Junge Stute tritt und ist zickig (Achtung lang)

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Machtnix

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Vielleicht hat Jemand einen Tipp für mich.

Ich reite derzeit eine enorm talentierte junge Stute, sie ist seit 10 Monaten unterm Sattel. Sie ist sehr arbeitswillig, hochintelligent und will sowohl an der Hand als auch unterm Sattel unbedingt gefallen, wobei sie enorm schnell lernt.
Sie kann jedoch auch manchmal ein wenig stur und entsprechend widersetzlich sein, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat.

Nun ist diese Stute leider sehr umweltorientiert, ängstlich und schreckhaft. Erschreckt sich sich kann sie
aus jeder Situation heraus einige Meter zur Seite springen, losrennen oder gar steigen (sich aus dem steigen mit zur Seite genommenem Kopf gar einige Meter nach vorn katapuliteren) - aus wirklich jeder Situation. Daher bekommt sie erst einmal eine Allroundausbildung mit Schwerpunkt auf ihr Talent und mit Schwerpunkt auf Konzentrationsarbeit.

Das Mädel ist außerdem ein anständiges Mädchen, kein anderes Pferd darf an ihren Hintern. In der Bahn gibt es daher jetzt oft Probleme. Sobald ein Pferd nur in ihren 5m Kreis kommt, verspannt sie, zickt und tritt sobald das Pferd sich noch weiter nähert -je nach Pferd.
Vermehrtes Vorwärtsreiten bringt nichts. Sie klemmt und läuft nur nach heftiger Aufforderung mit dem Schenkel vorwärts. Es bringt mir also gar nichts, da ich dann noch immer mit einem verspannten Pferd vorwärtsreite, zwar das Treten vermeide, jedoch die Arbeit erst nach 1/2 Runde wieder aufnehmen kann (den Rest brauche ich um ihr zartes Gemüt wieder unter Kontrolle zu bringen). Bei einer vollen Halle bringt das also so gar nichts, denn ich komme nicht dazu das Pferd -wie gewohnt- auf feine Hilfen einzustellen - eben das woran wir gerade arbeiten.

Auf der Weide ist es übrigens genauso, sie ist freundlich, krault und spielt mit anderen Pferden, wer jedoch an ihr Hinterteil geht, bekommt ihre Hufe zu spüren.

Wie kann man so einem einem Pferd die Angst vor anderen Pferden beim Reiten nehmen, ihr ist ja nie etwas passiert?
 
05.09.2009
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Guest

Hast du schon mal einen Blick in Pferde verstehen geworfen? Mit Achtung und Respekt Vertrauen zu deinem Pferd herzustellen, kann dir vielleicht helfen.
Ronja11

Ronja11

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Einmal ihre Treterei in der Bahn geht gar nicht. Wenn ein Pferd den Reiter nicht so ernst nimmt, nimmt es das selber in der Hand und tritt. (Es geht nicht darum, wenn ein Pferd wirklich zu dicht ist!)
Dann sehe ich ihre "Auswüchse" nicht als Zickerei an, sondern als Überforderung! Gerade wenn sie so lernwillig ist, verlieren oft die Reiter den Überblick, wieviel man dem Pferd zumuten kann.
Also, ein paar Schritte zurück!
Die Schreckhaftigkeit: Wie ist das Pferd aufgewachsen, hat es viel gesehen, ist man mit ihr Spazieren gegangen, lebt sie in einer geschlossenen Box oder kann sie an der Umwelt teilnehmen. Wenn dies alles nicht ist, kann es sein, dass sie es erst lernen muss, dass draußen nichts gefährliches ist.

Wenn sie das alles hat, sehe ich es als Übersprungshandlung - das heißt, sie fühlt sich überfordert und reagiert sich so ab.
 
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Machtnix

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Die Stute wurde als Fohlen ans Halfter gewöhnt und auf einer Fohlenschau vorgestellt. Danach wurde nichts mehr mit ihr gemacht. Sie wuchs frei in einer Herde auf. Aufgrund einer schweren Erkrankung ihres Besitzers konnte mit dem Pferd nicht gearbeitet werden.
Wir haben sie mit Ende 3 gekauft. Das Aufhalftern und Verladen war relativ einfach. Auf der Fahrt (immerhin waren es ca. 5 Std. war sie ruhig und fraß ihr Heu).
Sie wurde dann an Hufe geben, Putzen (was sie von Anfang an sehr genoss) und an eine Box gewöhnt. Sie stand in einer Herde, wo sie sich recht zickig benahm, jedoch auch gern spielte.
Danach wechselte sie den Stall (kam zu mir). Sie wurde ans Anbinden und Longieren gewöhnt. Dann wurde sie angeritten, was problemlos war, denn sie wollte gefallen. Schon beim Führen zeigte sich ihre Agression gegen andere Pferde von hinten. Weiterhin hatt sie natürlich täglichen Weidegang mit anderen Pferden. Sie bleibt jedoch auch allein auf dem Paddock und auf der Wiese (mit Nachbarpferden, auch das wurde langsam geübt).

