Frischfutter - ja oder nein?

Diskutiere Frischfutter - ja oder nein? im Chinchilla Ernährung Forum im Bereich Chinchilla Forum; Hallo liebe Leute, ich habe jetzt in zwei Foren Diskussionen über die Ernährung von Chins. Und zwei völlig unterschiedliche Einstellungen. Pro...
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
die_ansche

die_ansche

Registriert seit
24.02.2008
Beiträge
5.227
Reaktionen
0
Hallo liebe Leute,

ich habe jetzt in zwei Foren Diskussionen über die Ernährung von Chins. Und zwei völlig unterschiedliche Einstellungen.

Pro Frischfutter

Chinchillas ernähren sich in der Natur von frischen Pflanzen mit tlw. hohem Wassergehalt. Ohne
viel Frischfutter bekommen Chins Blasen- und Nierenstein. Statt Pellets wird hier hauptsächlich Frischfutter gegeben. Die Fütterung von Pellets ist nur reine Bequemheit.

Anti Frischfutter

Halten gar nichts von Frischfutter. Wird auch nicht gegeben. Die Verdauung der Chins ist nicht darauf ausgelegt und es kann zu Durchfall und Koliken führen. Der Zahnabrieb ist nicht gegeben. Blasen- und Nierensteine werden durch bestimmte Kräuter ausgelöst. Die meisten füttern so und dafür wird ziemlich selten von Blasen- und Nierensteinen berichtet. In der natürlichen Umgebung der Chins ist es sehr trocken, sie finden dort kein Frischfutter, sondern karge Nahrung.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren!

LG, Antje
 
11.06.2009
#1
A

Anzeige

Guest

Hast du schon mal einen Blick in den Leitfaden Ernährung von Chinchillas von NTV geschaut? Dort steht vieles Wissenswertes über die Ernährung, aber auch Pflege und Vermehrung. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
BubuDudu

BubuDudu

Registriert seit
11.08.2008
Beiträge
1.547
Reaktionen
0
Oje, das Futter ist immer so eine Sache!

Meine bekommen immer frisches Heu und Kräuter! Natürlich auch Pellets, wobei wir zur Zeit etwas "herumexperimentieren", wo die besseren Zutaten drinnen sind und was ihnen auch schmeckt! Bald will ich aber die Pellets komplett weglassen.
Leckerlis kriegen sie auch nur jeweils zweimal im Jahr (Weihnachten und Geburtstag :p) und da kriegen sie getrocknete Rosenknospen, Rosinen, getrockneten Apfel oder Nüsse, natürlich nicht alles auf einmal! ;)

Frischfutter geb ich seeeehr selten, weil ich doch eher Angst habe, dass sie Probleme mit dem Magen bekommen! Also was ich bis jetzt so probiert habe sind Erbeerblätter, frischer Apfel und frische Karotte. Wird zwar gern genommen, aber ich wills nicht übertreiben. Probleme hatten sie aber danach nicht! Vielleicht fang ich an es etwas mehr zu geben, aber zur Zeit ist es mir eher wichtiger, dass sie einen guten Zahnabrieb haben!
 
S

SpanishJohnny

Registriert seit
12.06.2009
Beiträge
20
Reaktionen
0
Moin!

Ich steig mal hier ein... Immer wieder schön die ewiggleichen Mythen von der "Anti-Frischfutter"-Fraktion zu lesen. :)

Die Verdauung der Chins ist nicht darauf ausgelegt und es kann zu Durchfall und Koliken führen.

Ja, kann, wenn man beim Anfüttern Mist baut oder Dank Pellets ein darmgeschädigtes Tier hat, das sich erst sehr langsam regenerieren bzw. umstellen muss. Muss aber nicht sein. Pellets-Heu und Wasser führen nicht minder selten zu Problemen, weil zB die Magen-Darm-Passage aufgrund der Mehle verzögert wird. So können sich Dinge wie Giardien und Hefen wunderbar vermehren... Warum gibt es wohl sonst die Erfindung der "Heutage" oder die Anweisungen bei Problemen die Pellets wegzulassen, wie es zB in der Züchter-Literatur beschrieben wird? Und warum ziehen nicht wenige pro Quartal eine Giardien-Kur durch??? Früher coram publico (Giardien, wir sind dabei!!!), heute oft hinter vorgehaltener Hand...

Wenn man die Tiere aber vernünftig anfüttert, gibts keine Probleme. Auch das steht in alter, weiser Chin-Literatur... Selbst Weißkohl war hier kein Problem.

Die Verdauung der Tiere ist nämlich sehr wohl auf Frischfutter ausgelegt. Zum einen sage ich das, da es bei uns drei bis sieben Mal in der Woche Frischfutter gibt, zum anderen braucht man sich nur die Geschichte der Chinchillazucht anschauen und wie die Tiere ernährt wurden, bevor man die wirtschaftlichen Pellets erfand. Ferner weiß ich nicht, was die "In der natürlichen Umgebung der Chins ist es sehr trocken, sie finden dort kein Frischfutter, sondern karge Nahrung"-Mythkeeper so für Vorstellungen von der Pflanzenwelt, Klima und Umgebung dort haben, ich vermute keine. Vom "greening of the desert" haben sie sicher noch nie gehört. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dürfte auch unbekannt sein und warum sich die Tiere in "karge" Gebiete zurückziehen mußten, so dass man den Anden-Myth bringt...

Blasen- und Nierensteine werden durch bestimmte Kräuter ausgelöst.

Nicht so ganz richtig. Frisch und abwechslungsreich angeboten sicherlich nicht. Getrocknet siehts wieder anders aus... Obwohl man spaßeshalber noch schauen sollte, ob so ein Kraut tatsächlich mehr Calcium hat, als die Hochleistungs-Mast-Pellets und das Heu, je nach Zusammensetzung, die mit an Sicherheit gerenzender Wahscheinlichkeit unbekannt sein dürfte...

Der Zahnabrieb ist nicht gegeben.

Ja, der Quark wird immer wieder gerne zur Abschreckung gebracht. Hierzu hat ja phyllotis schon was verfaßt: Zahnabrieb, Legenden und Hintergründe, lesen lohnt sich.

Hinzufügen möchte ich ein Zitat von Eickhoff, M. aus "Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bei Klein- und Heimtieren": Durch die hauptsächliche Gabe pelletierten Futters kann ein physiologischer Zahnabrieb behindert werden. Zum einen ändert sich die Art der Kieferbewegung fort vom Mahlen von Heu und Gras hin zum Knacken von Pellets. Zum anderen wird die Dauer der Kauaktivität drastisch reduziert, da Pellets "vorverarbeitetes" Futter darstellen.

Es gibt ferner wissenschaftliche - nach denen ruft man ja immer gern - Untersuchungen zum Zahnabrieb, Beschäftigungsdauer mit Frisch- und unterschiedlich konfektioniertem Futter. Wenn dort etwas negativ abschneidet hinsichtlich Zahnabrieb, Beschäftigungsdauer usw. dann sind es eher Pellets, nicht Frischfutter oder naturbelassenes Mischfutter auf Basis nativer Komponenten. Crossley und die TiHo-Hannover seien an der Stelle als Stichworte genannt.

Übrigens gibts auch wissenschaftliche Untersuchungen zur Harnausscheidung/-werten (s. Blasen- und Nierensteine), die zum Schluß führen, dass Frischfutter zur bedarfsgerechten Fütterung gehört, da die Tiere auf Trockenfutter allein, nicht optimale Werte aufweisen...

Es gibt auch TÄ, die nicht darauf bedacht sind, dass der Zahn-Patient auf CriticalCare alle drei bis vier Wochen vorstellig wird. Solche Ärzte empfehlen dann eher eine Vorgehensweise, wie in diesem Fall: http://www.chinchillas4life.co.uk/basil.html - cabbage, broccoli, beans, spinach... Hat auch hier bei einem Pflegechin funktioniert.

