Hallo, tolles Thema
Mein Vater hatte schon immer Hunde: Aus Erzählungen weiß ich von zwei Leonbergern, einem Wachtelhund, einem Cocker-Mix und einem DSH-Rotti-Bullterrier (?). Die letzten beiden hatte er schon, als ich geboren wurde. Leider musste er sie abgeben, da letzterer krank wurde und ein Kind ihm einfach zu viel Stress und auch Schmerz (wenn ich ihn angefasst habe) bereitet hat. Mein Vater gab beide, die unzertrennlich waren (der erste war eigentlich der seiner Ex, die keinen Bock mehr hatte :roll

schweren Herzens an einen guten Bekannten ab, der sich rührend um sie kümmerte und ihnen einen schönen Lebensabend bereitete.
Als ich 7/8 war übernahmen wir eine Hündin als Welpe von einem Bauernhof, der wiederum die trächtige Hündin aufgenommen hatte, weil der Besitzer keine Lust hatte, sich um das Problem zu kümmern :?. Sie war eine von vier, allerdings starben ihre Geschwister kurz nach oder sogar noch während der Geburt. Die Mutter war überfordert und verstieß ihren Welpen, sodass wir die Hündin schon mit etwas über 5 Wochen übernahmen und von Hand aufzogen und noch etwas mit Welpenmilch zufütterten. Da habe ich glaube ich das meiste über Welpenaufzucht gelernt

. Sie verstarb leider am 10.05.2002 an Krebs.
Zu ihr kam 2001 der Hovi-Rüde meiner Mutter dazu, der mein ganzes Wissen in Sachen Tiermedizin zu verantworten hat

roll

, dazu gehört Eigenrecherche im www und der Uni-Bibliothek, lange Gespräche mit TAs, Erklärungen über Medis, Krankheiten und Symptome. Da habe ich auch gelernt, füt einen kranken Hund Futter zu wiegen, Kot zu untersuchen, Tabletten zu geben, Bißwunden zu versorgen, im Notfall Erste Hilfe zu leisten und Schmerzen zu lindern und Buch über all das zu führen. Ich habe ihn mit 15 öfter alleine betreut (aufgrund von Krankheit mehrere Wochen, zusammen mit meinem eigenen Hund). Da habe ich auch gleich gelernt wie es ist, zwei Hunde zu haben, und wie anstregend das sein kann, besonders wenn einer krank ist.
2004 bekam ich meinen ersten eigenen Hund, der Welpe einer Strassenhündin, die mit 8 Überraschungen im Bauch zu ihren neuen, ahnungslosen Besitzern in Deutschland kam. Er hat sich mehr oder weniger selbst erzogen. Ich ging mit ihm dennoch auf Hundesportpätze und nahm an Prüfungen und Wettbewerben teil (ab und an haben wir sogar gewonnen :mrgreen

. Ich habe dann auch das erste Mal ein paar Bücher zum Thema Erziehung gelesen und Seminare besucht, zur allgemeinen Erziehung und zu bestimmten Sportarten. Ich habe mir auch ab und an höherrangige Prüfungen angeschaut, Jugendlichenveranstaltungen besucht, Versammlungen, Zeltlager, Kompaktkurse usw.
Nachdem Max aber am 04.01.2011 verstarb habe ich nun meinen zweiten eigenen Hund, diesmal ein "Auslandsimport". Da ich mit ihm das barfen angefangen habe fordert er mich gerade besonders :mrgreen:. Somit haben wir jetzt alles abgedeckt - Gesundheit, Erziehung/Haltung und Ernährung, die Rassen gehen ja nebenher

. Ich habe also auch das meiste über Praxis gelernt, bzw. schon bevor ich selbst lesen konnte. Mein Vater ist ein äußerst cholerischer Mensch wenn er arbeitet, aber er war derjenige, der auch in meiner Erziehung immer wert darauf legte, mir folgendes beizubringen, auch wenn wir sonst eher wenig miteinander reden:
"Ein Tier vertraut seinem Halter und verlässt sich auf ihn. Ein Tier versteht niemals, wenn man schlechte Laune oder Kopfschmerzen hat und darf das daher auch nicht spüren. Gegenüber einem Tier wird niemals Gewalt angewandt oder geschrien, die Hand erhoben, an ihm gezogen, nach ihm getreten oder "zweckmäßige" Halsbänder angelegt, denn ein Tier ist stets gutmütig, der Mensch macht das Tier zum Monster, aber niemals ist das Tier an einem Fehlverhalten Schuld, es folgt höchstens seinem Instinkt. Ein Tier wird niemals im Stich gelassen, d.h. Urlaub findet mit dem Hund statt, der Hund darf niemals lange alleine sein (bei uns gar nicht) und wer meint, jeden abend feiern zu müssen und tagsüber zu schlafen ist kein Hundemensch, denn ein Hund braucht dauerhafte Betreuung, zu jeder Zeit, zu jedem Wetter, unabhängig der Stimmung seines Halters. Und: Ein Hund braucht Fleisch (mein Vater hat Teilgebarft mit Rohfleisch, Fleischdosen, Flocken und Trockenfutter)"
Und egal wie viel ich lese und lerne, nichts ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen wie das, was mein Vater mir über die Hundehaltung erklärt hat (nicht 100% wortwörtlich, aber ich habs glaube ich fast getroffen) und nichts hat mich mehr im Umgang mit meinem Hund und auch den Tieren anderer beeinflusst, wie diese Worte und zu sehen, wie mein im Büro brüllender Vater sich mitten im Satz von der heulenden Sekretärin abwendet und meinen quiekenden Hund zur Begrüßung tätschelt und ihm dabei in bemerkenswert ruhigem Ton erklärt, dass er ja nichts falsch gemacht habe und er sich freue, ihn aber bitten muss, etwas leiser zu sein, da nebenan telefoniert wird! oO
LG (Mann war das jetzt viel Text :shock:, muss ja keiner lesen^^)