Hat er Tatsächlich Angst oder testet er seine Grenzen aus?

Diskutiere Hat er Tatsächlich Angst oder testet er seine Grenzen aus? im Pferde Verhalten Forum im Bereich Pferde Forum; Huhu ihr Lieben, Ich suche jetzt mal euren Rat, denn es kann nicht so weitergehen. Ich habe eine Reitbeteiligung. Und mann kann mit bestem...
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Bijou

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Huhu ihr Lieben,

Ich suche jetzt mal euren Rat, denn es kann nicht so weitergehen.

Ich habe eine Reitbeteiligung. Und mann kann mit bestem gewissen behaupten das er ein RiesenBaby ist. Obwohl er schon 18 oder 19 ist, benimmt er sich wie ein junges Pferdchen. Hinzu kommt das er eigentlich NICHT der kleinste ist.

Ich fange jetzt einfach mal ganz vorne an und hoffe es wird kein Roman.
Vor 6 Jahren hat unsere Nachbarin ihr langjähriges Traumpferd aus dem Urlaub mitgebracht. Den Wigo. Zu diesem Zeitpunkt war er ein super(!) Dressurpferd, hatte ein wenig Sprungerfahrung gesammelt und war (und das ist der Punkt) ein geniales Geländepferd.
Wigo wurde von ihr gehätschelt und getätschelt. da wir hier aber nur einen winzigen Platz haben (nach 3 Sprüngen hat er die Lange seite hinter sich gelassen), fährt sie einmal(!!!) die
Woche mit ihm auf einen Hof und nimmt eine Reitstunde. Ausreiten tut sie eigentlich nie. Sie hat nie Zeit etc .Alles ausreden.
Als ihr dann iwann mal aufgefallen ist, das der Knabe mehr bewegung braucht, kam ich ins Spiel.
Ich bin früher immer ihr Pony geritten. Sie kam also auf die Idee das ich mit Wigo ausreiten könnte.
Und da fings an.
Mittlerweile war Wigo schon 2 Jahre hier und solange war er nicht im Gelände.
Als ich dann mit einer Freundin ausgeritten bin, hab ich mich echt gewundert.
Von wegen super Geländepferd.
Er hat sich nicht getraut an der Spitze zu gehen. Und wenn es mal passiert ist im Trab oder Galopp das er vorne war gabs nh Vollbremsung. Nicht sooo schön für alle beteiligten.
An dem Zustand hat sich bis heute nichts geändert.
Er hat vor allem Angst . denn Bäume und Büsche können anscheinend reden.
Andauernd gibts vollbremsungen. Wenn er Angst hat, rennt er auch schonmal km weit rückwärts, auch rückwärts galloppieren ist kein Problem.

Er hat auch ein Problem mit einem bestimmten Bach. Eigentlich mag er Wasser, aber an diesem Bach traut er sich nur Rückwärts rüber.
Sowas andauernd.
Jetzt bin ich mir nicht so sicher ob er vllt tatsächlich angst hat, oder ob er mich testen will.

Gestern war ich ziemlich verzweifelt. Habe dann um über den bach zu gehen mit meiner Freundin Pferde getauscht. Denn ich dachte wenn sie unbefangen versucht mit ihm rüber zu gehen dann klappts. Hat es leider nicht.
ABER - es gab einen lichtblick.
Meine Freundin hatte sporen an, und das hat ihn wohl sehr beeindruckt, Obwohl sie extrem vorsichtig damit war.
Als ich wieder auf ihm saß konnte er plötzlich vorne gehen, und auch vorne galloppieren(!). Zwar hat er manchmal gezuckt (so nach dem Motto: Gleich halte ich an) aber er ist immer weiter ohne vollbremsung.

Hoffe sowas festigt sich bei ihm.
Denn ansonsten ist er einfach der beste. Ganz eigentlich ist er sogar artig.
Das Problem ist auch, das ich die ganze Wintersaison nie reite, wegen dem Wetter. Außerdem ist reiten für mich mittlerweile nur noch ein hobby, wofür ich sehr selten zeit finde =( leider.

