Naja, ob es nun ein Auslandshund wird oder nicht, sollte ja ihr überlassen bleiben

Es ging ja nur darum, worauf man zu achten hat.
Wenn es ein Tierschutzhund wird, rate ich grundsätzlich eigentlich immer dazu, nur Hunde in Erwägung zu ziehen, die man besuchen kann - gerade bei deinen Ansprüchen. Jemand, der es "sich leisten kann" irgendeinen Hund zu nehmen, der kann auch mutig sein und den Hund direkt aus dem Ausland oder einen anderen Stadt nehmen, solange er die Konsequenzen auch trägt. Aber bei einem kleinen Kind und einem bereits vorhandenen Hund würde ich das Risiko auch nicht eingehen.
Ich hab mal eine grobe Liste erstellt, auf die ich wert legen würde, wenn ich mir eine Tierschutzorga anschaue (Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit

):
- Es sollte nicht nur darum gehen, die Tiere zu vermitteln. Das ist vor allem bei einer Auslandsorga wichtig. Wenn Hunde nur vermittelt werden und sonst nix getan wird, ist langfristig keinem damit geholfen. Das würde ich auch nicht unterstützen.
- Es muss ersichtlich sein, wer der Ansprechpartner und/oder Vorsitzende des Vereins ist (das Impressum beachten!). Jener muss auch nach der Vermittlung noch zur Verfügung stehen, wenn es Probleme gibt.
- Die Organisation ist bemüht auch den passenden Halter zu finden und vermittelt nicht wahllos (wenn möglich also Vor-und/oder Nachkontrollen und ein Gespräch über die Lebensverhältnisse sowie den Charakter des Hundes).
- Es gibt Pflegestellen und die Tiere werden nicht ausschließlich ausgeflogen. Das ist - wie gesagt - vor allem für dich wichtig.
- Die Orga hat zumindest Basiskenntnisse von richtiger Hundeerziehung und Hundeverhalten (wie sollen sie dein Tier sonst einschätzen?). Klingt erstmal selbstverständlich aber das ist es leider nicht.
- Die Orga arbeitet nicht in Konkurrenz zu anderen Tierheimen - bestenfalls hilft man sich gegenseitig.
- Es wird kein Druck ausgeübt! Wenn die schon mit dem Tod des Tieres drohen, stimmt was nicht.
- Alle Fragen zu schlimmsten Macken (physischer und psychischer Art) können zufriedenstellend beantwortet werden - oder versprechen zumindest einen Check-up beim TA. - Dazu gehören auch Impfungen und Chip (fürs Ausland auch Mittelmeerkrankheiten)
- Transparenz bzgl. der Spenden. Bestenfalls zeigen sie Bilder, wie und wo die Sachspenden eingesetzt werden und bei Geldspenden sollte - sofern möglich - auch grob angegeben werden, was man damit vor hat. Reicht es nur für Futter? Wird eine neuen Quarantänestation gebaut?
- Kein Animalhording. Wenn du zu einer Pflegestelle fährst und sie offensichtlich mehr Tiere hat als die bewältigen kann - Finger weg.
Was Mittelmeerkrankheiten und TAs im Ausland angeht, würde ich mir nicht so viele Gedanken machen. Mittelmeerkrankheiten sind zwar immer ein Thema, aber wenn der Check negativ verlaufen ist (den Test kann man wohl so nach 15 Monaten mit sicherem Ergebnis machen), ist das kein Problem. Es gibt auch genug Auslandsorgas, die einen sterilen Op-Raum haben oder gute TA Praxen. Das mag jetzt nicht in jedem kleinen Dorf so sein, aber wenn die Orga nicht gerade in der Pampa ist, mach dir da keine Gedanken. Optimalerweise siehst du auf der HP Bilder zu deren "Praxis".
Sowohl im Ausland als auch im Inland gibt es hunde- und kinderverträgliche Hunde. Das kommt wirklich auch immer auf das Individuum und wo es gelebt hat. War er bei einem Menschen, der den Hund als Gebrauchshund nutzte? War der Hund ein verwildeter Straßenhund? Ist er ein Welpe? War er ein Straßenhund, der mit den ärmeren Menschen (z.B. in den östlichen Ländern) zusammenlebte und durch diese ein Stück Brot bekam? Da sind dann wirklich die Orgas gefragt, die über die Hunde bescheid wissen müssen. Wenn die da schon so voll des Lobes sind und bei 3-4 Hunden nicht eine einzige Macke finden, wäre ich schonmal skeptisch.
Im Inland ist es ja nicht viel anders. Wenn der Hund behütet lebte, wird man wenig Probleme haben. Wenn er von einem Tyrannen befreit werden musste, ist er vielleicht nix für eine Familie mit kleinem Kind.
Ich hoffe, ich konnte mit dem riesen Text ein Stück helfen :uups: