Wie "erziehe" ich meine Katze .....

  • Ersteller des Themas Danny67
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Danny67

Guest
In einem anderen Forum habe ich diesen Text gefunden, den ich sehr schön und wahr finde und ihn Euch daher nicht vorenthalten möchte:


Katzen gelten nach wie vor immer noch nicht als komplett domistizierte Lebewesen. Sie haben sich dem Menschen angeschlossen sind aber nicht bereit sich diesen "bedingungslos" anzubinden.
Ist das nicht auch Teil des Charmes, der von ihnen ausgeht ?

Nun ist es wie überall im Leben, das für ein erfolgreiches und erfreuliches Zusammenleben Kompromisse geschlossen werden müssen. Die Vierpfötler gehen diese ein:
- sie verändern ihren Lebensrythmus, als eher nachtaktive Tiere lernen sie mit der Zeit, in unterschiedlicher Geschwindigkeit sich dem Tagesrythmus ihrer menschlichen Mitbewohner anzupassen
- sie können sich in einer katzengerechten Wohnung zufrieden und glücklich zeigen, wo ihnen vorher "die ganze Welt" gehörte
- sie zeigen sich mit alternativen Jagdmethoden einverstanden und lassen sich ihr Futter ohne großen Jagdaufwand schmecken
- sie sind Seelentröster und leben nahe beim Menschen, wo sie vorher doch eher neben dem Menschen gelebt haben.

Dafür bricht aber in ihnen doch ab und an noch
das Raubtier durch, das jagen muss, keine Hindernisse kennt, Gardinen als Kletterhilfe ansieht, ein Tabu für eine Küchenablage nicht verstehen kann, erst einmal nicht nachvollziehen kann, warum Stromkabel nun wirklich nicht das optimale Instrument sind um seine Beisskraft zu trainieren und Menschen als Kletter- oder Krallenschärfobjekt ziemlich unbrauchbar sind.

Wir verlangen also schon so Einiges von unseren Fellträgern, aber ebenso wie sie sind wir angehalten ihren Bedürfnissen weitestgehend gerecht zu werden.

Wir nehmen sie bei uns auf, wir freuen uns auf ein glückliches Miteinander, mit dem Wunsch das jeder das Leben des Anderen bereichern möge.
Wir übernehmen die Verantwortung für sie, geben ihnen Liebe, Zuwendung, Fürsorge, Futter, tierärztliche Versorgung - aber sie werden niemals unser Eigentum !
Sie erweisen uns ihren Respekt auf kätzische Art und Weise in dem sie sich uns teilweise anpassen, und so sind auch wir aufgefordert ihnen mit Respekt zu begegnen.

Was also tun, wenn diese kleinen Plüschpopos Innenarchitekten der ganz eigenen Art und Weise sind und ihre Raumvorstellungen nicht immer mit den unsrigen übereinstimmen ?

Wir können versuchen kätzische Verhaltensweisen in der Erziehung zu übernehmen, aber machen wir uns nichts vor, wir sind keine Katzen.

Fauchen, Anstarren, die Hand (Pfote) heben, all das sind übernommene Verhaltensweisen die sehr oft zum Erfolg führen.
Dabei darf nicht vergessen werden, in der Tierwelt wird anders erzogen als beim Menschen: das erste "Nein" ist scharf, direkt, unmittelbar und überdeutlich, denn schließlich geht es im Sinne der Natur immer noch ums Überleben. Ein zaghaftes "bitte nicht" das erst bei mehrmaligen Wiederholungen von Fehlverhalten zu "nein, lässt du das bleiben" anwächst ist im Tierreich nicht vorgesehen. Das Tier wäre längst zur Beute anderer geworden.
Einmal (beim ersten Mal) unmissverständlich klargemacht, das dieses Fehlverhalten unerwünscht da lebensgefährlich ist können die Reaktionen milder und ruhiger werden.

"positives verstärken - Fehlverhalten ignorieren" - ein Tier wird immer das im Verhaltensschema aufnehmen, was vorteilhaft für es ist. Tiere sind Egoisten. Belohne ich also meine Katze für gewünschtes Verhalten, so wird sie dieses beibehalten oder verstärken.
Ignoriere ich es bei Fehlverhalten und erfolgt keinerlei Bestätigung (auch nicht durch Schimpfen) dann wird dieses Verhalten mit der Zeit gelöscht. Denn es bringt der Katze keine Vorteile.
Clickern, bzw. der Grundgedanke des Clickerns baut genau auf jenen Ansatz auf.

