Planung: Pflegestelle einrichten?

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  • Planung: Pflegestelle einrichten? Beitrag #1
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Lux

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Hallo ihr,

ich spiele momentan mit dem Gedanken, mittelfristig eine Ninchen-Pflegestelle fuer Notfaelle bei uns einzurichten. Ist erstmal nur so ein Gedanke... aber ich wuesste gern, ob damit jemand Erfahrung hat oder sogar selbst eine Stelle anbietet?

Da mein Mann eine Tierhaarallergie hat, ist Innenhaltung bei uns definitiv nicht moeglich. Unsere zwei Nins wohnen ja auch draussen in einem Pyramidengehege. Wie muesste jetzt eine Pflegestelle beschaffen sein? Wie viel Abstand muessen die Gehege voneinander haben (Quarantaene usw.)? Ich hab noch masssig Volierendraht uebrig, das waere nicht so das Problem, und ein Gehege mit 3qm ist platzmaessig und materialmaessig ja auch ueberschaubar.
Kann / sollte man ein moeglicherweise krankes / geschwaechtes Nin ueberhaupt einfach so nach draussen setzen? Oder scheitert meine Idee schon daran? Ggf mit grossem (isoliertem?) Haeuschen im Gehege?

Bis jetzt ist es, wie gesagt, nur ein Gedanke, nachdem ich gestern von einem ganz ueblen Notfall gelesen habe fuer den haenderingend Pflegestellen gesucht werden. Nicht dass ich jetzt was uebers Knie brechen will, aber es hat mich zum Nachdenken gebracht, ob sich da nicht zB Anfang naechstes Jahr was machen laesst!

Gruss
Lux
 
  • Planung: Pflegestelle einrichten? Beitrag #2
Hallo,

an so etwas habe ich auch schon gedacht. Aber es gibt so viele Dinge zu bedenken, das ich es besser meinen eigenen Tieren zu liebe sein lasse.

1. Für wen möchtest Du Pflegestelle sein? Für Tiere wo die Besitzer in Urlaub Fahren oder für Notfälle aus dem Tierschutz? Bei ersteren ist es ja eine überschaubare zeit, die die Tiere bei dir verbringen. Bei Tierschutztieren gibt es Tiere die vermittelt werden und Unvermittelbare Tiere.

2. Wer übernimmt die Kosten? Tiere die nur Urlaub bei dir machen, dafür bezahlt im Normalfall der Besitzer ein mit die ausgemachtes Tagegeld (im Voraus). Bei Tieren aus dem Tierschutz bin ich mir nicht sicher, denke aber das Du die Kosten dort weitgehend selbst tragen musst, wenn Du es auf eigene Kappe machst, also ohne direkte Anbindung an einen Tierschutzverein, musst Du alle kosten alleine Tragen, den als Privatperson darfst du glaube ich offiziell keine Spenden annehmen. Über die Vermittlung von Tieren bekommst Du nur einen ganz kleinen Teil der Kosten wieder rein, also Geld kann man damit bestimmt nicht verdienen, wenn es nicht auf Kosten der Tiere gehen soll.

3. Welche Kosten? Privat Tiere bezahlt halt der Besitzer Futter, Streu usw. Bei Tierschutztieren kommen zum Futter noch Tierarzt Kosten dazu. Ein erster Gesundheits Check-up für jedes neue Tier. Dann Impfungen (Du musst darauf achten das Privatiere schon geimpft sind) und Kastrationen (von Böcken) -den im Tierschutz sollten nur gesunde, geimpfte und Kastrierte Tiere weiter vermittelt werden.
Futterkosten werden nicht unerheblich sein. Den egal ob man 2 oder 20 Tiere hat, sie sollten so gesund wie möglich ernährt werden. das Kostet halt viel Geld.

4. Zeit. Hast Du genug Zeit dich täglich um mehrere Tiere zu Kümmern? Klar Du kannst Die anzahl der Tiere in grenzen halten und deinem Zeitbedarf anpassen. Aber Plötzliche Notfälle, müssen ggf. dann sofort zum Tierarzt.

5. Platz. Hast Du genug Platz? Die meisten Tierbesitzer werden für die Urlaubszeit Ihren eigenen Käfig mit bringen wollen. Die meisten Privatiere werden Wohnungshaltung gewöhnt sein. Dafür solltest Du zumindest einen großen hellen Stall bzw. Schuppen haben wo Du diese Tiere unterbringen kannst -ohne direkten Kontakt zu Artgenossen. Du kannst ein Wohnungstier nicht einfach in ein Gehege auf die Wiese setzen. Du brauchst auch für Tierschutztiere Quarantäne boxen, die je nach Größe und menge der zusamen ankommenden Tiere bemessen sind. Nach einer Quarantäne kannst Du die Tiere vergesellschaften oder in eine große Gruppe einfügen. Das geht aber nicht mit deinem 3 qm kleinem Gehege -was ja schon für deine beiden (Du hast doch sicherlich zwei Tiere) eigentlich zu klein ist.

6.Du musst Dich von der Vorstellung verabschieden jedem Tier helfen zu wollen. Ein Besitzer wo das Tier noch nie Auslauf hatte, kannst du nicht unbedingt vom gegenteil überzeugen. Ich weiß nicht ob es unbedingt sinnvoll ist diesen Käfigtieren, während dieser einen Woche Urlaub Freigang zu gewähren. Oder Du musst gegen deine Überzeugung diesen Tieren das Ungesunde Trofu füttern. Ein Tier das noch nie Gemüse bekommen hat, kannst Du in einer Woche Urlaub eher schaden als helfen, wenn Du gut gemeint etwas Gemüse fütterst, was es nach dieser Woche nicht mehr bekommt.

7. Was machst Du mit Privatieren die nicht wieder abgeholt werden?

Du siehst, dies sind alles meine Gründe warum ich dies nicht mache. Mir ist es einfach zu viel Aufwand, den ich in meiner Lebenslage nicht betreiben kann. Gerade der Platz und Kostenfaktor wiegt besonders schwer.Ich denke mal es gibt sicherlich noch viel mehr Dinge über die man nachdenken muss, bevor man sich entscheidet. Vieleicht ist auch der ein oder andere Punkt meiner Auflistung nicht ganz richtig, aber für mich reicht es immer noch um mich dagegen zu entscheiden.

Anke
 
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