Versagensängste

Diskutiere Versagensängste im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen, ich hoffe auf ein wenig Austausch und Rat... Ich bin 38, alleinstehend und wünsche mir eigentlich schon lange einen Hund. Nachdem...
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SunnyNi

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Hallo zusammen,
ich hoffe auf ein wenig Austausch und Rat...

Ich bin 38, alleinstehend und wünsche mir eigentlich schon lange einen Hund. Nachdem ich auch dafür letztlich in ein kleines Häuschen gezogen bin habe ich Anfang des Jahres leider eine sehr traurige und unschöne Erfahrung mit einem Pflegehund gemacht, wo die Option bestand das er bleibt. Obwohl ich regelmäßig mit Hunden zutun hatte, hatte ich eine starke Allergie entwickelt und war auch allgemein sehr überfordert, weil ich mir selbst so ein schlechtes Gewissen deshalb machte und ich auch Angst hatte dem ganzen auch unabhängig der Allergie (mit Atemnot)nicht gerecht zu werden. Ich arbeite zwar überwiegend im Home Office, aber bis auf 1,2 Freundinnen die aber beruflich viel unterwegs sind, habe ich keine Back UP Option. Letztlich ging es gesundheitlich nicht der Kleine wurde in ein tolles zu Hause vermittelt. Mir hat es das Herz gebrochen und ich war tieftraurig, weil ich als Planer und Kopfmensch mich gescheitert gefühlt habe. Ich habe mir auch da schon sehr viel Druck gemacht, den ich zum Teil kaum noch aushalten konnte. Für mich stand nach der unschönen Erfahrung fest, dass ich so lange ich alleine lebe, nicht nochmal ein Versuch mit zum Beispiel Allergiker Hunden starten will, weil mir die Verantwortung doch etwas groß ist und man ja nie so genau weiß, wie der Hund wirklich ist. Ich muss dazu sagen, dass ich vor 3 Jahren durch eine Unfall auch schwer krank war und Angst davor habe, dass ich wieder in die Situation komme, da ich nicht wirklich geheilt wurde, aber es mir in den letzten 1,5 Jahren wieder gut ging.... Ich habe auch nach der Krankheit und Corona nun seit Jahren gerade wieder begonnen mehr zu unternehmen und am Leben teilzunehmen und meine Unabhängigkeit zu genießen....

