Hund und Sofa - Knurren, Schnappen

Diskutiere Hund und Sofa - Knurren, Schnappen im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hey, ich brauche mal euren Rat. Es geht um Mo, ca 5-6 Jahre alter Terrier-Mix Rüde. Wir haben die Regel im Haus, dass das Sofa im wohnzimmer...
Keisuke

Keisuke

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Hey,

ich brauche mal euren Rat. Es geht um Mo, ca 5-6 Jahre alter Terrier-Mix Rüde.

Wir haben die Regel im Haus, dass das Sofa im wohnzimmer für ihn tabu ist, ebenso die Betten. (Schlafzimmer ist für alle Tiere tabu, Sofa ist eben für die Katzen vorbehalten).

Jetzt ist es so, dass er trotzdem ab und zu schmusen möchte. Wir haben einen Sessel und wenn ich mich da rein setze, darf er auf den Schoß, was er auch gern macht. Manchmal läuft er unruhig durch die Gegend und sobald ich mich in den Sessel setze, hüpft er drauf, rollt sich zusammen und pennt (kann nicht erklären, aber ich merke einfach, wenn er mal etwas "schmusen" will). Er fordert das also
auch mal ein.

Ich würde jetzt gern, dass wir auch auf dem Sofa im Büro (nicht Wohnzimmer) zusammen kuscheln/liegen können. Das ist in der Vergangenheit leider schon mal schief gegangen, weshalb das Sofa wieder tabu für ihn war.
Er hat mich nämlich angeknurrt und sogar auch geschnappt, was mir ehrlich gesagt etwas Vertrauen in ihn gekostet hat.

Für mich ist klar: Wenn er z.B. im Körbchen liegt oder so, dann fasse ich ihn nicht einfach so an, ich setze mich nicht "ins Körbchen" etc - seine Ruhezone, dass er da knurrt oder sogar schnappt ist okay.
Auf dem Sofa kann ich es ja nachvollziehen, dass er sich erschreckt, wenn ich mich dazu setze oder so - wenn er also irgendwo da liegt, ich setze mich daneben und fange an ihn zu streicheln - logisch, dass er dann knurrt.

Aber es ist so abgelaufen: Ich liege auf dem Sofa. Er kommt dazu, legt sich neben mich (obwohl genug Platz ist, ohne Körperkontakt zu liegen) und knurrt/schnappt, als ich mich nur bewegt habe. Das geht gar nicht - ich kann ja nicht stundenlang still liegen, weil der Hund sich an mich gelegt hat (wie gesagt: er zu mir, ich hab mich nicht an ihn gekuschelt, hab ihn nicht gestreichelt - er lag Körperkontakt an mir und ich hab mich nur etwas bewegt, weil mir unbequem war).

Jetzt hatte ich die Idee, dass wir das handhaben wie beim Sessel: Er darf dazu kommen, wenn ich da liege und ihn "einlade". Wenn er dann neben mir liegt und ich mich bewegen will, spreche ich ihn vorher an - quasi "Hey, aufwachen, es passiert jetzt was hier, erschreck dich nicht, ich bins nur"

Ist das eine gute Richtung? Oder scheucht ihn das womöglich zu sehr auf? Oder versteht er das nicht, nur aufs Sofa, wenn ich da bin?
Habt ihr sonst eine Idee, wie ich das handhaben könnte?

Ich will einfach nur eine Möglichkeit mit ihm zu "kuscheln", abgesehen vom Sessel und "auf den Boden legen".

(Kuscheln heißt hier auch einfach nur Körperkontakt liegen, also ich streichel ihn nicht die ganze Zeit, er liegt einfach nur neben mir/bei mir/auf dem Schoß, kann jederzeit weg etc.)

LG und Danke im Voraus :)
 
08.12.2021
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
A

A-Fritz

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Hallo,
ist der Hund aus irgendwelchen schlechten Verhältnissen schon mit Problemen zu Dir gekommen,
öder warst der Hund schon vom Welpen-alter an bei Dir ?

Ich fänd es bei meinem Hund nicht okay, wenn er in seinen Ruhezone knurrt, oder nach mir sogar schnappt .
Dieses wäre wohl nur ein vorübergehender Kompromiss , solange ein Hund aus schlechter Haltung sich langsam eingewöhnen muss .

