Sturheit oder bloß keine Lust?

Diskutiere Sturheit oder bloß keine Lust? im Pferde Verhalten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallöchen. :039: mein Problem: first mein Pflegepferd (3 Jahre) ist jetzt schon frühzeitig von der Sommerweide gekommen, weil die Weide schon...
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Esther94

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Hallöchen. :039:
mein Problem:
mein Pflegepferd (3 Jahre) ist jetzt schon frühzeitig von der Sommerweide gekommen, weil die Weide schon leer gefressen war.
So, nun steht es bei uns am Hof noch ganztäglich auf der Weide.
Ich habe versucht sie ganz normal am Strick zunehmen und sie ein wenig herum zu führen, da ich sie jetzt ans Longieren gewöhnen will.
Doch sie stellt sich völlig stur. :tier1:
Egal ob ihre Mitgesellin (mit der sie aufgewachsen ist) vorgeht oder nicht. Nach einiger Zeit bleiben beide stehen und gehen keinen Zentimeter mehr voran. Auch wenn meine Freundin ein anderes bekanntes Pferd vorfürhrt, will sie einfach nicht weiter gehen. In die Augen sehe ich ihr dabei nicht sondern stehe mit dem Rücken zu ihr.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen warum sie das macht.
Angst kann es eigentlich nicht sein, weil sie vorher auch schon auf der Weide gestanden hat und sich dort auskennt. Und so läuft sie ja auch darauf herum.
Und an Vertrauen bzw. keinem Vertrauen zu mir denke ich eher auch nicht, da ich sie von Geburt an habe. Außerdem folgt sie mir auch wenn ich mal (ohne Strick) 5 Meter vorgehe und mit dem Rücken zu ihr stehe.
Oder ist es vielleicht bloß, weil es so warm ist und sie lieber fressen will?
Und teilweise liegt die Weide ja auch im Schatten... aber auch das kann ich doch nicht einfach so 'durchgehen lassen', oder?
Ich weiß nicht, was mit ihr los ist. Kann mir jemand vielleicht helfen?
Ich wäre euch wirklich sehr dankbar, denn ich weiß nicht mehr weiter.
Und schließlich will ich doch vorankommen und sie nicht einfach so auf der Weide stehen lassen, bis sie im Oktober oder so wieder in den Stall kommt.

Viele liebe Grüße, Esther :)
 
26.08.2009
#1
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ShiGi

ShiGi

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Was wurde denn bis jetzt immer mit ihr gemacht, wenn sie von der Weide geholt wurde?
Wie reagierst du, wenn sie einfach stehen bleibt?
Mit "ganztägig auf der Weide" meinst du, dass sie tagsüber auf der Weide steht und nachts in die Box kommt, oder dass sie wirklich 24h auf der Weide steht?
Wie gut lässt sie sich sonst führen?

Ich denke schon, dass sie einfach nur testet, aber um die Situation etwas besser einschätzen zu können, wäre es gut wenn du die Fragen auch noch beantworten könntest.
 
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Esther94

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Erstmal schon mal danke für die Antwort :)
Also eigentlich lässt sie sich gut führen, bloß ist sie noch sehr ängstlich, aber ich weiß ja wie ich dann zu reagieren habe. Bevor sie auf die Weide kam, sind wir regelmäßig (etwa 2x die Woche, bei gutem Wetter) auf dem Hof spazieren gegangen, und auch auf den Weiden und auf dem Sandplatz. Nur halt noch nicht vom Hof runter (höchstens wenn's auf die andere Weide geht)
Sie steht 24h auf der Weide.
Aber als wir sie zum Beispiel auf eine andere Weide gestellt haben, musste ich sie halt auch ein ganz schönes Stück führen.. außer ihrer Ängstlichkeit war alles okey.
Bis jetzt, habe ich etwas mit ziehen versucht..
vorweg vielleicht.. ich bin TOTAL gegen Gewalt!!
Und als ich halt bemerkt hab, das es so oder so nichts wird, habe ich sie Rückwärts gehen lassen. dann zur Zeite abgewendet. Und wieder Rückwärts, dann wieder ein Stück vor, aber wieder an fast der gleichen Stelle blieb sie stehen. Und dann versuchte ich es halt auch, in dem Falle, dass sie Angst hat, ein älteres Pferd vorgehen zu lassen, aber das ging auch nicht.
Mhh, was könnte ich denn da machen? Wenn sie mich 'austestet'?
Weil mit drücken und schieben wird es eh nicht klappen und das will ich auch nicht.

