- *Seufz**Viele Tränen und Fragen* Beitrag #1
Benedikt
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Teil 1 hier --> https://www.tierforum.de/blogs/benedikt/1065-seufz-ich-weiss-keinen-titel.html#comment4971
Hallo!
So heute gibt es mal wieder etwas Neues von Benjamin. Ich wollte schon eher schreiben, war aber nicht fähig, also irgendwie schon aber auch nicht. Habe mich dann erstmal auf anderen Gedanken gebracht indem ich über die Hunde schrieb.
Wo fange ich nur an? Ich weiß nie wo ich Anfangen soll und wie ich es erzählen soll. Kann sein das ich durcheinander schreibe, ich schreibe einfach mal.
Ich fahre ja jeden Tag ins Krankenhaus, manchmal auch zweimal.
Gute Nachricht, seit Freitag liegt Benjamin nicht mehr auf der Intensivstation. Künstlich ernährt muss er trotzdem werden.
An dieser Stelle ein Dankeschön an Sannibunny für die Aufklärung mit der Künstlichen Ernährung. Anscheinend habe ich da den Arzt falsch verstanden. Also erstmal läuft alles wie gehabt über die Nase. Trinken tut er selber, von daher besteht keine Gefahr des Verlernens des Schluckens. Ich habe wohl zu sehr Panik geschoben.
Auch wurden ja Organische Untersuchungen gemacht und er wurde Komplett auf den Kopf gestellt. Organisch ist soweit bis jetzt alles in Ordnung, aber Spätfolgen können noch immer auftreten.
Morgen muss er noch zur Magenspiegelung, da beim Röntgen am Bauchraum etwas Merkwürdig war. Wenn er Pech hat auch Darmspiegelung. *grusel* Der Arzt tippt auf Magengeschwüre. Warten wir ab. Und von den Katastrophalen Blutwerten und Mängel an allen möglichen im Blut brauchen wir gar nicht reden.
Der Arzt oder eher die vielen Ärzte (irgendwie sind da so viele verschiedene) haben gemeint es kann passieren, das Benjamin nicht mehr richtig gesund wird und immer mit der Sucht den „Nicht Essens“ zu kämpfen hat. Er macht das ja nicht weil er einem Schönheitsideal entsprechen will, sondern weil er mit seiner Psyche nicht im reinen ist und wer Psychisch labil ist, bei dem Äußert sich das halt auch Körperlich.
Aber ich verstehe nicht, warum er nie um Hilfe gefragt hat? Als nach und nach seine Freunde gestorben sind, sollte er zum Schulpsychologen, das hat er alles als Quatsch abgetan.
Aber es kommen immer mehr Sachen so an das Tageslicht die einen jetzt erst auffallen. Warum jetzt erst wo es zu spät ist? Warum habe ich es nicht eher gemerkt?
Seit letzten Jahr wo soviel passiert ist, hat er sich so extrem in der Schule gesteigert. Er hat nebenbei noch Privat Fremdsprachen gelernt. Hat sich geradezu in die Arbeit gestürzt.
Der Arzt meint, das er einfach nur alles verdrängen wollte in dem er sich mit was anderen beschäftigt. Wir wussten alle dass ihn die vielen Todesfälle mitgenommen haben, als er nach ein paar Wochen nicht mehr darüber sprach und nicht drüber sprechen wollte, haben wir auch nicht mehr darüber geredet.
Es war ein Fehler! Wir hätten genau das Gegenteil machen sollen, nämlich reden.
Aber nachdem er sich wieder normal um seine anderen Freunde gekümmert hat und weggegangen haben wir uns nichts weiter bei gedacht.
Auf jeden fall, hat der Arzt gemeint, dass Benjamin das „nicht essen“ nicht mal mit Absicht gemacht hat, sondern einfach so reingerutscht ist, selber nicht bewusst was eigentlich ist. Wahrscheinlich hatte er vor Kummer und Trauer keinen Appetit und hat erstmal nichts gegessen. Und es kann passieren dass er da immer wieder reinrutscht wenn er Kummer hat.