Jeder Hund ist anders , da ist es wohl schwer zu sagen , was die beste Strategie für diesen Hund wäre , um ihn duldsamer zu machen ,
doch nur ständiges Training, mit Eínfühlsamkeit und Konsequenz, kann langsam das Vertrauen aufbauen und die aggressive Art abbauen ,
doch auch ein Terrier sollte lernen, dass ein aggressives Verhalten nicht geduldet wird .

Ein ängstliches Verhalten von Deiner Seite kann dem Hund vielleicht signalisieren , dass seine Aggressionen Vorteile haben,
darum ist es manchmal ratsam , dem Hund einen Maulkorb aufzusetzen , wenn es um ein Training, gegen seine Aggressionen geht ,
dann kannst Du Dich ohne Angst auch in kritischen Situationen am Hund bewegen .
 
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Keisuke

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Achso, ja.
Mo ist mit ca 9 Monaten bis 18 Monaten (laut Pass 9 Monate, aber Tierarzt schätze ihn auch älter) zu uns gekommen. Geboren und aufgewachsen in Rumänien als Straßenhund, demnach unbekannte Herkunft.
Er kam Mai/Juni 2017 zu uns, also ist jetzt nicht erst seit gestern bei uns.

Ich finde es ehrlich gesagt okay, wenn er das tut. Er möchte seine Ruhe und wie soll er das sonst mitteilen, außer Knurren?
Er schnappt auch nicht sofort zu und wenn er schnappt, dann wirklich nur schnappen, ohne Verletzungsabsicht und wenn es vorkam, dann hat er sich auch erschreckt, weil aus dem Schlaf/Dösen gerissen.
Ich finde das Schnappen nicht toll, kann es aber akzeptieren. Mir wäre natürlich lieber, er würde es erstmal beim Knurren belassen (das haben wir auch nie ignoriert!), aber wie bringt man ihm das bei 😅

Ich kann auch so an seinen anderen Ruhezonen vorbei, sogar über ihn steigen, mir fällt mal was runter (er hat einen Korb neben mir am Schreibtisch) - kein Problem. Nur das Sofa scheinbar.

Aggressiv ist er nicht, er ist 'ne kleine Angstbacke mit teilweise etwas großer Klappe, aber nie böse. Wir sind in den letzten Jahren zu einem recht guten Team zusammen gewachsen, er vertraut uns schon sehr und ich ihm auch - nur da kann ich ihn wirklich nicht einschätzen und dachte, vielleicht kann mir jemand hier helfen.

Meine Angst ist auch nicht das Problem, denn ich habe keine Angst vor ihm. Der letzte "Vorfall" ist auch wieder eine ganze Weile her, weshalb ich jetzt einen neuen Versuch starte, aber neue Regeln teste.
 
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Nienor

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Jetzt hatte ich die Idee, dass wir das handhaben wie beim Sessel: Er darf dazu kommen, wenn ich da liege und ihn "einlade". Wenn er dann neben mir liegt und ich mich bewegen will, spreche ich ihn vorher an - quasi "Hey, aufwachen, es passiert jetzt was hier, erschreck dich nicht, ich bins nur"
Ankündigungen sind immer gut und was er draus macht, ist seine Sache. Wichtig ist, innerlich zwischen Ankündigung und Handlung noch kurz im Kopf 21,22 zu zählen, damit er wirklich Zeit hat, sich drauf einzustellen und ggf. schon allein aufzustehen und zu gehen, wenn ihm das die passende Reaktion scheint. Das würde ich dann in jedem Fall auch loben - denn ausweichen ist immer besser als knurren und schnappen.
Wenn er komisch auf Berührungen reagiert hat in der Vergangenheit, würde ich jegliches Anfassen ankündigen.
Oder versteht er das nicht, nur aufs Sofa, wenn ich da bin?
Wie wäre es mit einer sehr speziellen Sofadecke, die nur da liegt, wenn er aufs Sofa darf?
Klar kann er lernen, nur aufs Sofa, wenn du drauf bist. Aber es gibt sicher auch Situationen, in denen du auf dem Sofa bist und es soll trotzdem nicht rauf. Das würde dann nur verwirren, wenn nicht zusätzlich eine Einladung (inkl. Ablehnen von Anfragen) aufgebaut wird.
 