Vielleicht sollte ich noch dazusagen, das ich eig nicht pfimpschig(???) bin. Ich lasse mich nicht verarschen von einem Pferd, aber ich bin mir beim Wigo einfach nicht sicher obs nur Show ist.

So erstmal ein dickes sorry, denn es ist doch ein Roman geworden.
Aber es lag mir schon lange auf dem Herzen.

Lg
vllt habt ihr ja erfahrungen mit sowas

Sonja
 
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17.04.2009
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Guest

Hast du schon mal einen Blick in Pferde verstehen geworfen? Mit Achtung und Respekt Vertrauen zu deinem Pferd herzustellen, kann dir vielleicht helfen.
Ronja11

Ronja11

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Es ist für ihn, als wäre er ein junges Pferd und käme das erste mal ins Gelände. Er scheint sehr unsicher zu sein. Aber mit Konsequenz weiter ausreiten, ihn nicht bedauern. Nur durch regelmäßiges Gelände gehen mit erfahrenen Begleitpferden, wird er sicherer werden.
 
Bijou

Bijou

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Danke für die Antwort :)
Ich reite ihn ja nun schon seid 2 oder 3 Jahren im gelände. Es ist halt jedes Frühjahr oder jeden Sommer wieder für ihn total neu, zumindest scheint es so. Man muss bei 0 anfangen.
Aber über den Sommer mekrt man dann schon eine besserung.

Aber ich kenne es von ängstlichen Pferden eigentlich nicht das sie lieber rückwärts als vorwärts gehen.
Ich nehme nochmal das Beispiel mit dem Bach.
Vorwärts bekommt man ihn partout nicht drüber, und das wasser ist vllt 6cm tief=p, eigentlich nur ein rinnsal. Da geht er nur rüber wenn man ihn rückwärts richtet. Diese Reaktion finde ich komisch.
Zumal wenn wir immer sommer an die Dhünn reiten (eine Art kleiner Fluss) dann geht er rein und planscht und hat spaß.

Ich reite auch immer mit dem gleichen Pferd zusammen aus, das ist schon ein erfahrenes und sicheres Pferd (meistens;). Dieses Pferd ist aber auch Herdenoberhaupt.
Könnte es sein das er aus diesem Grund nicht vorbei will?
manchmal wenn man ihn soweit hat das er vorne geht, dann hat er auch spaß. und WILL auch laufen.
Er ist schon sehr komisch, aber ohne macken wärs auch langweilig...
 
L.auR.a

L.auR.a

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Ui. Das ist schwer.
Reitest du ihn mit Gerte ?
Vielleicht hat er was dagegen.
Versuchs doch mal mit ganz stumpfen, kurzen Sporen, immerhin gings ja damit besser.
Setz sie nur ein wenn er nicht weiter läuft.
Du kannst ihn doch auch mal im Gelände führen.
Er ist bestimmt einfach seeeehr unsicher nach den 2 Jahren ohne sonderliche Arbeit.
Wie von Ronja schon gesagt wurde.
So wie du es beschrieben hast, denke ich nicht das er austestet.
Ich mein, welches Pferd geht rückwärts über einen Bach einfach nur aus Fun ?
Vllt hat er eine kleine Verhaltensstörung, weil er plötzlich nicht mehr so gehalten wird wie früher... Boxen- und Weidenverhältnisse.
Du kannst ja mal ein bisschen rechaschieren bei der Besiterin.