*Ich wusste er ist sensibel aber das sich das so äußert?*
Aufjedenfall konnten wir den Arzt das auch bestätigen, er hat nur viel geweint und nichts gegessen und wenn doch dann ist ihm schlecht geworden. Aber nach ein paar Tagen saß er wieder mit uns am Tisch und hat gegessen. alles normal wie immer gewesen.
Ich habe ihn dann gefragt ob er gegessen hat oder schon da vorgetäuscht.
Er hat nur gegessen, weil sich alle soviel Sorgen gemacht haben und das wollte er nicht. Aber ihm ist immer wieder schlecht geworden und er hat ausgespuckt alles wieder. Warum habe ich das nicht mitbekommen? Irgendwann konnte er gar nicht mehr essen und hat so getan als ob.
Warum hat er nicht mit mir gesprochen? Warum nicht mit seinen besten Freund? Warum nicht mit seinen Freund? Es war ihm Peinlich, und nachdem sich alle im letzten Jahr so oder so zu viele Sorgen gemacht haben, wollte er das sich alle keine Sorgen mehr machen müssen und er selber wollte nicht zu denen gehören, die nur aus Haut und Knochen bestehen und überhaupt schrecklich aussehen, er wollte es nicht wahrhaben, obwohl er es wusste.
In diesem Jahr hat sein Freund Bodo zuerst bemerkt das er abgenommen hat. (Logisch schlafen ja Seite an Seite) aber Benjamin schob es auf den vielen Stress in der Schule. Alle haben wir ihm geglaubt. Nur ist mir irgendwann aufgefallen das etwas nicht stimmt. Ich habe es schon gespürt gehabt aber diese schleichende wissende Gefühl unterdrückt. Wollte ich es nicht wahr haben?
Am Freitag habe ich ihn genau das gefragt: Warum hat er nichts gesagt? Warum hat er damals die Hilfe von Schulpsychologen nicht angenommen? Warum will er sich selber so schleichend und langsam umbringen?
Ich habe ihn angeschrieen. Oh Gott wir sind zwar beide Unterschiedlich und haben uns schon oft gestritten aber so geschrieen habe ich noch nicht. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich habe ihn gefragt, warum er so egoistisch ist? Warum er Selbstmord auf Raten macht? Denkt er nicht an die Familie, an mich? Was ist mit Littel Foot, sie ist unglücklich seit er weg ist. Was ist mit all den Menschen die ihn lieben. Sein Freund, seine Freunde. Ob er überhaupt eine Ahnung hat was angerichtet hat.
Ich habe noch mehr gesagt weiß aber nicht mehr genau was. Ich weiß nur das mir schlecht wurde ich mich übergeben musste, das mir schwindlig war und ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, aber irgendwie doch stand und nur am heulen war.
Dann weiß ich nicht mehr weiter, weil alles schwarz war.
Irgendwann fühlte ich mich wie in Watte gepackt. Super…ich lag in einen Krankenbett und meine Eltern schauten mich voller Sorge an und Benjamin saß in einen Rollstuhl an meiner Seite hielt meine Hand wie ich seine auf der Intensiv gehalten habe und war nur am heulen. Mein Kreislauf hatte schlapp gemacht. Und mir wurde auch was zur Beruhigung gegeben. Daher also dieses Wattegefühl.
Er hat geheult und hat immer nur gesagt dass es ihm Leid tut. Zum Schluss haben wir beide geheult.
Er hat gesagt dass er eine Therapie machen will.
Warten wir ab was der Arzt Morgen noch sagt.
Danke für das lesen und zuhören und vor allen eure Anteilnahem. Bitte nicht böse sein wenn ich mich nicht immer gleich melde, aber wenigsten für ein paar Minuten am Tag möchte ich alles vergessen und wenn es sich nur so äußert das ich hier im Forum rumgeistere. Meist ist es auch so, das ich nach den Krankenhaus besuch erstmal alles sacken lassen muss und meine Gefühle sortieren.
