Was tun gegen Katzenunverträglichkeit?

Diskutiere Was tun gegen Katzenunverträglichkeit? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo Ihr, gibt es eine Möglichkeit, eine fast dreijährige Herdenschutzhundhündin an Katzen zu gewöhnen? Wenn ja, wie stellt man das an...
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Samson

Samson

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Hallo Ihr,

gibt es eine Möglichkeit, eine fast dreijährige Herdenschutzhundhündin an Katzen zu gewöhnen? Wenn ja, wie stellt man das an?

Hintergrund:
Wir haben seit einiger Zeit neue und sehr verständnisvolle Nachbarn mit 4 Katzen, die auch unsere Hunde sehr gern mögen. Unsere Hündin kann von jeher Katzen nicht besonders gut leiden, obwohl sie von einer Hundezüchterin stammt, die etliche Katzen hatte und deren Hunde auch alle gut mit den Katzen klar kommen (man toleriert sich). Die Katzen haben den
Welpen aber gern mal das Futter weggefressen, was vielleicht ein Grund sein könnte, da unsere Hündin etwas zu Futterneid neigt.
Wir haben unsere Hündin mit 8 Wochen zu uns geholt, danach hatte sie erstmal sehr wenig Katzenkontakt (haben wir versäumt zu üben, da wir auch keine Gelegenheit und Veranlassung hatten - dummer Fehler :uups:). Die paar Mal, die sie mit Katzen in Berührung kam, war sie sehr brav (war aber nie in ihrem Revier). Dann kam unsere Hündin in die Pubertät, der Schutzinstinkt baute sich aus und danach war es generell aus mit der Katzenverträglichkeit, obwohl es nie einen direkten Zwischenfall gab. Unsere Hündin hat einen sehr starken Schutztrieb und leider auch Jagdinstinkt. Katzen (und auch andere Kleintiere) in der Nähe der von ihr als Revier angesehenen Flächen toleriert sie seitdem gar nicht. Eine der Katzen unserer Nachbarn hat sich deswegen schon mal eine blutige Pfote geholt, da sie sich fälschlicherweise auf unser Grundstück traute. Einen Marder hat sie auf unserem Grundstück ebenfalls schon mal erwischt. Wenn wir dabei sind, lässt sie sich sehr gut abrufen, so dass nix passiert, aber man ist ja nicht immer bei dem Hund...

Kann man da noch irgendetwas tun? Hab Angst, dass sie irgendwann mal ernsthaft eine Katze erwischt, die sich auf unser Grundstück verirrt :|. Die alten Katzen der Nachbarn wissen, dass mit unserer Hündin nicht gut Kirschen essen ist, aber die beiden Kleinen machen mir ernsthaft Sorgen.

Wäre für ein paar Tipps sehr dankbar.

Grüße,
Samson
 
24.03.2009
#1
A

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Guest

Hast du schon mal die Tipps vom Hundeflüsterer gelesen? Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem!?
P

Pelle

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Hallo Samson!

Du hast ja natürlich auch den extremsten Fall unter den Hunden ausgewählt.. Herdenschutzhunde und Erziehung :cool:

Ist natürlich eine kniffelige Situation, aber auf Dauer muss da was gemacht werden... Aber trainieren kannst du ja so eine Situation nicht, denn du sagst ja, dass sie sich gut abrufen lässt wenn du dabei bist.

Aber hast du es mal mit Clicker probiert? Bewusst eine Konfrontation herausfordern in dem du mit ihr an Katzen vorbeispazierst und sobald sie von der Katze ablässt und dich ansieht, Bestätigung. Natürlich kann man das am Anfang von weitem probieren und angeleint, so dass für die Katzen keinerlei Gefahr besteht.

Oder du müsstest dein Grundstück Katzenfrei halten. Nur so einfach wie man es hier sagt ist es nicht ;)

Bin gespannt wie du das anstellen willst.. :cool:

LG Pelle
 
Samson

Samson

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Dank Dir Pelle,

so schlimm finde ich das mit der Erziehung nicht, haben sehr viel gelesen über diese Hunde und dann war es eigentlich ganz einfach --- gut, man braucht vielleicht mehr Nerven als bei einem Goldi (meine Schwester hatte einen), aber eigentlich sind wir superzufrieden über unsere Hündin, die von den Katzen, anderen Kleintieren und manchen Hündinnen mal abgesehen ein echter Engel und verlässlich ist.

