anfängeraquarium

Diskutiere anfängeraquarium im Aquaristik Forum Forum im Bereich Terraristik & Aquaristik; hallo, wir möchten uns gern ein aquarium anschaffen und wir sind blutige fischanfänger. was firstmuss ich beachten welche fische sind für...
W

whiteangel

Guest
hallo,

wir möchten uns gern ein aquarium anschaffen und wir sind blutige fischanfänger.
was
muss ich beachten
welche fische sind für anfänger geeignet
wie gross und wieviele pflanzen bzw welchen müssen da rein und
welches zubehör brauch man alles?

so viele fragen und ich hoffe auf einige anworten,dankescheen :D
 
11.12.2005
#1
A

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Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
L

Liane

Guest
Hi,

ich bin gerade dabei, das ein für alle mal zu verfassen. Ich bin leider noch nicht ganz fertig, aber ich poste mal, was ich schon habe. Der Rest kommt in den nächsten Tagen.


Zu einem Aquarium gehört das Becken, einen Heizung, sofern ihr keine Kaltwasserfische pflegt, Beleuchtung und ein Filter, um die technische Mindestausstattung zu nennen.

Das Becken
Bei einem Anfänger sollte das Becken nach Möglichkeit nicht kleiner als 54 Liter sein. Kleinere Becken sind zu instabil. Wer die Möglichkeit eines größeren Beckens hat, sollte sie auch wahrnehmen, schon allein weil dann die Auswahl an Fischen nicht so eingeschränkt ist.
Bei einem gebrauchten Becken kann man die Dichte prüfen, in dem man es einige Tage einfach mit Wasser gefüllt stehen lässt. Vor Benutzung bite gründlich mit Wasser reinigen.
Reinigungsmittel wie Seife haben im Becken nichts verloren.

Die Heizung
Das ist in den meisten Fällen ein Heizstab. Die Leistung sollte der Beckengröße angepasst sein, das steht aber auf der Verpackung.

Die Beleuchtung
Wichtig fürs Pflanzenwachstum. Sonnenlicht führt bei Aquarien häufig zur Veralgung, also das Becken besser an einem dunklen Platz aufstellen. Bei der Beleuchtung gibt es die verschiedensten Varianten, nur die Intensität sollte zur Beckengröße passen.
12-14 Stinden pro Tag, Mittagspause ich Einstellungssache. Ich habe keine.

Der Filter
Ich unterscheide mal grob in 3 Typen.
Zunächst einmal die Innenfilter. Sie hängen im Becken und es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen. Sie werden häufig in kleinen Becken verwendet.
Die Außenfilter sind „Töpfe“ die ans Becken angeschlossen werden. Sie müssen dicht sein, haben aber meist längere Standzeiten als die Innenfilter.
Dann sind da noch die HMFs oder Hamburger MattenFilter Ich selbst habe damit noch keine Erfahrung. Das ist aber eine günstige Selbstbaualternative gerade für größere Becken. Dazu mache ich noch mal einen Nachtrag, bis dahin könnt ihr bei google mal selbst suchen :wink:

So viel erst mal zu den technischen Vorraussetzungen. Vor den nächsten Überlegungen ist es auch wichtig, die Wasserwerte am Wohnort zu kennen. Sie können beim örtlichen Wasserversorger erfragt werden.
Trotzdem solltet ihr euch auch noch Wassertests anschaffen. Ihr braucht mindestens einen Test für Nitrit und den pH-Wert.
Die Wasserwerte:

Härte
Sie bestimmt, ob ihr Hartwasserfische(wie Guppies) oder Weichwasserfische( wie Neons) pflegen könnt. Die Härte wird in gh, der Gesamthärte, und kh, der Karbonathärte angegeben.
So als grobe Richtung könnt ihr die Härte auch daran erkennen, wie viel Kalk sich im Wasserkocher absetzt :D. Je mehr, desto härter.
Die Härte wird von der Menge (vereinfacht) des gelösten Kalks bestimmt.

pH-Wert
Er gibt einfach gesagt an, wie sauer das Wasser ist. Er ist auch bei der Auswahl der Fische zu beachten.

