Angst/Aggression bei meinem Hund

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liz1996

liz1996

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Hallo ihr Lieben,

ich bin am Ende..

Monte ist ein jetzt 1 1/2 jähriger Mischling aus Bulgarien. Er kam mit ca. 3-4 Monaten zu mir.
Als Welpe war er eher ängstlich, hat Fremde Menschen angebellt, wenn sie zu nah kamen. Ich habe viel mit ihm gearbeitet und sämtliche Tricks, Gehorsam und co. hatten wir schnell drauf.

Mit 7-8 Monaten fing es an, dass er nach Menschen geschnappt hat. Ich zog eine Hundetrainerin dazu und ging dann wöchentlich zur Hundeschule. Erst war eine Verbesserung zu sehen, bis er vor einem halben Jahr das erste mal auf ein Kind losgegangen ist. Er hat es angegriffen und hätte zugebissen, wäre mein Vater nicht dazwischen gegangen.
Danach folgten 3 Bisse auf Bekannte von mir. Der letzte Biss war so heftig, dass mein Bekannter einen dicken, blauen Fleck am Oberschenkel hatte.
Monte hat dazukommend panische Angst vor Fliegen. Er läuft durchs ganze Haus, versteckt sich und ist nicht mehr ansprechbar. Selbst Stunden und Tage später ist er noch unter Strom.
Mittlerweile seine zwei Hundetrainer und drei Tierärzte mit ihrem Latein am Ende.
Monte kann der süßeste aller Hunde sein und ist eine richtige Knuddelbacke. D
Aber die Gefahr die er darstellt und die unkontrollierbare Angst und Aggression bringen mich aber an meine Grenzen.
Ein Tierarzt riet, ihn einzuschläfern. Allerdings könnt ihr bestimmt alle nachvollziehen, dass diese Entscheidung die schlimmste ist.
Habt ihr einen Rat, was ich noch tun kann? Oder gibt es Spezialisten, die Hunde wie Monte aufnehmen?
Tierheim oder Vermittlung an „normale“ Familien oder Menschen kommen nicht in Frage!

Bitte auch keine Tips wie Bachblüten oder homöopathische Mittel.

Liebe Grüße
Lisa
 
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Keisuke

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Hey,

es wäre noch gut zu wissen, was vorher so alles passiert ist.

Also:
Welche Situation war, als der Hund gebissen hat? Je mehr Details, desto besser.

Hat das Kind z.B. gespielt, gequietscht, geschrien oder so? Hat sich dein Bekannter komisch verhalten, Monte angesprochen oder irgendwas?
Gab es Anzeichen, dass gleich was passiert - also Beschwichtigungssignale?
Wie ernst hat er gebissen oder war's ein schnappen?

Wie hat die Hundetrainerin mit dir und euch gearbeitet, was habt ihr in der Hundeschule dazu gelernt etc?

Und: Wurde der Hund mal tierärztlich auf links gedreht, dass z.B. Schmerzen ausgeschlossen werden können? (Egal was, Zahnschmerzen, Gelenkschmerzen etc... sowas eben).

Es wäre natürlich super, wenn Monte bei dir bleiben könnte - vorausgesetzt, du würdest natürlich gute Hilfe bekommen. Deshalb wäre es cool, wenn du noch etwas genauer erklären könntest, wie ihr so lebt und was du bereits trainiert/geübt hast.

LG
 
liz1996

liz1996

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Hi Keisuke,

das Kind hat im Garten gespielt, Monte war zuvor Stunden ruhig gewesen. Also er hat zwischendurch geschlafen, was getrunken, wieder hingelegt.
In anderen Situationen hab ich ihn einfach zu nah ran gelassen und in wieder anderen ist er auch schon auf mich los, als er mich anfangs nicht erkannt hat. Ich hatte Bedenken, dass vielleicht etwas mit den Augen etc. ist, weil er manchmal echt einige Sekunden braucht um bekannte Gesichter zu erkennen. Allerdings ist er dann auch schon nach vorne geschossen und erkennt sie in „letzter Sekunde“.
Es gibt manchmal Anzeichen, also geduckter Kopf, Schnauze zu, Schwanz wedeln, von links nach rechts gucken, knurren. Aber es gibt eben auch Momente, da „explodiert“ er.
Tierärztlich wurde alles abgecheckt. Von Schilddrüse über Blut über Gelenke und Organe.

