Hund knurrt - gezielt üben oder einfach warten?

Diskutiere Hund knurrt - gezielt üben oder einfach warten? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; ☺ Hallo allerseits, Ich hatte bereits mehrfach über unsere Hündin geschrieben. Sie ist aus Rumänien, seit gut 1 Jahr bei uns und hat sich zu...
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Tapa

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☺ Hallo allerseits,

Ich hatte bereits mehrfach über unsere Hündin geschrieben. Sie ist aus Rumänien, seit gut 1 Jahr bei uns und hat sich zu einem echten Schatz entwickelt! Wir sind total angetan und manchmal richtig gerührt, wenn wir erleben, wie vertrauensvoll sie meinem Mann und mir gegenüber ist (ich winke insbesondere zu Demona: Er kann sie mittlerweile auf der Arbeit draußen im wald frei mitlaufen lassen und es klappt super🙂)

Fremden Personen gegenüber ist sie grundsätzlich aufgeschlossen, aber vorsichtig. Bin schon mit ihr und einer Sportgruppe durch den Wald gewalkt, sie läuft frei mit, teilt sich selbst den Abstand ein, nimmt aber durchaus mal von sich aus Kontakt auf und lässt sich von einzelnen Personen streicheln...wer ihr suspekt ist, da geht sie halt nicht ran....was sie auch nicht muss, sie ist bei solchen Sachen sehr entspannt.

Zu "Problemen" kommt es gelegentlich, wenn eine fremde Person ihr in einer Situation, in der sie keine Ausweichmöglichkeiten hat und in der Enge ist, zu schnell, zu nah, zu dicht kommt und/oder sie womöglich noch minutenlang anstarrt. Dann knurrt sie.

Beispiele: Hund liegt unterm Tisch. Typische Restaurant-Situationen, Bedienung reicht Teller usw, sind kein Problem. Kürzlich aber saß meine Schwägerin am Kaffeetisch (nicht bei uns daheim), sprang hoch und begann wie wild Krümel auf dem Tisch zusammen zu fegen und bewegte den Arm hin und her. Dann knurrt sie.

Oder anderes Beispiel: sie liegt entspannt in ihrem Körbchen. Geht Besuch in normalem Tempo einfach nur dort vorbei, beachtet sie nicht weiter, ist alles okay. Läuft der Besuch unerwartet im Stechschritt direkt am Körbchen vorbei, knurrt sie. Dito wenn eine fremde Person längere Zeit in der Nähe des Körbchen sitzt und sie anstarrt.

Also prinzipiell wissen wir um potentiell kritische Situationen und versuchen natürlich, diese durch entsprechende Hinweise an fremde Personen zu verhindern. Sehe ich auch als meine Aufgabe an, ihr sowas möglichst vom Hals zu halten.

Zu 100 Prozent schaffen wir das natürlich nicht, gelegentlich sind auch wir überrascht und haben nicht alles auf dem Schirm, was andere Menschen plötzlich und unerwartet tun...und manchmal wird man auch selbst von Situationen überrascht.

Es stellt sich die Frage, ob wir solche Situationen gezielt stellen und üben sollten....oder einfach abwarten....in der Hoffnung, mit weiterer erworbener Sicherheit des Hundes gibt sich das von selbst.

Und vor allem: wenn es passiert, sie also knurrt , wie reagiere ich richtig? Bisher bin ich auf das Knurren nicht weiter eingegangen, sondern habe zunächst die Situation verändert, Abstand der Personen eingefordert und mehr Platz hergestellt, soweit möglich (meist reicht ja bereits das Knurren, und die Personen weichen zurück), habe mich bemüht, den Hund zu beruhigen (Handauflegen, streicheln, "es ist nichts ")

Nun lese ich an verschiedenen Stellen im Netz, man solle nicht scharf, aber doch deutlich "nein" sagen- aber missversteht der Hund das dann nicht als Rüffel? Ich bin ja dankbar, dass sie knurrt.

Im Tierheim saßen seinerzeit einige Langzeitinsassen, die nicht knurrten, sondern sofort bissen...

Wie verhalte ich mich richtig?
 
