Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht?

Diskutiere Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? im Hunde Gesundheit Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, zu meiner Threadeingangsfrage komme ich, weil ich selber ein totaler Liebhaber der Rasse Mops bin. Ich hätte früher nie gedacht, dass...
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #1
G

Gundel

Beiträge
102
Punkte Reaktionen
0
Hallo,

zu meiner Threadeingangsfrage komme ich, weil ich selber ein totaler Liebhaber der Rasse Mops bin. Ich hätte früher nie gedacht, dass diese Rasse für mich überhaupt interessant sein könnte. Irgendwann hat es dann gefunkt und ich war infiziert vom Mops-Virus. Während meiner Suche nach einem Mops bin ich mehr oder weniger aus Zufall auf meine zwei jetzt bei mir lebenden Hunde gestoßen. Sie wurden als Notfallabgabe an einem schwarzen Brett angeschlagen. Sie waren nicht stubenrein, sehr ängstlich an der Leine etc. Relativ spontan habe ich mich gegen meinen Wunsch einer Welpe entschieden und die beiden zu mir genommen.

Einer der besten Entscheidungen meines Lebens. Mittlerweile würde keiner mehr annehmen, dass sie damals so verstört waren! Und sie haben mir nur geholfen, meine Liebe zu dieser Rasse noch zu vertiefen.

Als totaler Liebhaber der Rasse habe ich natürlich auch die Diskussionen über den Mops mitbekommen und die Rasse trotz meiner Leidenschaft kritisch betrachtet. Ich bin auf Seiten umhergesurft, habe mir pro und contra durchgelesen, habe mir viele viele Meinungen durchgelesen und habe dann etwas beschlossen.

Wenn die Rahmenbedingungen passen, die finanzielle Grundlage und die notwendige Zeit da ist, möchte ich gerne in die Zucht einsteigen. Allerdings ist das ein langfristig gesetztes Ziel, welches vielleicht nie erreicht wird. Warum nicht? Weil es definitiv nicht in den nächsten paar Monaten, nichtmal in den nächsten 2 - 3 Jahren umgesetzt werden wird. Die Rahmenbedingungen passen zur Zeit einfach noch nicht und ich habe keine Kristallkugel, die mir sagt, was in 4 Jahren ist, die Zeit, die ich aus jetziger Sicht als passend ansehe.

Das alles hält mich nicht davon ab, mich trotzdem darauf vorzubereiten. Alles Wissen kann ja am Ende nur gut für mich sein.

Für mich ist es wichtig, dass ich Fakten über den Mops bekomme. Objektive Fakten. Ich möchte die Rasse richtig kennen lernen. Dabei versuche ich meine rosarote Brille so gut wie möglich abzulegen, kritische Sachen genauso zu hinterfragen wie Stimmen der Befürworter.

Also stand für mich im Vordergrund - Was ist der Mops eigentlich? Warum hat er so einen schlechten Ruf (denn trotz der widrigen Herkunft meiner beiden - und sie sind definitiv nicht von einem Züchter, wenn auch reinrassig) haben meine keine der üblichen Beeinträchtigungen, die so gerne bei der Rasse genannt werden. Durch Treffen mit anderen Mopsbesitzern und Kommunikation über das Internet, kann ich nicht behaupten, dass alle negativen Stimmen bestätigt werden. Eher im Gegenteil...

Mir fällt einfach auf, dass der Mops eine sehr schlechte Lobby hat. Was ich aber viel trauriger finde, dass viele mit Halbwissen um sich werfen, eher befürworten, dass Mixe so teuer verkauft werden wie Rassehunde von guten Züchtern, dass soviel gelogen wird, um die Welpen zu verkaufen, sich selbst ins bessere Licht zu stellen usw.

Mir als Mopsliebhaber tut das weh. Völlig unabhängig von einem möglichen Zuchtvorhaben. Denn ich habe Angst, dass diese Rasse total versaut wird, weil so viele meinen sie retten zu müssen und im Grunde nichts anderes machen, wie sich eine Züchtergeschichte schön zu reden.

Ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich über Google nach weiteren Meinungen, Fakten etc. gesucht habe. Ich habe über die Googlesuche einen Beitrag gefunden, der sich auf "Qualzuchten" bezieht. Gerne wollte ich dort in die Diskussion einsteigen, habe den Beitrag aber nach der Registrierung nicht mehr gefunden. Da der Beitrag aber schon älter war, habe ich mich entschlossen, wenn ich schon mal hier bin, dann kann ich auch direkt mit der Tür ins Haus und das Thema eröffnen.

Eigentlich wollte ich sowas vermeiden, denn ich möchte definitiv nicht, dass es provokativ wirkt. Gerne möchte ich Meinungen sammeln über Möpse, Retro-Möpse usw. Gerne konstruktiv diskutieren, dann aber bitte nicht mit Halbwahrheiten. Davon habe ich schon so viele gelesen mittlerweile :?

