Schuldgefühle wegen Erlösung meines Katers

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daniela_ho

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Hallo Zusammen,

Ich stand am Sonntag (Heute vor genau einer Woche 😓) vor der schwierigen Entscheidung, meinen geliebten Kater zu erlösen. 🙏🖤 Er war mein Ein und Alles, hieß Maiki und war nun 16 1/2 Jahre alt.

Es ist so, dass wir die letzten 2 Jahre immer Probleme hatten. 2 Geschwülste (die sich nur als Fettgeschwulst herausstellten) und kaputte Zähnchen, durch die sich Bakterien gebildet haben. Eine diagnostizierte Schilddrüsen Überfunktion. Abgenommen hat er in letzter Zeit auch und ich musste ihn zum fressen animieren, er aß nur noch gekochte Sachen. Und mit viel Glück 250-200g pro Tag. Kein Katzenfutter, Trockenfutter schon ewig nicht mehr. Er trank die letzten Monate 3 x so viel wie sonst und pinkelte auch 3 x so viel. Wirkte aber sonst "normal".

Nun ging es letzte Woche Donnerstag aber Schlag auf Schlag. Er hatte Blut im Stuhl. Sowohl im Badezimmer, als auch im Flur waren überall Bluttropfen. Direkter Weg zum Tierarzt - keine genaue Diagnose. Er bekam 2 Spritzen und er gab uns ein Antibiotikum für 2x täglich. Wir sollten die nächsten Tage abwarten. Gleichzeitig machte er mich auf sein Gewicht aufmerksam, stark abgebaut. (400g weniger seit Oktober, insgesamt 1,5kg weniger als vor einem Jahr) Und seine Atmung bzw seine Herzgeräusche machten ihm Sorgen. Mit Maiki nach Hause gefahren aß er weiter nichts. Er trank nur andauernd und pinkelte sehr viel. Lag hinterm Sofa unter seiner Decke. Hatte Schmerzen beim Versuch ein Häufchen ins Klo zu setzen, es kann nichts raus. Am nächsten Tag Durchfall, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Total flüssig und gelb, das ganze Klo war voll. Danach rührte er sogar etwas gekochtes Hühnchen an und trank Katzenmilch, wirkte normal. Kam zu uns aufs Sofa und schlief wie immer bei mir. Nur seine Atmung wirkte nicht normal und er war sehr schläfrig und unruhig.

Am Samstag pinkelte er, trank sehr viel. Bekam aber kein Häufchen raus. Naschte seine Lieblingssnacks, die ich ihm per Hand fütterte. Abends dann der riesen Schock. Schwere Atmung, 4 Anfälle innerhalb einer halben Stunde. Ich dachte erst Asthmaanfall, aber er beruhigte sich kaum und wenn ich ihn hochheben wollte wurde es schlimmer. Er lag teilnahmslos im Flur,atmete scgwer. Also bin ich mitten in der Nacht mit ihm zu einer anderen Ärztin in den Notdienst gefahren, 5min Autofahrt entfernt um Stress zu vermeiden.

Diese sichtlich schockiert von seinem Zustand. Herzgeräusche, schwere Atmung. Deutlich hörbar Wasser in der Lunge, sagte sie. Seine Zähnchen schlimmer geworden und Verdacht darauf, dass von dort Bakterien auf andere Organe geschlagen haben und diese nun versagen. Er bekam dann eine Cortison Spritze und eine die dabei helfen sollte, das Wasser aus seiner Lunge zu lösen. Sie fragte mich, ob wir dies denn "überhaupt noch" machen wollen. Zu Hause angekommen dann aber der nächste Anfall. Sein Zustand verbesserte sich kein bisschen. Er wollte keinen Snack, nichts trinken. Schwere, schnelle Atmung, schneller Herzschlag. Er lag entkräftet im Flur, versuchte pinkeln zu gehen. Schwankte beim gehen. Nach 4 Schritten legte er sich wieder hin, hatte Schwierigkeiten Luft zu bekommen und atmete richtig "über den Berg". Versuchte aufs Sofa zu hopsen und lag dann dort entkräftet mit geschlossenen Augen und den Kopf nach unten geneigt.

