Artenschutz oder nicht?

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Artenschutz oder nicht?

  • Ja, es kann Artenschutz sein!

    Stimmen: 17 81,0%
  • Nein, ist es nicht!

    Stimmen: 3 14,3%
  • Ist mir egal!

    Stimmen: 1 4,8%

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HeadCharge

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Findet ihr das Reptilienhaltung
Artenschutz ist oder doch nur, wie eine berühmte Tierrechtlerorganisation meint; Tierquälerei und Selbstprofilierung?
 
09.05.2009
#1
A

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Guest

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Gummie

Gummie

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ich finde, eigentlich JA, da viele ja auch züchten, und so WF vermeiden.
 
korni92

korni92

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Hallo,

Ich finde, dass ist ein sehr schwieriges Thema, dass nur schwer einfach so mit ja oder nein zu beantworten ist.
Klar, Reptilienhaltung sollte Artenschutz sein und das ist es sicherlich auch vieler Orts.
Allerdings ist es in der Terraristik genau wie in allen anderen wachsenden Hobbys, dass es auch vermehrt Schwarze Schafe gibt.
Ich bin seit einem Jahr in einem Bereich der Terraristik tätig, in dem es eigendlich zu 90% nur diese schwarzen Schafe gibt. Für diese ist es tatsächlich Selbstprofilierung. Da geht es oftmals einfach nur um Menge, Größe und Gefährlichkeit. Meistens auch noch um Geldmacherei mit der Vermehrung der Tiere. Und da hat nun wirklich garnichts mehr mit Artenschutz zu tun.
Meiner Meinung nach hat aber auch die Haltung von Bartagamen und Kornnattern etc., mittlerweile, keine Artenschutz-Hintergründe. Es muss deshalb aber noch lange keine Selbstprofilierung sein, sondern viel mehr einfach eine normale Hobbyhaltung, wie sie jeder Mäuse-, Frettchen- und Kaninchenhalter etc. hat;)

lg
Jonas
 
Zombieblume

Zombieblume

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Es ist nur Artenschutz wenn die Tiere auch Artgerecht gehalten werden. Finde die Größenangaben bei Terrarien immer sehr klein, da müsste was gemacht werden, denn z.B. ne 1m Schlange auf eine länge von 1m Terrarium kann nicht Artgerecht sein. Nur mal so z.B. nen Meerschweinchen soll 1m² pro Tier bekommen und ne ausgewachsene Theraphosa blondi stecken manche in nen 30x 30cm Terrarium, die ist aber ca. genau so groß und brauchte genau so viel Platz, damit sie Artgerecht gehalten werden kann.
 
Patricia

Patricia

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Eine gute Frage.

Einerseits hilft die Nachzucht bzw Vermehrung von einigen Reptilienarten, nicht auf WF zurückzugreifen, so lohnt es sich teils für Importeure nicht mehr und die Arten werden nur noch sehr wenig oder gar nicht mehr eingeführt. ABER: Ohne die Terraristik würden ja überhaupt keine Arten eingeführt werden, also ist ja überhaupt die Terraristik dran Schuld, dass die Tiere in der Vielzahl der natürlichen Umgebung entnommen werden.

Genauso mit der eigentlichen Haltung: So viele begehen die fatalsten Haltungsfehler, das ist Tierquälerei. Aber eine artgerechte Reptilienhaltung, gibt es das überhaupt? Wir sperren hier ja schließlich alle Wildtiere in einen Kasten. In meinen Augen kann man die Tiere nur annähernd artgerecht halten, das Wort ansich ist eben Auslegungssache, aber wenn man versucht, die Tiere so naturnah wie möglich zu halten, dann sehe ich das nicht mehr als Tierquälerei.

Gerade Bartagamen, Kornnattern, Leopardgeckos sind so eine Sache. Das ist ja keine Zucht mehr, das ist planlose Vermehrung und das wiederum schadet mehr als dass es nützt. Eine kontinuierliche Zucht, um den Bedarf abzudecken ist ok, aber bei den genannten Arten ist es einfach nur noch schlimm, die Tiere verlieren an Wert, die Kosten sinken rapide, Inzucht lässt sich wohl kaum noch verhindern und dann diese planlose Weitergabe an jeden Neuling, der die süßen Tierchen mal eben irgendwo sieht und der die Tiere teils noch schlimmer hält als der eigentliche "Züchter", der sich nur so nennen kann weil sich die Tiere in jedem Schuhkarton vermehren.