Als weiterführende Literatur empfehle ich:
Februar 2008
Naturnahe Ernährung von Chinchillas (Chinchilla lanigera)
Degupedia Magazin 2: 1-8, von Angelika Kautz und David M. Küpfer
- http://degupedia.de/info/Degupedia_Magazin.html

Einmal nach "Infoblatt von Päppelchins" googlen ist ebenfalls sehr aufschlussreich, da anhand dieses Werks die beiden gegensätzlichen Positionen und ihre Hintergründe/Wissensstand deutlich werden... Auch hier: Lesen der Ausführungen von Murx lohnt sich... und bildet... Im Gegensatz zu den altbekannten Mythen...

Grüße
 
Sim

Sim

Registriert seit
26.07.2008
Beiträge
2.387
Reaktionen
0
Hallo

also ich hab meinen Tieren eben nur Heu , Pellets getrocknete Kräuter und ab und zu getrocknete Früchte als Leckeri gefüttert
Jetzt hab ich in einem ander Forum ein Thema über Fütterung gelesen und mit diskutiert
Und war nach dem ich dann auch noch den Inhalt las von den Pellets überzeugt das ich nun nach 10 Jahren das fütter etwas umstelle
Sie bekommen Pellets immer noch aber nur 1-3 mit getrockneten Kräuter vermischt
Jeden Zweiten Tag Karotte und Petersillie frisch
alle 4 Tage mal etwas Frischen Apfel
Klar weiterhin jeden Tag Heu
Und meinen kleinen geht es so weit supi
Zwar hab ich am anfang bemerkt das das Fell etwas stumpfer geworden ist
aber das ist jetzt auch wieder ok
Also ich werd es weiter so machen werd aber das Nassfutter nicht öfters geben
vieleicht immer mal wieder ein anderes Gemüse

Grüsse simi
 
GrünerKaktus

GrünerKaktus

Registriert seit
16.04.2009
Beiträge
501
Reaktionen
0
Bezug auf das Infoblatt zur Fütterung von Chinchilla von Päppelchins, die Frischfutter kategorisch ablehnt und eine (in erster Linie) PHW-Ernährung propagiert.

Auf ihre Aussagen, ging Murx Pickwick ein; ich zitierte alles im Folgendem. Ist wirklich lesenswert!


"Ich weiß nicht, ob es deutlich genug für jeden ist ... das Infoblatt von Päppelchins steckt voller Widersprüche. Selbst ohne Erfahrung mit der Fütterung von Chinchilla merkt man, daß da einfach nur etwas unhinterfragt wiedergegeben wird, was nicht stimmen kann, wenn man seinen gesunden Menschenverstand einschaltet ...

In freier Wildbahn ernähren Chinchillas sich von Steppengräsern, Blättern und Rinden. Flüssigkeit wird in dem trockenen Lebensraum durch Tau oder durch das wasserreiche Innere von Kakteen aufgenommen. Der Verdauungsapparat ist auf diese karge Ernährung eingestellt und reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen. Der Darm eines Chinchillas ist mit 2 m sehr lang und darauf ausgelegt möglichst viel Nährstoffe aus dem kargen Nahrungsangebot ihres natürlichen Lebensraumes zu ziehen.
In Käfighaltung sollten vor allem Pellets, Heu und Wasser gegeben werden, wobei Heu und Wasser den ganzen Tag zur Verfügung stehen sollten. Als Richtwert kann man für jedes erwachsene Tier ein bis zwei gehäufte Esslöffel Pellets und zwei bis drei Handvoll Heu ansehen, wobei beides immer zur Verfügung stehen sollte. Kontinuität ist wichtig bei der Ernährung, um den empfindlichen Darm nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen und so zu Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung zu führen.
Halten wir fest:
Chinchilla haben also eine äußerst abwechslungsreiche Ernährung in freier Wildbahn, sie leben von Steppengräsern, Blättern und Rinden, haben also eine sehr strukturkohlenhydratreiche Kost mit langen Fasern und hohem Ligningehalt. Steppengräser haben einen Wassergehalt zwischen 20 - 80%, je nachdem, ob es sich um alte Gräser nach der Kornreife, oder um junge Gräser handelt. Blätter haben einen Wassergehalt von über 60% und Rinde hat immerhin noch einen Wassergehalt von über 20%.
Über den Energiegehalt der verdaulichen Energie, welche in einem solchen Futter steckt, kann ohne Vorwissen keine Vorhersagen gemacht werden, es wird jedenfalls deutlich unterhalb des tatsächlichen Energiegehaltes von 18MJ/kg TS sein. Die wenigsten Enddarmfermentierer, zu denen Chinchilla gehören, können Lignin zu 100% verdauen, meist sind es nur ca. 20 - 30%. Vermutlich also können von den 18MJ/kgTS nur die Hälfte der Energie verdaut werden.

Weiterhin erfahren wir hier, daß Chinchilla gar nicht trinken, sondern wasserreiche Kakteen futtern - wir haben also das gleiche Problem wie mit Kaninchen und Katzen, Wasser kann nur ungenügend durch Trinken ersetzt werden, da Chinchilla offenbar an Trinken gar nicht angepaßt sind!

Nun sollen in Gefangenschaft hauptsächlich nur Pellets, Heu und Wasser verfüttert werden ...
- Pellets und Heu haben einen Wassergehalt unter 10% - der fehlende Wassergehalt kann nicht durch Trinken ersetzt werden. Es fehlt also an Flüssigkeit. => Urolithiasis ist zu erwarten.
- Pellets sind feingemahlene Partikel mit extrem kurzer Faserstruktur, die durch Pressung zu harten Objekten zusammengepreßt werden. Wie man bei allen Säugetieren beobachten kann, brauchen Pellets aufgrund ihrer feinstvermahlenen Zustandes doppelt bis viermal so lange, um durch den Darmtrakt zu kommen. Das gibt einer Menge Mikroben die Möglicheit, in den Darmtrakt einzuwandern und sich an diesem wohlverdaulichen Futter zu laben. => Fehlgärungen und damit eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Darmerkrankungen vielfältiger Art sind zu erwarten.
- Pellets bestehen aus aufgeschlossenen Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten, die Verdaulichkeit der Rohfaser liegt bei Pellets bei nahezu 100%. Daraus folgt, daß von den über 17MJ/kgTS auch tatsächlich über 17MJ/kgTS aufgenommen werden. Durch das langsame Vorschieben im Dünndarm wird das auch noch begünstigt, es wird wirklich jedes Molekül, was über die Dünndarmwand aufgenommen werden kann, auch tatsächlilch von den Dünndarmtransportern erwischt und aufgenommen. Pellets sind also das reinste Mastfutter! Nix mehr mit karger Ernährung! => Fettleibigkeit mit den damit verbundenen Kreislauferkrankungen.
- Heu ist Wirtschaftsheu, Steppengrasheu gibt es nicht zu kaufen. Wirtschaftsgräser sind eiweißreich, reich an Fructooligosacchariden und enthalten nur 3 - 10 Grasarten und wenigen Kräutern, meist Spitzwegerich, Wiesenlabkraut und verschiedene Kleesorten. In der Steppe finden sich jedoch immer Pflanzengemeinschaften mit mind. 30 Grasarten und einer unüberschaubaren Fülle von Kräuterarten. Ein Heu aus Steppengraswiese wäre also bedeutend artenreicher, wie unser Wirtschaftsheu, hätte jedoch einen weitaus höheren Anteil an Rohfaser durch überalterte Gräser, einen weitaus niedrigeren Eiweißgehalt wie ein Wirtschaftsheu und sehr viel mehr sekundäre Pflanzenstoffe. Dazu fehlen einfach Salicin und ähnliche Stoffe aus der Rinde der Bäume und die Gerbsäuren der Blätter. Das Chinchilla bekommt also über Heu eine zu leicht verdauliche und zu energiehaltige Kost mit zu wenig sekundären Nährstoffen, die zur Gesunderhaltung notwendig sind. Die darmregulierende Wirkung der Gerbsäuren fehlt vollständig. Kurzum, für Chinchilla wäre ein Wirtschaftsheu ein reiner Dickmacher. => Mangelernährung und Fettleibigkeit.
- Heu <> in der Steppe vertrocknetes Gras ... Heu enthält durch den Trocknungsprozeß und Fermentierungsprozesse während des Trocknens einen hohen Gehalt an aufgeschlossenen Eiweißen, wenn jedoch lebende Gräser langsam in der Sonne vor sich hinvertrocknen, retten sie die wichtigsten Nährstoffe, indem sie sie abbauen und in der Übergangszone zur Wurzel einlagern. Man nennt diesen Vorgang Seneszenz. Dadurch bestehen vertrocknete Gräser in der Steppe bestenfalls noch aus Strukturkohlenhydraten, also 100% Rohfaser, während ein Heu nur 10 - 50% Rohfaser enthält, je nachdem welcher Schnitt, von welcher Wiese, wie alt die Gräser und Kräuter beim Schnitt waren usw usf. Selbst wenn also Chinchilla sich von vertrockneten Gräsern der Steppe ernähren würden, wäre Heu kein guter Ersatz - zu eiweißreich, zu fettreich, zuviele Fructooligosaccharide, zuwenig Rohfaser. => Fettleibigkeit.