Also Mittags wieder zur Tierärztin. Insgeheim wusste ich, worauf es hinausläuft. Da wir bereits Nachts über Erlösung gesprochen haben. Sie hörte ihn wieder ab. Der Herzschlag war noch schlimmer als Nachts, die Atmung auch. So sagte sie es mir. Wir hätten noch einen Ultraschall machen können, doch aufgrund seines aktuell schlechten Zustandes machte sie mir keine Hoffnungen. Sagte, sie würde ihn erlösen, wäre es ihre Katze. Nach vielen Gesprächen eröffnete sie mir, dass sein weiterer Weg mit viel Leid, Untersuchungen, Spritzen verbunden wäre. Es wären Eingriffe notwendig, die nur mit Narkose durchzuführen sind... Und das für einen Kater in seinem Alter, was nicht zumutbar wäre und seinen Leidensweg nur um ein paar Wochen verlängert, mit viel Glück Monate. Aber darauf stellte sie mir keine besonders guten Aussichten. Und eröffnete mir, dass es einige notwendige Eingriffe vermutlich gar nicht überleben würde aufgrund seines schlechten Zustandes. Da er die ganze Nacht nicht schlief, nach den beiden Spritzen weitere 8 Stunden um Luft gerungen hat, viel zu schnell atmete und das Cortison offensichtlich so gar nicht half, entschieden wir uns dazu ihn zu erlösen.

Ich war bei ihm, hielt seine Pfote, saß vor ihm mit meinem Tränen überfluteten Kopf auf ihm, habe mit ihm gesprochen. Ich werde die letzten Minuten nie vergessen, den Anblick auch nicht. Ich stehe unter Schock.

Nun sitze ich hier, ein paar Tage später. Heule Rotz und Wasser. Und weiß einfach nicht, ob ich zu vorschnell entschieden habe. Ich liebe meinen Kater, hatte ihn nun über 16 Jahre. Aber die Angst vor einem Erstickungstod war zu groß. Und einen weiteren Leidensweg wollte ich ihm ersparen. Zumal mir keine großen Chancen auf Erfolg gestellt wurden und man mir zur Erlösung riet, eben weil kurzfristig nichts half und wegen des offensichtlichen Herzfehler, dem unfassbar schnellen Herzschlag.

Ich mache mir große Vorwürfe. Es ging nun alles so schnell, ich dachte immer es geht ihm gut... Atemanfälle hatte er die letzten Monate öfters, aber nie so schlimm und immer nur für ein paar Sekunden. Und der letzte Tierarzt stellte nichts fest. Ich habe immer nur im Kopf, dass ein paar Tage vorher laut meinem Eindruck alles in Ordnung war. Denn er kam ja noch zu mir, ließ sich kraulen. War aufmerksam. Wollte beim Weg zum Tierarzt aus dem Transporter raus und hat noch alles wahrgenommen 😓 Aber reflektierend muss ich auch sagen, dass er sich in letzter Zeit schon mehr in den Flur zurückgezogen hat. Ich ihn immer nur am Wassernapf gesehen habe. Gegessen hat er wenn überhaupt Nachts und auch nur 50g - 100g. Dann gab es aber immer wieder 2-3 Tage zwischendurch, in denen er nur genascht und nicht richtig gegessen hat.

Ich werde die Schuldgefühle nicht los, dass ich ihn in Stich gelassen und zu voreilig gehandelt habe.

Komm gut über die Regenbogen Brücke, mein kleiner Schatz 🌈 Du hast mein Leben lebenswert gemacht! Du warst nicht nur mein Weggefährte, sondern auch mein bester Freund und Seelenverwandter. Dein Frauchen liebt und vermisst Dich so sehr 😓🖤
 
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.
Miss.Piggy

Miss.Piggy

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Es tut mir sehr leid um deinem Kater.
Leider wäre das weitere Leben für ihn wirklich qualvoll gewesen. Du hast ihm ermöglicht, das er den unvermeidbaren Weg etwas früher und mit weniger Qual gehen durfte. Das hast du gemacht, weil du ihn Liebst.
Ich bin sicher, wenn er es dir sagen könnte, würde er sich bei dir bedanken.
Ich weiß selbst, wie Atemnot sich anfühlt. Ich möchte mich auch bei dir bedanken, das dein Kater gehen durfte und nicht ersticken musste.
Du hast ihm das letzte Gute gegeben, was möglich war weil du ihn so sehr liebst.
Ich drücke dich mal ganz fest.
 
Cerridwen

Cerridwen

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Hey du,
Dein Verlust tut mir sehr Leid. Was du schreibst, ist purer Schmerz. Nichts kann das wiedergutmachen. Ich habe auch gerade ein paar Tränchen verdrückt.