Ich denke nicht, dass die Stute überfordert ist, denn sie arbeitet willig und ist mit enorm feinen Hilfen (für ein Pferd ihres Ausbildungsstands) zu reiten.
Sie belegte auf einem großen Turnier gegenüber Pferden, die schon 2 Jahre länger unterm Sattel sind, den 2. Platz. Dafür musste sie jedoch einen Tag früher anreisen und die Umgebung kennenlernen. Sie wurde dann morgends früh noch einmal geritten um die Hindernisse kennenzulernen und startete ca. 4 Std. später in perfekter Haltung (es fehlten leider nur 0,5 Punkte zum Sieg).
Sie ist mittlerweile problemlos zu verladen und vertraut total. Im Gegenteil, es macht ihr Riesenspaß sich irgendwie im Strick zu fesseln damit sich sie befreie und lobe.

Beim Reiten liegt der Schwerpunkt absolut auf ihrer Konzentration und Haltung. Sie ist mit enorm feinen Hilfen zu reiten.
Überforderung schließe ich eigentlich aus, da sie von sich aus sehr viel mehr bringen will als ich fordere. Am Halfter der Longe zeigt sie z.B. schon sehr viel mehr als ich reite (fliegende Wechsel kann ich an der Longe willentlich herbeiführen).
Derzeit wird sie einfach nur locker geritten, was bedeutet, dass ich sehr auf ihre Selbsthaltung achte. Galoppvolten in Außenstellung sind für sie ein Klacks. Auf beiden Händen ist sie so gut wie geradegerichtet (nur sehr selten macht sie noch einen Fehler und lässt die rechte Schulter hängen).
 
Ronja11

Ronja11

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Ich finde, wenn ich das so lese, dass Du ganz schön viel von einem Pferd verlangst, dass gerade mal 10 Monate unterm Sattel ist!

Fliegende Wechsel an der Longe!!! Einmal ist für ein so kurz eingerittenes Pferd ganz schön arg, so etwas auf einem 16 m Kreis zu machen.
Sie kennt also erst kurze Zeit mehr...wenn sie beim Vorbesitzer "nur" - was ja erstmal richtig für ein junges Pferd ist - auf der Weide war und jetzt muss alles lernen, aufs Turnier muss sie schon, Du arbeitest an ihre Haltung als Hauptziel - ich denke, Du meinst an Aufrichtung -das finde ich als totale Überforderung!
Gerade wenn Pferde erstmal willig sind - wird viel oft viel zu viel von ihnen verlangt.
 
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Machtnix

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Sorry, ich hatte wohl vergessen, dass das Pferd westerngeritten ist und die Selbsthaltung also die Dehnungshaltung ist.
Das Turnier war eine Jungpferde Trailprüfung, auf der sie trotz großer Konkurrenz (die ja teilweise seit sie 2 Jahre ist unterm Sattel ist) den 2. Platz belegte.

Den Wechsel bietet sie selber an, jedoch nicht auf dem Kreisbogen, sondern an der Longe auf der dann Geraden (geht sofort, somit muss man den Kreis nicht großartig vergrößern, nur Tempo und Stellung müssen in der Vorbereitung stimmen, der Wechsel selber geht von allein).
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Ich würde da auch erstmal einen Gang zurückschrauben. Wenig Arbeit zu Pferd und mehr Arbeit zu Fuß.
Es ist ja schön, wenn sie so willig ist, aber so wie sie sich benimmt, muss da erstmal nocheinmal ganz genau geklärt werden, wie Rangfolge aussieht.

Ein paar ausgiebige Spaziergänge und Gelassenheitsübungen wären meiner Meinung nach angebracht, um ihre Schreckhaftigkeit besser in den Griff zu bekommen. Da lässt sich spielerisch doch schonmal einiges machen.

Und zu Bodenarbeit/Respekttraining würde ich raten. Die Stute hat anscheinend ein Respektproblem - was ja nicht unbedingt schändlich ist, sie ist ja noch jung. Aber gerade dann solltest du ihr vielleicht erstmal die Rollen klar machen: Du Chef, sie Untergebener.
Ein Pferd kann sich auf der Weide/in seinem Stall (sein Reich) aufführen wie es will, aber wenn es in dein Reich kommt, muss es dir folgen, ob es sich nun belästigt fühlt oder nicht.
 