Viel Glück ^^


---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

L.auR.a schrieb nach 4 Minuten und 12 Sekunden:

Hö ?
Du reitest ihn jetzt schon seit 2-3 Jahren im Gelände ?
Warum hast du denn dann jetzt erst nachgefragt ?
Dachte das Problem wäre aktueller :D
 
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Bijou

Bijou

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Ja ich reite ihn mit Gerte, und das mag er auch wirklich nicht soo gerne, aber ich hab halt keine sporen, wollte mir aber mal welche leihen uns es ausprobieren.
Wenn seine Besitzerin in einmal in der woche in der reitstunde reitet, dann reitet sie mit sporen und gerte.
Wenn sie mal mit ihm ausreitet (ist vllt 5 mal vorgekommen in 6jahren) dann behauotet sie immer er sei lammfromm. Aber sie setzt sich auch nicht durch, ich denke sie hat angst vor ihm und auch sdavor sich einzugestehen das sie vllt nur theoretisch gut reiten kann. Denn sie hat immer viele kluge Sprüche parat ...najaaa

Nochmal zum Bach. Mittlerweile ist er sogar soweit, das wenn ich rückwärts zum Bach stelle, dann rennt er alleine rüber. Rückwärts kann er manchmal eh schneller als vorwärts =P.
Er hat aber auch iimmer sehr große Angst den anschluss zu verlieren. Deswegen mache ich schon immer solche übungen, das ich mal stehn bleibe und warte. Dann im schritt oder Trab aufshcließe. durchparriere. So klappt das eigentlich immer ganz gut. Und er ist aufmerksamer.
Das ist mir nämlich aufgefallen. Je mehr man mit ihm im Gelände olche Dinge macht, und je aufmerksamer er ist, desto mutiger ist er auch.


---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

Bijou schrieb nach 1 Minute und 19 Sekunden:

ja ich reite ihn schön länger im Gelände, aber ich hab dieses tolle forum erst vor ein paar wochen gefunden =D...

Aber was meinst du denn mit recherchieren, also was soll ich recherchieren bei der bestizerin?
 
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SoylentGreen

SoylentGreen

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Hui das ist ja mal ein Fall für mich als jemand, der Jahre lang mit einem ängstlichen Pferd zusammengearbeitet hat.

Da dein Pferd regelmäßig eine laaaange Pause hat was das Ausreiten angeht, kann man verstehen, dass er da nicht super relaxed im Wald herumstiefelt. Wie wärs, wenn du auch mal mit ihm spazieren gehst ? Wenn du neben deinem Pferd stehst, hat es dich besser im Auge und kann sich besser "an dich heften", wenn es Angst bekommt. Viele Pferde sind ruhiger, wenn der Reiter neben ihnen läuft und lassen sich auch viel besser davon überzeugen einer Gefahr entgegen zutreten.

Ich denke auch, dass deinem Großem vielleicht das nötige Vertrauen zu dir fehlt. Du sagst du reitest ihn nur selten, bist du dann auch selten bei ihm ? Du kannst von deinem Pferd nicht erwarten sich 100% deinem Willen hinzugeben, wenn es dich eigentlich gar nicht richtig kennt. Meine Schwester ist mein Pony auch jahrelang geritten, doch heute wo sie ihn nur unregelmäßig und selten reitet, würde er sich von ihr niemals dazu überreden lassen sich einer Gefahr zu stellen - das Vertrauen fehlt.
Sag mir, wenn ich da falsch liege ;)
Konsequent bist du denke ich mal schon, hört sich ja zumindestens so an, daran kanns also denke ich nicht liegen.

Übrigens: Warum lässt du dein Pferd nicht einfach hinter dem anderen gehen ? Ist sicherer für alle Beteiligten und dein Pferd fühlt sich wohler und kann sich entspannen. Man kann beide Pferde übrigens auch nebeneinander laufen lassen (wenn denn keiner von beiden tritt), meinem hilft das wirklich sehr.
 