Die gezielte Zucht einer seltenen Art im Terrarium, in einem naturgetreuen Becken, weit über den Mindestmaßen, mit ausreichender, tageslichtähnlicher Beleuchtung und einer Nachbildung des natürlichen Lebensraum, der Ernährung, usw. Das kann als Artenschutz betitelt werden.

Aber wenn ich sehe, dass eine oder besser gleich drei Bartagamen mit einer "UV"-Röhre und einem Spot in einem 100x60er Terrarium sitzt und blöde aus der Wäsche schaut, alle zwei Tage frei rennen darf weil sie sich ja so darüber freut, dann ist das für mich Tierquälerei.

Wenn jemand sich eine Wasseragame kauft, diese frei rennen lässt weil Terrarium ist ja unnötig, der gehts doch super und sie dann noch den Kumpels über den Buckel rennen lässt, ist das Tierquälerei und Selbstprofilierung.

Es ist also alles eine Sache der Betrachtung und vor allem: Um welche Haltung und welche Tierart es gerade geht.

Liebe Grüße
Patricia
 
HeadCharge

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Hi!
Finde es schön das ihr alle mal eure Meinung schreibt, und ihr habt auch alle Recht! Ich bin da nur drauf gekommen weil diese bekannte Tierrechtlerorganisation meint man solle Reptilienhaltung ganz verbieten da es keinerlei Artenschutzgründe gäbe da sich die Tiere ja nicht vermehren! Sowas finde ich schrecklich! Somal gerade diese Organisation so viel berühmte Anhänger hat und die Begründung ja auch total lächerlich ist weil sie sich ja vermehren!
Das es nur wegen der Terraristik Wildfänge gibt ist so nicht ganz richtig, sie werden auch als Nahrung oder für Potenzmittel gefangen, ausserdem werden viele Wälder in denen die Wildfänge gefangen werden von Menschenhand zwestört und dann (und auch nur dann!) ist es gut wenn noch ein paar Tiere in Menschenhand existieren und nachgezüchtet werden können!
Aber das es zB immernoch Strumpfbandnattern Wildfänge gibt finde ich überflüssig! Genauso wie bei vielen Gecko Arten.
 
Patricia

Patricia

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Hallo,

deshalb schrieb ich ja extra, "...dass die Tiere in der Vielzahl...", also eben vermehrt eingefangen werden für die Terraristik. Wenn keiner die Tiere kaufen würde, müssten sie ja nur für solche Zwecke gefangen werden, das macht schon einen großen Unterschied, ob es die Terraristik gibt oder nicht.

Aber Tierquälerei ist eben relativ. Wie schon gesagt, wer meint ein Spot und eine sogenannte Möchtgern-UV-Röhre reichen aus für eine heliophile Agamenart, bemüht sich ja nicht einmal, die natürlichen Gegebenheiten einigermaßen nachzuempfinden, in meinen Augen grenzt das also auch schon an Tierquälerei, wenn das Tier aufgrund der Gegebenheiten nicht einmal seinen Verhaltensweisen nachkommen kann.

Ist alles eine Frage der eigentlichen Haltung, wobei man direkt eigentlich kaum etwas zum Artschutz beiträgt, das können nur die großen Organisationen, wenn Tiere wieder zum Zwecke des Arterhalts augewildert werden. Unsere NZ landen ja nur in weiteren Terrarien, zu unserem Vergnügen sozusagen, in diesem Sinne haben wir nur indirekt mit dem Arterhalt zu tun, indem wir versuchen so gut es geht die Tatsache zu meistern, dass eben vermehrt Wildfänge verkauft werden und das versuchen durch eigene NZ einzudämmen. Viel mehr dazu beitragen können wir aber nicht, denke ich mir.

Hab jetzt auch nicht abgestimmt, da keine passende Option für mich dabei war :)
 
HeadCharge

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Deswegen hab ich ja " Es KANN Artenschutz sein" gerschrieben ;-)

Also ich finde einfach das diese ganzen Möchtegern-Reptilienhalter keine echten Terrarianer sind und auch nicht dazu gezählt werden dürfen.