Kupfer und andere Schwermetalle
Sie lösen sich z.B. aus den Hausleitungen. Bei Verdacht das Wasser im Zoogeschäft testen lassen. Kupfer kann mit Wasseraufbereiter zu weniger giftigen Komplexen gebunden werden.
An sonsten halte ich nicht allzu viel von Wasseraufbereiter.

Ammoniak, Nitrit, Nitrat
Von alles Stoffen darf nur Nitrat in größerer Menge im Leitungswasser gelöst sein. Im Aquarium kommen zwangsweise alle Stoffe vor. Das ist der Grund, warum das Aquarium einfahren muss. Genaueres im nächsten Abschnitt.

Was brauche ich sonst noch?
Sonst braucht ihr noch einen Bodengrund, Pflanzen und sonstige Deko.

Bodengrund
Entweder ihr nehmt normalen Aquarienkies oder Sand.
Je nachdem, wen ihr fragt, wird euch zu einem der beiden geraten. Ich versuche einfach mal, alles zusammenzufassen, was ich bisher gehört habe.
Kies
Wird am häufigsten verwendet. In einer entsprechenden Körnung, d.h. nicht zu grob, bietet er den Pflanzen ein gutes Substrat und es können sich nützliche Bakterien ansiedeln. Wer Panzerwelse halten möchte, sollte auf runden Kies achten, im Internet sind aber viele dafür. Panzerwelse nur auf Sand zu halten.
Sand
Feiner und kann nicht so gut vom Wasser durchströmt werden. Daher kommen nicht alle Pflanzen damit zu recht. Wird aber im Internet häufig empfohlen, immer in Verbindung mit Turmdeckelschnecken. Ich selbst habe noch keine Erfahrung damit.
Von einem Nährsubstrat unter dem Kies halte ich nichts. Gezielte Düngung mit Düngerkugeln ist besser.

Pflanzen
sind sehr wichtig. Gerade zu Anfang sollten möglichst viele Pflanzen ins Becken, darunter schnellwachsende wie die Wasserpest, um den Algen keine Chance zu lassen.


Deko
Steine
Bitte nur kalkfreie Steine nehmen, außer für extreme Hartwasserbecken. Ein Stein ist Kalk frei, wenn ihr Essigessenz drauf tut und es sich keine Bläßchen bilden.
Holz
Hier bitte nut die Wurzeln aus dem Aquariengeschäft nehmen. Alles andere belastet das Wasser durch Fäulnis. Wenn ein Antennenwels im Becken ist, ist Holz Pflicht.
Sonstiges
Über das Plastikspielzeug äußere ich mich mal nicht. Das ist Ansichtssache.
Erlenzäpfchen und Eichenlaub können selbst gesammelt werden, aber beides nur in Maßen verwenden. Erlenzäpchen wirken leicht desinfizierend, färben das Wasser aber schnell braun.

Wer sich durch den Text bis hier gequält hat, ist bei der Einrichtung angekommen. Das schlimmste habt ihr geschafft.

Zur Aufstellung gibt es wenig zu sagen. Bechen aufstellen, Technik, Wasser und Pflanze rein. Aber bloß noch keine Fische.

Einlaufzeit
Nachdem das Becken so steht, muss es bis zu 6 Wochen fischfrei bleiben.

Die genauere Erklärung folgt noch. Ich hatte einfach noch keine Zeit, das weiter zu schreiben.
 
B

Biertrinkerin84

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WOW :D

Sorry, aber das kann ich mir jetz nich verkneifen...
Find ich echt coll, wie viel mühe du dir damit gemacht hast und echt gut verständlich für Leute die mit den Fischies nocht nicht so viel Erfahrung haben!

Großes Lob! :smt003
 
Eni

Eni

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das finde ich auch! Totale oberklasse! :lol: :klatsch: :smt058
 
L

Liane

Guest
Hi,

hier kommt der Rest, ich hoffe, ich habe an alles gedacht.Es geht da weiter, warum das Becken erst mal ohne Fische stehen sollte.