Weshalb also in aller Welt sollten Pellets und Heu ein gutes Futter für Tiere sein, welche sich in der Natur von karger Kost ernähren?

Nimmt man nun die tatsächlich bekannten Daten, die über wildlebende Chinchilla vorhanden sind, gibt sich zudem auch noch ein ganz anderes Bild:
Im Kot können über 20 verschiedene Pflanzenarten deutlich voneinander unterschieden werden. Beim Kräuterfresser Kaninchen sind es derer nur 14, bei reinen Grasfressern, wie den Wildmeerschweinchen, sogar nur bis zu 10 Arten. Man kann also daraus schließen, daß Chinchilla vermutlich Kräuterfresser sind, welche sogar noch mehr Pflanzenarten nutzen, wie beim Kaninchen. Beim Kaninchen kann man anhand von Magenuntersuchungen immerhin 50 - 200 Pflanzen im Magen nachweisen, von denen jedoch nur die erwähnten 14 Arten im Kot nachweisbar sind, der Rest ist so gut verdaut, daß er einfach im Kot nicht mehr nachweisbar sind. Wir kommen also beim Chinchilla bei vermutlich weit über 200 Pflanzenarten raus, die tatsächlich genutzt werden ...
Kräuter haben einen Wassergehalt von 50 - 80% ...

Weiterhin leben Chinchilla in einer Klimazone, welche sich durch naßkalte Jahreszeiten und trockenheiße Jahreszeiten im Wechsel auszeichnen, sie haben also das Problem der möglichst schnellen Nahrungsumstellung von vertrockneter, kaum noch verdaulicher Kost und vielfältigen Fraßschutzstoffen zu einer Frischkost mit 80% Wassergehalt mit hohem Eiweißgehalt und kaum Fraßschutzstoffen. Es ist also zu erwarten, daß Chinchilla besser wie Kaninchen und Meerschweinchen mit Futterumstellungen klarkommen.

Beobachtet man nun das Futterauswahlverhalten naturnah und abwechslungsreich ernährter Chinchilla, ist die absolute Robustheit bei der Umstellung von Frischfutter auf Trockenfutter und wieder zurück auffällig, es gibt keine Blähungen wie bei Kaninchen und Meerschweinchen, es gibt keine Verstopfung und es gibt keinen Durchfall. Einzig Sämereien scheinen bei einzelnen Chinchilla zu Problemen zu führen ... ein deutlicher Hinweis, daß auch wildlebende Chinchilla nur gelegentlich Sämereien aufnehmen.
Weiterhin kann bei ad libitum Fütterung von Frischkost, Trockenkost, Sämereien festgestellt werden, daß deutliche Schwankungen in der Futterselektion auftreten - nur im Herbst/Winter werden viele Sämereien gefressen, ansonsten sehr, sehr wenige. Im Winter wird sehr viel Trockenkost gefressen, im Sommer eine Mischung aus Trocken- und Frischkost, so daß ein Wassergehalt von schätzungsweise 40 - 60% rauskommt. Es werden verschiedenste Kräuter bevorzugt und es existiert ein phänomenales Gedächtnis für 100erte von Pflanzen.
Weiterhin ist der Probebiß extrem gut ausgebildet, Chinchilla prüfen oft bis zu 6 Wochen lang ein Kraut, bevor es als Futterpflanze akzeptiert wird ... selbst Kaninchen nehmen Pflanzen sehr viel schneller in ihr Futterspektrum auf wie Chinchilla.

Die Haltbarkeit des Pelletfutters liegt bei durchschnittlich vier Monaten. Diese Angabe setzt aber eine lichtgeschützte, staubdichte und trockene Lagerung voraus. Während der Lagerung zerfallen die lebenswichtigen Nährstoffe und Vitamine im Futter, sodass es nach Erreichen der Haltbarkeitsgrenze eigentlich keinen Nährwert mehr hat.
Wenn Nährstoffe und Vitamine nach und nach zerfallen, und nach vier Monaten kein Nährwert mehr vorhanden ist, heißt das, daß das Futter entweder frisch gepreßt viel zu hoch bemessene Nährstoffkonzentrationen aufweist, und nach drei Monaten schon nicht mehr als Futter geeignet ist, oder aber nur im ersten Monat der Nährstoffgehalt ausreicht, dann jedoch es zum Nährstoffmangel kommen muß, weil zuwenig Nährstoffe enthalten sind.
Tatsächlich ist es vielmehr so, daß die Futtermittelhersteller für einen gewissen Zeitraum garantieren, daß bei entsprechender Lagerung noch genügend Nährstoffe im Futter enthalten sind - die sind also keineswegs nach vier Monaten plötzlich *plopp* weg ...

Heu ist von besonderer Wichtigkeit, da nur Heu für einen gleichmäßigen Abrieb der Backenzähne sorgt. Die härteren Pellets sind (neben anderem natürlichem Nagematerial) wichtig für den Zahnabrieb der Schneidezähne. Handelsübliches Mischfutter ist in den meisten Fällen zu weich, um einen ausreichenden Zahnabrieb zu gewährleisten. Es enthält in der Regel Bestandteile, die - in zu großer Menge - schädlich für die Tiere sein können. Eine falsche Fütterung führt fast immer zu Zahnanomalien (z. B. Fehlstellungen, Zahnspitzen), Organschäden und Knochenschäden. Dies wird meist erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Daher ist es besonders wichtig, sich an die Grundregeln der Ernährung zu halten.
Was im Heu für den Backenzahnabrieb sorgt, daß ist Kieselsäure - und diese wiederum findet sich auch in handelsüblichen anderen Mischfuttersorten wie Pellets! Beispielsweise ist in der Schale ungeschälten Hafers ebenso Kieselsäure enthalten.
Weiterhin gibt es eine Vielzahl an Pflanzenstoffen, welche für Zahnabrieb sorgen können, angefangen von Oxalatkristallen bis hin zu Lignin ...

Die Nagezähne ALLER Nager einschließlich der Chinchilla sind selbstschärfend, sie werden durch Gegeneinanderreiben der Schneidezähne geschärft und scharf gehalten. Wenn Pellets für den Nagezahnabrieb nötig wären, gäbe es keine Chinchilla, denn es gibt keinen Weg für die Chinchilla Pellets herzustellen. Sie wären also allesamt wegen zu langer Nagezähne ausgestorben!