Bijou

Bijou

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huhu..
Danke für den Tip.
Also das mit dem Tertrauen kan natürlich auf alle fälle zutreffen. Ich seh ihn auch wirklich nicht so oft weil ich wenig zeit habe.
trotzdem hat er mehr Vertrauen zu mir als zu jemand sonst. Seine Besitzerin,..nein da fang ich jetzt besser nicht mit an...
Mit ihm spazieren gehen das habe ich auch schon gemacht. das klappt ganz gut. Da hat er auch wenig angst.
Über den bach geht er aber selbst dann nicht.
Ich denke dsa ist bei ihm sooo fest drin das er da nur rückwärts rüber geht, das ers nicht ändert.
Das mit dem hinterhergehn das widerstrebt mir einfach. Ich will auf keinen fall immer vorne gehen, reite auch gerne nebenher, aber es strt mich das er da so einen mist macht.
Nebenher geht er auch nur manchmal. Dann bleibt er stehn zns rennt rückwärts wenner mekrt das ich neben den nando will.
Und wenn ich ihm dann die gerte spüren laasse oder anfange stärker zu treiben dann hüpft er vorne und hinten hoch oder rennt noch weiter rückwärts. Das passiert übrigens auch wenn ich einfach nur normal hinterhergehe manchmal.

dieses rückwärts rennen ist mir unbegreiflich. Selbst wenn dann da eine Abhang ist rennt er rückwärts darauf zzu. Das ist schon ein paarmal nur kknapp gut ausgegangen. hab da manchmal echt angst.
Und wenn ein pfferd angst hat, dann geht es doch nicht rückwärts oder? Vorallem wenns hinter ihm gefährlicher ist als vor ihm. Als wir dann schon ein paar mal fast den hang runtergerutscht sind und er sich auch schonmal das bein verletzt hat an einem Baum, dachte ich er würds vllt mal lassen. Fehlanzeige...
 
Maze of the Haze

Maze of the Haze

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also das man mit einem Pferd rückwärts an einem "gruseligen" Zeug vorbeikommt und vorwärts nicht kenn ich auch das ist nicht ungewöhnlich ich weiß zwar nicht woran es liegt weil es ja eig. ziemlich unlogisch ist aber naja
 
Elly

Elly

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Hallo,

Wie reagierst du denn, wenn er nicht über den Bach will?
Vielleicht begrenzt du ihn zu sehr noch vorne.

Ich versteh noch nicht so ganz, wie das mit dem rückwärts funktioniert. Dreht er sich einfach um und geht dann rückwärts über den Bach? Oder richtest du ihn bewusst rückwärts?

Ich denke das Pferd braucht in erster Linie jemanden, der regelmäßig was mit ihm macht. Vom Boden als auch vom Sattel aus.
Schade, dass du nicht so viel Zeit hast.

Hast du mal versucht mit der Besi darüber zu reden?

Sei auf jeden Fall konsequent. Wenn du es vom Boden aus schaffst ihn über den Bach zu bekommen, dann wäre das ja schon ein erster Schritt. Vom Sattel aus würde ich es erst später versuchen.

Und ich habe noch nicht ganz verstanden, warum du nicht hinter dem anderen Pferd reiten möchtest.

LG
 
Bijou

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huhuuu...=)
Also wenn der Bach kommt dann tu ich erstmal so als wenn das was ganz normles wäre, ich will ja nicht das er meine anspannung spürt. manchmal geht er dann bis kuzr vor den bach, macht dann eine vollbremsung und rennt dann rückwärts. Wenn er rückwärts läuft lass ich ihn meist erstmal und lass die zügel locker, dann versuch ich ihn einfach nur zu treiben, aber dann fängt er iwann an rumzuhüpfen.
Nachdem ich dann mit ihm diskutiert habe und er gewonnen hat richtie ich ihn rückwärts über den Bach, und er läuft dann auch von selbst.

Was ich noch interessant ist, wenn wir andersrum reiten, dann geht er auch vorwärts drüber.