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Machtnix

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Am Boden sind wir eigentlich ganz gut. Sie lässt sich überall hinführen, auch wenn sie Angst hat. Sie überholt nicht, zögert aber auch nicht großartig. Ich kann Bälle, Stöckchen etc. über sie werfen (für den Hund).
Sie lässt sich auch von Kindern überall hinführen. Vertrauen und Respekt gegenüber dem Menschen sind da. Sie tritt auch wenn sie geführt wird nicht nach anderen Pferden, sobald ich sie anspreche. Was mich stört ist nur ihr ewiges Verspannen. Jedesmal muss ich das Training unterbrechen und von vorn anfangen, weil sie nicht bei mir ist, sobald sich ein anderes Pferd nähert. Bei nur einem oder 2 Mitreitern ist das ja nicht so schlimm, problamtisch wirds wenn die Bahn voller wird, dann ist an vernünftiges lockeres Reiten mit feinen Hilfen nicht zu denken.
Genausoschwer tu ich mich mit disziplinarischen Maßnahmen in so einem Augenblick, denn sie scheint wirklich Angst zu haben. Das Treten ist mittlerweile recht gut im Griff (nur wenns richtig eng wird), sie verspannt nur völlig und ist total unkonzentriert.
Daher übe ich mich derzeit in der Vermeidungstaktik, was mich jedoch bei schlechter werdendem Wetter und einer somit volleren Halle vor Probleme stellt. Ich weiß selber, dass sich das Problem nicht durch Vermeiden löst und arbeite extrem an ihrer Konzentration und Rittigkeit. Nur kann ich in einer Bahn voller Englischreiter nicht plötzlich Stangen und Pylonen aufbauen um sie konzentriert zu halten.
Allein oder mit einem Mitreiter arbeitet sie konzentriert und gut (so lange das andere Pferd nicht eines der Tiere ist, die besonders hart auftreten -z.B. Friesen).
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Mh... wenns zu Fuß soweit klappt würde ich ausreiten und auch so eure Zusammenarbeit festigen.
Obwohl das "eigentlich ganz gut" nicht so überzeugend klingt.

Das Verspannen beim Reiten ist natürlich doof. Kannst du dir nicht mal jemanden zur Hilfe nehmen, der immer wieder an dir vorbeireiten soll, während du verschiedene Taktiken ausprobierst, um zu sehen, wie du sie vielleicht davon ablenken kannst sich an den anderen Pferd aufzuhalten ?
Vielleicht hilft es ja auch, wenn du sehr frühzeitig anfängst sie stärker zu fordern, bevor jemand an ihr vorbeireitet. Oder du erinnerst sie mit Stimme oder Gerte oder wie auch immer daran, dass bei dir oben die Musik spielt.
 
Zirkuspferd

Zirkuspferd

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Meine hat sich, als sie jünger war, immer wenn in der Halle Reiter mit Gerten unterwegs waren, vergleichbar "angestellt" (Kopf hochgerissen, total verspannt, losgerannt).

Ich habe ihr "Gehampel" schlichtweg ignoriert und nur versucht, ihre Aufmerksamkeit schnellstmöglich auf mich zurückzulenken, indem ich z.B. sofort in eine Volte abgedreht habe, oder aber Schlangenlinien durch die Bahn geritten bin oder angaloppiert bin oder oder oder. Der schlichte Versuch, sie zurückzuholen, indem ich sie vorwärts reite (so wie Du es bei Deiner versuchst, wenn ich das richtig verstanden habe), hat absolut überhaupt nichts gebracht, weil sie für das schlichte Vorwärtsreiten ihren Kopf nicht benützen braucht - verstehst Du, was ich meine?

Jedenfalls hab ich sie mit diesen Aufgaben meistens ziemlich schnell wieder bei mir gehabt (auf die korrekte Haltung habe ich in solchen Momenten erstmal gepfiffen, wichtiger war mir, dass sie kopfmässig zu mir zurückkehrte!).

Und als nächsten Schritt habe ich dann tatsächlich - wie Solyent schon angeraten hatte - "Konfrontationstraining" gemacht, d.h. ich bin möglichst viel mit anderen geritten, die Gerten dabei hatten. Hatte mich mit denen abgesprochen, dass sie oft dicht an mich vorbei reiten, mein Pferd auch mal im Vorbeireiten mit der Gerte berühren etc. Wir sind auch zwischen zwei Reitern, die uns entgegenkamen durchgeritten (wie eine enge Gasse) etc. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber irgendwann hat mein Pferd eingesehen, dass es nix bringt, sich wegen der Gerten aufzuregen.

Viel Glück!
 
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