Wir haben bisher mit ordentlichen Rückzugsmöglichkeiten, positiver Verstärkung, sorgfältiger Korrigierung (mit sorgfältig meine ich das Timing), Medikamenten, Futterumstellung, gearbeitet.

Mein Besuch erhält wenn natürlich Instruktionen wie sie sich verhalten sollen: kein Blickkontakt, nicht ansprechen, keine schnellen Bewegungen etc.

Das er unvorhersehbar beißt ist mein größtes Problem. Meine Familie fühlt sich nicht mehr sicher. Ich weiß, das er mich niemals beißen würde und eigentlich hab ich das auch von meiner Familien gedacht. Aber mittlerweile traue ich dem nicht mehr.

Ich bin wirklich am Ende meiner Kräfte
 
Nienor

Nienor

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Hey

Wart ihr bei einem Tierarzt mit Zusatzausbildung Verhaltensmedizin?

Und trägt er mittlerweile einen positiv auftrainierten Maulkorb? Den kann man auch im Alltag drauf haben, wenn die Situation kritisch sein könnte. Better safe than sorry. Und positiv auftrainiert ist er für den Hund ähnlich wie für manche eine Brille ...

Um euer Problem genauer zu verstehen, braucht es auch deutlich mehr Info? Was heisst korrigieren? Das kann von einem positiv trainierten Abbruchsignal bis zu Schütteln im Nackengriff alles sein 😉 gleiches gilt auch für alles andere inkl. Situationsbeschreibungen ..
 
liz1996

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Hi Nienor,

nein, wusste garnicht dass es die Zusatzausbildung gibt. Danke für den Tipp!

Den Maulkorb trägt er gut. Ohne gehe ich nirgendwo mehr hin.

Ich korrigiere hauptsächlich mit Körpersprache und „tscht“, weil er sehr sensibel auf Akustik reagiert. Leinenzerren und Nackengriff verstehe ich tatsächlich nicht unter Korrigierung. 🥴

Aktuell:
Draußen: Wenn er jemand Fremden sieht, gibts ein Schnalzen von mir. Wenn er den Blick ablässt, Belohnung.

Drinnen: wenn es klingelt, auf seinen Platz, da ruhig werden lassen. Er darf nicht zum Besuch, weder schnuppern noch sonst irgendwas. Wenn Besuch drinnen ist, bekommt er von mir Snacks wenn er ruhig ist, bzw. Blick ablässt.

Was wir schon ausprobiert haben:
Drinnen: An Besuch schnuppern lassen, von Besuch Snacks bekommen (unter Anleitung von mir), bei Knurren oder Bellen ein lautes „Nein“, Hundebox, ihn ignorieren, Therapiehund mit einbeziehen (weil er sich sonst stark an anderen Hunden orientiert). Das sind nicht alles meine Ideen und betrifft auch nur den Punkt der Angstaggression.

Bei seinen Angstattacken ausprobiert: aus seiner Verkriechecke rausholen und anleinen und ihn mit mir nehmen, beruhigen durch Berühren, ihn Fliege (hab sie eingefangen) beschnuppern lassen und mit spielen und Snacks belohnen, ignorieren und in seiner Verkriechecke lassen, Therapiehund mit einbeziehen, an das Summen der Fliege gewöhnen (durch YouTube Videos und einen langsamen Aufbau)

Aktuell weiß ich nicht, was ich tun soll ehrlich gesagt.