Schläge aber, oder das Hineinstupsen der Nase in Urin und Kot sind in keinster Weise dazu geeignet die Katze zu dem Mitbewohner zu machen, den wir uns wünschen.
Die Katze ist immer noch ein Raubtier und immer ein Individuum und niemals unser Eigentum. Solche Reaktionen vom Menschen können das Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Mensch nachhaltig negativ beeinflussen oder gar zerstören.
Auch wenn die Türen verschlossen bleiben mögen, meine Katze ist freiwillig bei mir, und gerne.

Um Katzen zu formen (was nichts negatives ist, denn sie machen dieses auch tagtäglich mit uns) muss ich sie verstehen. Ich muss lernen wie sie denkt, wie sie handelt, wie ihre Instinkte sind. Dann auch werde ich erkennen, welches die Möglichkeiten sind, sie zu dem ein oder anderen weiteren Kompromiss zu bewegen.

Tiere sind uns anvertraut, sie gehören uns nicht. Insofern haben sie immer unsere Achtung verdient.


Copyright by Grizzly
 
Sim
26.07.2008
1.292
0
schön
Stimmt eindeutig

Sim
 
Davi79

Davi79

29.07.2008
673
0
Super, Erklärung!! Wir sollen auch richtig lernen, wie oft sind die Katzen so.
Heute morgen den Haustür will Pussy hereinkommen und habe nur kleinen Regenschirm geraschelt und sie rennt weg. Gut!
 
L

leonie löwenherz

10.01.2006
2.551
0
Hej,

ich habe nur eine kleine Verbesserung:

Ignoriere ich es bei Fehlverhalten und erfolgt keinerlei Bestätigung (auch nicht durch Schimpfen) dann wird dieses Verhalten mit der Zeit gelöscht. Denn es bringt der Katze keine Vorteile.

trifft nicht bei jedem Verhalten zu - wenn ich z.B. nicht reagiere wenn die Katze auf den Tisch steigt und sich was zu fressen holt wird sie dieses verhalten nicht ablegen, ebsonsowenig wenn es ihr spass macht am Sofa zu kratzen o.ä.

Also : ohne Strafe geht es leider auch nicht...wobei ja auch schon "erschrecken" (wie laut Klatschen oder ein lautes NEIN )als Strafe zählt;-)
 
Chilly

Chilly

18.05.2008
200
0
Ich finde den Text absolut zustreffend! Super erklärt und toll geschrieben!
Unser Kater benötigt keine "Strafen"! EIN EINZIGES NEiN hat genügt um ihn sowohl von den Tischen als auch von der Anrichte in der Küche vernzuhalten!
 
Die 7 M´s

Die 7 M´s

24.06.2007
13.066
0
Ein NEIN genügt aber nicht, wenn sich eine Schnake in die Küche verirrt....:mrgreen:

Mal abgesehen davon, dass es mir egal ist, wenn meine Katzen ab und zu mal die Küchenarbeitsplatte untersuchen.
Die kann man ja abwischen;)

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Ulli

Ulli

01.09.2008
337
0
Hey das ist ja witzig, Schnakenkino. *lol* :lol:
 
Davi79

Davi79

29.07.2008
673
0
meine Pussy sitzt auch jetzt am Tisch von Wohnzimmer, da bringt nichts für schimpfen. Esstisch ist manchmal, schreie ich "heyyyy" dann springt herunter. :D
 
H

Hobby

22.09.2008
26
0
Find den Einleitungstext gut. Von der Seite hab ich das auch noch nicht gesehn, wie so viele...
 
I

Ilovecats

15.11.2009
1
0
Hallo ,
ich habe jetzt vor 2 oder 3 wochen 2 katzenkinder bekommen sie sind ungefähr 9-10 wochen alt und mein papa regt sich tierisch auf wenn die kleinen mal irgend ein scheiß machen z.B. hinter den fernsehr gehen oder in die küche gehn..
die kleinen sind auch nicht ganz ohne sie gehen mit ihren foten in blumentöpfe auf der fensterbank oder gehn in zimmer wo sie nicht hingehören
klar sie sind neugirig aber man kann da nichts gegen tun außer wenn se was blödes machen spritzt mein vater mit wasser hinterher aber trotzdem gehen sie wieder dahin -.- und mein daddy hat schon damit gedroht sie wieder wegzugeben..
ich würde gerne auf tipps abwarten weil ich keine ahnung habe was ich noch tun soll :(
 
eifelbiene

eifelbiene

05.12.2006
5.375
0
Hallo,

erst einmal müssen so kleine Kätzchen lernen, was sie nicht dürfen oder was der Halter nicht mag. Leider geht das nicht von heute auf morgen.

