln, dann zu zittern und klemmt den Schwanz ein. Also man kann sich zB nicht im Park auf die Bank setzen mit ihr. Eine andere Sache ist, dass sie die ersten etwa zwei-drei Monate abends (nicht unbedingt im Dunkeln!) nicht raus gehen wollte. Dann hat das geklappt, sie war aber immer abends etwas nervös und wurde auch nie abgeleint, da kam es auch schon vorher vor, dass sie jemanden anbellen wollte, dies hat sich aber noch deutlich gesteigert.



Soweit wir das analysiert haben, kann es drei Gründe für das veränderte Verhalten geben:

- Sie hat irgendeine Krankheit oder Hormonungleichgewocht (Schilddrüse etc.).
- Es liegt an der Hormonumstellung nach der Kastration.
- Was uns gesagt wurde: "sie hat sich jetzt an uns gewöhnt und fängt an uns vor allem zu beschützen".

Ich finde die letzten beiden Gründe gleichermaßen plausibel. Einerseits könnte der dritte Grund wahrscheinlicher sein, da eben alles anbellen ein typisches Signal von beschützen ist. Allerdings haben wir nicht den Eindruck, dass sie sich erst jetzt wirklich eingelebt hat, vor der Kastration hatten wir eigentlich schon einen sehr guten Rhytmus.

Das waren jetzt sehr viele Beschreibungen und wie gesagt weiß ich, dass mir hier niemand eine eindeutige Diagnose stellen kann, aber vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und hätte einen Tipp.
 
  • #1
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Guest
Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Nienor

Nienor

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Hey

Hat sich das Verhalten wirklich erst nach der Kastration so verändert oder schon etwas vorher?
Vom Zeitpunkt her kann sie scheinschwanger gewesen sein und wenn man Hündinnen in der Scheinschwangerschaft kastriert (was man nicht tun sollte), kann es sein, dass dieser Zustand länger bestehen bleibt. Ihr Verhalten kann zu den Symptomen einer Scheinschwangerschaft passen.

Ansonsten würde ich schauen, dass ihr auf belohnungsbasiertes Training setzt. Und ganz egal, was ihre Intention hinter dem Fernhalten von Fremden ist, eine Gegenkonditionierung kann da Wunder wirken, weil die negative Emotion quasi in eine positive umprogrammiert wird. Denn immer, wenn die Fremden in die Nähe kommen (unbedingt unter der Auslöseschwelle arbeiten!), passiert was Tolles. Die Fremden werden dann zum Signal, dass was Tolles passiert und somit werden sie später positiv wahrgenommen.

Zusätzlich natürlich der Check beim Tierarzt - aber gesundheitliche Probleme allein sind seltenst alleinige Auslöser. Oft machen sie das Problem nur deutlicher.
 
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