Wenn man mit der Besitzerin spircht bekommt man nur zu hören, das der wigo das perfekte geländepferd ist und nie scheiße macht. Das ist aber auch kein wunder denn sie lässt ihn ja machen ws er willl. Er läuft auch bei ihr ziemlich langsam, das heißt mmit einem riesenabstand zum vorpferd.

Ich stimme dir da komplett zu, das der wigo mal richtig jemanden braucht der zeit und ausdauer hat. Ich würde mir das mit der ausduaer zwar zutrauen, aber mir geht das tanzen einfach vor =(.
Es macht über den Sommer, wenn ich mehr zeit hab, auch irchtig spaß seine kleinen Fortschritte mit an zu sehen.

Der grund warum ich nicht immer hinterher gehen will ist, das es ziemlich einengend ist immer nur hinterherzurennen. Schon allein wenn man mal nh schöne Galoppstrecke hat und ich merke er möchte mal Gas geben stört es. Er legt dann richtig Tempo vor, bis er mekrt das er vorne ist und eine Vollbremsung macht. AUßerdem habe ich gerne die Kontrolle und möchte bestimmen ob mein Pferd neben hinter oder vor einem anderen geht.
Dieses Thema ist aber momentan etwas auf Eis gelegt. Wie oben schon gesagt versuch ich ihn im moment einfach aufmerksam zu halten. Reite ein Paar übergänge und schlangenlinien etc.
Das hilft einfach enorm und scheint ihm auch spaß zu machen.
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Mh... dieses Rückwärtslaufen ist meiner Meinung nach gar nicht gut, es wäre besser du würdest es auf keinen Fall mehr bewusst tun. Denn dein Pferd entzieht sich ja anscheinend vor allem mit dem extremem Rückwärtslaufen. Sollte er bei welcher Situation auch immer anfangen rückwärts zulaufen dann wende ihn bitte ab und reite eine Volte oder reite ihn kontrolliert kurz von der Gefahr weg und dann wieder auf sie zu. Wichtig ist, dass du bei diesen Alternativen zum Rückwärtslaufen kein Muster entwickelst, also nicht immer nur Volten reiten, sondern reite auch mal ein paar Seitengänge oder Schlangenlinien in die entgegengesetzte Richtung - sei kreativ ;)

Versuche mal das Rückwärtsgelaufe nicht mehr "gegen" ihn einzusetzen. Der scheint mir doch irgendwie schon eine Klatsche weg zu haben was das angeht (was nicht heißen soll, dass es deine Schuld ist !! - das kann auch schon drin gewesen sein bevor er der jetzigen Besitzerin gehört hat).

Was den Bach angeht: Steig rechtzeitig vom Pferd ab - nicht warten bis er rückwärts geht ! Am besten steigst du schon ab bevor er den Bach überhaupt sieht. Dann führst du ihn in kleinen Schritten an den Bach heran. Du darfst da auch ruhig etwas konsequent werden. Wenn er beginnt rückwärts zu gehen, dann mach mit ihm kehrt und führe ihn vorwärts von der Gefahr weg. Und dann wieder umdrehen und direkt auf den Bach zulaufen. Immer wieder wiederholen ! Führ ihn so nah ran, dass er mit den Hufen fast im Wasser steht. Und dann führ seine Nase herunter und lass ihn am Bach schnuppern. Gib ihm Zeit. Wenn er die Nase wieder anhebt, drehst du mit ihm um, steigst auf und reitest konsequent und mit Schwung vorwärts auf den Bach zu und rein da ! Sobald er auch nur einen Schritt da reinsetzt sofort überschwänglich loben ! Das ganze muss nicht sofort klappen, aber jeder Schritt der toll funktioniert ohne, dass dein Pferd rückwärts geht, ist ein Fortschritt !

So übe ich es mit meinem Pferd Gefahren zu meistern. Übrigens ist das auch meine Technik gewesen mit der ich mein wasserscheues Tierchen dazu gebracht habe durch eine Art Wassergraben (Pferd ist dabei bis zur Brust im Wasser) zu laufen.

