Dominanztraining - Übersicht

Diskutiere Dominanztraining - Übersicht im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo ihr Lieben! Das ist zwar nun in gewisser Weise ironisch, dass ausgerechnet „ich“ jetzt einen Thread diesbezüglich eröffne, allerdings ist...
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Silberfeder

Silberfeder

Registriert seit
29.02.2008
Beiträge
3.228
Reaktionen
0
Hallo ihr Lieben!

Das ist zwar nun in gewisser Weise ironisch, dass ausgerechnet „ich“ jetzt einen Thread diesbezüglich eröffne, allerdings ist es mir wichtig, dass wenn schon im Internet überwiegend auf einige Dinge (Gymnastizierung, Dominanztrainung, korrekte Bodenarbeit) gelegt wird, es dazu auch einen allumfassenden und vor allem übersichtlichen Thread gibt.
Anlass dafür ist mein beständiges Bestreben nach mehr Informationen und die Unlust, in 560.000 Foren 1.657.323 Beiträge zu lesen, wovon vllt. 200-300 nützlich sind :)
Mir fiel auf, dass es kaum Seiten gibt, wo Dominanzübungen vernünftig erklärt werden (geschweige denn anderes), sondern lediglich posaunt wird „Ihr habt ein Dominanzproblem – Mach Dominanztraining!“.

Aus diesem Grunde mein Appell an unsere Reitergemeinschaft:
Bitte stellt „eure“ Art und Weise des Dominanztrainings vor!
Ich möchte hier definitiv keine Einzeiler sehen, sondern vernünftig formulierte Texte, mit Absätzen, Satzzeichen und ein gewisses Maß an Übersichtlichkeit.
Erklärt genau, was Ihr macht.
Erklärt, warum Ihr das macht (Psychologischer Hintergrund beim Pferd).
Was sollte die korrekte Reaktion des Pferdes sein?
Wenn es nicht klappt: Was sind die häufigsten Fehler (beim Longieren z.B. vor die Schulter des Pferdes treten)?
Evtl. auch kurz beschreiben, welche Utensilien man braucht!

Das aller letzte was ich hier erfahren möchte, sind Hinweise auf Bücher etc.
Auch keine Verlinkungen zu Seiten.
Wenn das schon notwendig ist, zitiert die Seite und verlinkt Sie.
Wichtig finde ich es, dass hier ausführlich gesammelt wird und es einen entsprechenden Frage-Thread zu den Übungen gibt, damit dieser Thread hier ein reiner Info-Thread bleibt.

Mir ist die gesamte Thematik um Dominanztraining sehr wichtig, denn nur sehr sehr wenige Personen nehmen sich die Zeit, dies mit dem Pferd zu tun, und wenn Sie es tun wollen, sollten Sie auf einen Blick Sehen was Top und was ein No-Go ist, oder?

Ich hoffe, ich kann hier gerade von Lilly, Burani und Ronja einen sehr schönen ausführlichen Beitrag erwarten!

Liebe Grüße
Eure Feder

PS: Man kann ja auch wunderbar in Word vorschreiben, abspeichern, erweitern, und erst dann posten, wenn man fertig ist ;)
Ich zähle auf Euch!

PPS: Könnte das ein Mod dann evtl. pinnen?

PPPS: Wenn das mit dem Dominanztraining klappt, kann man sich ja überlegen, ob man dasselbe nicht zur Gymnastizierung macht :)
 
02.03.2009
#1
A

Anzeige

Guest

Hast du schon mal einen Blick in Pferde verstehen geworfen? Mit Achtung und Respekt Vertrauen zu deinem Pferd herzustellen, kann dir vielleicht helfen.
Elly

Elly

Registriert seit
09.04.2008
Beiträge
2.197
Reaktionen
0
Off-Topic
guter Thread Feder, sowas in der Art soll ja auch in unser Wiki(!)
Ich wollte eigentlich einen Beitrag dazu schreiben...
Ich warte noch ab, was ihr noch alles dazu beisteuert....


Habe gerade nicht viel Zeit, deshalb hier & jetzt erst mal zwei Unterthemen von mir:
(Das ist alles viel zu komplex um es "kurz" zu fassen ;) )

Was brauche ich zur Bodenarbeit?

In den verschiedenen Reitweisen werden verschiedene "Hilsmittel" (bevorzugt) benutzt.
Hier sind die Grundhilfsmittel aufgeführt.