Als Leckerchen oder Belohnungen eignet sich neben kleinen, getrockneten Aststückchen auch Folgendes (alle hier aufgeführten Kräuter, Gemüse, Obstsorten, Blütenblätter, Baumblätter und -äste sind ausschließlich getrocknet zu geben!): Apfelscheiben, Mango, Rote Bete (Achtung: färbt den Urin rötlich), Haferflocken, Ringelblumenblüten, Sonnenblumenblütenblätter, Rosenblüten und Rosenblütenblätter, Kamillenblüten, Pfefferminze, Spitzwegerich, Mariendistel, Löwenzahn, Brennnesselblätter, Melisse, Echinacea, Schafgarbe, Gänseblümchen, Luzerne, Topinambur, Hagebutte (reich an Vitamin C – max. ein Stück pro Woche), Haselnussblätter, Haferkissen (sog. „Knusperkissen“ - gibt es in Weiß und Grün), Heucobs, Wiesengraspellets, Grünrollis, Fenchelsaat, Leinsaat (gut für die Verdauung). Hier gilt jedoch in jedem Fall: Weniger ist mehr! Gibt man jeden Tag einen Bestandteil der Liste in geringer Menge, bekommen die Tiere eine Abwechslung, aber man schädigt sie nicht!
Wenn ein Tier trockener ernährt wird, wie es sich in der Natur ernährt, erhöht man die Wahrscheinlichkeit zu Nierenschäden und Urolithiasis.
Warum sollte also eine Fütterung von ausschließlich getrockneter Kost für Chinchilla gesund sein, die sich in der Natur offenbar von lebenden Pflanzen mit mittelmäßigem bis hohem Wassergehalt ernähren?
Wenn man jeden Tag ein anderes Kraut oder Samen verfüttert, wo bleibt dann die Kontinuität, die ja so wichtig sein soll in der Chinernährung?

Die folgenden Dinge sollte man nur sehr selten geben: Bananenchips (zuckerhaltig, stopfend), Rosinen (zuckerhaltig, kalorienreich, abführend), Ananas (appetitanregend, zuckerhaltig), Papaya (appetitanregend, zuckerhaltig), Erbsenflocken (kalorienreich), Maisflakes (kalorienreich), Dill (fördert Harngrießbildung), Petersilie (fördert Harngrießbildung), Johannisbrot (zuckerhaltig, stopfend), Haferflocken (trocknet den Kot aus)
Weshalb sollte Dill und Petersilie Harngrieß fördern?
Weshalb sind die anderen Wirkungen bei einer naturnahen abwechslungsreichen Ernährung nicht zu beobachten?
Bleibt also als einzigstes tatsächliches Problemelement der Zuckergehalt bei getrockneter Kost, welche bei einer Vielzahl von Tierarten tatsächlich zu Problemen führen kann ...

Gar nicht füttern darf man: Nüsse/Mandeln (zu fettig), Pflaumen & jedes anderes Steinobst (blausäurehaltig), Birke, Pappel, Kiefer u. a. Nadelhölzer, Zitrusfrüchte (zu hoher Säureanteil), Kartoffeln (giftig, Solanin ist nicht nur in grünen Kartoffeln enthalten. Selbst die niedrige Konzentration in gelben Kartoffelbestandteilen kann zu Vergiftungserscheinungen führen.), Stroh (Verletzungsgefahr)
Auf Milchdrops, Kräcker und Knabberstangen sollte verzichtet werden, da nur die wenigsten wirklich geeignet sind und sie meist deutlich zu zuckerhaltig sind!
Weshalb sollten Nüsse und Mandeln zu fettig sein, wenn Pellets auch verfüttert werden?
Wenn ich eine fettarme kräuterreiche Kost, wie sie Chinchilla bevorzugen, verfüttere und dann gelegentlich Mandeln oder Nüsse verfüttere, bleibt der Fettgehalt der Gesamtration locker unter dem Fettgehalt der Pellets. Dazu kommt, daß es sich bei den Fetten in Mandeln und Nüssen um essentielle Fette handelt.
Weiterhin wurden weiter oben Leinsaat und Fenchelsaat empfohlen - auch diese Sämereien zeigen sich durch einen äußerst hohen Gehalt an Fetten aus! Warum also sind die erlaubt, jedoch Mandeln und Nüsse nicht?
Seit wann ist Steinobst blausäurehaltig?
Nach Frohne und Pfänder, Giftpflanzen, und anderen einschlägigen Werken enthalten weder die Früchte, noch die Steine Blausäure, sondern einzig die Steine cyanogene Glycoside, aus denen bei Verletzung der Steine mithilfe eines Enzyms und Sauerstoff Blausäure langsam abgespalten werden kann.
Wenn tatsächlich Steinobst blausäurehaltig wäre, würden wir Menschen beim Genuß von Aprikose und Co sterben ... das tun wir jedoch nicht!
Pappeln, Kiefern und andere Nadelhölzer gleichen in ihrer Rinde der Zusammensetzung von Rinden, welche von Chinchilla in ihrer Heimat gefuttert werden - weshalb sollten die also nicht verfüttert werden?
Selbst Grasfresser wie Meerschweinchen vertragen Zitrusfrüchte, weshalb sollten die für Chinchilla nicht geeignet sein?
Kartoffeln können selbst von uns Primaten roh verzehrt werden, ohne daß es zu einer Solaninvergiftung kommt - weshalb also sollte ein ausgesprochener Kräuterfresser, wie Chinchilla, welche zudem in einer Gegend mit einer ganzen Reihe von solaninhaltigen Nachtschattengewächsen ursprünglich vorkommt, keine Kartoffeln vertragen?
Weshalb sollte Stroh eine Verletzungsgefahr darstellen? Heu, welches genauso spitzig ist, jedoch nicht?
Pellets sind nicht zuckerhaltig? Sie enthalten keine Melasse?"
 
Sim

Sim

Registriert seit
26.07.2008
Beiträge
2.387
Reaktionen
0
Uff
das war jetzt ein wahsinnig langer Text
was willst du nun sagen
kannst das auch in einem Kurzen Text beschreiben
 
Shivachin

Shivachin

Registriert seit
29.11.2008
Beiträge
887
Reaktionen
0
Wenn dich das Thema wirklich interessiert Sim ist sicher nichts dabei alles durch zu lesen oder? Also ich lese es mir mal durch wenn ich besser Zeit habe. Ich werds mir ausdrucken ich les lieber auf Papier als am PC! ;)
 
BubuDudu

BubuDudu

Registriert seit
11.08.2008
Beiträge
1.547
Reaktionen
0
Puh, ich hab das ganze jetzt gelesen, aber ich bin nicht schlauer geworden ehrlich gesagt!

PHW wird abgelehnt, gut, Pellets mag ich auch überhaupt nicht, aber was dann?
Das meiste haben wir hier in Europa nicht, vor allem nicht diese ominösen Kakteen, von denen freie Chins ihr Wasser beziehen, normales Wasser wird auch kritisiert (hab ich zumindest rausgelesen!) Und kein Wasser mehr geben ist doch unsinnig, oder?
Und wir haben doch alle keine fette Wiese und keine was weiß ich wie viele Grad, damit aus Wiese Heu wird, also müssen wir dieses Wirtschaftsheu kaufen, was sollen wir sonst nehmen? Lieber gar kein Heu?
Dann haben sie ja nur Kräuter und die Leckerlis, ich kann doch meine Chins nicht nur von Kräutern und Leckerlis ernähren, oder???

Irgendwie wird PHW nur kritisiert, aber was soll man stattdessen nehmen??
Ne Auflistung wäre nicht schlecht, ich kenn mich nämlich überhaupt nicht mehr aus und ich bin einfach nur derbe verwirrt!! :?
 