Sorry, dass es so lang geworden ist. Aber ich habe so gerne mitdiskutieren wollen, in den Sachen, die ich gelesen habe, fand aber mein Vorhaben mich anzumelden und einfach drauf los zu diskutieren immer unangebracht. Jetzt habe ich es einfach gewagt und für den Einstieg brauchte es etwas mehr Text.

Ich freu mich, dass ich bei euch bin :)
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht?

Anzeige

  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #2
Tiermedizinische Fakten, die ich in der Praxis/klinik beobachten kann:
1. Möpse sind häufig Opfer von Beißattacken. Der Grund dafür liegt in ihrer Anatomie, in Augen eines anderen Hundes, der keine Möpse kennt, sehen sie nämlich hochaggressiv aus.
2. Selbst aus einer guten Zucht können Möpse die typischen Kurznasenprobleme haben: zu kleine Nasenlöcher, zu starke Fältelung der Nasenmuschseln, zu dickes und zu langes Gaumensegel. Und die damit einhergehenden Atemprobleme und auch einige der folgenden Probleme.
3. Herzprobleme.
4. Refluxösophagitis, d.h. die Speiseröhre entzündet sich, weil ständig Magensaft in die Speiseröhre gezogen wird. Kommt auch durch die Atemprobleme.
5. Augenprobleme, durch die vorstehenden Augen und leichte Verletzungsmöglichkeiten.
6. Hitzschlagproblematik im Sommer

Typische Krankheiten von Neugeborenen und Komplikationen zu Trächtigkeit und Geburt müsste ich erst nachschlagen.

Insgesamt würde ich persönlich mir keinen Mops zulegen und auch nicht züchten. Ich denke, dass ganz besonders die Mopszucht eine Liebhaberzucht ist. Da die Tiere doch relativ viele Probleme haben, muss der Züchter erstmal extrem viel Geld reinstecken. Und mich wundert nicht, dass ein Mops aus guter Zucht gerne mal 2000€ kostet.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #3
Ok, vielen Dank!. Für mich das erste mal, dass jemand das aus dem Gesichtspunkt betrachtet (Sicht Tierarzt).

Ich habe auch Kontakt mit meiner Tierärztin aufgenommen. Das mit den Augenverletzungen hat sie mir ebenfalls gesagt. Zum Thema andere Hunde, habe ich selber bis jetzt selten spezielle Erfahrung gemacht. Es gibt Hunde, die mal entsprechend gereizt reagiert haben, wenn wir unterwegs waren. Allerdings sind wir meist mit drei Hunden unterwegs. Zwei Hunde von uns zeigen so gut wie kein Interesse an vorbeigehenden Hunden. Einer meiner beiden ist ständig auf Kontakt auf, lässt sich aber leicht zum weitergehen bewegen. Da wollte ich noch rausfinden, ob es sich darum handelt, dass die Hunde auf ein Rudel treffen und deshalb verunsichert reagieren können. Denn wenn ich nur mit meinen beiden unterwegs bin, kommen solche Zwischenfälle weniger vor. Allerdings bin ich prinzipiell gegen beschnuppern, Spiel usw. solange die Hunde angeleint sind.

Hm, ich kenne mittlerweile Zuchten, bei denen es kein Gaumensegelproblem gibt. Es ist eine "Altdeutsche Zucht", allerding werden da Möpse mit längerer Nase gezüchtet, ohne dass Fremdrassen eingekreuzt werden und die entsprechenden Deckpartner kommen auch schon mal aus dem Ausland. Also eine sehr gewissenhafte Zucht. Diese Züchterin vereinbart bei Abgabe aller Welpen eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt beim Tierarzt. Im Grunde, lässt sie die Untersuchungen machen, die sie bei ihren Tieren machen lässt, um die Zuchttauglichkeit zu prüfen. Dabei geht es nicht darum, dass mit allen gezüchtet wird, sondern damit sie schriftlich hat, was ihre Welpen haben oder auch nicht. Diese lässt sie sich zusenden und man kann sie jederzeit einsehen.

Dass so etwas vorkommen kann und versteckte Schäden auftreten können - okay. Aber wenn es gehäuft in einer Zucht zum Vorschein kommt, spreche ich nicht mehr von einer guten Zucht. Einfach weil dann die Recherche nicht gut genug war oder die Selektion. Ohne da jemanden angreifen zu wollen. Ich hab nur auch schon gesehen, dass es anders geht.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #4
Also für mich stellt sich immer die Frage nach dem Warum?

Warum muss man einen Hund haben, dessen Zuchtziel eine generell viel zu kurze Nase und viel zu große Augen und ein viel zu eingeschränkter Körperbau ist? Und auch, wenn es mittlerweile Rückzuchten gibt, sind diese dennoch noch meilenweit von einem "normalen" Hund entfernt.

Und mal ehrlich, es gibt Möpse, da dreht sich einem doch fast der Magen um. Da ist das Gesicht halb in der Halskrause versunken, manche röcheln bei jedem Schritt, keiner von denen kann auch nur annähernd selbst Körperpflege betreiben, weil sie schlichtweg nicht dazu in der Lage sind. Sowas gehört in meinen Augen verboten und nicht belächelt. Aber die Besitzer freuen sich dann, weil deren Hund ja nicht soviel Auslauf braucht und nachts so lustige Geräusche macht.