Viele Liebe Grüße und vielen lieben Dank :)
Esther
 
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kraeg

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Hallo,

lass sie an der Stelle, an der sie nicht weiter will, einfach 3 Vorhandwendungen nach links machen und achte darauf, dass sie auch korrekt mit der Hinterhand kreuzt. Mit dem Po weichen ist eine deutliche Geste innerhalb einer Herde, welche der Rangniedrige dem Ranghöheren erweist. Daran erkennst du genau, ob sie dich respektiert oder dich nur testet.

Dann halt an, atme tief aus und gib ihr eine kurze Denkpause.

Dann bittest du sie erneut, dir in die gewünschte Richtung zu folgen. Sobald sie stehenbleibt, drehst du dich um, und lässt sie mit ihrem Po diesesmal nach rechts weichen.

Dieses Spiel, das in Wahrheit ein Kräftemessen des stärkeren Willens ist, machst du so lange, bis sie einen Schritt in die richtige Richtung macht. dann hälst du an und lobst sie ganz intensiv.

Nach kurzer Denkpause beginnst du wieder mit dem Weitergehen.

Du wirst sehen, dass sie irgendwann überzeugt ist, dass sie dir folgen soll und ihr dabei nichts böses geschieht.

Bleib freundlich-lieb-stur
 
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Esther94

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Oh, vielen Dank, das hört sich prima an.
Ich versuche es die Tage mal aus und halte euch auf den laufenden ;)

Vielen, lieben Dank für die Hilfe.

Liebe Grüße, Esther
 
Ronja11

Ronja11

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Das Pferd stand 24 Stunden auf der Weide, ist gerade mal 3 Jahre alt, da soll es sofort funktionieren?

Da heißt erst mal Grundschule! Das Pferd kann nichts dafür - woher soll es was können und machen was vorher nicht verlangt wurde. Es wird totale Verunsicherung sein und keine Sturheit.
 
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Machtnix

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Ich würde mir die Frage stellen, warum ein Pferd keine Lust hat.

Grade junge Pferde wollen -richtig behandelt- vom Grundsatz her erst einmal gefallen, liebsein, Erfolg haben. Erfolg haben (etwas Tolles und Neues zu können) ist etwas, was es schon als Fohlen als Gewinn ansieht.

Man kann immer beobachten, dass Ausbildung auch Bildung ist, denn Pferde wenden das beim Reiten gelernte auch frei in der Herde an (logisch, das Pferd wird konditionell besser, koordinierter, die Muskulatur wird gedehnt und aufgebaut, das Gleichgewicht wird verbessert. Das Pferd lernt mehr Kontrolle über sich und evtl. über andere -ausgebildete Cutting und Working Cowhorse Pferde kontrollieren auch ihre Weidegenossen in bestimmten Situationen oder nur zum Spaß.

Ein Pferd sollte also lernen, dass es Aufgaben bewältigen kann, die es selber für unmöglich hielt (z.B. das erste Seitwärtstreten).
Man darf ein junges Pferd niemals überfordern, das ist Gift für die Ausbildung und das Vertrauen des Pferdes ist dahin, genauso wie seine Motivationsfähigkeit und man erhält ein Korrekturpferd.
Das Pferd muss auf der anderen Seite lernen artig zu sein und den Wünschen des Reiters zu folgen. Frechheiten werden bestraft (was nicht immer Schläge bedeutet. Leichte Verfehlung - Korrektur, mittlere Verfehlung - härtere Korrektur, Bösartigkeit und Austesten - Strafe).
Gerade bei jungen Pferden muss man peinlichst genau darauf bedacht sein, dass das Pferd am Ende immer ein Erfolgsgefühl hat, genauso wie es ein Falsch Gefühl entwickeln muss (deutliche Unzufriedenheit des Reiters, was nicht unbedingt Strafe sein muss. Oft reicht ein Wort oder eine Veränderung des Sitzes).
Es ist dabei wichtig, dass ein junges Pferd den Menschen liebt und ihm unbedingt gefallen will. Diese Erziehung beginnt schon früh. Ein zu früh kann es dabei nicht geben - ein zu Spät gibt es zum Glück auch nicht.
Ich betüddel ein junges Pferd z.B. nur, wenn ich es auch arbeite. Ansonsten wird es fast igenoriert und den anderen Pferden gleich behandelt (bei schwierigen Fällen sogar weniger). Hole ich ein Pferd zur Arbeit (und sei es das Anlongieren), fällt ihm meine ganze Aufmerksamkeit zu, es bekommt alles was es so liebt und vor allen Dingen meine Berührung. Ein Pferd das ich zur Arbeit hole, hat schon beim Putzen meine ganze Aufmerksamkeit und ist der King für die Pferde, die sich auf der Wiese langweilen. Bereite ich ein Jungpferd auf die Arbeit vor (Putzen...) so unterhalte ich mich nicht mit Anderen, sondern meine ganze Aufmerksamkeit gilt diesem Pferd. Ich tu ihm einfach Gutes und vermittle ihm das Gefühl, dass ich (die Cheffin) mich jetzt ganz ihm zuwende.
Schon beim Putzen, Abspritzen, Anbinden... lernt das Pferd.