Im Nachhinein ist man immer klüger. Hätte man doch, könnte man doch, wenn man doch... Wenn alles zu spät ist, erkennt man oft Zeichen, die auf alles hingedeutet haben. Die man hätte erkennen können. Aber wer von uns ist schon Weissager, wer von uns ist perfekt? Gerade bei unseren Tieren, die ihre Beschwerden so gut vor uns verbergen. Man handelt stets nach bestem Wissen und Gewissen, und verlässt sich auf die Meinung der Tierärzte.

Du hast für deine Miez getan, was du konntest. Vor allem aber warst du Tag und Nacht für sie da, und am Ende hast du ihr weiteres Leid erspart und ihr einen gnadenvollen Tod ermöglicht. Das, und über 16 Jahre Liebe, sind das Beste, was deiner Katze passieren konnte.

Mein Beileid.
 
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daniela_ho

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Danke für Eure Worte 🙏🖤 Das weiß ich wirklich zu schätzen. Ist gerade alles noch nicht so einfach zu verarbeiten 😐
 
fusselbuerste

fusselbuerste

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Du hast Deine Fellnase bis zum Schluß mit Deiner Liebe begleitet.
Liebe bedeutet auch loslassen und die Lieben bleiben in unseren Herzen, für Immer!
Den Schmerz kann Dir keiner nehmen, aber Du kannst lernen mit den Schmerz umzugehen.
Liebe bedeutet auch das wir unsere Lieben nicht leiden lassen.
Denke an die schönen Zeiten mit Deiner Fellnase und lass Dir in den Erinnerungen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
 
Keisuke

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Oh, ich kenne das Gefühl... musste Ende letztens Jahres unsere Katze einschläfern lassen, die auch 18 Jahre wurde und mich so lange begleitet hat...

Am Ende ging es bei uns auch erschreckend schnell... also mir war klar, dass sie keine Jahre mehr hat, aber dann war es doch schneller passiert, als gedacht und ich habe mich die Tage darauf gefragt: War das richtig? Hätten wir nicht noch tage, wochen, monate zusammen gehabt?

Wer weiß das schon?
Was ich weiß: Sie hat nicht leiden müssen. Sie ist in meinem Arm eingeschlafen und das ganz schnell. Sie war weder allein, noch musste sie frieren, Schmerzen haben - und das war bei deiner Katze auch so.

Von daher: Du hast aus Liebe gehandelt und daher halte ich das für richtig, was du getan hast. Der Tod war unausweichlich für deine Katze, aber du hast ihr eben Qualen und Leid erspart.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass deine Trauer dich nicht zu sehr und zu lange belastet.... bei mir hat es einfach Zeit gebraucht, bis ich damit klar kam und auch mit den "Schuldgefühlen", die ja eigentlich nicht nötig sind, aber eben einfach da waren.

LG
 
fusselbuerste

fusselbuerste

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Vielleicht würde es euch allen helfen wenn ihr nicht von Einschläfern schreibt sondern von Erlösung?
Wenn ich von meinen Tieren rede/schreibe verwende ich die Begriffe Erlösen und Gehen lassen.
Genauso habe ich mich auch verhalten wenn ich aus Krankheit ein Tier gehen lies.
Ich habe den Fellnasen immer beim Abschied nehmen gesagt das sie gehen dürfen und ich nicht will das sie leiden.
 
Krallenkröte

Krallenkröte

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Hi Daniela,

Ich weiß wie schlimm es ist nach so vielen gemeinsamen Jahren Lebewohl zu sagen. Aus meiner Erfahrung als Krankenschwester auf Intensiv: du hast das richtige getan. Wie du schon festgestellt hast, es wurde immer schlimmer, nach und nach haben die Organe ihren Dienst eingestellt und Du hast ihm Schmerzen und Leiden erspart, denn es wäre nicht wieder gut geworden.
Manchmal heißt lieben auch loslassen - es war so das Beste für ihn. Er hätte sich an der gemeinsamen Zeit nicht mehr erfreuen können.
Wenn man sich ein Tier zulegt heißt das in der Regel, dass man es auch gehen lassen muss. Und Du warst in seinen letzten Momenten da. Er ist nicht vor Schmerzen alleine gestorben während du geschlafen hast, und nichts davon mitbekommst, sondern sein ganzes Leben lang warst Du DIE Bezugsperson und das auch im Tod.
Liebe Grüße,
Julia
 
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Schuldgefühle wegen Erlösung meines Katers

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