Kastration bei Farbmausböcken - wirklich nötig?

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Aus gegebenem Anlass und wegen immer wieder auftretender Fragen zu diesem Thema hier mal eine Zusammenfassung der Gründe, warum Farbmausböcke auf jeden Fall kastriert werden sollten:

- In der freien Natur leben Mäuse in größeren Rudeln. Es gibt eine klare Rangordnung. Macht ein rangniederes Männchen nun einem ranghöheren Männchen die Position streitig, so kommt es unter Umständen zu heftigen Kämpfen. Diese enden normalerweise jedoch nicht tödlich, sondern damit, dass die unterlegene Maus abwandert und sich ein neues Revier sucht.
Im Käfig ist das natürlich nicht möglich. Die unterlegene Maus kann nicht abwandern. Das heißt, die Rangordnungskämpfe (durchaus auch unter Wurfgeschwistern oder Vätern/Söhnen) gehen so lange, bis der Unterlegene tot ist.

- Unter Umständen gehen diese Rangordnungs- und Revierkämpfe schon bei jungen Böcken ab einem Alter von ca. 8 Wochen los, manchmal bleiben die Tiere auch länger friedlich. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem es kracht.
Daher sollten Farbmausböcke so früh wie möglich (idealerweise ab einem Gewicht von ca. 30g und ab einem Alter von ca. 8-12 Wochen) kastriert werden, noch bevor die ersten heftigen Kämpfe beginnen.

- Mancher Halter sagt: "Aber solange sie friedlich sind, muss ich sie doch nicht kastrieren lassen" - und erlebt dann eine böse Überraschung. Denn die tödlichen Kämpfe kommen meist recht überraschend und über Nacht. Abends noch friedlich gekuschelt, morgens ist einer tot.
Selbst wenn die Mäuse ein ganzes Jahr lang friedlich geblieben sind - auf einmal geht es los. Und dann sind die Mäuse meist schon zu alt für eine Kastration und müssen ihr restliches Leben als unglückliche Einzelmäuse verbringen.

- Hält man zwei unkastrierte Böckchen zusammen, die halbwegs friedlich sind, und einer der beiden stirbt z. B. an Altersschwäche oder einer Krankheit - dann steht man ebenfalls vor einem großen Problem, denn unkastrierte Farbmausböcke lassen sich keinesfalls mit ihnen unbekannten Böcken vergesellschaften. Der übriggebliebene Bock, falls er schon zu alt für eine Kastra ist, hat also ebenfalls ein restliches Leben als unglückliche Einzelmaus vor sich.

- Das Argument: "Aber die Kastration ist doch so teuer".
Ja, eine Kastration ist nicht billig - zwischen 20 und 70 Euro pro Maus muss man ansetzen. Die Kastration eines so kleinen Tieres ist nicht ganz einfach, und natürlich besteht auch ein gewisses Risiko.
Erfahrungen zahlreicher Mäusehalter haben jedoch gezeigt, dass es eine Erfolgsquote von über 95% gibt - währen die Erfolgsquote friedlich zusammen gehaltener unkastrierter Böcke bei gerade mal ca. 5 % liegt.
Das Leben des einem anvertrauten Tieres sollte einem die Kastrakosten schon wert sein - wer seine Böcke nicht kastrieren lässt, der sitzt auf einer tickenden Zeitbombe, und die Konsequenzen daraus tragen leider die Tiere.

Daher der dringende Appell: Bitte keine Haltung unkastrierter Farbmausböcke! Wer einmal böse zerbissene Böckchen, z. B. in Tierheimen gesehen hat, der wird seinen Tieren das nicht zumuten wollen.
Hier ein Bild eines zerbissenen Farbmausböckchens, das freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde von der Userin nmjz:

https://www.tierforum.de/attachment.php?attachmentid=6454&stc=1&d=1199095430

LG, seven
 
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Hast du schon einen Blick in den Diagnostischer Leitfaden und The von Anja geworfen? Für Diagnostik und Therapie findest du hier den idealen Leitfaden. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
H

Henni

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Auf besonderen Wunsch stelle ich hier mal ein Paar Beispiele ein, warum eine Böckchenhaltung zu 99% schief geht.

Binimann, der im Tierheim von seinen Brüdern übel zugerichtet wurde.

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Der arme Kerl konnte noch gerettet werden.
Die folgenden zwei haben mit ihrem Bruder anfangs friedlich gelebt und über Nacht das Leben verloren.
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Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Optimus Prime.

Wer jetzt noch mit dem Feuer spielen mag und seine Jungs unkastriert weiter halten mag, muss sich darauf gefasst machen, sie eines Tages so vorzufinden.
 
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