GrünerKaktus

GrünerKaktus

Registriert seit
16.04.2009
Beiträge
501
Reaktionen
0
Ok, Meerschwinchen, Degus etc. leben auch nicht hier bei uns in deutschland in freier Wildbahn, richtig? Und wir geben ihnen im besten Falle keine Pellets, Extrudate etc., sondern vernünftiges Grünfutter und anderes Saftfutter. Warum in Gottes Namen soll man alle Nager mit unseren einheimischen und importierten Pflanzen gesund ernähren, aber nicht Chinchillas??? :?:

Ich zitiere mal aus meiner Homepage:

Ernährung in der Wildnis


In der freien Wildbahn ernähren sich Chinchillas von vielen verschiedenen Pflanzen (mehr als 24 verschiedene) - das sind insgesamt ca. 50% aller in ihrem Lebensraum wachsenden. Dazu zählen unterschiedliche Kräuter, Sträucher, Gräser und Kakteen/Sukkuleten. Hauptfutterpflanze ist Nassella chilensis.



Die reiche Pflanzenkost wird mit einem Anteil von ca. 1% durch Sämereien ergänzt.

Insgesamt präferieren Chinchillas als Nahrung grüne Pflanzen, die z.T. sogar einen Wassergehalt von ca. 80% aufweisen.


Beispiele der Ernährung wildlebender Tiere:


wissenschaftlicher Name, verspeiste Pflanzenteile, Saison

Bridgesia incisaefolia,
Samen, 4
Cordia decandra (Cordie), Samen, 1,3,4
Calandrinia grandiflora (Calandrinie), Blatt, 2,3
Ephedra andina (Ephedragewächs; Rutenstrauch), Stängel, 1,2,3,4
Flourensia thurifera, Blatt, 3,4
Gutierrezia paniculata (Schlangenkraut), Blatt, 1,3,4
Leucocoryne purpurea,
Blatt, Wurzel, 1,2
Nasella chilensis
, Stängel, Blatt, Samen 1,2,3,4
Notholaena mollis,
Blatt, 3,4
Opuntia spp.(Feigenkaktus),
Wurzel, 1,4
Proustia baccharoides,
Stängel, Blatt 1,4
Puya berteroniana (Bromelienart) Blatt 1,2,3,4
Trichocereus chiloensis (Haarcereus; Kakteenart), Wurzel, 1
Trichocereus coquimbensis (Kaktusgewächs), Frucht, 3,4

1 = Winter
; 2 = Frühling; 3 = Sommer; 4 = Herbst


Weitere Pflanzen und Informationen zum Weiterlesen, findet Ihr hier: www.chinchillaernährung.de


Ernährung in Gefangenschaft


Fütterungsphilosophien

Generell kann man sagen, dass 3 verschiedene Ernährungsweisen verbreitet sind:

* PHW (=Pellets-Heu-Wasser)
* PHW + Anderes reduziert wie z.B. Kräuter oder frischer Apfel
* naturnahe Ernährung ohne Pellets (oder Pellets sehr stark reduziert)

Meine Sicht



Ich persönlich bin der Ansicht, dass - um der natürlichen Ernährungsweise so nah wie möglich zu kommen - (v.a. grüne)
Pflanzen den größten Anteil der täglichen Chinchilla-Ernährung darstellen sollten. Ich selber füttere so naturnah wie möglich und halte wenig von reiner Pelleternährung.



Hier der persönliche Speiseplan meiner Chinchillas:


45%: Trockenpflanzen (getrocknete Kräuter, Gräser, Blätter und Blüten)




40%: Frischfutter (Kräuter, Gräser, Blüten, Gemüse, Obst)




10%: Trockenfuttermischung (Heucobs, getrocknetes Gemüse und Obst)




5%:
Sämereien und Getreide


Heu, Kräuter und Wasser sollten immer vorhanden sein.

Quelle: www.chinfos.de.tl (meine HP jedoch noch in der Aufbauphase ;) )

Bei allen weiteren Fragen bezüglich Ernährung empfehle ich auch folgende Seiten zu besuchen:








Zum Thema Pellets etc. könnt ihr auf meiner HP mehr lesen (Zusammensetzung, etc.)

------------------------
(c) GrünerKaktus
 
BubuDudu

BubuDudu

Registriert seit
11.08.2008
Beiträge
1.547
Reaktionen
0
Das klingt ja schon besser! :D
Genauso habe ich auch vor, meine Chins zu ernähren!
Vor allem diese Pellets will ich endlich weg!
 
Sim

Sim

Registriert seit
26.07.2008
Beiträge
2.387
Reaktionen
0
ja supi
jetzt bin ich mitgekommen
hab mir ja alles durchgelesen aber ist nicht so angekommen oben im Stüble
Ja GrünerKaktus der meinung bin ich auch
deshalb hab ich ja angefangen meine Fütterung umzustellen
Leider sind meine Chinchis nicht wirklich der gleichen Meinung
aber auch kein Wunder Sie sind das schon Jahre so gewönnt

Simi
 
BubuDudu

BubuDudu

Registriert seit
11.08.2008
Beiträge
1.547
Reaktionen
0
Ich hab auch schon langsam angefangen, hab jetzt endlich gesunde "Pellets" gekauft, die reißen sie mir förmlich aus der Hand :D
Mit Frischfutter fange ich auch bald an, muss mir aber alles noch zusammensuchen. Geht es auch wenn man die selber anpflanzt? Also im Garten/Balkon? Oder immer frisch Kaufen?
Ist dieses getrocknete Gemüse wirklich gut? Ich hab mal irgendwo gesehen, dass die voll aufgehen im Magen und nicht so gut sind.
 
GrünerKaktus

GrünerKaktus

Registriert seit
16.04.2009
Beiträge
501
Reaktionen
0
ja supi
Leider sind meine Chinchis nicht wirklich der gleichen Meinung
aber auch kein Wunder Sie sind das schon Jahre so gewönnt

Simi
Ich hab hier Chins, die sich gleich auf das neue Futter gestürzt haben und manche brauchten Wochen um sich umzugewöhnen. Die Gewohnheit machts...
Grad neulich holte ich ein 3-J. Ex-Zuchttier zu mir. Es bekam zuvor fast nur Pellets. Ab dem ersten Tag an bot ich ihm die ganze Palette an neuem Futter an. 1. weil ich nur positive Erfahrungen mit Futterumstellungen gemacht habe und 2. weil das neue Tier mit einem meiner alten Chins zusammensaß und er eben anders ernährt wurde. Fazit: Der Neue/meiner(?) frass ab da bis heute insgesamt nur 3 Pellets (die bot ich neben dem ganzen anderem Futter an ad libitum), ansonsten verschlang er große Menge an Frischem, Trockenkräutern, Samen und Cobs :) Keine Verdauungsbeschwerden oder Ähnliches- also genau dasselbe wie bei meinen ganzen Chins zuvor.
Dass Chins angeblich einen höchst sensiblen Verdauungstrakt haben hat sich zu keiner zeit bestätigt.

Mit Frischfutter fange ich auch bald an, muss mir aber alles noch zusammensuchen. Geht es auch wenn man die selber anpflanzt? Also im Garten/Balkon? Oder immer frisch Kaufen? Ist dieses getrocknete Gemüse wirklich gut? Ich hab mal irgendwo gesehen, dass die voll aufgehen im Magen und nicht so gut sind.
Klar selber anpflanzen ist doch ehe am besten.
Meine Kollegin hat ein Trockenfutterexperiment gemacht. Ergebnis: am meisten gehen Extrudate und Pellets auf, Heucobs zum Teil und manche Samen. Heu, Trockenkräuter, Trockenobst und -gemüse unbedeutend. Ich verlinkt später auf meiner HP zu diesen Experimenten unter Ernährung/Links.
 