  • #1
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demona

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Hi,

gut, ich gestehe, ich erinnere mich nicht wirklich an alles. Mein Hirn ist auch nicht mehr das was es mal war. 😅 Aber natürlich freut es mich, dass es so gut klappt. 🙂 Zum "Problem":

Beispiele: Hund liegt unterm Tisch. Typische Restaurant-Situationen, Bedienung reicht Teller usw, sind kein Problem. Kürzlich aber saß meine Schwägerin am Kaffeetisch (nicht bei uns daheim), sprang hoch und begann wie wild Krümel auf dem Tisch zusammen zu fegen und bewegte den Arm hin und her. Dann knurrt sie.

Legt den Hund näher zu euch damit sie mehr Sicherheit hat. Wenn es geht hinter eure Beine oder zwischen euch. Bei so hektischen Bewegungen wären meine Zwei auch hoch gesprungen und hätten blöd geschaut. Wenn sie noch etwas unsicher ist, ist knurren eine sehr nette Warnung, dass ihr etwas unheimlich ist. Und vielleicht mal am Tisch verlauten lassen, dass man solche Bewegungen vielleicht etwas ruhiger gestalten kann.

Oder anderes Beispiel: sie liegt entspannt in ihrem Körbchen. Geht Besuch in normalem Tempo einfach nur dort vorbei, beachtet sie nicht weiter, ist alles okay. Läuft der Besuch unerwartet im Stechschritt direkt am Körbchen vorbei, knurrt sie. Dito wenn eine fremde Person längere Zeit in der Nähe des Körbchen sitzt und sie anstarrt.

Entweder Körbchen in eine andere Ecke stellen wo nicht ständig jemand vorbei geht oder vom Besuch mehr Abstand fordern. Das Körbchen soll ja eine sichere Zone sein, da sollte sie gar nicht knurren müssen.
Zum Fett markiert und Unterstrichenen: würde ich rigoros unterbinden, also vom Besuch. Keine Sitzgelegenheiten in die Nähe des Körbchens und sofort unterbrechen wenn sie jemand penetrant anstarrt. Das ist ja euer und ihr Zuhause, da bestimmt ihr die Regeln.

Sehe ich auch als meine Aufgabe an, ihr sowas möglichst vom Hals zu halten.

Richtig. 🙂 Einfach noch etwas Übung und dann könnt ihr solche Situationen noch besser vermeiden.

Und vor allem: wenn es passiert, sie also knurrt , wie reagiere ich richtig? Bisher bin ich auf das Knurren nicht weiter eingegangen, sondern habe zunächst die Situation verändert, Abstand der Personen eingefordert und mehr Platz hergestellt, soweit möglich (meist reicht ja bereits das Knurren, und die Personen weichen zurück), habe mich bemüht, den Hund zu beruhigen (Handauflegen, streicheln, "es ist nichts ")

Klingt doch schon mal gut. 🙂 Kein großes Tara drum machen aber dem Hund dennoch zeigen, "Ja, ich nehme dich ernst und ich tu was. Das ist jetzt meine Verantwortung, du kannst dich auf mich verlassen."

Nun lese ich an verschiedenen Stellen im Netz, man solle nicht scharf, aber doch deutlich "nein" sagen- aber missversteht der Hund das dann nicht als Rüffel? Ich bin ja dankbar, dass sie knurrt.

Im Tierheim saßen seinerzeit einige Langzeitinsassen, die nicht knurrten, sondern sofort bissen...

Genau das passiert wenn man solche Sachen wie knurren verbietet, der Hund überspringt diese Deeskalationsstufe und geht zur Nächsten über. Knurren ist per se nichts Schlimmes, es ist einfach Kommunikation und das sollte man nie verbieten. Ein Hund hat immer einen Grund zu knurren und diesen Grund sollte man ernst nehmen.