Ich bin immer ruhig - egal was passiert. Auch wenn ich ein Pferd strafen muss, bin ich nur äußerlich gegenüber dem Pferd bedrohlich (Strafe besteht mehr aus Bedrohung als auch Schmerz). Ich bin niemals nachtragend.
 
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Esther94

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Oh, ich war heute wieder bei meinem Pflegepferd und habe den Vorschlag versucht mit der Vorhandswendung und es hat super geklappt. Sie ist mir wirklich wie vorher gefolgt, wenn nicht sogar besser. Vielen, vielen, vielen dank. Wirklich, ich bin ihnen total dankbar..

Zu den anderen (Ronja11 ; Machtnix):
Ich kann nicht ganz deuten, was ihr mir damit sagen wollt. Erstein mal danke, für die Ratschläge. Meint ihr, es ist zu früh, mein Pferd daran zu gewöhnen vernünftig geführt zu werden? Ich verlange ja nicht so viel, denke ich? ich will sie ja lediglich gelegentlich auf der Weider, oder auf den Hof führen. Ist das denn schon zu viel verlangt? ich habe immer das gefühl, dass sie das mit 3 schon alles können sollte.
Nehmt mir mein unwissen bitte nicht böse, es ist mein erstes Fohlen, was ich groß ziehen darf.

Vielen Lieben Dank für all eure Hilfe.

Esther
 
BineKoeln

BineKoeln

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Liebe Esther,

es ist auf keinen Fall zu früh! Wie Machtnix ja schon geschrieben hat gibt es kein "zu früh", aber deine Bedenken gehen sicher in die Richtung, dass du das Pferdchen auch nicht überfordern willst, richtig?

Keine Angst! Sich führen, putzen, pflegen lassen gehört genau in das Repartoir eines 3-jährigen!

Wie ich schon in anderen Threads erwähnt habe, ich es aber vollkommen normal für ein Teenager-Pferd, dass es plötzlich und für den Menschen total unerwartet so tut, als wüßte es nicht, was man wolle, obwohl die "Übung" eigentlich schon gesessen hatte.
Das ist kein Zeichen, dass man was falsch gemacht hat, das ist einfach nur normal.
Da heißt es dran bleiben und den Teenager an seine Grenzen heran führen!
 
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Guest
Also, ohne das jetzt böse zu meinen (vielleicht verstehe ich dich ja auch falsch) aber ich finde es reichlich spät erst bei einem dreijährigen Pferd damit anzufangen es ans Führen zu gewöhnen.... Korrigiert mich wenn ich da falsch liege.
Ich hab damals mit dem Fohlen meiner Stute bereits recht früh geübt es neben der Mutter zu führen, es ans Füße geben und später auch ans Anbinden zu gewöhnen (nicht direkt in den ersten Lebenstagen, aber....) und das hat ganz in Ruhe auch super geklappt mit der Zeit.
Ich kenne das nur so, dass dreijährige Pferde bereits angeritten werden (zumindest ist das doch so das Alter, oder?)... warum fangt ihr erst so spät an?

Gruß
---
EDIT (automatische Beitragszusammenführung):
Zitat: Meint ihr, es ist zu früh, mein Pferd daran zu gewöhnen vernünftig geführt zu werden? Ich verlange ja nicht so viel, denke ich? ich will sie ja lediglich gelegentlich auf der Weider, oder auf den Hof führen. Ist das denn schon zu viel verlangt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ronja11

Ronja11

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Ich sehe es auch so, dass viel zu spät das Führen geübt wird! So etwas bringt man einem Pferd viel früher bei. Deswegen reagiert das Pferd auch so, weil es nach 3 Jahren auf einmal geführt wird. Es ist in keinster Weise Sturheit sondern, sagen wir eher Verwirrtheit.
Hätte es das Führen schon viel früher gelernt, in kleinen Schritten, wäre es jetzt nicht das Problem.