Das lässt sich damit erklären, dass sich in der Zeit erst einmal nützliche Bakterien entwickeln müssen.
Im Aquarium wird durch Stoffwechselprozesse zunächst Ammoniak frei. Dieser ist zwar giftig, aber die Bakterien, die ihn abbauen, bilden sich relativ schnell. Der Ammoniak wird zu Nitrit abgebaut. Leider ist auch Nitrit ein starkes Fischgift. Daher muss man warten, bis sich auch die Bakterien in ausreichender Menge gebildet haben, die das Nitrit zu Nitrat umwandeln.
Bis sie sich gebildet haben wird die Nitritkonzenttation im Becken zunächst stark ansteigen und dann wieder sinken. Ist sie wieder nicht nachweisbar, d.h. der Test zeigt die kleinste Stufe an, ist der sogenannte Nitritpeak vorbei und es können langsam Fische zugesetzt werden.
Das Nitrat ist nur in hohen Konzentrationen giftig und wird z.T. von den Pflanzen abgebaut, oder mit dem Wasserwechsel entfernt.

Jetzt komme ich zum eigentlichen Hauptthema, den Fischen. Ich hoffe, dass ich niemanden erschreckt habe.
Um einen ersten Überblick zu gewinnen, eignet sich www.zierfischverzeichnis.de.
Schaut euch da mal um und fragt dann mit euren Wasserwerten, Beckengröße und Wunschfischen hier noch mal nach. :wink:
Es ist wesentlich leichter, sich die Fische nach dem Wasser auszusuchen, als sich sein Wasser zu verändern.

Pauschal ist wenig zu dem Thema zu sagen, nur noch kurz einige häufig falsch gemachte Sachen.
Antennenwelse( Ancistrus), zum mindest der gebräuchlichste, werden zu groß für ein 60er Becken. Sie brauchen Holz für ihre Verdauung.
Guppies und Neons haben vollkommen unterschiedlich Ansprüche
Lebendgebärend aus dem Laden sind krankheitsanfälliger
Minihaie und Kugelfische sind keine Anfängerfische
Prachtschmerlen brauchen wirklich große Becken, genau wie Goldfische
Fische passen sich NICHT der Aquariengröße an. Es würde doch aich keiner auf die Idee kommen, einen weißen Hai in der Badewanne zu halten, weil er da kleiner bleibt...
(wird ergänzt :wink: )

Wichtig ist auch noch die tägliche Pflege. Wobei täglich sich eigentlich fast nur auf die Fütterung bezieht. Und auf das Beobachten der Fische nach Auffälligkeiten. Und wenn zu viel abgestorbenes Pflanzenmaterial im Becken ist, dieses zu entfernen. Hier gilt aber nicht zu übertreiben.
Damit wäre ich auch schon beim Thema der Fütterung angekommen.

Dabei ist die erst Frage, was soll gefüttert werden. Der Handel bietet eine riesige Auswahl an Flockenfutter und ähnlichen an. Für die meisten „Anfängerfische“ ist das durchaus ausreichend.( Guppies und Mollies &co sollten auch grüne Flocken bekommen)
Wer allerdings mal den Schluss von sich selbst auf seine Fische wagt, wird erkennen, dass andauernde Dosenkost nicht unbedingt ideal ist.
Daher sollte man den Fischen nach Möglichkeit auch Frostfutter oder sogar Lebendfutter gönnen.
Damit wäre ich schon beim Thema, wie oft gefüttert werden soll. Das lässt sich wieder nicht pauschal sagen. Auf jeden Fall sollte man vermeiden, täglich Futtermassen ins Becken zu kippen. Als Richtwert gilt hier, wie viel die Fische in 2-3 Minuten fressen einmal am Tag.
Einmal pro Woche können die Fische ruhig fasten. Ich selbst füttere auch unregelmäßig, nur in den seltensten Fällen täglich.