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Ariziah

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Ich denke schon Hunde können verstehen, dass ein Sofa nur erlaubt ist, wenn der Mensch mit drauf ist. Meine Hündin hat zum Beispiel gelernt nur auf Einladung auf das Sofa zu kommen. Sie geht sonst niemals drauf. Schlicht weil ich es einfach nicht immer möchte. Früher ist sie heimlich wenn ich weg war draufgehopst, damit konnte ich leben, aber das hat sie mitlerweile eingestellt. Warum weiß ich nicht =).
Ich finde die Idee mit der Decke auch prima. Und als Ankündigungswort kannst du sowas wie "Vorsicht" trainieren. Immer wenn du dich bewegst oder ihn anfasst, kurz vorher "Vorsicht" sagen.
Magst du berichten, wie es läuft? Mich interessiert das total =)
 
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Vielen Dank für eure Antworten Nienor und Ariziah :)

Gut, die Ankündigung muss ich dann wohl üben, das kann sehr gut sein, dass ich da zu schnell war/bin. Logisch, dass er erstmal verstehen muss, was da jetzt passiert.

Mit der Decke werde ich auch mal testen. Ich habe eh eine "Hundeknuddeldecke", damit nicht jede Decke nach Hund riecht 😅

Ich hab das Gefühl, er versucht gerade zu verstehen, was jetzt erlaubt ist.
Heute morgen saß er auf dem Sofa und schaute mich sofort fragend an, als ich reinkam. Ein "Runter" und er hat sich ins Körbchen verkrümelt. Ich bin da mal vorsichtig optimistisch, dass wir das hinkriegen.

LG und vielen Dank!
 
Midoriyuki

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Kurze Anmerkung zur Decke:

A) ist das eine sehr gut verständliche Option für das Sofa und B) bietet das eine prima Möglichkeit die Decke als Anker aufzubauen für Situationen, die er gruselig finden könnte.

Das gemeinsame Liegen auf dem Sofa wird für ihn mit der Decke sehr positiv besetzt sein und das kann man dann auch an anderer Stelle nutzen- Decke zB zum Tierarzt mitnehmen etc. oder mit ins Körbchen, wenn Besuch kommt, der sehr trubelig wird,...:)

Je nach Bedarf kann man dann die Decke auch mit einem Signal belegen und ihn damit auf bzw zur Decke schicken.
Schönes Auslastungstraining, wenn man das auch über Distanz oder an Hindernissen vorbei macht und super praktisch, wenn Hunde das fix drauf haben inkl. positiver Erwartungshaltung :)
 
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Keisuke

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Huhu,

Wollte mal ein Feedback geben.

Das mit der Decke klappt so semi-gut, was aber hauptsächlich an meiner/unserer Nachlässigkeit liegt (arbeiten wir dran...)

Aber alles andere klappt sehr gut. Mo ist zwar manchmal etwas "genervt", wenn man ihn vom Sofa schickt, weil er sich allein drauf setzt(ist schon manches mal abgedampft, obwohl ich dann sagte "komm rauf") - aber er verteidigt eben nicht und es klappt ganz gut.
Wir schicken ihn auch nicht böse runter, einfach "runter" und ins Körbchen schicken reicht.

Bin ich auf dem Sofa, dann fragt er tatsächlich an - z.B. anstupsen oder angucken.
Ich hab ja schon mal geschrieben, dass er mir quasi "sagt", wenn er kuscheln will (auf dem Sessel) und das macht er jetzt eben auch auf dem Sofa. Kann ich schlecht beschreiben, das ist auch viel "gefühlte Kommunikation" zwischen uns.

Das ist übrigens glaube ich auch ein Punkt, warum es inzwischen besser klappt als noch zuvor. Mo lebt jetzt schon wesentlich länger bei uns, wir verstehen uns einfach besser - ich kann ihn besser lesen und deuten, er vertraut mir/uns inzwischen einfach so unglaublich gut, dass das einfach besser klappt.
Man kann halt noch so viele Hundebücher lesen, irgendwie lernt man dann am Ende doch "mit dem Hund", wenn ich versteht, was ich meine.

Vielen lieben Dank für eure Antworten nochmal! :)
 
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