Wirklich Leptospirose?

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Petischa

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Hallo zusammen,
ich hab folgendes Problem. Meine Irish-Setter Hündin ist ca. 11 Jahre alt und soweit noch recht fit für ihr Alter. Vor ca. 1 Woche hatte sie dunkelbraunen Urin und auch schon einige Zeit nicht gefressen. Der Arzt stellte auch eine vergrößerte Milz fest. Der Bluttest ergab
eine Blutarmut. Da er 3 verschiedene Krankheiten in Verdacht hatte, hat er ihr Antibiotika gespritzt und sie ein par mal an den Tropf gehängt. Seit dem ist sie auch wieder recht fit und auch die Bakterielle Untersuchung gab keinen Aufschluss auf irgendeine Erkrankung. Das Blutbild von gestern zeigte auch einen Rückgang der Blutarmut, aber die Milz ist immer noch vegrößert. Jetzt vermutet er doch eine Leptospirose (die aber bisher nicht bewiesen ist) und jetzt soll ich meine Hündin 2 Wochen lang mit Amoxiclar und Ronaxa (Antibiotika) und danch 6 Wochen mit Epato (gegen Leberschwäche) zuhauen weil das Antibiotika Leberschädigend sein soll. Was ratet ihr mir? Hat einer schonmal sowas ähnliches erlebt? Ich will nicht das mein Hund an einer Behandlung für eine evtl. Krankheit nachher an Leberschwäche oder so leidet. Ich danke euch jetzt schon für die Antworten. Liebe Grüße
 
28.01.2009
#1
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Guest

Hast du schon mal im Ratgeber nachgelesen? Velleicht hilft dir das ja weiter?
Chipi

Chipi

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Hallo Petischa,

zunächst mal - der Vollständigkeit halber - die ABs heißen Amoxiclav und Ronaxan, Wirkstoffe sind Amoxicillin (kombiniert mit Clavulansäure) und Doxycyclin. Penicilline und Tetracycline sind generell gut geeignet, um Leptospirose zu behandeln, insofern wäre die Wahl der Antibiotika wohl grundsätzlich richtig, auch wenn ich die Kombination nicht nachvollziehen kann, da von der gleichzeitigen Gabe abgeraten wird. Tetracycline wirken bakteriostatisch, behindern also das Wachstum von Keimen - Penicilline jedoch sind nur gegen wachsende Keime wirksam (bakterizide Wirkungsweise), also blockiert man durch die gleichzeitige Gabe u.U. die Wirksamkeit von Amoxicillin.

Zunächst aber muß einwandfrei geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Leptospirose handelt - das geht durch einen Bluttest. Sollte tatsächlich Leptospirose nachgewiesen werden, würde es sich je nach Krankheitsverlauf und abhängig von den Umständen (wie lebt der Hund bei euch? hat er Kontakt zu anderen Hunden? Kontakt zu Kindern/Kleinkindern?) evtl. sogar empfehlen, den Hund stationär in einer Tierklinik mit entsprechenden Quarantäneeinrichtungen behandeln zu lassen, da er ja die entsprechenden Erreger auch verstärkt ausscheidet. Das müßt ihr aber gemeinsam mit eurem TA abklären.

Ist euer Hund denn nicht entsprechend geimpft? Gerade bei Hunden ist Leptospirose keine Seltenheit, daher gibt es auch entsprechende Impfstoffe (hier aber die generelle Frage an die Hundehalter: werden alle Hunde gegen Leptospirose geimpft bzw. die Impfung empfohlen? dazu kenne ich mich mit Impfungen bei Hunden zu wenig aus, ich weiß nur aus aktuellem Anlass - Leptospirosestudie beim RKI bzgl. Rattenhaltung - daß es Impfstoffe gibt, aber nicht, wie sie in der Praxis eingesetzt werden).

Leberschäden sind bei Leptospirose immer zu befürchten, insofern ist die Gefahr ohnehin gegeben und nicht unbedingt von den Antibiotika abhängig; Tetracycline sind hinsichtlich Nierenschäden eher harmlos, und auch bei Amoxicillin ist das eine eher seltene Folgewirkung.
 
Petischa

Petischa

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Danke Chipi für die schnelle Antwort. Was mich so stutzig macht, ist das die Krankheit im Blutbild leider (noch?) NICHT nachgewiesen werden konnte. Sie wurde anonsten auch immer regelmässig geimpft, doch bei der letzten Impfung riet der TA mir zu warten, da sie zu down dafür war. Sie bekam zu der Zeit Kortison gegen Fisteln die sie am After hatte. Ich lebe mit ihr alleine, also ohne Kinder o.ä.. Kontakt zu anderen Hunden meidet sie von sich aus schon. Sie ist eher etwas übervorsichtig.
 