Zu regelmäßiger Pflege gehört auch der Wasserwechsel. Je nach Besatz wird er wöchentlich oder seltener durchgeführt. Je mehr Fische im Becken sind, desto häufiger muss Wasser gewechselt werden. Auch die Menge richtet sich nach dem Besatz. ~20-30% sind die Regel, bei seltenem Wasserwechsel mehr.
In kleinen Becken muss mehr und häufiger Wasser gewechselt werden als in großen. Gerade in 60er Becken ist ein wöchentlicher Wasserwechsel nicht verkehrt.

So selten wie möglich wird der Filter gereinigt. Die nützlichen Bakterien siedeln sich im Filter an und werden bei jeder Reinigung gestört. Deshalb solltet ihr den Filter erst dann reinigen, wenn die Leistung nachlässt oder wieder Dreck ins Becken kommt. Selbst dann wird nur der gröbste „Dreck“ entfernt.
Ein Mattenfilter wird nach Möglichkeit nie gereinigt.

All die schönen Wasserzusätze :D
Wasseraufbereiter
Ich selbst nehme nach langer Überlegung keine mehr, da ich kein Problemwasser habe. Ich würde nach meinem jetzigen Wissensstand nur in Ausnahmesituationen Wasseraufbereiter empfehlen.
Letztendlich ist die Entscheidung aber jeden selbst überlassen.
Wenn ich jetzt anfange über das Thema zu reden, wird das hier unübersichtlich. Bei Interesse über Wirkungsweise, Sinn &Co könnt ihr ja einfach fragen.

Dünger
Es gibt die verschiedensten Sorten von Aquariendüngern. Er enthält die Spurenerlemente, damit die Pflanzen besser wachsen können. Die von den Herstellern angegebene Menge nehme ich nie. Wenn das Becken nicht übermäßig dicht bepflanzt ist, reicht auch weniger.
Wichtig ist es aber, einen Aquariendünger zu nehmen, da normaler Flüssigdünger Stoffe enthält, die im Aquarium auch so ausreichend vorhanden sind uns höchstens zu Algenwachstum führt.

Bakterienstarter
Dazu habe ich keine Erfahrung, ich bin immer gut ohne ausgekommen. Wenn ihr das verwenden wollt, denkt daran, dass er nicht die Einlaufzeit ersetzt.

...

Dann gibt es noch die Möglichkeit der Co2 Düngung, aber auf dem Gebiet bin ich nicht so bewandert, das kann ja jemand anders tippen. :wink:


So, ich hoffe, dass ich an alles gedacht habe, bei Logikfehlern oder ähnlichem macht mich einfach darauf aufmerksam. Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit, der Text ist größtenteils aus dem Kopf geschrieben, deshalb kann ich auch keine Quellen angeben. Das sind zu ziemlich alle Bücher, die ich zu dem Thema gelesen habe und das Internet.

Noch Fragen? :D :wink:
 
B

Biertrinkerin84

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18.09.2005
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Super! :gut:

Deine Ausführung werd ich gleich mal meinem Onkel nahe legen, der will sich nächsten Monat nämlich auch ein Aqu zulegen
Dann weiß er gleich über alles wichtige bescheit! :grins:
 
racer1992

racer1992

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17.10.2005
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Wow wie immer viel zum lesen :D.
@Laeiou Ich hatte bei meine Aquarium 4 Tagen stehn lassen also ohne Fische und dann dann hab ich mir welche gekauft also von Montag bis Samstagsmittags und dann hab ich dir fische reingesetzt war das zu früh oder nicht?

Ps: Kann man sich bei em Bekannten der auch en Aquarium hat und des schon lang da en paar Liter nehmen wenn man sich en Aquarium neu kauft? Weil der ja schon Bakterien im Wasser hat.
 
L

Liane

Guest
Hi,

@racer
4 Tage waren wirklich früh. Dann hattest du Glück wenn nichts passiert ist. Das kann gut gehen, muss aber nicht.

Und gut dass du mich daran erinnerst.
Wenn man aus einem gut eingelaufenen Becken etwas "Schlamm" (auch Mulm genannt) z.B. aus dem Filter nimmt, beschleunigt das die ganze Sache erheblich, weil du dann schon viele Bakterein ins Becken bringst.
Das entbindet dich aber nicht von Nitritwertmessen. Nur warten musst du dann nicht so lang.
 
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