Meine Trainerin hat einen 2 jährigen Shiba bekommen, der nicht mehr warnt. Der beißt sofort zu und das wirklich mit Ernst und Beschädigungsabsicht. Die kämpfen seit etwas über 3 Monaten darum, dass er das Knurren und Drohen wieder lernt. Als er das erste Mal geknurrt hat - und der ältere Shiba sofort gewichen ist - wurde eine große Party gefeiert. 😄 Es gibt nur wenige Dinge die unberechenbarer sind als ein Hund, der nicht mehr warnt/droht sondern sofort zubeißt. 😰

Alles in allem klingt es doch sehr gut, lasst euch noch etwas mehr Zeit und wenn ihr die Situationen in Zukunft genauso und vielleicht noch etwas schneller löst, hat sie auch weniger Grund zu knurren. Das kommt aber mit der Zeit und mit der Übung. 🙂
 
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Tapa

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Hallo Demona, danke für die ausführliche Antwort ☺ Du hattest mir vor ungefähr einem Jahr mal im Thread "Tipps für die zweite Geige gesucht" sehr geholfen.

Das Hauptkörbchen tagsüber steht in einer Nische von unserem Esszimmer, da ist sie vor übergriffigem Besuch recht gut abgeschirmt und wir lassen auch nicht zu, dass jemand sich vor die Nische stellt/setzt. Ganz am Anfang ist das einmal passiert, das jemand sich davorgestellt und reingeglotzt hat...wir hatten damals auf der Leitung gestanden und überhaupt nichts gesagt....Mittlerweile sind wir da natürlich aufmerksamer.

Kürzlich hatten wir unsere erwachsenen Kinder zu Besuch und saßen im Wohnzimmer, wo ihr "Nebenkörbchen" neben dem Sofa, relativ nah an der Tür, steht. Sie kam von sich aus, nachdem sie erst im Esszimmer lag, rüber ins Wohnzimmer und legte sich dort hin. Im Verlauf des Besuchs ging immer mal einer rein oder raus, war auch kein Thema, nur als beim Aufbruch meine Tochter was vergessen hatte und recht schnell und hektisch zurück eilte, kam es zum Knurren....
 
demona

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So langsam kommt die Erinnerung. 🤣

Könnte man das Nebenkörbchen irgendwie etwas von der Tür weg stellen? Vielleicht Sofa ein Stück Richtung Nebenkörbchen schieben und das Körbchen dann auf die andere Seite des Sofas? Kann man verstehen, was ich meine? 🤔 Also, dass es nicht mehr direkt in der Einflugschneise steht?

Hektisch ist nie gut, bei einem ängstlichen oder hektischen Hund noch weniger.

Aber ihr macht das doch gut, es kann nicht alles von heute auf morgen kommen. Man lernt mit seinen Fehlern, die jeder macht, das ist menschlich. Ihr seht ja im Nachhinein, warum sie geknurrt hat und werdet solche Situationen in Zukunft leichter vermeiden können. 🙂 Ansonsten finde ich euren Weg recht gut.
 
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Tapa

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Ich verstehe die Anregung mit dem Nebenkörbchen und dem Sofa schon, lässt sich schwer realisieren, da es ein Ecksofa ist...🤔 Wir haben recht selten Besuch, und wenn wir allein mit ihr sind, scheint sie sich an dem Standort wohl zu fühlen. Im Wohnzimmer abends beim Fernsehen liegt sie manchmal auch auf dem Sofa oder unterm Couchtisch, die meiste Zeit aber doch im Nebenkörbchen. Als wir das Teil noch nicht hatten, war sie nie lange im Wohnzimmer, sie hat es quasi erst "erobert", seitdem sie einen festen, eigenen Platz dort hat.

Es war neulich überhaupt das erste Mal, dass sie bei Besuch von sich aus die Nähe (auch) zum Besuch hergestellt hat.....davor ist sie immer lieber in ihrem Hauptkörbchen in der Nische gewesen, auch wenn wir mit Besuch im Wohnzimmer waren.

Ich lass mir das mal durch den Kopf gehen. Bzw werde das mal weiter beobachten. Ansonsten bliebe noch, das Körbchen seitlich hinter den Couchtisch zu stellen🤔

Vielen lieben Dank!
 