Achso: Das dein Pferd von der anderen Seite oder auch rückwärts durch den Bach gehen mag, ist kein Wunder: Pferde haben hinten keine Augen und sind im übrigen nicht so ne Intelligenzbestien wie wir Menschen :p also ist die Gefahr meist nicht so schlimm, wenn man sie rückwärts ansteuert. Und wie dir jede andere Reiter sicher auch berichten kann: Eine andere Perspektive ist für Pferde wieder etwas ganz anderes. Wenn etwas auf einer Hand klappt, muss es noch lange nicht auf der anderen klappen.

Und, wenn du unbedingt vorne reiten möchtest, dann tu das. Ist ja auch soweit kein Problem, aber bitte lass dein Pferd nicht mehr rückwärtslaufen ;)

LG
 
Elly

Elly

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Was auch noch eine Möglichkeit ist:

(vom Boden aus)

Ihr geht auf den Bach zu, bleibt dein Pferd stehen schickst du ihn rückwärts. In der Regel laufen Pferde viel lieber vorwärts als rückwärts. Nach ein paar Metern darf er wieder vorwärts gehen. (er muss das als Belohnung ansehen.) Wenn er stehen bleibt das gleich noch mal, immer wieder. Irgendwann wird er dann über den Bach gehen, damit er nicht wieder rückwärts laufen muss.



Ich kenne das Pferd nicht, deshalb ist es schwer die richtige Methode für euer Problem zu finden. Bei manchen Pferden klappt es so gut, bei anderen weniger gut.

Aber einen Versuch ist es wert.

Wenn du ihn immer wieder links oder rechts an dem Bach vorbei führts ist das ja in dem Sinne keine "Bestrafung". Suche etwas, was dein Pferd nicht so gerne macht. Von mir aus auch Schenkelweichen ect. & belohne es, indem es vorwärts laufen darf.

Er kennt den Bach jetzt schon lange genug, und die Tatsache, dass er von der anderen Seite ja rüber geht lässt echt darauf schließen, dass er keinen Bock hat.

Sobald er einen Huf im Wasser hat lässt du ihn zur Belohnung stehen. Einfach nur stehen. Nicht loben. Das ist ja schon eine Bestätigung, dass er stehen darf.

(Es reicht auch schon, wenn er nur schnuppert, lass ihn stehen.)

(Du musst so tun als wäre das das normalste auf der Welt, dass er dort im Bach steht. Nicht so tun als hätte er gerade den Mount Everest bestiegen. )

Toll wäre es, wenn er anfängt zu kauen oder einfach nur den Kopf hängen lässt.



LG
 
Bijou

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Huhu ihr beiden,

Danke für die Tips, denke die könnten mir echt helfen. =)
Aber ihr habt ja beide ziemlich unterschiedliche meinungen.

In dem Stall in dem ich früher mal unterricht hatte, wurde uns auch beigebracht das das rückwärts laufen eine bestrafung sein soll.
Aber da der Wigo das anscheinend ziemlich gerne macht, habe ich es von mir aus nicht mehr gemacht.

Denke auch das es sinnvoll ist es ihm mal vom boden aus nahezulegen. Habe das uzwar schon versucht, aber nur kurz da es nicht funktionierte und ich ungeduldig bin manchmal ;)...

Eure Tips haben mir auf jedn fall mut gemacht und ich werds austesten bei der nächsten gelegenheit...=)

Danke
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Zum Thema Pferd gibts immer unterschiedliche Meinungen und ich denke so hast du die Möglichkeit dir deine Methode selbst auszusuchen. Probier einfach wie du meinst, dass es funktionieren kann. Wenn das eine nicht funktioniert, kannst du ja immer noch mal das andere versuchen ;)
Ich denke, dass es auch weitestgehend an dir liegt zu entscheiden, dies und das brauch mein Pferd jetzt.
Hauptsache ist ja, dass es klappt, wie auch immer.
Ich wünsche dir viel Erfolg dabei !!
 