Um genau zu beurteilen, welche Möglichkeiten du hast, wäre es gut, wenn du noch etwas mehr über die Haltung erzählst.

Welche Spielmöglichkeiten haben die Katzen?
Sind Kratzbäume vorhanden?
Lenkst du sie ab, wenn sie etwas Unerwünschtes machen?
Sind die Zimmer, in die sie nicht hinein dürfen grundsätzlich zu?
Warum sind die beiden so früh zu dir gekommen?

Auf die Erde in den Blumentöpfen könntest du z.B. größere Kieselsteine legen, damit die Katzen nicht mehr in der Erde scharren können.
 
K

Kirschblüte

28.06.2009
3.407
0
Hallo ,
ich habe jetzt vor 2 oder 3 wochen 2 katzenkinder bekommen sie sind ungefähr 9-10 wochen alt und mein papa regt sich tierisch auf wenn die kleinen mal irgend ein scheiß machen z.B. hinter den fernsehr gehen oder in die küche gehn..
die kleinen sind auch nicht ganz ohne sie gehen mit ihren foten in blumentöpfe auf der fensterbank oder gehn in zimmer wo sie nicht hingehören
klar sie sind neugirig aber man kann da nichts gegen tun außer wenn se was blödes machen spritzt mein vater mit wasser hinterher aber trotzdem gehen sie wieder dahin -.- und mein daddy hat schon damit gedroht sie wieder wegzugeben..
ich würde gerne auf tipps abwarten weil ich keine ahnung habe was ich noch tun soll :(
Hallo,
mit 9-10 Wochen sind die beiden noch Babys und sollten eigentlich noch bei der Mutter sein, weil sie noch sehr viel von ihr zu lernen haben.
Zimmer in die sie nicht rein sollen zu machen, Katzen kann man nicht verbieten in ein Zimmer zu gehen wo die Tür offen ist.
Ansonsten braucht Katzen Erziehung Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Katzen müssen aber auch beschäftigt werden. Also nicht nur verbieten sondern auch Beschäftigung anbieten.
 
rotekatze

rotekatze

03.11.2009
870
0
Hallo,
der Text ist echt toll!
Habe auch so meine Probleme mit der Erziehung. Besonders mit der Gardine unserer Balkon-Schiebetür, die geht bis zum Boden, also perfekt zum verstecken und dran hochklettern! Mein Mann kriegt dann immer gleich einen Herzinfarkt! Da kann ich dann so oft und so laut ich will "NEIN" brüllen, das interessiert die gar nicht. Aus den Krallen winden geht ja auch nicht, dann denken die noch ich will mitspielen! Erst wenn ich mit einer Raschelmaus winke lassen sie von der Gardine ab. Muss vielleicht mal das mit der Wasserspritze ausprobieren. Weiss nur nicht wie die dann nicht mitbekommen sollen, dass das von mir kommt!!!
rotekatze
 
K

Kirschblüte

28.06.2009
3.407
0
Erst wenn ich mit einer Raschelmaus winke lassen sie von der Gardine ab. Muss vielleicht mal das mit der Wasserspritze ausprobieren.
Vorsicht hier passiert es leicht, das man einen gegensätzlichen Effekt erzielt. Es kann nämlich passieren das die Katze lernt wenn ich die Gardine töte spielt Frauchen mit mir und das ist ja nicht die Botschaft die man will.
Die Wasserpistole kann funktionieren. Allerdings hatte ich bei einem meiner Kater nur den Erfolg das er Angst vor der Wasserpistole bekam.
Du kannst aber auch was werfen, was beim landen Geräusche macht, vielleicht eine Kette oder Schlüssel. Natürlich nur neben die Katzen und nicht auf die Katzen.
 
rotekatze

rotekatze

03.11.2009
870
0
Vorsicht hier passiert es leicht, das man einen gegensätzlichen Effekt erzielt. Es kann nämlich passieren das die Katze lernt wenn ich die Gardine töte spielt Frauchen mit mir und das ist ja nicht die Botschaft die man will.
Stimmt, habe ich noch nicht drüber nachgedacht! Muss ich mir was anderes einfallen lassen. Die lieben es mit der Gardine zu spielen:evil:! Und mein Mann ist sauer weil die ein Haufen Geld gekostet hat, da die so lang ist (mind. 2 Meter) und dann bis auf den Boden. Drückt mir die Daumen, dass ich denen das abgewöhnen kann, sonst muss ich eine neue kaufen!
 

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