Ich hab natürlich nicht alles gleichzeitig ausprobiert.
 
fusselbuerste

fusselbuerste

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Wenn ich das richtig verstehe zeigt Deine Fellnase schon an.
Darf ich fragen warum Du nicht mit Bachblüten arbeiten möchtest?
Was für einen Rückzugsort hat der Hund?
Ich hatte auch einen Angstaggressiven Schäferhund. Habe mit Bachblüten gearbeitet und es durfte KEINER an meinen Hund ran.
Sein Ruheplatz war ein Welpengehege was ich nur zugemacht habe wenn Besuch da war.
Auch mein Rüde ging nach Vorne wenn er unsicher war. Ihm haben die Arbeit und die Bachblüten geholfen.
 
liz1996

liz1996

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Ja wie gesagt, mal zeigt er es eindeutig und mal nicht.

Die Wirkung von Bachblüten und Homöopathie ist wissenschaftlich nicht bewiesen, deshalb kann ich darauf verzichten.

Sein Ruheplatz ist eine Faltbox.
 
fusselbuerste

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Stimmt bewiesen ist die Wirkung von Bachblüten nicht.
Man muß sein Tier auch sehr genau beobachten um die richtigen Bachblüten zu verabreichen.
Ist die Faltbox offen so das der Hund alles sehen kann was um ihn herum geschied?
Ich habe für meinen Rüden ein Welpengehege aus Metall gekauft und dieses positiv verstärkt.
So konnte mein Hund alles sehen war und fühlte sich jedoch auch geschützt.
Kinder und Hund egal welcher habe ich nie alleine gelassen. ( Nicht mal wenn ich auf`s WC mußte).
Nun ist mein Angstrüde nicht mehr bei uns. Ich lies ihn mit 12 Jahren und langer Krankheit gehen.
Sein Gehege nutzen nun meine beiden Hunde abwechselnd.
Ich habe Dir mal mal ein Bild angehangen.
 

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Hexogen10

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Ich schreibe dir nachher Mal ausführlich, weil ich jetzt mit meinen Hunden raus gehe und danach arbeiten bin.
Denn einiges ist leider tendenziell hausgemacht wie die Ängste und Anspannung bei Fliegen. Und ja es gibt Profis aber da zahlst du monatlich um die 600€ bis zur Vermittlung und die Plätze sind rar, weil es leider 10x mehr Hunde als Plätze gibt
 
Keisuke

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Die Wirkung von Bachblüten und Homöopathie ist wissenschaftlich nicht bewiesen, deshalb kann ich darauf verzichten.
Find ich gut ;)

Alsooo... mhh ich habe jetzt nur theoretisches Wissen über Angstaggressive Hunde, aber ich würde mal sagen, dass ein scharfes "tzz" etc eher kontraproduktiv ist.

Unser Hund ist nicht aggressiv, aber eben auch sehr schnell abgelenkt bei anderen Hunden, bis zum Aufgedreht sein und manchmal schaukelt sich das dann auch bis zum knurren hoch. Geschnappt hat er auch schon nach mir und war vor allem am Anfang ängstlich im Alltag...
Wir haben ein "Schau" als Aufmerksamkeitssignal durch positive Verstärkrung aufgebaut.
Heißt, wenn Hund etwas fixiert und ich ihn dann mit "schau" anspreche, schaut er mich an und bekommt eine Belohnung.

Also statt:
Hund fixiert etwas- Strafe (=zischen) - Abbruch - Belohnung.
Hund fixiert etwas - wird aus den "Gedanken" abgeholt (am besten, bevor er sich in die Angst reingesteigert hat) - zeigt gewünschtes Verhalten (dich anschauen) - Belohnung.

Keine Ahnung, ob mein Gedankengang verständlich ist....? Aber so ein zischen etc kann schnell aggressiver Wirken, als gewollt und dadurch zu mehr Unsicherheit führen.

Der Hund soll ja lernen, dass er nicht nach vorne gehen muss, weil DU alles im Griff hast. Sprich - er muss nicht aktiv werden, weil er sich bei dir Schutz suchen kann.
Es ist ja voll okay, dass er Angst vor fremden Menschen hat; er muss ja keinen Besuch lieben/mögen oder irgendwas oder fremde Menschen toll finden.