Elly

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Zum Thema Pferd gibts immer unterschiedliche Meinungen und ich denke so hast du die Möglichkeit dir deine Methode selbst auszusuchen. Probier einfach wie du meinst, dass es funktionieren kann. Wenn das eine nicht funktioniert, kannst du ja immer noch mal das andere versuchen ;)
Ich denke, dass es auch weitestgehend an dir liegt zu entscheiden, dies und das brauch mein Pferd jetzt.
Hauptsache ist ja, dass es klappt, wie auch immer.
Ich wünsche dir viel Erfolg dabei !!

Das seh ich auch so wie Soylent. Jedes Pferd ist anders. Übers Internet kann dir keiner genau sagen "mach das & das", deshalb probier es einfach mal aus, dann wirst du schon sehen welche Methode bei eurem Problem helfen könnte/ kann & das hoffentlich auch tut.

Viel Glück & berichte wenn sich was geändert hat ;)



P.S: Nur noch kurz: Das Rückwärtsrichten soll in dem Sinne keine "Bestrafung" sein, sondern es ist einfach eine Sache, die Pferde von Natur aus nicht gerne machen. Sie laufen halt lieber vorwärts.
 
Bijou

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Huhu =)

Morgen werde ich also endlich nochmal Zeit für das Riesenbaby haben.
Dann werde ich auf jeden Fall mal eine Methode austesten.
Denke wenn ich mehr Zeit hätte und mich wirklich fast täglich mit ihm Beschäftigen könnte dann würde er das auf jeden Fall schaffen.
Aber so wie das im moment ist ist es echt schwer. Ich glaube in den Sommerferien werd ich mir mal richtig Zeit für ihn nehmen.
Vielleicht trägt das dann ja auch langfristig Früchte...

Danke für das Daumendrücken ihr beide =)

@Elly: Denke auch das die situation schwer von außerhalb zu beurteilen ist. Der übergang von Angst und Anstellerei ist manchmal ja icht so deutlich.
deswegen versuche ich die Momente genau zu beschreiben, aber natürlich bleibt es nicht leicht einzuschätzen.
Übrigens hat meine frühere Reitleherin auch genau das übers Rückwertlaufen verwendet. Das Wort bestrafung wurde von mir in die Welt gesetzt.;)

Werde dann die Woche nochmal berichten ob sich etwas verändert hat.

Lg
Sonja
 
Ronja11

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Das er vor einen 6 cm flachen Gewässer Angst hat, ist gar nicht so unnormal. Pferde können Wassertiefen ganz schlecht abschätzen und gehen dort nicht gerne hinein (könnte ja ein Krokodil kommen, eine Untiefe etc.) Also ist es eigentich ein Urinstinkt. Das mit dem Rückwärts drüber reiten finde ich gar nicht so übel. Ich würde es so weiter praktizieren, irgendwann wird er merken, ach, eigentlich geht es vorwärts besser.
 
Elly

Elly

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... aber warum läuft er von der anderen Seite rüber?

Mit dem Abschätzen hast du zwar Recht, aber dann würde er im Leben nicht rückwärts durch gehen. (?)

Und überhaupt, wenn mein Pferd Angst vor einem Schirm hat, dann lass ich es ja auch nicht ständig durchgehen, sondern versuche ihm die Angst zu nehmen.
 
Bijou

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Huhu,

Ich werde euch jetzt einfach mal berichten wie der Ausritt war.
Also als ich ihn holen wollte war er ziemlich komisch. Er ist nicht wie normal von slebst auf mich zu gekommen. Es sah sogar aus als wollte er leiber weglaufen.

Dann habe ich sehr darauf geachtet das er Respektvoll ist. Normal tänzelt er beim aufsteigen immer rum, denke das liegt ein bisschen an seinem Sattelzwang.
Heute ist er aber nach kurzer Diskussion artig stehengeblieben.

