Kehlkopflähmung. Ich brauche eine Entscheidungshilfe

Diskutiere Kehlkopflähmung. Ich brauche eine Entscheidungshilfe im Katzen Gesundheit Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo ihr Lieben, zuallererst möchte ich mich entschuldigen das ich auf mein zuletzt erstelltes Thema nicht mehr geantwortet habe. Die Ereignisse...
Tierliebhaberin

Tierliebhaberin

Beiträge
1.855
Punkte Reaktionen
0
Hallo ihr Lieben,

zuallererst möchte ich mich entschuldigen das ich auf mein zuletzt erstelltes Thema nicht mehr geantwortet habe. Die Ereignisse in meinem Leben haben sich überschlagen. Wer die Vorgeschichte zu Dakota wissen möchte, kann sich meinen Thread von vor ein paar Wochen ja nochmal durchlesen.

Dakota (16) hat nun seit Monaten Probleme mit ihrem Kehlkopf. Es wurden immer Kehlkopfentzündungen diagnostiziert, aber so richtig geholfen hat nichts. Das einzige Antibiotika was kurzzeitig half war Doxybactin. Dazu kamen dann komische Wucherungen im Hals die wir nun mit Kortison im Griff haben. Momentan sind diese Wucherungen gar nicht da.

Mir ist jetzt aber seit einer Woche aufgefallen das sie neben den Atemgeräuschen, die sie sonst schon hatte in letzter Zeit, irgendwie schwerer atmet. Also man hört das die Luft nicht mehr so flüssig durchgeht wie normal. Sie hechelt nicht und hat auch keine extreme Atmenot, aber man merkt das sie schlechter Luft bekommt. Unsere Tierärztin hat sie dann abgehorcht und meinte das die Atemgeräusche sich echt heftig anhören und sie durchs abhören sagen kann das sie eine einseitige Kehlkopflähmung hat. Ich wollte darüber Gewissheit und so haben wir gestern in der Tierklinik eine Endoskopie machen lassen, wo es tatsächlich bestätigt wurde. Eine Seite (ihre linke) arbeitet gar nicht mehr. Dadurch bekommt sie natürlich deutlich weniger Luft. Die Aussichten sind jetzt auch nicht so doll wenn wir mal ehrlich sind. Sie bekommt nun weiter Kortisontabletten.

Die Atemgeräusche sind schon doll und sie ist definitiv unruhig. Sie schreckt öfter auf und kommt weniger zur Ruhe. Manchmal sitzt sie stundenlang da, schläft aber nicht. Wenn sie aus dem Schlaf aufschreckt, würde ich vermuten das es daher kommt weil sie dann merkt das sie nicht so viel Luft bekommt wie sonst und Angst hat oder so?

Eben war sie am schlafen, im Gegenteil zu den letzten Tagen relativ ruhig und ich hatte mich schon ein wenig gefreut, da schreckt sie auf einmal hoch, ist super unruhig gewesen (ich würde es fast Panik nennen), miaut mehrmals hintereinander richtig kläglich, dreht sich auch mehrmals von eine Seite auf die andere und versuchte irgendeine Position zu finden. Ich bin sofort zu ihr und dachte das wars. Hab sie dann versucht zu beruhigen was auch schnell klappte. Jetzt schläft sie wieder ruhig. Aber was bitte war das? Sowas habe ich in all den Jahren wo ich Katzen habe noch nicht erlebt. Dieses klägliche Miauen hat mich sehr an die letzten Stunden mit unserem Kater damals erinnert. Kurz bevor er gehen musste, hat er auch so kläglich miaut.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Ist der Zeitpunkt für eine Erlösung schon gekommen? Ist es zu früh?
Quält sie sich oder interpretiere ich zuviel rein? Ich habe definitiv das Gefühl das sie sich nicht so wohl fühlt. Fressen tut sie noch.

Es gibt hier in der Nähe eine Tierklinik die das operieren würde. Mit denen habe ich gestern noch telefoniert und sie wollen sich Anfang der Woche alle Befunde ansehen und schauen was sie tun können. Allerdings ist sie ja auch schon 16 und ehrlicherweise habe ich Angst ihr noch zuviel zuzumuten.

Könnt ihr mir raten was ihr tun würdet? Ich bin durcheinander was richtig und falsch ist. Allerdings geht das ganze nun schon Monate so und es wird schlimmer. Und ehrlicherweise sind unser beider Nerven mittlerweile ziemlich am Ende. Bis vor einigen Monaten war sie so fit, niemand sieht ihr ihre 16 Jahre an und nun ist alles so gekommen. Ich habe Angst sie zu lange zu quälen, aber auch sie zu schnell gehen zu lassen.