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A-Fritz

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Hallo Tapa,
dem Hund Sicherheit geben, heißt für mich nicht nur die individuelle Fluchtdistanz des Hundes zu akzeptieren,
sondern auch diese zu verringern.
Ich denke , dass der Hund auch mehr Vertrauen gewinnen sollte und dafür ein Training helfen könnte.
Darum würde ich die Nähe zu Besuchern beim Hund noch postiere belohnen und die Motivation zur Annäherung verstärken,
damit er auch fremde Menschen als ein freudiges Ereignis wahrnehmen lernt und diese nicht als Störenfriede empfinden muss .
 
demona

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Ich verstehe die Anregung mit dem Nebenkörbchen und dem Sofa schon, lässt sich schwer realisieren, da es ein Ecksofa ist...🤔 Wir haben recht selten Besuch, und wenn wir allein mit ihr sind, scheint sie sich an dem Standort wohl zu fühlen. Im Wohnzimmer abends beim Fernsehen liegt sie manchmal auch auf dem Sofa oder unterm Couchtisch, die meiste Zeit aber doch im Nebenkörbchen. Als wir das Teil noch nicht hatten, war sie nie lange im Wohnzimmer, sie hat es quasi erst "erobert", seitdem sie einen festen, eigenen Platz dort hat.

Es war neulich überhaupt das erste Mal, dass sie bei Besuch von sich aus die Nähe (auch) zum Besuch hergestellt hat.....davor ist sie immer lieber in ihrem Hauptkörbchen in der Nische gewesen, auch wenn wir mit Besuch im Wohnzimmer waren.

Ich lass mir das mal durch den Kopf gehen. Bzw werde das mal weiter beobachten. Ansonsten bliebe noch, das Körbchen seitlich hinter den Couchtisch zu stellen🤔

Vielen lieben Dank!

Ne, lass es so denn so liest es sich schon ganz anders. 🙂 Wenn sie selber ins Wohnzimmer gekommen ist, ist das doch ein super Schritt. Dann bleibt nur noch Geduld haben. Das Vertrauen wächst, ganz sicher und je mehr sie euch vertraut umso weniger Grund hat sie zu knurren. Weil sie weiß, dass ihr das regelt.

Ihr schafft das. 😊

Ich liebe die Ignorierfunktion. 🤩🥳😍
 
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Tapa

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Vielen Dank für die weiteren und aufmunternden Rückmeldungen😀
 
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A-Fritz

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Ne, lass es so denn so liest es sich schon ganz anders. Wenn sie selber ins Wohnzimmer gekommen ist, ist das doch ein super Schritt. Dann bleibt nur noch Geduld haben. Das Vertrauen wächst, ganz sicher und je mehr sie euch vertraut umso weniger Grund hat sie zu knurren. Weil sie weiß, dass ihr das regelt.

Ihr schafft das. 😊

Ich liebe die Ignorierfunktion. 🤩🥳😍

Hallo,
woran soll der Hund merken , oder wissen , dass alles von seinen Menschen geregelt wird .🤔🤔🤔🤔

Häufig wird darauf gesetzt , dass Hunde ihr Verhalten ohne äußeren Einfluss ändern , doch gibt es genug Beispiele,
bei ängstlichen Hunden, die ein aggressives Abwehrverhalten stetig gesteigert haben. 👿👿👿

Hunde lernen dann ein neues Verhalten , wenn sie mit diesem Verhalten erfolgreicher sind,
doch kommt ein Wechsel meistens nicht ohne Hilfe und Einflussname zustande.☝
 
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Tapa

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🤔 Ich denke, ich werde mich einfach auf mein Bauchgefühl verlassen...mit zuviel Engagement üben bringt nichts, das habe ich bei ihr schon gemerkt....

Eine sehr gute Idee finde ich, gelassenes "richtiges" Verhalten gezielt zu belohnen. Also erstmal nur das, was sie jetzt schon richtig macht. Sie wurde mal auf Klicker konditioniert, allerdings seit Ewigkeiten nicht mehr genutzt...das könnte ich ja Wiederaufleben lassen.