Übrigens mit ich ihn heute erstmalig mit Sporen geritten. (So welche mit ganz kurzen Nüpfeln)

Beim losreitet hat er aber sofort rumgezickt. Rückwärts gerannt. und in die Luft gehüpft.

Als wir dann im Wald waren kam die Überraschung. Er war total motiviert vorne zu gehen und hat sich auch getraut zu traben an der Spitze. Vllt lags einfach an den Sporen aber er war sogar sooo mutig, das er seinen Berg (an dem die Bäume immer mit ihm reden und ihm angst machen) hochgallopiert ist, an der Spitze !!! :D
Ich war total baff.

Auch den ganzen restlichen Weg ist er dann problemlos vorne gegangen wenn ich lust hatte. Hat ihm denke ich auch Spaß gemacht. Er hat iwie freude ausgestrahlt.

Als dann der Bach näher kam habe ich mir gedacht jetzt oder nie. Ich wollte es unbedingt schafffen.
Habe mich dann an SoylentGreen Worte erinnert. Wollte erstmal die Möglichkeit ohne rückwärts laufen testen, da ihn das iwie ja nicht sstört und das sein Hobby ist.

Bin also früh abgestiegen und habe geführt. Der hat mich angeguckt als wäre ich der erste Mensch der sein Pferd führt. Total süß.
Naja er ist dann mitgekommen.
Wollte aber als wir da waren nicht über den Bach.
Bin dann immer wieder so runden auf der lichtung gegangen und dann wieder zum wasser.
Hab ihn auch das Gras in der Nähe des Baches probieren lassen, damit er vllt was gutes verbinden kann.
Hab dann einen Grasbüschel genommen und als Lockmittel genommen ;)

Habe ich erwähnt das er das Wssser noch nier bewusst berürht hat und auch noch nie näher als 2 meter dran war?
Aber seht selbst:



Es war echt unglaublich. Später stand er sogar fast mit den Hufen drin, aber da war ich einfach viel zu baff um ein Foto zu machen.
Er hat sogar das maul ins Wasser gehalten und reingepustet und gematscht. =D

Aber rein wollte er dann doch nicht. Also bin ich wieder aufgestigen nach einer halben stunde (!!!) gut zureden.
Bin dann wie üblich rückwärts drüber.
Neu war, das ich anschließend wieder vorwärts drüber geritten bin (denn von der einen Seite macht ers ja)
Danach wieder rückwärts - vorwärts ...immer so weiter.
Iwann habe ich meiner Freundin gfesagt sie solle mit ihrem Pferd mal rüber kommen und ich nochmal vor mir drüber gehn.
Und ihr glaubt es nicht ! Ich auch immer noch nicht !

ER IST ÜBER DEN BACH GEGANGEN!!!! VORWÄRTS!!!

Das erste mal in meinem und seinem leben. Ich war sooooooo stolz auf ihn.
Naja ich glaube jetzt das wir alles schaffen können, denn das war wirklich siene größte angst.

Ich glaube das es beides war, ein bisschen Angst und ein bisschen anstellerei.
Whatever, er ist drüber gegangen und ich kanns nicht fassen.

Hoffe das war keine einmalige Sache...

Und an DIESER Stelle möchte ich mich schonmal gaaaanz herzlich für eure super Tips bedanken. Manchmal braucht man einfach anregungen von außen.
Und leute die denken, das es iwann auch klappen kann

DANKE ! DANKE! DANKE!

Liebe Grüße
Sonja

PS: Wenn ihr wollt werde ich weiter berichten. Falls es einen rückfall geben wird natürlich auch...
 
Elly

Elly

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Das ist ja supi :)

Na also, klappt doch alles, wenn man es nur konsequent genug versucht.

Schööön, ich freu mich echt für dich.
 
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Hat er Tatsächlich Angst oder testet er seine Grenzen aus?

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