Liebe Grüße
Tierliebhaberin
 
Midoriyuki

Midoriyuki

Beiträge
6.251
Punkte Reaktionen
486
Hey,

Das ist einfach echt eine unschöne Situation für euch beide.
Ich würde den Termin wohl noch abwarten und mir da eine möglichst realistische Prognose erbitten und wenn du dich dazu entscheidest und sie die Narkose nicht schafft- dann ist das so.

Aus meiner Perspektive gibt es nur die Option versuchen dafür zu sorgen, dass sie wieder gut atmen kann per OP oder erlösen.

Keine Luft zu bekommen ist furchtbar und diese Weckreaktionen werden vom Hirn kommen, wenn es nicht mehr genug Sauerstoff bekommt, das ist bei Menschen auch so.

Und das kann mit Angst verbunden sein.

Noch zu fressen ist bei Katzen leider keine Indikation aufs Wohlbefinden - die fressen bis zum Schluss und hören nur auf Schmerzen und Co. zu verstecken, wenn es nicht mehr anders geht.

Persönlich würde ich vermutlich operieren lassen mit dem Bewusstsein, dass sie das vllt nicht packt und den Ärzten vorab schon sagen, dass bei Komplikationen zwar informiert aber nicht wieder geweckt werden soll - wenn es gut läuft würde ich bei ersten Anzeichen einer wieder einsetzenden Verschlechterung gehen lassen.

Was du letzten Endes entscheidest wird sicherlich nicht einfach, aber selbst wenn du jetzt entscheidest ihr die OP zu ersparen ist das sicherlich nicht falsch.
 
Tierliebhaberin

Tierliebhaberin

Beiträge
1.855
Punkte Reaktionen
0
Vielen Dank für deine Meinung.

Ich denke auch das es eben nur diese beiden Optionen gibt. Ich würde gerne die OP machen, jedoch habe ich echt das Gefühl das es ihr nicht sehr gut geht.
Ich weiß einfach nicht ob es richtig ist sie noch lange warten zu lassen. Meine Tierärztin meint sie hat ein Pferd was seit Jahren gut damit lebt, aber bei Dakota habe ich eben das Gefühl das es für sie nicht gut ist damit zu leben. Gerade in der letzten Woche hat sie doch echt nachgelassen.

Dazu kommt ja auch noch das sie diese Wucherungen im Hals (auch um die Kehlkopfbereich rum) hat die jetzt nur durch das Kortison erstmal weg sind. Aber man weiß auch da nicht genau woher das kommt und ob es auch nochmal wieder kommt. Sie müsste halt definitiv für den Rest ihres Lebens das Kortison nehmen.

Ich beobachte sie ganz genau und habe mir gesagt wenn noch eine Situation kommt, wo ich finde das man ihr zu viel zumutet, dann muss ich sie gehen lassen. Das letzte was ich möchte ist das sie sich quält. Auch wenn ich mein kleines Seelenkätzchen echt nicht gehen lassen möchte 😢 15 Jahre ist sie bei mir, so eine Entscheidung ist echt nicht leicht.
 
Tierliebhaberin

Tierliebhaberin

Beiträge
1.855
Punkte Reaktionen
0
Hat vielleicht noch jemand eine Meinung was er an meiner Stelle tun würde?

In der Nacht waren die Atemgeräusche definitiv wieder etwas lauter und sie hat oft extrem lange geräuschvoll ausgeatmet.

Liebe Grüße
Tierliebhaberin
 
Shiria

Shiria

Beiträge
1.110
Punkte Reaktionen
50
Hallo,
Mit Kehlkopflähmung bei Katzen habe ich nur begrenzt Erfahrung. Der Kater einer Bekannten hat damit zwischen auch Probleme, er atmet dann ganz laut oder hustet, aber die meiste Zeit merkt man ihm gar nix an.
Bisher habe ich an Punkten wo es hiess "einschläfern oder wir probieren eine OP" mich eigentlich meist für den OP-Versuch entschieden. 4 Katzen habe ich selber noch operieren lassen, wenn auch wegen anderer Probleme:

Bei meiner Katze Whisky mit 24 Jahren (genaues Alter unbekannt, mit geschätzten 19 aus dem Tierheim geholt) gab es den Zufallsbefund Pankreastumor. Sie wirkte etwas matt und mochte nicht richtig fressen, war aber ansonsten ganz normal drauf. Auch da war die Frage OP oder nicht. Ihr Alter war natürlich ein deutlicher Kontrapunkt. Aber wenn der Tumor schon Symptome verursacht, hätte es ohne OP auch nicht mehr lange gedauert....
Wir haben uns darauf geeinigt sie aufzumachen und nachzuschauen wie schlimm es wirklich ausschaut. Der Haupttumor konnte gut entfernt werden, aber es gab winzige Metastasen im Gewebe um den Darm. Whisky sich gut von der OP erholt, trotz ihrer Narkoseempfindlichkeit und hatte ein weiteres gutes Jahr, bevor der Tumor wieder da war und ich sie gehen lassen musste.