BubuDudu

BubuDudu

Registriert seit
11.08.2008
Beiträge
1.547
Reaktionen
0
Klar selber anpflanzen ist doch ehe am besten.
Meine Kollegin hat ein Trockenfutterexperiment gemacht. Ergebnis: am meisten gehen Extrudate und Pellets auf, Heucobs zum Teil und manche Samen. Heu, Trockenkräuter, Trockenobst und -gemüse unbedeutend. Ich verlinkt später auf meiner HP zu diesen Experimenten unter Ernährung/Links.
Kannst du mir vielleicht sagen, was deine so am meisten an Frischfutter essen? Auf den einem Bild sehe ich lauter grünes Zeug und ich kanns nicht einordnen ^^ Ich hoffe ich nerv jetzt nicht mit meinen Fragen ^^
Bis jetzt hab ich frischen Apfel, Nashi, Karotten, Salatblätter und Erdbeerblätter ausprobiert!
Gut, dass ich, bzw eigentlich meine Chins ^^ endlich von diesen Pellets wegkommen, ich hab die nie so toll gefunden!!
Hab mir jetzt Agrobs Sensitiv gekauft, tollerweise gibt es hier in Wien einen Tier-Bio-Laden und die haben das gehabt! Ist sogar günstiger als das normale Pelletfutter und sie verschlingen es als ob sie nie etwas besseres gegessen hätten ^^

Mit Sämereien will ich noch nicht Anfangen, ich will ihnen jetzt noch nicht allzuviel zumuten und Experimente will ich ihnen erstmal ersparen! ;)
 
GrünerKaktus

GrünerKaktus

Registriert seit
16.04.2009
Beiträge
501
Reaktionen
0
In dem Eimer sind verschiedene Gräser und Wiesenkräuter zu sehen wie Spitzwegerich, Löwenzahn, Breitwegerich, Klee etc.

Frisch fressen sie am liebsten die Wild- und Wiesenkräuter, Gräser, einiges an Küchenkräutern wie z.B. Basilikum, Kohlrabiblätter, Apfel, Möhre samt Grün, Salat, Golliwoog.
 
P

phyllotis

Registriert seit
03.11.2006
Beiträge
66
Reaktionen
0
Hi,

ehrlich, das ist auch mir ziemlich viel an Text aufs Mal. Daher beziehe ich mich einfach mal auf das Eingangsposting und auf die Antwort von SpannishJohnny...

Pro Frischfutter

Chinchillas ernähren sich in der Natur von frischen Pflanzen mit tlw. hohem Wassergehalt. Ohne viel Frischfutter bekommen Chins Blasen- und Nierenstein. Statt Pellets wird hier hauptsächlich Frischfutter gegeben. Die Fütterung von Pellets ist nur reine Bequemheit.
Bei dieser ganzen Sache kommt eine grundsätzliche Überlegung schlicht und einfach zu kurz. Und zwar jene der tatsächlichen Begebenheiten, wie wir sie in der Heimat der Chinchillas antreffen. Ok, viele mögen darüber wenig konkretes wissen, aber ich denke der eine oder andere dürfte sich dennoch damit beschäftigt haben. Die Chinchillas stammen bekanntlich aus dem Flachland und den niedrigeren Gebirgslagen, sprich Küstengebirge und Vorgebirge der Anden. Die dort vorherrschende Vegetation ist der Matorral, eine chilenische, steppenartige Strauchlandschaft. Sie besteht aus Gras- und Kräuterfluren, die durchsetzt sind mit lose verstreuten Sträucher- und Staudenansammlungen, je nach dem wachsen auch Sukkulenten, z.B. die Puya ist sehr bekannt, es gibt da aber auch noch weitere. Dazu sind verschiedene Sträucher und Stauden auch sukkulent. Die Gras- und Kräuterfluren trocknen in der Tat während den heissen Sommermonate mehr oder weniger aus. Davon sind nicht nur die Chinchillas betroffen, auch die im selben Lebensraum vorkommenden Degus und Chinchillaratten. Die Cururos dagegen fressen häufig Geophyten/Knollen und sind davon wohl weniger betroffen. Das Problem bei den Chinchillas ist, ihr Fressverhalten ist nicht so gut untersucht wie z.B. bei den Degus. Bei ihnen ist nämlich sehr deutlich, dass sie in den Sommermonate auf Sträucher ausweichen, die ihr Laub behalten. Angesichts der Vielfalt an Sukkulenten Pflanzen und immergrünen Gehölze (Baccharis, Porliera, Proustia, Berberis, Acacia, Quillaja,... und wie sie alle heissen) ist anzunehmen, dass auch Chinchillas in den trockenen Jahreszeiten genügend frisches Grün finden. Sicher dürften sowohl bei den Chinchillas wie auch bei den Degus die langsam ausdorrenden Kräuter und Gräser auch noch gefressen werden, solange sie energietechnisch noch den Speiseplan aufwerten vermögen. Aber ich denke, das sollte man dennoch nicht überbewerten. Andererseits müssen sie auch irgendwie ihren Flüssigkeitsbedarf decken. Auch da weiss man bei Degus einfach mehr: sie nagen Rinde des Espiño an, sollen aber auch schon Kuhdung fressen, andere Quellen meinen, sie lecken den Morgentau von den Pflanzen und die Pflanzen selber dürften sicher auch einen Teil des Flüssigkeitsbedarf decken. Der Grund, dass man bei Degus einfach mehr weiss, liegt wohl in der Tatsache, dass sie weit häufiger vorkommen und von unschätzbarer Bedeutung ist natürlich ihre tagaktive Lebensweise in offenen Gebieten, die eine Beobachtung relativ einfach machen, was man bei Chinchillas so nicht behaupten kann.
Die Argumentation Pro Grünfutter kann also nicht so einfach geführt werden, doch der zentrale Schlüssel liegt im Verständnis der Vegetation, wie sie sich in Chile präsentiert. Es gibt in Chile zu jeder Jahreszeit Pflanzen, die ihr Grün bewahren und nicht austrocknen, seien es Hartlaubgehölze (Gehölze, die ihr Laub nicht verlieren) oder sukkulente Pflanzen, die ihr Wasser speichern.

Anti Frischfutter

Halten gar nichts von Frischfutter. Wird auch nicht gegeben. Die Verdauung der Chins ist nicht darauf ausgelegt und es kann zu Durchfall und Koliken führen. Der Zahnabrieb ist nicht gegeben. Blasen- und Nierensteine werden durch bestimmte Kräuter ausgelöst. Die meisten füttern so und dafür wird ziemlich selten von Blasen- und Nierensteinen berichtet. In der natürlichen Umgebung der Chins ist es sehr trocken, sie finden dort kein Frischfutter, sondern karge Nahrung.
Ich wünschte mir, ich müsste das nicht schreiben, aber die Anti-Argumentation krankt an allen Ecken und Enden. Oberflächlich mag das plausibel und einleuchtend klingen, aber einer genaueren Überprüfung vermag das leider nicht standhalten:

"Die Verdauung der Chins ist nicht darauf ausgelegt und es kann zu Durchfall und Koliken führen." <<- Gibt es dazu irgend eine logische Erklärung, die auf physiologischer Ebene, also auf der Ebene, die die Funktionsweise des Verdauungstrakts beschreibt, uns Hinweise geben würde, wieso wir von dieser Annahme ausgehen müssen? Nein, ich habe nie eine gelesen/gehört und es wird sie wohl auch nicht geben. Ich habe mich eingehend mit der Physiologie des Verdauungstrakts diverser Nager beschäftigt, kenne die wesentlichen Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen, z.B. Mäuseverwandte oder Meerschweinchenverwandten und auch einige Unterschiede innerhalb der Gruppen und konnte mir so etwas einen Überblick verschaffen. Das Verdauungssystem ist evolutionsmässig sehr konservativ, das heisst, es ist wenig anfällig für Veränderungen/Mutationen und wurde daher auch schon beigezogen um systematische Fragestellungen der Verwandtschaft von Tierarten zueinander zu klären. Ein Chinchilla kann nur schon daher nicht so grosse Unterschiede zu einem Degu oder Meerschweinchen aufweisen, da das in so kurzer Zeit, wie sich diese Arten auseinander entwickelten, dazu nicht gereicht hätte. Ein anderer Grund liegt ganz wo anders. Einen massiven Einfluss auf die Verdauung der Tiere haben die Mikroorganismen im Darm. Sie haben nicht nur einen wesentlichen Einfluss auf schwer verdauliche Nahrungsbestandteile (was gemeinhin als Rohfaser oder Ballaststoffe bezeichnet wird), sondern spielen auch eine wichtige Rolle in der Entgiftung und im Umgang mit problematischen Pflanzen. Die Anpassung der Darmflora kann aber sehr schnell erfolgen, einige Tierarten ändern diese bewusst mehrmals im Jahr, meist ausgelöst durch die sich ändernde Nahrung. Für eine Anpassung an trockene Nahrung spricht das nicht, überhaupt erscheint das spätestens dann als blödsinnig, wenn die Nahrung im Magen durch abgesonderte Sekrete wie Magensäure ohnehin flüssig gemacht wird. Hier wird das Futter ohnehin nass, wenn wir das so bezeichnen wollen und es macht da keinen Unterschied ob das zuvor getrocket war und das Wasser als Trinkwasser aufgenommen, gespeichert und im Magen als Sekret wieder abgesondert wurde oder ob das Futter nass war und und so mit der Magensäure und weiteren Sekreten vermengt wird.

"Der Zahnabrieb ist nicht gegeben." <<- Dazu hat zwar schon SpanishJohnny was geschrieben, dennoch ganz kurz, ich hatte in dem von ihm verlinkten Text zum Zahnabrieb geschrieben, wo es da hakt: der Zahnabrieb wird nicht durch die Härte des Materials bestimmt, die es vor dem Fressen hatte, sondern durch das Verhalten, wie es gefressen, gekaut wird und wie es auf die Zähne wirkt. Dabei sind beispielsweise Kieselsäuren weitaus wichtiger, als eine harte Konsistenz. Die Kieselsäure ist aber in frischem Gras genau so enthalten wie in trockenem Gras und daher ist beides auch genauso wirksam.

"Blasen- und Nierensteine werden durch bestimmte Kräuter ausgelöst." <<- Das trifft wohl insbesondere für trockene Kräuter aus. Das Wasser in den Kräutern hilft wiederum beim Ausschwemmen und wirkt daher präventiv. Pellets sind auch reich an Calcium. Und wieso heissen gewisse Marken in ihrem Namen "Kräuter"? Weil sie mit den Inhaltsstoffen von Kräutern nichts am Hut haben? Vielleicht, ja vielleicht ist das ein Werbegag, aber wenn nicht, dann könnten auch sie ein Problem darstellen. Die beigemengten, meist sehr hohen Dosen an Mineralien sind es aber bestimmt. Die Verarbeitung zu wasserarmem Trockenfutter (Pellets, aber auch handelsübliches Fertigfutter) machen die Sache sicher nicht besser. Das wird aber offenbar gerne unter den Teppich gekehrt. Hier wäre es wirklich fair, würden alle Fakten auf den Tisch gelegt, nicht nur jene, die diesen Leuten in den Kram passen. So wird ganz offensichtlich an der Meinung bei anderen Leuten manipuliert, da sie wichtige Details vorenthalten, zum Leidwesen der Tiere. Ich würde mir da ehrlich gesagt mehr Offenheit und Tranparenz wünschen. Nicht aus purer Selbstlosigkeit oder Nächstenliebe, sondern als Zeichen des Respekts gegenüber unseren Tieren. Und wenn ich die Intuition habe/hätte, dass Frischfutter schlecht ist, dann sollte ich doch auch so fair sein, dafür einzustehen und das offen sagen und nicht irgendwelche Vorwände suchen, die nach Fakten tönen, aber in Tat und Wahrheit nur Halbwahrheiten sind, wie die oben aufgeführten. Bitte denkt da doch auch an die Tiere. Nur ein gut informierter Tierhalter kann letztlich das Beste für seine Tiere tun, wenn er alle Fakten und Meinungen kennt, ohne Vorbehalte.

"Die meisten füttern so und dafür wird ziemlich selten von Blasen- und Nierensteinen berichtet." <<- Weil sie vielleicht einfach selten auftreten, unabhängig von der Ernährung? Einen Beweis für irgendwas ist das sicher nicht.

"In der natürlichen Umgebung der Chins ist es sehr trocken, sie finden dort kein Frischfutter, sondern karge Nahrung." <<- Dazu habe ich bei den "Pros" mich schon geäussert. Der springende Punkt sind die Sukkulenten und Hartlaubgehölze, die auch in der Trockenzeit noch genügend Flüssigkeit aufweisen. Die Kräuterfluren sind da bei weitem nicht die einzige Nahrungsquelle.


Apropos gar kein Frischfutter, das ist, soweit ich das richtig einschätzen kann, auch zu kurz gegriffen. Selbst die grössten Frischfutter-Skeptiker sehen, soweit ich weiss in der Menge das Problem. Es sei ein Unterschied, ab und an mal ein frischer Apfel(stück??) verfüttert werde oder gleich grosse Portionen. Selbst da wird differenziert, wenn auch die Mengen auf ein de facto Verzicht hinauslaufen.

@SpanishJohnny
Dankeschön für die Rückmeldung zu meinem Zahnabriebtext. Er ist sicher nicht komplett, aber ich wollte primär auch bloss die wichtigsten Zusammenhänge zusammentragen, die leider in den Foren häufig inkomplett oder verzerrt dargestellt werden.

LG Phyll
 
S

SpanishJohnny

Registriert seit
12.06.2009
Beiträge
20
Reaktionen
0
...aber ich denke der eine oder andere dürfte sich dennoch damit beschäftigt haben. Die Chinchillas stammen bekanntlich aus dem Flachland und den niedrigeren Gebirgslagen, sprich Küstengebirge und Vorgebirge der Anden. Die dort vorherrschende Vegetation ist der Matorral...
Und damit fängt es schon an! Die Leute glauben doch, dass sie aus den Anden kommen, Hoch-Anden sogar... Das steht ja tausendfach per Copy&Paste im Internet. Also muss es doch stimmen. Die Mühe in Literatur zu schauen, macht sich doch keiner. Das geschriebene Wort eines Jimenez und Co. hat ja eh keine Relevanz in Relation zu den mündlich überlieferten Mythen jahrelanger erfahrener Züchter, Päppler und Konsorten. Anständige Quellenarbeit, die vielleicht gar im Ansatz die Kriterien eines wissenschaftlichen Arbeitens erfüllen würde, ist ein Fremdwort. Google und die ersten Treffer reichen.

Und so haben sich Angaben zu Brevicaudatas mit denen zu Lanigeras vermischt, Rückzugsgebiete sind zu Verbreitungsgebieten geworden, Raubbau an der Natur, der das jetzige Erscheinungsbild prägte, existiert nicht, Chapman war der einzige, der mit einer Hand voll Tieren die moderne Zucht begründete... Und 50-60 Jahre Pellets (länger gibts die nämlich nicht, man vergleiche die Bickel-Ausgaben Anno 56 und 77) in Pelztierfarmen haben gereicht, um eine neue Evolutionsstufe zu zünden: Das Pellet-Chinchilla, das kein Frischfutter verträgt...