Nur mich regt es auf das solche Tierrechtler meinen die Terraristik wäre Tierquälerei aber das man seinen überzüchteten Zwerghunden Kleidchen anzieht und diese Tiere noch nie eine Pfütze gesehen haben, darum kümmert sich niemand, das verbietet kein Land und auch keine dieser sog. Tierrechtler... hier wird einfach viel mit der Angst vor Reptilien gespielt... ein Rep. verbot unterstützen einfach viel mehr Menschen als anderes weil hier einfach unter dem Deckmantel "Tierschutz" die Angst vieler Menschen vor Reptilien ausgenutzt wird!

Ich bin sehr dafür das Arten in Freiheit erhalten werden, nur bei vielen Arten wird das kaum möglich sein!

Auch muss man sagen das viele sensationelle Zuchterfolge in der Terraristik in Wohnzimmern und nicht in Organisationen entstanden sind!
 
Patricia

Patricia

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Hehehe. Ich sag nur "Hessen" :roll:

Ja das stimmt schon, total überzüchtete Möchtegern-Hunde in Kleidchen sind ja auch soo viel süüüßer als ein Tier in recht naturnaher Umgebung zu beobachten ;) Das ist immer so nett, diese Vermenschlichung. Wilde Tiere sind böse, sie lassen nicht mit sich kuscheln, Reptilien sind böse, sie sind so unberechenbar. So unmenschlich ^^ Es wird ja niemand gezwungen ein Terrarium aufzustellen (außer meine Familie, hrhrhr).

Ich warte nur noch drauf, dass eine Bartagame den "Streichel-Kuschel-Fraktion-Fans" (die Barti kuschelt so gerne mit unserem Sohn, etc.) nen Finger abbeißt und diese dann als potentiell gefährlich eingestuft wird :mrgreen: besser könnts dann auch nicht mehr werden.

Achtung Ironie ^^

Das mit dem "Kann" habe ich doch glatt übersehen, dann hab ich ja doch meine Stimme :D

Liebe Grüße
Patricia
 
Chipi

Chipi

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Grundsätzlich ist Liebhaberhaltung (egal welcher Tierart) kein Artenschutz, denn die Intention ist schlicht eine andere. Insofern gibt es da einen dritten Aspekt, der in der Eingangsfrage nicht berücksichtigt wird, die lediglich zur Wahl stellt Artenschutz oder Tierquälerei. Diese beiden Punkte sich ausschließlich gegenüberzustellen halte ich für nicht zielführend, da rein theoretisch und nicht realistisch.

Liebhaberhaltung ist grundsätzlich kein Artenschutz; die Schnittmenge zwischen beiden dürfte relativ gering sein, denn i.d.R. werden wohl eher keine bedrohten Arten als Liebhabertiere gehalten. Die Entscheidung, welche Tiere sich ein Liebhaber aussucht, fällt er gewöhnlich ja aus ganz anderen als artenschutzrelevanten Gründen.

Ein Beispiel: wenn jemand sich eine Agame zulegt, weil er die Tiere toll findet, dann tut er dies nicht, weil er damit die Art schützen will, sondern eben weil er die Tiere toll findet.
Daß eine artgerechte Unterbringung in Liebhaberhaltung Voraussetzung sein sollte, da sind wir uns glaube ich alle einig. Artgerechte Unterbringung hat aber ebenfalls nichts mit Artenschutz zu tun.

Ein Schuh wird wiederum draus, wenn man die Frage umdeutet, wie Patricia sie gestellt hat, nämlich ob die Nachzucht in Gefangenschaft artenschutzrelevant ist.

Daß einige radikale Tierschutzorganisationen die generelle Abschaffung von Tierhaltung, auch von Liebhaberhaltung, fordern, ist hinlänglich bekannt; das geht auch soweit, daß sämtliche domestizierte Rassen abgeschafft werden sollen. Ein derart radikales Weltbild möchte ich persönlich nicht teilen und halte es auch für arg am Ziel vorbei, denn es hat nichts mehr mit der Realität gemein.
 