Mit "Clicker" habe ich bisher überhaupt keine Erfahrung gesammelt. Allerdings lobe ich die Hündin immer, wenn sie zum Beispiel vom Grundstück aus eine Katze anbellt, ich sie abrufen kann und sie dann bei mir Sitz macht und ruhig ist - dann gibts ausführliches Lob. Wenn sie allerdings zwar zu mir kommt, ich will sie loben, aber sie fängt wieder an zu bellen (was auch vorkommt, je nach Katze - manche mag sie besonders ungern und zwar die, die immer dreist auf der Straße sitzen bleiben und sich putzen, wenn sie zum Zaun prescht --- halt typisch Katze), dann gibt es kein Lob mehr, im Zweifelsfall wende ich mich gespielt ärgerlich ab, worauf die Hündin dann sofort ruhig ist und versucht sich einzuschleimen.
Treffen wir auf der Wiese eine Katze, dann funktioniert gleich zu Beginn ein deutliches "Nein" und sie lässt sich ganz ruhig vorbeiführen. Lobe sie danach auch immer sehr ausführlich. Meine Sorge ist aber immer, wenn wir mal ohne Leine laufen und ich die Katze nicht vor meinem Hund sehe oder sich eine Katze auf unserem Grundstück dumm anstellt, so dass die Hündin schneller ist, als ich sie abrufen kann oder was passiert, wenn ich gar nicht in der Nähe bin.

Wo ist der Unterschied zur Bestätigung durch einen "Clicker"? Was macht die Faszination "Clicker" aus? Hab schon viel darüber gehört, aber es immer noch nicht wirklich verstanden. Vielleicht würde das ja weiterhelfen. Kennst Du Dich damit aus?

Gibt es denn nicht doch eine Möglichkeit, dass sie Katzen vielleicht mögen lernt? Meine Eltern hatten mal einen Kleinhund, der hat sich auch an eine katze gewöhnt, aber da waren die Größenverhältnisse auch etwas ausgeglichener und fragen kann ich meine Eltern leiter auch nicht mehr, wie sie das damals hinbekommen haben.

Grüße,
Samson
 
P

Pelle

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Rehi Samson!

Faszination Clicker... also faszinierend daran ist halt nur, dass der Clicker ein gleich bleibendes Belohnungssignal ist, was nicht in der Art und Tonlage, wie zb unsere Stimme, variiert. Ähnlich wie zb eine Hundepfeife. Bei ihr klingt der Ton immer gleich. Unsere Stimme verändert sich, je nach dem ob wir gut gelaunt, schlecht drauf, heiser usw sind.

Hinzu kommt, dass der Clicker wirklich punktgenau, wie ein Fotoapparat der punktuell genau eine Bildaufnahme macht, eingesetzt werden kann und damit genauer gelobt werden kann.

Natürlich muss der Clicker konditioniert werden, wie alle anderen Trainingsmittel (Hundepfeife & Co.) auch. Dazu nimmt man erst den Clicker in die Hand und immer wenn der Hund einen ansieht, click - Leckerchen. So dass der Hund erkennt, kommt der Click, krieg ich was. Das wäre dann die Konditionierung, macht man meist nur über 2-3 Tage, dann fangen die Hunde meist schon an, für den Clicker was anzubieten.

Wenn man jetzt deine Situation einmal nimmt

Wenn sie allerdings zwar zu mir kommt, ich will sie loben, aber sie fängt wieder an zu bellen (was auch vorkommt, je nach Katze - manche mag sie besonders ungern und zwar die, die immer dreist auf der Straße sitzen bleiben und sich putzen, wenn sie zum Zaun prescht --- halt typisch Katze), dann gibt es kein Lob mehr, im Zweifelsfall wende ich mich gespielt ärgerlich ab, worauf die Hündin dann sofort ruhig ist und versucht sich einzuschleimen.
könntest du quasi schon das Herankommen deiner Hündin punktgenau belohnen / beclickern, statt warten zu müssen, bis sie bei dir ist um sich dann nochmal postwendend umzudrehen und der Katze noch hinterherzustänkern ;)

Vielleicht könntest du auch noch die Alternative der doppeltönigen Hundepfeife in Erwägung ziehen. Das wäre allerdings eine harte Nuss für dich, denn Herdis haben nunmal ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Sinn für die angemessene Reaktion in einer bestimmten Situation.
Aber ich erklärs dir trotzdem mal:
Doppelton deshalb, ein Ton für Herankommen, ein Trill zb. für sofortiges Stoppen und Hinlegen. Klappt bei arbeitsfreudigen Tieren hervorragend, weiß aber nicht ob es bei dir allzu leicht umzusetzen ist. Falls so was doch für dich interessant wäre, auch in Anbetracht dessen dass du wieder nicht deine eigene Stimme (weil verärgert über Katzenangriff ;)) sondern die neutrale Stimme der Pfeife einsetzen kannst, helfe ich dir gern und schreib dir ein paar Tricks und Kniffe. Will es aber jetzt nicht unnütz hinunterleihern ;)