Bei Findus (kam mit ca. 16 zu mir) kam es aufgrund eines sehr großen Tumors an der Schilddrüse zu Schluckbeschwerden. Er wolle fressen, konnte aber nicht. Auch hier kam abwarten nicht in Frage, der Tumor wird ja nicht kleiner. Er hat die OP sehr gut überstanden und noch am selben Abend problemlos gefressen. Leider kamen nach 9 Monaten diverse Umfangsvermehrungen in der Speiseröhre dazu, die ihm das Fressen stark erschwerten und weswegen ich ihn dann gehen lassen musste. Auch bei T.C. habe ich mit ca. 16 Jahren einen Tumor am Hals entfernen lassen, der das Schlucken behinderte. Auch hier mit schnellem Erfolg. Doch leider musste ich auch TC nach ca. 1 Jahr gehen lassen, da sie starke neurologische Ausfälle bekam, die nicht mehr besser wurden.

Obwohl die OP bei allen 3 an sich Erfolgreich war und es ihnen danach wieder sehr gut ging, haben sie trotzdem "nur" noch etwa ein Jahr gelebt. Für mich hat sich dieses Jahr in dem es ihnen aber wieder gut ging auf jeden Fall gelohnt.

Bei Ani ging es leider nicht gut aus. Sie wurde mit hochgradigem Nierenversagen gefunden, in Seitenlage gefunen. Sie konnte erfolgreich aufgepäppelt werden und hat sich gut erholt und die Werte waren wieder im Normalbereich. Leider waren ihre Zähne eine Katastrophe und verursachten ihr Schmerzen. Sie so zu lassen war daher keine Option. Die OP selber hat sie gut überstanden, aber in der Aufwachphase blieb ihr Herz stehen... Bis heute mache ich mir imemr wieder Vorwürfe, dass ich sie deswegen in narkose gelegt habe... aber wenn die Alternative ein Leben mit dauernden Schmerzen ist?

Das sind meine Erfahrungen... du kennst deine Katze am Besten. Wie schnell erhohlt sie sich in der Regel von Narkosen? Macht ihr nur die Atmung zu schaffen, oder gibt es noch mehr Baustellen (Niere, Schilddrüse?)? Hast du das Gefühl eine OP macht für sie noch Sinn? Ich glaube hier gibt es keine richtige oder falsche Entscheidung.
Wenn es nur die Atmung ist, würde ich persönlich das Risiko einer OP eingehen. Wenn sie die Narkose nicht schafft, bekommt sie es nicht mit... und Falls während der OP Komplikationen auftreten oder etwas gefunden wird, weswegen die weitere OP keinen Erfolg hätte, kann man sie noch in Narkose gehen lassen... Wenn sie noch andere Probleme hat, die ihr zusätzlich das Leben schwer machen, müste man schauen wie sehr sie diese beeinträchtigen und ob sich diese durch eine Narkose evtl sogar verschlechtern (z.B. Nierenprobleme).

Uff ich hoffe ich hab jetzt nicht zu viel geschrieben. So eine Entscheidung ist nie einfach.... ich drück euch biden alle Daumen!

Liebe Grüße,
Shiria
 
Thema:

Kehlkopflähmung. Ich brauche eine Entscheidungshilfe

Kehlkopflähmung. Ich brauche eine Entscheidungshilfe - Ähnliche Themen

Wucherungen im Hals, Atemgeräusche etc.: Hallo ihr Lieben, da ich ziemlich verzweifelt bin, probiere ich es jetzt einmal hier. Vielleicht kann sich jemand von euch einen Reim daraus...
Kater kratzt sich blutig: Liebe Tierfreunde, ich bin wirklich verzweifelt. Mein 13 Jahre alter Kater Nero kratzt sich am Hals und im Schulterbereich blutig. Ich war...
Schuldgefühle wegen Erlösung meines Katers: Hallo Zusammen, Ich stand am Sonntag (Heute vor genau einer Woche 😓) vor der schwierigen Entscheidung, meinen geliebten Kater zu erlösen. 🙏🖤 Er...
Junge Moschusschildkröte sonnt sich täglich auf der Landbrücke - alles gut?: Hallo liebe Schildkrötenhalter, ich habe seit 4 Monaten eine junge Moschusschildkröte. Hierfür habe ich mir ein 120*40 Aquqaterrarium mit...
Kaninchen (8 Jahre) stirbt an Altersschwäche?: Hallo alle zusammen, mein Kaninchen (8 Jahre) ist vor drei Wochen plötzlich verstorben. Ihm ging es vorher allerdings super gut, er hat gut...
Oben