Chipi

Chipi

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Naja, um tatsächlich mit Sicherheit nachweisen zu können, daß es sich um Lepto handelt, müsste man eben Leptospiren (oder die entsprechenden Antikörper) nachweisen - und das geht am besten in Blut, Liquor oder (meine ich) auch im Urin, wenn man eine entsprechend große Urinprobe bekommen kann.

Mag sein, daß der Nachweis bisher fehlschlug, weil die Proben für einen Lepto-Nachweis unpassend gehandhabt wurden - hier vielleicht eine interessante Info dazu:
Der Erregernachweis ist grundsätzlich möglich, gestaltet sich aber häufig schwierig. Aufgrund der Empfindlichkeit der Erreger ist eine korrekte Probenentnahme und eine schnelle Untersuchung wichtig. Urinproben stellen das geeignetste Material dar, aufgrund der schubweisen Ausscheidung kann jedoch eine mehrmalige Probenentnahme notwendig sein. Weitaus weniger aufwendig ist der serologische Nachweis einer Leptospireninfektion. Die Interpretation der Ergebnisse ist aber auch hier ähnlich wie bei der Borreliose (siehe dort) schwierig. Der einfachste und daher am häufigsten durchgeführte Test ist der Mikroagglutinationstest zum Nachweis von Antikörpern gegen die Leptospiren-Bakterien. Dieser beginnt mit einer 1:100-Verdünnung des Serums und muss gegen verschiedene Serovare parallel durchgeführt werden. Die Serovar, gegen die der höchste Antikörpertiter gesehen wird, gilt dann mit einiger Wahrscheinlichkeit als die krankheitsauslösende Serovar. Neben dem Problem der Kreuzreaktivität zwischen den Serovaren ist hervorzuheben, daß die Antikörper, die mit diesem Test bestimmt werden, im Tier kurzlebig sind. Daher sind häufig nach einer Impfung keine Antikörper festzustellen. Ein ELISA, der Antikörper verschiedener Klassen (IgG vs. IgM) nachweisen kann, erlaubt eine sichere Abgrenzung von Impftitern und Infektionstitern. Dieser Test wird von verschiedenen Labors angeboten.
Quelle: http://www.virbac.de/1136-0-seite-7.html

Es könnte also durchaus sinnvoll sein, mehrere (Urin-)Proben zu nehmen (dann entfällt der Stress der Blutentnahme) und parallel untersuchen zu lassen.

Solange bei deinem Hund Verdacht auf Lepto besteht, solltest du aber auf jeden Fall dafür sorgen, daß er nach Möglichkeit nicht an Orte uriniert, die auch von vielen anderen Hunden besucht werden, und selber, wenn du mit Blut oder Urin in Kontakt kommst, konsequent Handschuhe tragen und die Stellen, an denen eben Blut oder Urin sein könnten, regelmäßig desinfizieren. Lepto ist auf Menschen übertragbar und bei Ausbruch meldepflichtig, also doch eine ernstzunehmende Infektion (Panik ist zwar, wie eigentlich immer, unangebracht, aber gerade in solchen Verdachtsfällen ist konsequente Vorsorge erst mal sicher nicht schädlich ;)).
 
Kompassqualle

Kompassqualle

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Eigentlich werden Hunde mit der Kombi-Impfung einmal im Jahr gegen Leptospiren geimpft. Die Impfung schützt allerdings nur gegen 2 der rund 200 Leptospirenstämme. Außerdem erfolgt die Impfung mit inaktiven Erregern und wird daher oft schlecht vertragen. Die Impfstoffe schützen nur ca 6 Monate.
Das Risiko dieser Impfungen übersteigt den Nutzen.

Eine Leptospirose Impfung schützt den Hund also nicht sicher vor einer Infektion. Viele der Leptospieren verursachen ja auch nur leichte Infektionen, die zum Teil gar nicht als solche erkannt werden.

Ein Problem ist natürlich, dass die Symptome so uneindeutig sind, deswegen bekommst du hoffentlich schnell die Ergebnisse des Bluttests, damit geklärt ist was es nun genau ist.
Vorsichtig solltest aber auf jeden Fall sein, wie Chipi schon sagte, weil Leptospirosen eben auch auf Menschen übertrag bar sind und z.B. verantwortlich sind für die Weil-Krankheit.
 
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