Wichtig: Der gebrauchte Hund!

Diskutiere Wichtig: Der gebrauchte Hund! im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; In diesem thread möchte ich über die Lernfähigkeit von bereits älteren Hunden aufklären. Manchmal scheuen sich Menschen davor einen erwachsenen...
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ReTho

ReTho

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In diesem thread möchte ich über die Lernfähigkeit von bereits älteren Hunden aufklären.
Manchmal scheuen sich Menschen davor einen erwachsenen Hund zu sich zu nehmen, der bis dahin kaum bzw. gar nicht erzogen wurde.
Der Glaube ein Hund ohne die entsprechenden Erfahrungen/ Erziehung im Welpenalter und Junghundalter kann dann nicht mehr viel lernen ist oftmals in den menschlichen Köpfen verankert. Sicherlich ist es schwieriger wenn ein Welpe in seinen Prägungsphasen nicht die entsprechenden Erfahrungen sammeln konnte oder sogar kontraproduktive Erfahrungen gemacht hat.
Am Beispiel meiner Hunde möchte ich Euch schildern wie gut diese Tiere lernen können und wo es Grenzen gibt:

Simba: Mit etwa 10 Wochen im Tierheim abgegeben worden. Ich besuchte das Tierheim als er bereits 2 Jahre alt war. Sein extremes Verhalten machte mich auf ihn aufmerksam: Ständiges "Kreiseln" im Zwinger, aggressives Verhalten gegen Besucher, Halsband anlegen und
Hund anfassen wurde mit Bissen quittiert, abgemargerter Zustand.
Dazu muß ich erwähnen, dass ein wirklicher Kontakt zu Mensch und Tier nicht stattgefunden hat. Das tägliche Verbringen in Ausläufe geschieht dort über Schließmechnismen.
Schnell konnte ich erkennen was der Grund für sein aggressives Verhalten war und habe die dementsprechende Strategie für das Verhaltenstraining angewandt. Nach zwei Monaten habe ich mich dazu entschieden ihn zu mir zu nehmen. Ich konnte bereits sicher mit ihm umgehen, aber gegenüber anderen Menschen brach das ursprüngliche Verhalten nach wie vor durch.
Mittlerweile ist er 6 Jahre alt, verfügt über ein 1a Grundgehorsam, ist aus jeder Entfernung abrufbar, kann ich ihn mit jedem Tier und jeder Situation konfrontieren. Oft setze ich ihn in der Verhaltenstherapie bei Aggressionsverhalten gegen andere Hunde ein - er kommuniziert vorbildlich.
Es gibt auch Grenzen: Wenn ich nicht in der Nähe bin, zeigt er Selbstschutzaggression bei Menschen, die ihn anfassen wollen.

Jeanny: Spanische Lady 4-jährig aus Tötungsstation mit null Erziehung, nicht stubenrein, Stehlen von Lebensmitteln, Jagdtrieb insgesamt, Katzenjägerin, aggressivem Verhalten gegen kleine Hunde, zeigte keine äußeren Anzeichen von Reaktionen, Narben am ganzen Körper, abgemargert, Ektoparasitenbefall.
Sie ist nun acht Monate bei uns. Sie wird unter meiner Anleitung von meinem Mann erzogen. Noch nie habe ich einen Hund erlebt, der so schwierig im Erlernen der Hörzeichen SITZ und PLATZ war.
Mittlerweile verfügt sie über eine gute Grunderziehung, unsere Katze lebt noch (unverletzt und selbstsicher), sie kann abgeleint laufen, weiß wo sie ihr Geschäft machen soll, spielt mit anderen Hunden und zeigt Freude und Anhänglichkeit. Auch hier gibt es bisher noch Grenzen: Sie stiehlt noch, wenn wir den Raum für längere Zeit verlassen und beim abgeleinten Laufen darf man sie nicht unbeaufsichtigt lassen, dann weitet sie ihren Aktionradius aus. Zwar kein weglaufen aber ein Entfernen in Nachbargrundstücke.


Summa summarum: Einem "gebrauchten" Tier eine Chance zu geben ist eine wertvolle Handlung. Die schrittweisen Lernerfolge und die positive Veränderung des Tieres insgesamt erwecken Freude und Zufriedenheit.
Natürlich muß man sich der Grenzen bewußt sein. Einen Hund wie Simba hätte ich niemals einer Familie mit kleineren Kindern oder einem eher "grobmotorischen" Menschen empfohlen und Jeanny wäre bei Menschen, die den Hund zwar als Begleiter wünschen aber sich weniger damit beschäftigen möchten absolut falsch aufgehoben.
Wenn man aber entweder bereits Erfahrungen in der Erziehung von Hunden hat oder sich gut beraten läßt durch Tierschutzverein/Tierheim etc. können derartige unpassende Konstellationen von vornherein ausgeschlossen werden. Und mal ehrlich - wer kann sich schon sicher sein, dass der Kauf eines Welpen 100%ige genetische Garantie mit sich bringt???
 

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18.06.2009
#1
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Engelpu

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Hallo ReTho,

ich habe auch einen gebrauchten Hund und wir hatten auch im Laufe meines Lebens eigentlich immer "gebrauchte Hunde", sie sind wunderbar, man kann sie noch erziehen, ohne Probleme..

Mich würde aber interessieren, wie du das mit der Katze hinbekommen hast?! Mia hasst unseren Kater, wenn sie ihn von weitem sieht, wird sie schon wütend.. So reagiert sie nur bei ihm..

lg
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Ich hab mal die inzwischen verstorbene Hündin meiner Großeltern etwas erzogen (was halt tief in ihr, war ging halt nicht mehr weg...)

Ich konnte sie frei laufen lassen (was bei anderen nicht ging, weil auch niemand mit ihr raus ist), habe ihren kleinen aber feinen Jagdtrieb in den Griff bekommen und ihr Sitz & Platz mit Handzeichen beigebracht.

Achja, als ich damit angefangen habe war sie 10 Jahre alt und ich war 11... Als sie 14 wurde hat sie auf die Handzeichen nicht mehr reagiert (Augen haben sich verschlechtert), aber sonst ging noch alles.
Mit 15 musste sie dann eingeschläfert werden...

Das einzigste was ich nicht aus ihr rausbekommen habe, war das an der Leine ziehen, am Anfang vom Spaziergang (also vom Hof meiner Großeltern durchs Dorf, im Feld/Fahrrad weg, wenn wenig los war, lief sie frei) und das sie aus welchem Grund auch immer, mit vielen Hunden Probleme hatte...

sollte ich mir mal einen Hund aus dem Tierheim holen (was ich hoffe), würde ich einen älteren Nehmen bzw. einen ab 3-5 Jahren... vll. auch einen älteren...
 
ReTho

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...Mich würde aber interessieren, wie du das mit der Katze hinbekommen hast?! Mia hasst unseren Kater, wenn sie ihn von weitem sieht, wird sie schon wütend..
lg

Hallo Engelpu,

das habe ich in mehreren Schritten erarbeitet. Zuerst über den Grundgehorsam und im weiteren Verlauf über frühe Intervention. Letzteres kannst Du aber nicht direkt nutzen, wenn Dein Hund schon auf Entfernung stark reagiert.
In Deinem Fall zuerst der Aufbau eines Aufmerksamkeitssignales und dann frühe Intervention, verbunden mit einem guten Grundgehorsam.

Liebe Grüße
ReTho
 
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