Klassisch

Beim klassischen Reiten verwendet man meist einen Kappzaum oder auch eine Trense in Verbindung mit einer langen Dressurgerte.
Keine Longe! Wenn wir von Bodenarbeit sprechen, verstehen wir darunter kein longieren. (Sinn der Bodenarbeit ist es, dass Pferd auch im Kopf zu fördern, was bei einem stur im Kreis laufendem Pferd nicht der Fall ist.)

Auf "western" Art

Beim Freitzeit- Westernreiten bevorzugt man meist ein 3,7 Meter langes Seil, welches aus Yachtleinen besteht und dadurch eine gewissen Eigendynamik hat, das ist wichtig für die spätere Kommunikation über das Seil.
Dazu verwendet man ein Knotenhalfter, welches die Schwingungen des Seils unverfälscht weitergeben kann. Das Knotenhalfter sollte nie benutzt werden um seinem Pferd, durch die vermeintliche "Schärfe" der Bänder, Schmerzen zu bereiten.

Zudem benutzt man einen Stick (Carrot-Stick). Dieser besteht aus Fiberglas, welches besonders leicht , aber zudem auch stabil ist. Das ist wichtig damit sich der Stick anders wie bei der Dressurgerte nicht verbiegen kann. An dem Stick kann man einen String befestigen.

---------------------------------------------

Ziel dieser Hilfsmittel ist die reibungslose Kommunikation zwischen Reiter und Pferd. Später sollte darauf aufgebaut werden immer weniger & weniger deutlich mit diesen Hilfsmitteln zu arbeiten, sodass später gar keine Hilfsmittel mehr nötig sind.

Der Stick bzw. die Gerte sollte IMMER als Verlängerung der Hand bzw. des Armes gesehen werden. Nie als Schlagstock. Das Pferd muss das gleiche Vertrauen in den Stick bzw. in die Gerte haben wie in die Reiterhand.

Das Seil benutzten wir, um schneller als das Pferd zu sein.
Ein Mensch wird nie schneller laufen können als ein Pferd, deshlab müssen wir uns durch das Seil & den Stick dem Pferd ebenbürtig machen, um mit ihm "reden" zu können wie von Pferd zu Pferd.
Mit dem Stick haben wir die Möglichkeit immer größer als das Pferd zu sein & durch das Seil können wir einem laufendem Pferd durch Impulse klar machen, dass wir "vor" ihm sind.

Wer eine Trense verwenden möchte muss sich in jeder Sekunde klar sein, dass er auch vom Boden aus die gleiche Krafteinwirkung auf das Pferdemaul hat wie vom Sattel.
Ich persönlich würde am Anfang dringend von einer Trense abraten.
Später kann sie durchaus hilfreich sein, sollte aber stets in erfahrene Hände und nur in Verbindung mit ruhigen, angelernten Pferden verwendet werden.



Sinn der Bodenarbeit
(wobei ich Dominanztraining nicht das richtige Wort finde)

Sinn der Bodenarbeit sollte immer sein:

1. Sicherheit durch Kontrolle.
Denn nur wenn ich mein Pferd kontrollieren kann, habe ich Sicherheit.---> Und darauf kann ich aufbauen.

2. Respekt & Vertrauen
Darauf baut jede Beziehung auf. Ein Pferd vertraut nur durch Respekt. Das Pferd vertraut seinem Leittier, also sollte auch der Mensch immer der Chef sein.

3. Vorbereitung auf das Reiten. Übungen werden immer erst vom Boden aus gelernt.



(so das war´s für´s erste von mir.)

LG
 
Zuletzt bearbeitet:
B

Brillenschlange

Registriert seit
09.11.2008
Beiträge
7.893
Reaktionen
0
Hallo!

So, ich zitiere mich am besten mal selbst, in meiner derzeiten Verfassung (bin krank) kann ich mich wahrscheinlich nicht so schön ausdrücken.

Aus einem älteren Thread (ich spreche den Reiter direkt an):

Also, unter Dominanztraining verstehe ich zwar auch normale Bodenarbeit, allerdings musst du deinem Pferd nun verstärkt zeigen, wer der Ranghöhere ist.

Das fängt bereits beim Führen an - du führst von der Seite, richtig?
Normalerweise ist es in der Herde so, dass der Rangniedrigere hinter dem Ranghöheren hergeht - also sollte dein Pferd auch hinter dir gehen.
Lass das Pferd nun hinter dir gehen, bleibe zwischendurch stehen und achte darauf, dass er beinahe zeitgleich mit stehen bleibt und sich natürlich auch sonst deinem - in dem Moment Ranghöheren - Tempo anpasst.