Die Frage ist jetzt allerdings:
Willst du denn noch mit Monte arbeiten? Oder ist das Verhältnis so zerrüttet, dass du dir das so gar nicht mehr vorstellen kannst?

Und in dem Rahmen würde mich mal interessieren, wie lange ihr eine Sache ausprobiert habt - also z.B. dass der Besuch den Hund ignoriert. Wie oft kam das vor - 1-2x oder doch schon mehrere Wochen/Monate oder so etwas?
3-4 Monate ist ja kein langer Zeitraum, bis sich da was bessert dauert es ja schon.

LG
 
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A-Fritz

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Wenn ich das richtig verstehe zeigt Deine Fellnase schon an.
Darf ich fragen warum Du nicht mit Bachblüten arbeiten möchtest?
Was für einen Rückzugsort hat der Hund?
Ich hatte auch einen Angstaggressiven Schäferhund. Habe mit Bachblüten gearbeitet und es durfte KEINER an meinen Hund ran.
Sein Ruheplatz war ein Welpengehege was ich nur zugemacht habe wenn Besuch da war.
Auch mein Rüde ging nach Vorne wenn er unsicher war. Ihm haben die Arbeit und die Bachblüten geholfen.

Homöopathische Behandlungen , oder solche mit Bachblüten haben vielleicht einen Placebo-Effekt ,
doch eine andere Wirkung ist nicht nachweisbar .

Ich denke aber ,
gerade Angsthunde sollten mit den Objekten , welche bei ihnen die Ängste auslösen konfrontiert werden,
damit diese positiv besetzt werden können . Wenn fremde Menschen die Angst auslösen , wäre es gut,
wenn diese dem Hund Leckereien anböten , oder der Hund Ersteinmahl lernen kann , dass solche Menschen nicht gefährlich sind .
Dieses ist aber nur in der Anwesenheit der Gefahrenquelle , wie den fremden Menschen möglich .
Natürlich ist ein Maulkorb zur Sicherheit bei solchen Hunden nötig .

Leider kommt es sehr häufig vor , dass Hunde aus unbekannter Herkunft, wie aus dem Ausland zu Problemhunden werden.
Eigentlich wäre es angebracht , die Vermittlungsstelle solcher Hunde mit ihren Hunden wieder zu konfrontieren.
Vielleicht ist ja eine Rückgabe an die betreffende Organisation möglich , diese tragen wohl auch eine Verantwortung
wenn deren Hunde später nur große Probleme in unserer Gesellschaft machen .
Vielleicht wäre es besser gewesen , solche Tiere in Bulgarien , oder sonst wo zu belassen .
 
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fusselbuerste

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Mein Rüde hatte am Anfang auch eine Faltbox, kam jedoch nicht wirklich zur Ruhe und deshalb habe ich das Welpengehege gekauft.
Somit konnte er alles sehen und nicht nur hören. Das machte schon sehr viel aus.
Einen Maulkorb hat mein Hund im Haus nicht getragen, in Bus und Straßenbahn jedoch schon.
Wir haben täglich Trainiert. Allerdings habe ich meine Hunde nie von anderen außer Familienmitgliedern füttern lassen.
Auch hat mein Rüde mir vertraut das ICH alles kläre.
Sonntags waren wir im Hundeverein, natürlich habe ich auch da darauf geachtet das keiner die Grenze meines Hundes überschritten hat.
Alles zusammen Training und Bachblüten haben meinen Hund das Vertrauen gegeben das er brauchte um ein langes Leben ohne Beißvorfälle zu haben. Dennoch hatte er eine Hundefreundin und einen Rüden zum Freund.
Übrigends habe ich immer ein Kurzes aber bestimmtes HEH als Abbruchsignal benutzt.
Zischen ist ein Schlangen laut und könnte dem Hund noch mehr Irritieren.
Mein damaliger Hund kam als Welpe zu mir und war eine zeit lang ein "Kellerhund".
 
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Angst/Aggression bei meinem Hund

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