Nochmal kurz zum Clicker. Manche benutzen ihn für die komplette Ausbildung des Hundes. Davon halte ich allerdings nichts. Ich benutze den Clicker auch hin und wieder, wenn ich bei meinem sonst nicht weiter komme (mit Otto-Normal-Lob wie Balli, verbales Lob etc). Im Moment brauche ich ihn zum Apportieren, eher zum Festhalten der Beute. Apportierten tut er gern, er spuckts nur aus wenn er wieder bei mir ist. Das Halten kann man super mit Clicker üben. Nur so als Beispiel :cool:

Ich hoffe meine Tips bringen die etwas weiter. Eine andere Möglichkeit der Desensibilisierung erschließen sich für mich im Moment leider nicht, ich höre mich aber gern für dich um.

LG Pelle
 
Samson

Samson

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Hi Pelle,

ich danke Dir. Werds mal mit dem Clicker probieren. Gibts ja im Zoohandel, oder?

Das mit der Hundepfeife kann ich, da bin ich mir fast 100% sicher, vergessen. Diesen Gehorsam werde ich bei unserer Dame nicht hinbekommen. Da hat die nach ein paar Minuten schon keinen Bock mehr und dann hilft auch kein gut zureden, wenn sie nicht will, dann will sie nicht...:roll: Ich bin sowieso schon begeistert, wie gut sie eigentlich hört. Wir kommen in allem eigentlich super zurecht, aber das wäre dann doch zuviel verlangt...:cool: Hab ja auch schon mal Agility versucht - total peinlicher Reinfall, mein Hund fand das im Gegensatz zu allen anderen Hunden auf dem Platz unsinnig und hat das auch ziemlich deutlich gezeigt, indem sie gnädig einiges mitgemacht hat, aber deutlich verständnislos und total unlustig lahm. So reagiert sie immer, wenn ich was für sie Blödes versuche, sie macht zwar mit, mir zuliebe, aber wirklich auf eine Art...:uups:

Ich danke schon mal ganz herzlich!!!!!

Und wenn du was herausbekommst, wie man Hund und Katze doch noch aneinander gewöhnen kann, dann her damit!!!!

Grüße,
Samson
 
P

Pelle

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Ach Samson,

ich musste gerade herzlich lachen. Ich kann es mir bildlich vorstellen wie du dich auf dem Hundeplatz mit deiner Dame zum... öhm... Affen gemacht hast? Agility mit einem Herdi, auf den Gedanken muss man erstmal kommen, wirklich gut :cool:

Spaß beiseite, dass das mit der Pfeife nix is hab ich mir schon gedacht, deshalb hab ich nur die Kurzfassung getippt. Dafür braucht es schon ein wenig mehr Gehorsamswillen.

Den Clicker bekommst du in jedem sortierten Zoofachhandel für ein paar Euro. Ist nicht teuer. Bin ja mal gespannt ob deine Süße das ganze annimmt oder als Schwachsinn abtut und auf Durchzug schaltet ;)

Wenn mir noch was einfällt oder mir was zu Ohren kommt werde ich dich informieren.

LG Pelle
 
Samson

Samson

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Glaub ich, dass Du gelacht hast. Ich hab mich vor Ort auch zu Tode geschämt und kam mir sowas von dämlich vor....;). Muss dazu sagen, dass die Agility-Übung auch während des Junghundetreffs von der Hundeschule organisiert wurde, ich also schon so schlau war, nicht extra Agility mit unserem HSH machen zu wollen. Wurde also überrumpelt udn konnt mich nicht wehren...:shock:. Naja geschadet hats ja nicht.

Andererseits sollte man HSH auch nie unterschätzen. Eine Hündin unserer Züchterin arbeitet z. B. vorzüglich als Blindenführhund. Und unsere Hundedame selbst hat eine Vorliebe fürs Ballspiel. Gut, sie apportiert nicht richtig wie ein Apportierhund, aber sie holt die Bälle und spukt sie einem vor die Füße, so dass man wieder werfen soll... Laut unsrerer Züchterin macht das auch kein anderer ihrer Hunde.

Grüße,
Samson


---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Samson schrieb nach 1 Minute und 46 Sekunden:

Da ich ab morgen eine Woche verreise, nicht wundern, wenn ich mich nicht melde. Falls Du nochwas Hilfreiches findest, immer her damit.
 
Zuletzt bearbeitet:
P

Pelle

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Guten Morgen,

na klar, halt die Ohren und Augen offen ;)

Viel Spaß im Urlaub!

LG Pelle
 
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Was tun gegen Katzenunverträglichkeit?

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