Allerdings halte ich Einreiten mit 3 zu früh. Meine wurden alle nicht vor dem 4. Lebensjahr eingeritten, mein Shetty noch später.
 
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Guest
@Ronja: Ich glaub das kommt auch immer auf das Pferd an. Vor 3 Jahren bin ich auch dagegen (allerdings wie schon gesagt - führen und putzen sollte drin sein :) nix für ungut Esther).
Ich kenn auch Pferde die mit 5 erst angeritten waren. War auch ok. Ich kenn mich da nicht so aus, aber ich ich denke es kommt hauptsächlich darauf an dass das Pferd schon reif genug ist dafür (Psyche, Grundkenntnisse, Vertrauen, Körperbau).
 
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Machtnix

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Im Normalfall beginne ich mit dem Respekt und gleichzeitig mit der Liebe zum Menschen schon sehr früh. Die Liebe zum Menschen erfährt ein Fohlen genau dann, wenn es nach einigen Tagen neugierig wird. Irgendwie ergibt es sich meist, dass man das Fohlen zu fassen bekommt und es einfach mal richtig durchstreichelt (nur kraulen, wo es Pferde eben gern haben), was Fohlen nach der ersten Schrecksekunde sehr genießen.
Eine ruhige Mutter in der Nähe ist natürlich von Vorteil (in der Box, da unsere Stuten uns vertrauen und selber die Streicheleinheiten genießen (in den Tagen direkt nach der Geburt bekommt die Stute sehr viel Aufmerksamkeit, wird geputzt, gewaschen und betüddelt (nie zu viel machen, die Stute muss fast enttäuscht sein, wenn die Sonderbehandlung aufhört) - ihre Reaktion prägt sich ein Fohlen ein.
Die Erziehung beginnt sobald sich das Fohlen gut anfassen lässt und die Nähe des Menschen sucht. Dann beginnt das Hufeheben. Die Erziehung übernimmt die ruhige Mutter bei dieser Übung.
Das Fohlen bekommt das erste Mal dann eine Disziplinarmaßnahme, wenn es beginnt frech zu werden und austestet, wie weit es bei dem Menschen gehen kann. Man sollte dabei nur darauf achten 'pferdisch' zu sprechen, die Stimmlage ändern und ein 'Nein-Wort' einprägen.
Das erste Aufhalftern hat Zeit, wenn ein Fohlen vertraut und höflich ist, gibt es damit nie Probleme.
Unsere Fohlen können mit ca. 6-8 Monaten von Kindern geführt werden (sie bleiben auch ca. 1 Jahr bei der Mutter).

Es ist jedoch niemals zu spät. Ich hatte im letzten Jahr eine junge Stute (Zukauf), die mit über 3 Jahren noch komplett roh war. Die Stute wurde 1x verladen, aufgehalftert und bei einer Fohlenschau vorgeführt. Danach wurde nichts mehr mit dem Pferd gemacht. Sie kannte weder Box, noch Führen, noch Disziplin. Sie wurde gekauft und erst einmal in der neuen Herde integriert. Sie wurde an Menschen gewöhnt und zum Fressen eingestallt. Nach 2 Wochen wurde sie verladen und zu mir in den Stall gebracht. Die erste Nacht allein in einer Box war sicher schwer für sie.
Nach 2 Wochen konnte sie angebunden und geputzt werden, sie geriet nicht mehr in Panik, wenn sie sich verhedderte oder mal auf den Strick trat, sie lief perfekt am Halfter und ließ sich von Jederman führen als wäre sie eine Alte - immer Ruhig bleiben, keine echten Emotionen am Pferd. Lob und Strafe und sichtbare Emotionen muss man dosieren, so dass das Pferd einen verstehen kann und ein 'Nein' Gefühl ohne Angst entwickelt. Auch dieses Pferd wollte -wie alle anderen auch- nach ein paar Tagen einfach nur dem Menschen gefallen, denn Lob muss immer überwiegen.
Die Stute war sehr schreckhaft - ein Problem an dem ich jetzt nach 9 Monaten noch immer arbeite, nach einigen Monaten jedoch nur noch unterm Sattel.
Nach einem Monat lief die Stute fast perfekt an der Longe (alle 3 Grundgangarten in guter Haltung, alle Kommandos, rückwärts auf Stimmhilfe, Anhalten und Stillstehen, fliegende Wechsel -sie wechselte von Anfang an gern, man musste das nur unterstützen-, alles in Dehungshaltung am Halfter oder Sidepull und gebogen ohne dass ich viel korrigieren musste) nur manchmal ging ihr Temperament mit ihr durch, außerdem war sie äußerst zickig und trat extrem nach anderen Pferden, was jetzt so gut wie korrigiert ist.