Was schon daran krankt, dass sie trotz der Pellet-Propaganda dennoch nicht flächendeckend (nur) mit Pellets gefüttert werden. Sowohl bei Pelztierzüchtern, aber insbesondere in den Heimhaltungen gibt es ganz unterschiedliche Fütterungskonzepte mit Supplementen, Mischfutter, Grünfutter usw... Manche davon funktionieren, andere weniger... Es ist aber unsinnig an den nicht-funktionierenden, da zB nicht artgerecht, die dann bei TÄ oder Päpplern landen, die Rückschlüsse zu ziehen, die da gezogen werden.

Es gab da mal eine Umfrage unter 35 US (Groß-)Züchtern. 31 davon hatten so ihre Rezepte, neben den Pellets... Im Deutschen Internet hatten wir aber an einem Punkt die Situation, dass man ein Tierquäler war, sobald man nicht PHW fütterte. Es gab Fälle, wo erfahrene Großzüchter ihre Supplement-Rezepte jemand offenbarten. Stante pede stand die Formel in einem Forum und man schrieb sich über diesen Tierquäler in Fahrt und forderte ein Eingreifen des Tierschutzes... Also wurde nichts mehr riskiert, Formeln, Rezepte zurückgehalten und des Friedens willen auf PHW reduziert... Die Auswirkungen hiervon sind noch heute zu spüren. Allein in einem Thread wie diesen...

Mit geeignetem Mischfutter auf Basis nativer Komponenten wird sich nicht beschäftigt, denn gemischtes ist per se böse und macht Zahnkrankheiten. Ergibt zwar keinen Sinn abseits der Foren in der Literatur (da ist sie wieder, ein Zitat s. oben), da die Tiere mit naturbelassenen, strukturierten Futtermitteln länger beschäftigt sind, ergo auch kauen/mahlen, als zB mit Pellets... Ein Gramm Pellets wird in 3-4 Minuten gefressen, an einem Gramm Struktur wird zT über eine viertel Stunde gekaut, ob frisch, ob trocken... Kann man auch selber beobachten, wenn man sie zB Karotte mümmeln sieht. Da wird lange gemahlen und nicht kurz geknackt und abgeschluckt, wie Pellets. Es kommt ja nicht nur auf die Struktur an... Stichwort Trockensubstanz- und Energieaufnahme... Ein hitzebehandelter, aufgeschlossener Pellet mit einem Cheeseburger-Brennwert, wird wohl auch schneller abgeschluckt, da er nicht so eingespeichelt und enzymatisch aufgespalten werden muss... Fast-Food halt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Dann noch der Aspekt der sättigenden und quellenden Mehle... Wenn es hier Körnerfutter gibt, steigt gleichzeitig der Heuverbrauch. Zwei Dinge dürften hierfür verantwortlich sein: Die fehlenden, raumfordernden Mehle im Magen/Darm, zum anderen die instinktive Mehraufnahme sturkturierter Rohfaser, um das energiedichte Körnerfutter auszugleichen... Sie haben also länger gefressen und mit den Zähnen gerieben. Gleichzeitig haben sie die Rohfaseraufnahme hochgefahren, somit die Darmpassage beschleunigt und die Verdaulichkeit gesenkt... Soll heißen, wenn man die Tiere vernünftig, abwechslungsreich, naturnah und artgerecht ernährt, können sie ihren Bedarf sehr gut allein steuern. Da braucht man sich dann nicht um Rohprotein-, Rofasergehalte, das Ca:p-Verhältnis usw. kümmern... Hier gabs jedenfalls keine Probleme seit der Umstellung von PHW auf Abwechslung und Frischfutter. Gewichte sind geblieben, Zahnfärbungen sind geblieben, keine Verdauungsbeschwerden... Dafür gabs die eine oder andere positive Beobachtung, wie zB die gesunkene Krampfneigung eines Tieres, allgemein erschienen sie vitaler, aktiver, der Heißhunger auf Leckerlies verschwand...
 
die_ansche

die_ansche

Registriert seit
24.02.2008
Beiträge
5.227
Reaktionen
0
Die Samen nimmst du so aus Vogelfutter etc. hast du gesagt oder?

Werde mir heute wohl mal welche im Internet bestellen...
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):

P.S.:

Was hältst du davon?

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,999.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1071.html (wahrscheinlich sind hier die Bohnen nicht geeignet?)

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,991.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1011.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1004.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,662.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1071.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1011.html

Hab mal geguckt, woher gibst denn Sorghum, Mohrenhirse, Blaumohn, Distelsamen, Kiefernsamen, Fichtensamen, Tannensamen, Zypressensamen?

Inwiefern sind egtl. exotische Früchte für Chins geeignet?

Sonnenblumenkerne ungeschält oder?


Hoffe, das war jetzt nicht zu viel...
 
Zuletzt bearbeitet:
GrünerKaktus

GrünerKaktus

Registriert seit
16.04.2009
Beiträge
501
Reaktionen
0
Die Samen nimmst du so aus Vogelfutter etc. hast du gesagt oder?
kann man machen


Da sind Einige absolut ungeeignete Dinge dabei:

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,662.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1071.html

http://www.das-heimtierparadies.de/shop,item,,,,1071.html (wahrscheinlich sind hier die Bohnen nicht geeignet?)

Schau dir hier mal die Zusammensetzung an: (Getreide)Extrudate, Ecken, Vitamin(e)(hafer). Ich hab auf meiner HP geschreiben, was NICHT im Chinfutter sein sollte und das gehört dazu...

Außerdem solltest du nun nicht alles auf einmal an Samen kaufen und füttern, denn manche Chins vertragen manche Samen nicht. Am besten fängt man mit einer Sorte an z.B. Grassamen, Buchweizen, Quinoah oder Kanariensaat und erweitert das Anbegot nach und nach. Du beginnt im Moment schon mit Frischfutter. Mit samen kannst du doch noch warten, vor allem weil sie ja ehe nur in kleinen Mengen gefressen werden.

Inwiefern sind egtl. exotische Früchte für Chins geeignet?
Man kann welche anbieten. Aber man sollte abwechslungsreich füttern d.h. viele verschiedene Frischfuttersorten TÄGLICH zur Verfügung stellen. Dann suchen sich die Chins aus, ob sie gerade Lust und Bedarf auf z.B. Banane haben oder nicht. Nur Exotisches würde ich nicht geben, Fokus immer auf Grünzeug legen.

ungeschält, geschält, egal...

Einzelne Samensorten bekommt man in den meisten Zoohandlungen, meist in der Vogelabteilung.
 
Zuletzt bearbeitet:
BubuDudu

BubuDudu

Registriert seit
11.08.2008
Beiträge
1.547
Reaktionen
0
Hihi, mein Chipi kriegt die Sonnenblumenkerne immer auf, aber meine Chini hats noch immer nicht kapiert, für sie muss ich sie immer schälen ^^
Ich hoffe, dass sie dann auch die Sämereien aufkriegt...
Samen muss man aber nicht unbedingt geben, oder? Einmal in der Woche ein paar genügen, oder muss man es öfters geben, wenn man auf naturnahe Ernährung umsteigt, damit sie alle nötigen Vitamine haben?
Wir beschmeißen dich mit Fragen... :eek:

Phyllotis und spanishJohnny, ihr seit voll die Checker! :lol: Das musste jetzt einfach mal gesagt werden :clap:
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Thema:

Frischfutter - ja oder nein?

Frischfutter - ja oder nein? - Ähnliche Themen

  • Frischfutter für Chins ????

    Frischfutter für Chins ????: huhu Leute Ich spreche dieses Thema an da ich von einer Freundin(auch Chinhalter) darauf aufmerksam gemacht wurde. Ist Frischfutter besser als...
  • Frischfutter für Chins ???? - Ähnliche Themen

  • Frischfutter für Chins ????

    Frischfutter für Chins ????: huhu Leute Ich spreche dieses Thema an da ich von einer Freundin(auch Chinhalter) darauf aufmerksam gemacht wurde. Ist Frischfutter besser als...