Umgang mit verwilderten Katzen (lang)

Diskutiere Umgang mit verwilderten Katzen (lang) im Katzen Haltung Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo, mehrere verwilderte Katzen gibt es bei uns im Garten. Inzwischen hab ich sie alle per Katzenfalle eingefangen und kastrieren lassen...
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Smaug

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Hallo,

mehrere verwilderte Katzen gibt es bei uns im Garten. Inzwischen hab ich sie alle per Katzenfalle eingefangen und kastrieren lassen wie es sich gehört.

Doch was nun? Mich interessieren mehrere Dinge:

Ich hab die Tiere zunächst mal weiterversorgt da ich inzwischen an ihnen hänge und ich plane auch weitere Dinge wie z. B. evtl. den bau einer Winterunterkunft. Rein moralisch hab ich aber inzwischen bedenken. Mal liest zwar überall das man die Tiere gerne weiterversorgen kann und sich um sie kümmern kann wenn die kastration durch ist. Jedoch wurden sie vom Tierschutzverein nicht geimpft, die meinten die Impfungen müssten erneuert werden und deswegen würde man kein Geld ausgeben. Somit würde ich durch Füttern zwar das Leben der Katzen verlängern jedoch bezweifel ich das sie überhaupt ein schönes Leben haben.
Parasiten haben sie ja sicher auch und wenn keine Impfungen da sind ist die Wahrscheinlichkeit ja hoch das sie doch in jungen Jahren an Schnufpen / Katzenseuche etc. sterben. Ich will nicht wie ein Tierfeind rüberkommen aber manchmal denke ich es währe besser sie einfach laufen zu lassen (was mir sehr schwer fallen würde, zumal da sie inzwischen recht zutraulich sind und zur Fütterung regelmässig erscheinen). Was denkt ihr?
Meine Lebensumstände lassen es nicht zu das ich sie im Haus aufnehmen könnte und denke auch nicht das sie mit reinkommen (sie gehen immer genau bis zur Türschwelle, halten dort aber respektvoll an)

Eine hat glaube ich bereits den Katzenschnupfen, sie hat ein tränendes Auge und kürzlich ist mir aufgefallen das es schon recht verklebt ist sie es wohl auch nicht mehr ganz aufhalten kann. Da die Katzen durch die Fütterung inzwischen eine gewisses Maß an zutrauen haben und sich auch zumindest mit einer hand streicheln lassen hab ich es darauf ankommen lassen und versucht das Auge mit einem angefeuchteten Waschlappen wenigstens mal zu reinigen. Die Katze hielt ein paar Sekunden still, wollte sich mir aber dann entziehen. Ich machte schnell fertig, es ging ganz gut, aber richtig gebracht hat es wohl nicht viel... Nun hat sie leider direkt wieder Angst vor mir und lief panisch davon und kahm heute abend auch nicht mehr zurück. Nun mach ich mir schon wieder Vorwürfe da ich sie zu sehr gezwungen habe. Ich kann die halt nicht zu einem TA bringen. Ich einen Transportkorb geht sie sicher nicht rein. Was wird so ein tier beim TA tun, wahrscheinlich stiften gehen und sich in einer Ecke verstecken und dann kriegt man sie nicht mehr wieder raus.

Eine andere hat so kleine gelb-weißliche Stellen im Fell, ich denke mal Verschmutzungen/Knötchen die durch den ständigen Aufenthalt draußen entstehen oder was könnte das noch sein? Sie lassen sich bürsten aber ich hab nur eine normale ausrangierte Bürste, damit geht das nicht weg. Muss ich mir wohl mal eine richtige Bürste für Katzen besorgen.

Zu guterletzt würde mich noch interessieren ob es überhaupt ratsam ist diese Tiere anzufassen, ich mache mir Gedanken über meine Gesundheit. Man sagte mir im Tierheim durch reinen Fellkontakt kann ich mir nichts zuziehen jedoch bin ich mir einfach unsicher ob das stimmt... bei den Würmern/Flöhen/Milben die Wildlinge ja eigentlich immer haben...?
Bisher hab ich mir nach Kontakt immer gründlich die Hände gewaschen.

Ich hoffe auf ein paar gute antworten..schönen Gruß ;)
 
17.11.2008
#1
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.
eifelbiene

eifelbiene

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Hallo Smaug,

herzlich Willkommen im Forum.

Inzwischen hab ich Ich hab die Tiere zunächst mal weiterversorgt da ich inzwischen an ihnen hänge und ich plane auch weitere Dinge wie z. B. evtl. den bau einer Winterunterkunft. Rein moralisch hab ich aber inzwischen bedenken. Mal liest zwar überall das man die Tiere gerne weiterversorgen kann und sich um sie kümmern kann wenn die kastration durch ist. Jedoch wurden sie vom Tierschutzverein nicht geimpft, die meinten die Impfungen müssten erneuert werden und deswegen würde man kein Geld ausgeben.
Bei der Impfung erfolgt in der Regel eine Grundimmunisierung (2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen), anschließend jährliche Wiederholungsimpfungen lt. TÄ und Herstellern. Allerdings wird das Thema Impfung immer kritischer betrachtet und scheinbar wird auch oftmals viel zu viel geimpft. Viele Leute gehen bereits dazu über, nur noch die Grundimmunisierung und nach einem Jahr die sogenannte Booster-Impfung machen zu lassen und dann nur noch im 3-Jahres-Rhythmus impfen zu lassen.

Wichtig sind Impfungen vor allem bei sehr jungen Tieren. Katzen, die sich bereits mehrere Jahre ungeimpft durchs Leben geschlagen haben, kommen möglicherweise auch so zurecht.