Nach 3 Monaten beherrschte die Stute unterm Sattel alle 3 Grundgangarten geradeaus und auf dem Zirkel, Seitwärts und Rückwärts, sie stand still beim Aufsteigen und konnte kurzfristig am losen Zügel in Dehnungshaltun laufen. Nach 3 Monaten nahm ich die Zickigkeit in Angriff.
Am Ende dieser ersten 3 Monate lernte sie ein Gebiss kennen - zuvor bin ich mit Sidepull geritten.

Nach 9 Monaten konzentrierter Arbeit an ihrer leider sehr kurzen Konzentrationsfährigkeit und Schreckhaftigkeit das erste Turnier. Sie musste 1 Tag vorher anreisen und mit den äußeren Gegebenheiten vertraut gemacht werden. Sie wurde am Prüfungstag noch einmal früh in der Prüfungshalle geritten und mit allen Hindernissen vertraut gemacht, da sie am ersten Tag extrem schreckhaft und entsprechend wehrig war (Weigerung, wegspringen, steigen, große Angst).
Sie belegte auf einer großen Show den 2. Platz.
Auf die 2. Prüfung wurde verzichtet, da sie mit der neuen Halle und den anderen Anforderungen überfordert gewesen wäre.
Die Ausbildung geht natürlich weiter.

Was ich mit dieser kleinen Geschichte sagen will ist, dass es zwar nie zu früh ist, jedoch auch nie zu spät. Solange ein Pferd roh ist und nicht schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht hat. Als schlechte Erfahrung zähle ich auch, wenn das Pferd schon gelernt hat, sich oder anderen Pferden mehr zu vertrauen als dem Menschen.
 
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@Machtnix: seh ich im Grunde genommen genauso. Das was ich gesagt hab dass es auf das Pferd ankommt ((Psyche, Grundkenntnisse, Vertrauen, Körperbau) deckt sich ja eigentlich mit dem was du sagst.
Hab ja nicht gesagt dass es ZU spät ist, für das Pferd (und auch für den späteren Besitzer) ist es natürlich stressfreier und einfacher, wenn es (wie du auch schon sagtest) bereits im ersten Fohlenalter die ersten (hoffentlich immer nur liebevollen aber konsequenten und pferdegerechten) Erfahrungen macht.
 
Ronja11

Ronja11

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Die körperliche Reife (Wachstumfugen geschlossen) ist beim Pferd nicht vorm 4. Lebensjahr! Also ist die körperliche Reife nicht da. Die Psyche wird durch gute Vorbereitung gestärkt - Das heißt, zwar Übungen mit dem Pferd, viel Pferdegesellschaft - aber nicht Reiten! Ponys sind noch später reif, Isis erst mit 6 Jahren.
 
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Das die Psyche durch reiten gestärkt wird hab ich ja auch nicht gesagt. Ich habe ja gemeint dass das Pferd vorher schon soweit sein sollte ehe man reitet.
Das bei jeder Pferderasse alle Epiphysenfugen erst mit 4 Jahren geschlossen sind stimmt nicht so ganz... Soweit ich mich entsinne hängt das von den jeweiligen Lokalisationen der Fugen ab.
zB. schließen sich die Fugen an den Zehengelenken schon im Alter von 6-9 Monaten, die des Metakarpus/Röhrbeins im Alter von 9-12 Monaten usw....Alles andere müsste ich jetzt nochmal nachschlagen.

LG
 
BineKoeln

BineKoeln

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Ihr Lieben,
die Feststellung, dass es jetzt womöglich zu spät ist und dass man besser mal früher was gemacht hätte, bringt Esther nicht wirklich weiter...

Ich denke, sie will eher wissen, was jetzt zu tun ist ;)
 
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