Oder wir nehmen das Rückwärtsrichten:
Dabei muss dein Pferd dir völlig vertrauen, da dies eine Unterwürfigkeitsgeste ist - außerdem musst du Acht darauf geben, dass nichts hinter dem Pferd liegt, steht etc., da sonst das aufgebaute Vertrauen wieder futsch ist.

Das Pferd ist ein Fluchttier, d.h. in seinem Innersten wird es es versuchen, alles, was eine Gefahr darstellt, durch Flucht auszuweichen - und zwar immer nach vorn (deshalb übrigens auch das Durchgehen).
Versucht man nun, sein Pferd rückwärts zu "zwingen", lässt man es gegen den Instinkt handeln, also die Anforderung des Ranghöheren gegen die Instinkte ausühren.

Außerdem hängt das Rückwärtsrichten auch mit dem Kleben indirekt zusammen:
Die Herde ist sicher, also fühlt sich das Pferd dort wohl.
Deshalb ist es viel schwieriger - und dominanter -, sein Pferd von der Herde wegzuholen.
Das Pferd unterdrückt auch hier die eigenen Interessen zugunsten des Ranghöheren - also zugunsten von dir [dem Reiter].


Das Wichtigste dabei ist Konsequenz! Sei konsequent, auch wenn du dein Pferd noch so sehr liebst - sonst bringst du dich letztendlich leider selbst in Gefahr.

Dort habe ich zwei Übungen des Dominaztrainings näher erläutert (und für diesen Thread zusammengefügt und abgeändert).

Gerne werde ich zu einem späteren Zeitpunkt weitere Dinge erläutern, wenn dies gewünscht wird.

LG
 
ShiGi

ShiGi

Registriert seit
18.02.2008
Beiträge
5.719
Reaktionen
18
Ich finde den Begriff "Dominanztraining" recht irreführend (mal ganz abgesehen davon, dass das Wort "Dominanz" m.E. sehr nach Unterdrückung klingt).
Man kann nicht erwarten, dass das Pferd Respekt vor einem hat, weil man einmal pro Woche Bodenarbeit/Dominanztraining macht.

Respekt muss man in rund um die Uhr verlangen, wenn man mit dem Pferd arbeitet. Kein Training bringt etwas, wenn das Pferd beim Führen, am Putzplatz usw. macht, was es will.
Deshalb muss man immer verlangen, dass es nicht überholt, beim Putzen nicht herumhampelt, stehen bleibt, wenn man den Befehl gibt (und zwar wirklich stehen. Pferde sind Künstler darin, den höheren Rang des Menschens zu untergraben, ohne dass diese es überhaupt merken, indem sie z.B. einen Huf immer nur zentimeterweise vorschieben), nicht in den Taschen rumwühlt und nach Leckerlis bettelt, ...

Deshalb ist Dominanztraining/Bodenarbeit für mich nur eine Unterstützung für den Vertrauens- und Respektsaubau, reicht aber alleine nicht aus.


Übungen sind z.B. das Rückwärts gehen und das seitwärts Wegweichen vom Menschen. Oder auch einfache Dinge wie Führen und das Pferd wieder stehen lassen.
Man kann Dominanztraining auch in den Alltag einbauen, indem man z.B. am Putzplatz nicht um das Pferd herum läuft, sondern es auf die Seite gehen lässt, oder es nicht einfach auf die Koppel führt, sondern zwischendurch testet, ob es auch stehen bleibt, wenn der Mensch stehen bleibt.

Das Ziel sollte - wie auch beim Reiten - immer ein gehorsames Pferd sein, das sich mit möglichst geringen Hilfen (idealerweise auch freilaufend) lenken lässt und dem Menschen genauso vertraut wie einem ranghohem Pferd.
 
Elly

Elly

Registriert seit
09.04.2008
Beiträge
2.197
Reaktionen
0
Das ist natürlich die Vorraussetzung, ShiGi.
Es bringt nichts, wenn ich bei er Bodenarbeit einen auf Chef mache und mein Pferd mich trotzdem in der Box ansteigt. (mal übertrieben...)

Trotzdem ist die Bodenabreit wichtig.
In der Bodenarbeit wird der Grundstein für Respekt & Vertrauen gelegt, im weitern Umgang sollte man immer wieder ein paar Übungen einbauen. Z.B rückwärtsrichten wenn das Pferd in die Box stürmen will ect.

Am Ende soll es eine "Freundschaft" sein. Keine Unterdrückung. Das Pferd muss es freiwillig machen, und spätestens wenn man ohne Seil arbeitet sieht man auch, ob das Pferd einem wirklich vertraut.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Thema:

Dominanztraining - Übersicht