Und letzte Woche ging dann alles aus einer Notsituation ganz schnell. Meine alleinerziehende Schwester (300 KM) entfernt hat einen fast 8 Jährigen Hund. Er ist bei meiner Mutter geboren wo seine Mutter und Bruder auch immer noch leben. Der kleine Ludo ist ein super lieber, anhänglicher Mischlung, der bevor meine Schwester ihn aufnahm bereits einen Besitzer hatte, der leider verstorben ist. Neben dem Besitzer, war dann auch lange der Expartner meiner Schwester seine Bezugsperson und nach der Trennung war sie das.
Meine Schwester hat ihn aber immer so nebenher laufen lassen, ihn oft zu meiner Mutter gebracht (die aber 3 Hunden auch nicht mehr gerecht wird) und hat ihn eher für die Kuscheleinheiten recht egoistisch genutzt. Aber meine Schwester ist da das komplette Gegenteil von mir als Kopfmensch. Der Hund ist weder angemeldet, noch ordentlich geimpft, oder kastriert, oder so:-( Es ging ihm dennoch recht gut , auch weil meine Eltern sich mit kümmerten. Als meine Schwester dann vor 1,5 Jahren alleinziehend meinen Neffen bekam, musste Ludo schon immer mehr zurückstecken und war auch von Beginn an eifersüchtig. Meine Schwester hat sich aber auch nicht wirklich belesen wie man Kind und Hund gut zusammenführt... Es kam bereits in den letzten Monaten vor, dass Ludo nach dem Kleinen schnappte, wenn der zu wild war. Kind und Hund wurden nicht wirklich immer Grenzen gesetzt.... Letzte Woche passierte dann Schlimmeres. Meine Schwester verließ wohl kurz den Raum. Der Kleine wollte schmusen und zog Ludo am Schwanz. Der knurrte, meine Schwester sprang in den Raum und Ludo hat dem Kleinen ins Gesicht geschnappt, so dass es sogar ins Auge ging... Nach dieser Aktion drehte meine Mutter völlig durch und wollte Ludo sofort abgeben... Meine Schwester weinte tagelang und fragte mich dann ob ich ihn nicht nehmen könne. Ich war überfordert und sie taten mir alle so leid, insbesondere auch der Hund. Ich kenne ihn von meinen Heimatbesuchen 2-3 x im Jahr und schlief dann auch immer mit ihm auf der Couch, so dass ich mir auch recht sicher war, dass die Allergie da nicht zwingend zuschlägt. Ich habe dann gesagt, ich würde es versuchen für 4 Wochen erstmal und dann schauen ob ich das gesundheitlich packe und er sich auch wohlfühlt. Es ist ein typischer Dorfhund und ich lebe nun mal ohne Auto/Führerschein in der Stadt und muss auch schauen ob er mal alleine bleiben kann, ich Betreuungsoptionen habe, wenn ich mal dienstlich verreisen muss etc. Es ging halt alles sehr schnell und ungeplant und seit Donnerstag ist Ludo nun hier. Meine Mum hat ihn gebracht, ist noch 1 Tag geblieben und ich muss sagen er ist super lieb, genießt die Ruhe, ist auch was Gassizeiten gehen und betrifft echt pflegeleicht, hat allerdings auch nicht die beste Erziehung was andere Hunde betrifft. Ich konnte heute auch problemlos 25 Min einkaufen gehen. Er verschläft den Tag und sucht ab und an Nähe... Aber dennoch konnte ich schon seitdem feststand das er kommt nicht mehr essen, meine gesundheitlichen Probleme sind wieder präsenter und ich hab das Gefühl, dass ich dem nicht gerecht werde und psychisch darunter leide, weil ich ab jetzt an den Hund gefesselt bin und halt alleine verantwortlich und mich irgendwie auch nicht traue ihn mal länger allein zu lassen, obwohl meine Familie meint, dass es kein Problem sein dürfte... Ich habe auch bereits versucht professionelle Betreuungen für eine mögliche Zukunft als Backup zu organisieren. Aber das scheint aktuell Mangelware, zumal er sich mit anderen Hunden (außer den meiner Mum) nicht versteht. Hätte ich 1-2 Betreuungsmöglichkeiten oder Familie in der Nähe, würde ich mich auch weniger Druck machen. Aber aktuell habe ich da Gefühl ich zerbreche an der alleinigen Verantwortung, zumal meine Familie, insb. Schwester eigentlich trotz der abgemachten 4 wöchigen Testphase erwartet, dass er bleibt. Und am allermeisten möchte ich dem Hund auch in guten Händen wissen und nicht das er in Fremde Hände kommt.... Ich habe hier viel vom Hunde Blues gelesen und hoffe das ihr vielleicht auch diese Ängste/Gedanken kennt. Würde meine Familie in der Nähe wohnen, oder ich zumindest mobil genug, dass ich ihn ab und an dort unterbringen könnte, wäre das für mich einfacher. Ich fühle mich gerade einfach unter Druck mit dieser Situation weil ich auch meine Schwester/den Hund, etc. nicht enttäuschen möchte, aber gerade nur das Negative sehen kann. Muss aber auch dazu sagen, dass es ja erst wenige Tage sind, in denen ich auch nur mit dem Hund/Sorgen/Trauer meiner Schwester beschäftigt war und ab heute erst wieder der Alltag mit Arbeit (im Home Office) beginnt und ich da auch wieder auf andere Gedanken komme und es mich auch schon beruhigt hat, dass ich einkaufen gehen konnte und er derweil ruhig im Korb geschlafen hat...Auch hilft es meiner Unsicherheit natürlich, dass ich meine Schwester/Mutter alles zu ihm fragen kann und sie mir Tipps geben können. Aber es ging aus der Situation heraus einfach so schnell und ungeplant, dass ich eigentlich auch direkt Arzttermine und Pläne gecancelt habe, was mich alles etwas überfordert...
 
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Tapa

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Ganz ehrlich: ein achtjährige Hund, der bisher mitlief, wie du schreibst, wird nicht plötzlich komplett anders sein und uneingeschränkte Aufmerksamkeit einfordern. Geh zum Arzt, geh einkaufen, geh Kaffeetrinken . Und der Hund bleibt daheim. Scheint er doch gewöhnt zu sein. Keep cool! Wenn du merkst, dass das klappt- mach dir das bewusst und atme durch, beruhige dich.
Setzt dich nicht so unter Druck. Und von deiner Familie auch nicht. Wenn du dich nach 5 oder 10 Wochen noch dagegen entscheiden solltest, dann ist das so. Dann hast du es zumindest versucht.

Meld dich in einer Hundeschule an, um das Problem mit Hundebegegnungen in den Griff zu kriegen. Und mach nochmal einen Allergietedt zur Sicherheit
 
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Melina91

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Hallo,
ich würde mir auch nicht so viel Druck machen! Du wirst es nach einer gewissen Zeit merken ob du der Sache gewachsen bist oder nicht. Wage den Schritt bevor du es am Ende bereust es nicht gemacht zu haben!

LG Melina
 
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