Je nachdem, könnte man ja auch mal ganz vorsichtig "beunruhigende" Situationen stellen (Schwägerin wischt auf dem Tisch relativ RUHIG hin und her) ... und das dann klickern🤔
 
demona

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Je nachdem, könnte man ja auch mal ganz vorsichtig "beunruhigende" Situationen stellen (Schwägerin wischt auf dem Tisch relativ RUHIG hin und her) ... und das dann klickern🤔

Könnte man probieren. Je nachdem ob sich dann allerdings eine Erwartungshaltung einstellt, würde ich halt schauen ob ich es weiter führe. Es soll ja nicht zum Ende hin so sein, dass sie voller Anspannung auf den Klick wartet. Gerade in solchen Situationen will man ja eigentlich, dass der Hund ruhig unterm Tisch liegt und sich entspannt, oder?
 
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Tapa

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Wow, ich habe es gerade zum ersten Mal geschafft, einen Satz korrekt zu zitieren 💪

Bin offenbar doch lernfähig 😂
 
Keisuke

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Vielleicht auch 'ne Idee - ich schlage ja öfter mal Boxen statt Körbchen vor. Müsstet ihr natürlich testen.

Unser Hund pennt z.B. in seiner Klappbox tief und fest, den hatten wir auch schon mit auf lauten Geburtstagen etc und er pennt (etwas abseits aber eben doch laut und trubelig) tief und fest. Mit Decke/Körbchen wäre er immer auf "hab acht" Stellung gewesen und findet keine Ruhe.

Eben entweder so eine Klappbox aus Stoff, oder was aus Kunsstoff oder einen Kennel, den man mit Decken abdeckt. Allerdings eben groß genug, dass sich der Hund bequem drin liegen, drehen und bewegen kann.
Manchen Hunden gibt das eine große Sicherheit und sie können sich mehr entspannen, weil eben keine Bewegungen von oben, unten, rechts links etc kommen kann.

Falls du (wie ich) auch eher nervös bist, wenn Besuch da ist - eben Sorge hast, der Hund könnte jetzt unerwartet schnappen - kann eine geschlossene Box da auch helfen. Der Hund kann nicht schnappen, du/ihr seid lockerer, das überträgt sich auf den Hund.

Aber natürlich muss die Box positiv aufgebaut werden, positiv verknüpft und der Hund sollte da gerne (auch von selbst) reingehen. Das ist dir vermutlich klar, möchte ich aber nochmal betonen. Kein "Wegsperren, wenn Besuch da ist, damit der Hund ruhig ist"

LG

P.S: Wo ist denn die Ignorierfunktion 🤔
 
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Melina91

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Hey,
ich kenne dein Problem und habe es schon oft bei unserem Hund und auch bei Freunden gesehen. Oft liegt es daran das der Hund Angst bekommt vor einer unbekannten Bewegung oder wie du aufgezählt hast, wenn jemand Fremdes schnell an Ihm / Ihr vorbeiläuft. Das ist normal und wird sich mit der Zeit legen. Weiter kannst du versuchen Ihm die Angst vor solchen Momenten zu nehmen in dem Ihr in mehr Sicherheit ausstrahlt.

LG Melina
 
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Tapa

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Also unsere Hündin ist definitiv ein "Höhlenbewohner". Eine Faltbox steht zB im Schlafzimmer.

Die Nische im Esszimmer, wo das "Hauptkörbchen" steht, hat per se schon Höhlencharakter. Wir haben einen mobilen Gitterzaun, den wir dort bei Bedarf vormachen können. Sie ist dort abgeschirmt, kann aber durch das Gitter rausgucken und beobachten. Sie ist dann auch ruhig, nimmt auch beispielsweise Futter an. Bei Stress frisst sie erfahrungsgemäß sonst nichts, also ein guter Indikator, dass es ihr da gut geht.

Das "Nebenkörbchen" im Wohnzimmer hatten wir anfangs für einige Monate sogar mit einer drahtverstärkten Gartenstuhlauflage zusätzlich überdacht, dies dann aber mit zunehmender Sicherheit "zurückgebaut".

Ich habe anfangs zum Beispiel immer dann, wenn ein Enkelkind zu Besuch war, sie mit dem mobilen Gitterzaun in ihrer Nische gesichert, da sie auch ggüber den Kindern unsicher war (wesentlich mehr als gegenüber Erwachsenen) und an Engstellen in der Wohnung zum Knurren neigte. Die Anschaffung des Zauns hat bei mir extrem viel Anspannung rausgenommen.