Cateye

Cateye

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Hallo zusammen,
ich will auch einmal ein wenig Senf dazu geben, zwar ist das meiste schon gesagt aber dennoch ;-) ...
ich habe als Tierartzhelferin in einer TA- Praxis gearbeitet, die sich hauptsächlich mit Reptilien aller Art befassen musste da sehr, sehr, sehr viele "Reptilienhalter" ganz weit weg von artgerechter Haltung und noch weiter weg von Artenschutz waren.
Natürlich gibt es die verantwortungsvollen Reptilienhalter und -züchter aber es sind wirklich nur sehr wenige!
Oft ist es doch, wie hier schon beschrieben wurde, der Kick etwas besonderes im Wohnzimmer zu haben und nicht wie Otto-Normalverbraucher einen Hund oder eine Katze sein eigen zu nennen. Natürlich gibt man damit an und findet es toll, wenn man dafür auch noch bewundert wird.
Leider bleibt aber die Bewunderung einseitig und das Tier hat gar nichts davon, außer das es nicht artgerecht gehalten wird, weil man oft gar nicht dazu in der Lage ist.
Reptilienhaltung ist ein teures Hobby und wenn man dann sehen muss, dass viele ihre Tiere regelrecht auf "Sparflamme" halten, dann fragt man sich, warum und wozu müssen es Reptilien sein. Sogar der Betreiber einer Schlangenfarm war einer der größten Patientenkunden!!!! Widerlich!

Es schiessen Tierschutzorganisationen, die in Not geratene Reptilien aufnehmen, pflegen und versorgen, wie Pilze aus dem Boden. Das sollte doch mal zum nachdenken anregen!

LG, Cateye
 
Patricia

Patricia

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Hallo,

ich nochmal.

Das war schon eher das, was ich mit Artschutz meinte. Direkt tragen wir nicht dazu bei, aber da die Tiere so oder so gefangen werden, da das Hobby Terraristik ja existiert, können wir zumindest versuchen dazu beizutragen, dass weniger Wildfänge gekauft werden, indem man stabile Nachzuchten anbietet. Das kann wiederum aber auch ausufern, siehe Beispiel Bartagamen, deshalb sagte ich "stabile NZ" und nicht planlose vermehrung.

Ich kann jetzt nur für mich sprechen, was die sogenannten Liebhabertiere betrifft, aber gerade wenn ich beim Thema Bartagamen bleibe, so haben die Tiere keinen Reiz für mich. Nicht, weil sie jeder hat und ich unbedingt etwas ausgefallenes möchte, sondern weil es keinen Reiz für mich hat, ich kann die Tiere überall beobachten, wozu dann noch das ganze Geld ausgeben damit ich sie selbst halten kann und noch mehr zu deren Vermehrung beitrage?
In diesem Sinne muss ich sagen, dass ich da schon ein wenig drauf achte. Gerade mit meiner Haltung von Trapelus hab ich mir als Ziel gesteckt, über die Haltung zu informieren, weil jeder sich überall einen Wildfang für 10€ kaufen kann, der bei der schlechten Haltung dann nach spätestens einem Jahr eingeht. Dem möchte ich einfach vorbeugen, indem ich über das Tier informiere, Anfänger aufgable wo ich nur kann, die sich die Tiere angeschafft haben und versuche, die zu einer guten Haltung zu motivieren. Möglicherweise sehen wir dann in ein paar Jahren schon mehr Trapelus-Nachzuchten in deutschen Terrarien, wer weiß.

Aber eins stimmt natürlich, dem Artenschutz direkt können wir nicht beitragen, zumindest nicht im Rahmen der normalen Terrarienhaltung, denn dazu müsste man Tiere naturnah halten, ohne dass sie die Scheu vor dem Menschen verlieren und kontinuierlich auswildern. Wer das auch so durchzieht, möge nun bitte die Hand heben :mrgreen:

@Cateye: Das ist ja das traurige, ein Großteil der sogenannten Reptilienhalter, nämlich die, die keine Ahnung haben, bewirkt durch sein Verhalten die Einstellung zum gesamten Hobby. Das ist es doch auch, was sogenannte Haltungsverbote nach sich zieht. Ein paar Leute, die absolut unfähig sind, schaffen sich Gifttiere an, weil sie ja schon zieeemlich cool sind, haben Null Ahnung und jemand stirbt. Und schon sind die Schreie groß: Böses Tier! Dieses schreckliche Hobby muss man unterbinden!

Liebe Grüße
Patricia
 
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