Somit würde ich durch Füttern zwar das Leben der Katzen verlängern jedoch bezweifel ich das sie überhaupt ein schönes Leben haben. Parasiten haben sie ja sicher auch und wenn keine Impfungen da sind ist die Wahrscheinlichkeit ja hoch das sie doch in jungen Jahren an Schnufpen / Katzenseuche etc. sterben.
Nicht zwangsläufig. Es ist abhängig vom jeweiligen Immunsystem der Katze. Und eine gut genährte Katze hat da auf jeden Fall von vorneherein eine bessere Grundlage.
Hin und wieder eine Entwurmung wäre natürlich von Vorteil. Ich glaube, es gibt da ein relativ günstiges Entwurmungspulver, was du unters Futter mischen könntest. Da würde ich mal beim TA nachhören.

Ich will nicht wie ein Tierfeind rüberkommen aber manchmal denke ich es währe besser sie einfach laufen zu lassen (was mir sehr schwer fallen würde, zumal da sie inzwischen recht zutraulich sind und zur Fütterung regelmässig erscheinen). Was denkt ihr?
Meine Lebensumstände lassen es nicht zu das ich sie im Haus aufnehmen könnte und denke auch nicht das sie mit reinkommen (sie gehen immer genau bis zur Türschwelle, halten dort aber respektvoll an)
Für so "Wildlinge" ist doch eine Futterstelle vollkommen in Ordnung. Und falls du ihnen noch einen Winterschutz anbieten kannst, umso besser.

Eine hat glaube ich bereits den Katzenschnupfen, sie hat ein tränendes Auge und kürzlich ist mir aufgefallen das es schon recht verklebt ist sie es wohl auch nicht mehr ganz aufhalten kann. Da die Katzen durch die Fütterung inzwischen eine gewisses Maß an zutrauen haben und sich auch zumindest mit einer hand streicheln lassen hab ich es darauf ankommen lassen und versucht das Auge mit einem angefeuchteten Waschlappen wenigstens mal zu reinigen. Die Katze hielt ein paar Sekunden still, wollte sich mir aber dann entziehen. Ich machte schnell fertig, es ging ganz gut, aber richtig gebracht hat es wohl nicht viel... Nun hat sie leider direkt wieder Angst vor mir und lief panisch davon und kahm heute abend auch nicht mehr zurück. Nun mach ich mir schon wieder Vorwürfe da ich sie zu sehr gezwungen habe. Ich kann die halt nicht zu einem TA bringen. Ich einen Transportkorb geht sie sicher nicht rein.
In dem Fall könntest du dem TA das Krankheitsbild genau beschreiben. In der Regel wird Antibiotikum eingesetzt. Ob es sich dabei tatsächlich um Katzenschnupfen oder eine normale Erkältung handelt, lässt sich so natürlich nicht feststellen. Frisst die Katze denn? Weißt du wie alt sie etwa ist?

Was wird so ein tier beim TA tun, wahrscheinlich stiften gehen und sich in einer Ecke verstecken und dann kriegt man sie nicht mehr wieder raus.
Nicht unbedingt. Durch die fremde Umgebung und vor allem die Gerüche sind manche Katzen vor lauter Angst erstarrt. Andererseits haben TÄ und die Tierarzthelfer entsprechende Erfahrungen. Falls sich ein Tier definitiv nicht anfassen lässt, können sie es auch in einen Käfig mit Schieber stecken. Die Katze wird quasi mit diesem Schieber ans Käfiggitter geklemmt und so kann der TA ihr zumindest eine Spritze verabreichen. Es hört sich zwar brutal an, aber ist für richtige Wildlinge wirklich die stressfreieste Methode.

Eine andere hat so kleine gelb-weißliche Stellen im Fell, ich denke mal Verschmutzungen/Knötchen die durch den ständigen Aufenthalt draußen entstehen oder was könnte das noch sein?
Fällt mir jetzt so nichts zu ein. Kannst du ein Foto davon machen?
Du könntest ab und zu mal etwas Lachsöl oder noch besser Nachtkerzenöl ins Futter geben.

Zu guterletzt würde mich noch interessieren ob es überhaupt ratsam ist diese Tiere anzufassen, ich mache mir Gedanken über meine Gesundheit. Man sagte mir im Tierheim durch reinen Fellkontakt kann ich mir nichts zuziehen jedoch bin ich mir einfach unsicher ob das stimmt... bei den Würmern/Flöhen/Milben die Wildlinge ja eigentlich immer haben...?
Bisher hab ich mir nach Kontakt immer gründlich die Hände gewaschen.
´
Wenn du selbst ein recht intaktes Immunsystem hast, dürfte die Hygiene ausreichen, die du bisher betreibst. U.a. gehören zu den Zoonosen: Hautpilzinfektionen, Echinokokkose (Fuchsbandwurm) und Toxoplasmose.
 
S

Smaug

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Vielen Dank für diese ausführlichen Antworten ;)

also die Katzen fressen alle gut. bei der mit dem Auge fällt nur auf das sie kein Nassfutter frißt sondern nur trockenfutter..aber kann ja auch Geschmacksache sein. Sie muss mindestens 2 Jahre alt sein. Sie kam heute auch wieder an und war auch weiter zutraulich worüber ich erstmal erleichtert war :p Das Auge sah wieder besser aus zumindest nicht so verschmiert..hatte aber wenig Zeit, muss ich demnächst nochmal genauer anschauen.

Mit Foto muss ich mal die Tage schauen ob das klappt.
 
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