Mittlerweile läuft es ja grundsätzlich besser und ich nutze den Zaun nur noch, wenn mehr als ein Enkelkind gleichzeitig da ist und mir die Situation zu unübersichtlich ist. Bei nur einem anwesenden Enkelkind und sehr klaren Regeln, dass das Kind nicht in die Nähe der Nische geht und grundsätzlich auch nicht an den Hund rangeht, sondern allenfalls dann streichelt, wenn der Hund von sich aus ankommt, klappt das auch sehr gut. Draußen ist das alles gar kein Thema, da sie dann Ausweichmöglichkeiten hat. Da ist sie den Enkelkindern gegenüber recht freundlich gestimmt, eine nette Abwechslung zu unserem früheren Hund, der Kinder grundsätzlich nicht ausstehen konnte (der war in einem früheren Zuhause allerdings auch geärgert worden - Mina hingegen, unser Eindruck, kennt es einfach nicht).

Will sagen, dass mit den Höhlen als Schutz für den Hund ist uns bewusst, wird auch schon genutzt. Trotzdem vielen Dank für die ausführlichen Hinweise!
 
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demona

demona

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P.S: Wo ist denn die Ignorierfunktion 🤔

Mit dem Mauszeiger über den Usernamen, dann taucht so ein Fenster auf und da steht ignorieren. Das ist so genial, man muss keinen Schwachsinn mehr lesen. 😍 😊

@Tapa : Das klingt super, wirklich. Ich habe selten jemanden mit ängstlichen Hund erlebt, der sich so viele Gedanken und so reflektiert war. ☺ Gerade auch im Bezug auf die Enkelkinder, super Lösung. 👍 Da gibt es leider viele Menschen, die dann sagen, "Das sind unsere Enkel, da muss der Hund durch." 😔 Ihr seit auf dem besten Weg, den Rest bringt die Zeit. 🙂
 
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Tapa

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Dankeschön, das freut mich sehr 🙂

Ich habe als Kind zwar keine schlimmen Verletzungen, wohl aber mächtig Angst vor Hunden gehabt, - habe zum Beispiel mal als Neunjährige unter dem stürmischen Bullterrier des Nachbarn gelegen- der mich zwar bis auf ein paar Kratzer ganz gelassen hat, aber mir sämtliche Klamotten kaputt gebissen hat. Oder ein großer Jagdhund hat mich mal vom Fahrrad geholt - eine Situation, in der ich das erste und einzige Mal in meinem bisherigen Leben Todesangst gehabt habe. Von Situationen wie anknurren, anbellen, in die Knöchel schnappen, ganz zu schweigen. Im Nachhinein hab ich das Gefühl, dass die Hunde früher sich viel mehr Mist erlauben durften, und es hat keinen interessiert, dass ich Angst bekam. Ich war ja körperlich heil geblieben.

Es hat Jahre und sehr viel Engagement meinerseits benötigt, bis ich (als junge Erwachsene) die Flucht nach vorne angetreten, sehr viel Theorie über Hundesprache usw. gelesen und zwei Hundebesitzer um Hilfe gebeten habe - diesen Übungshunden, einem Schäfermix und einem Dobermann- bin ich immer noch sehr sehr dankbar - und den Besitzern natürlich auch.

Meinen Enkelkindern möchte ich solche traumatischen Erlebnisse gern ersparen, und das geht natürlich nur, indem ich auch auf den Hund und sein Sicherheitsbedürfnis eingehe. Und ihn verstehe. Und kritische Situationen gerade mit den Kindern gar nicht erst entstehen lasse.

Und die Enkelkinder sind in dem höllischen Alter von 2, 3 und 5 Jahren- da ist gutes Management, klare Regeln und natürlich Aufpassen auf jeden Fall erforderlich.
 
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Tapa

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Also ich sehe es von beiden Seiten...Mina soll keine Angst vor Kindern bekommen, sondern positive Erfahrungen machen...umgekehrt aber genauso
 
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