Gerne würde ich einen Mops sehen mit einer normalen Nase, normal eingesetzten Augen und einem harmonischen Körperbau. Nur dann ist es eben kein Mops mehr und die Leute wären nicht mehr dran interessiert.

Deshalb ist für mich der Mops eine ganz klare Qualzucht.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #5
Ganz einfach, weil das, was du beschreibst, ein Negativbeispiel ist, welches ich genauso verurteile. Und da genau sehe ich das Problem. Dieses Bild vom Mops ist normal geworden. Jeder Mops, der eben keine Atemprobleme hat, keine Glubschaugen (die übrigens nie erwünscht waren) usw. werden selbst von den "Gegnern" als unnormal angesehen oder als Glücksfall. Dem ist nicht so.

Meine beiden Schnarchen nicht. Sie schnorcheln auch nicht, wenn sie sich extrem angestrengt haben. Sie wiegen 8 und 8.5 kg und sind fit. Auch die "Halskrause" ist mir nicht bekannt. Übrigens bei keinem Normalgewichtigen Hund.

Warum ich mir den Hund holen würde? Weil ich das Wesen unübertrefflich finde und es ihn eben auch gesund gibt. Man muss nur suchen. Meine beiden sind nicht sorgfältig ausgewählt, ich habe da Glück gehabt, weil sie eben Abgabetiere waren und nicht zu den Negativbeispielen zählen.

Der Mops ist für mich keine Qualzucht, wenn entsprechend darauf geachtet wird. Und das machen genug.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #6
Meine Meinung deckt sich eigentlich mit der von Engelchen.
Auch ich frage mich, warum überhaupt Hunde mit solchen extremen Merkmalen gezüchtet werden müssen.
Das betrifft nicht nur den Mops, sondern auch viele andere Rassen, warum müssen Schäferhunde z.B. so einen abfallenden Rücken haben, warum müssen Bassets viel zu lange Ohren und Hautlappen haben, warum müssen Ridgebacks einen Ridge haben, warum müssen Pekinesen viel zu viel Fell haben, warum müssen Bullies und Möpse so kurze Köpfe haben?

Könnten all diese Hunde nicht genau so ein tolles Wesen haben, wenn sie einen ganz normalen Körperbau hätten?

Warum legen die meisten Zuchtvereine überhaupt so viel Wert auf Aussehen? Statt auf Wesen und Gesundheit wird doch großenteils auf's Aussehen geachtet (es reicht die kleinste Fehlfarbe und der wunderbarste, gesündeste Hund fliegt aus der Zucht - auch der Mops ist davon betroffen, er ist nämlich nur in schwarz und beige erwünscht,obwohl auch andere Farben fallen können).

eher befürworten, dass Mixe so teuer verkauft werden wie Rassehunde von guten Züchtern
Hier muss ich mal provokant nachfragen, wie sich denn überhaupt der Preis für einen Hund rechtfertigt?
Warum sollte ein Mix billiger sein als ein Rassetier? Was macht das Rassetier wertvoller?
Rein theoretisch kann man Mixe mit ebenso großer Sorgfalt züchten wie Rassetiere und dann wäre es am Ende nämlich nur noch der Prestige, der einen höheren Preis für ein Rassetier rechtfertigen würde.

Was meine persönlichen Erfahrungen mit dem Mops angeht, so war ich mal ein knappes Jahr lang "Tagesmutter" für einen kleinen Mops. Er war ein süßer, lieber Kerl, eine starke Persönlichkeit, aber ohje wie hat er mir Leid getan :( Er hatte wirklich schlimme Atemprobleme, war noch ganz jung und konnte trotzdem beim Spielen mit den anderen Hunden keine 10 Minuten mithalten, dann war er am Röcheln. Er wollte gern spielen, aber er konnte nicht. Kaum zwei Jahre alt verlor er die ersten Zähne, weil der Kiefer viel zu klein war für ein normales Hundegebiss, außerdem litt er unter Nierenproblemen und Augenentzündungen.
Ich mochte ihn wirklich gern, und ich glaube auch dass es sicher Möpse gibt die wenig Probleme haben, aber es gibt eben potenziell auch immer wieder Möpse wie ihn und allein das ist für mich Grund genug die Zucht dieser Rasse als sehr, sehr kritisch anzusehen.

Möpse kenne ich übrigens persönlich eher wenige, aber dafür um so mehr French Bullies, die ja ein ähnliches Exterieur haben und soweit ich mich erinnere war keiner dabei der nicht doch wesentlich mehr Atemgeräusche gehabt hätte wie ein Langnasen-Hund.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #7
Die Frage, die ich versuche zu beantworten - der Mops ist eine Hunderasse, die über 2000 Jahre alt ist. Wie sah er denn wirklich vor langer Zeit aus. Dass ich wohl kaum eine Beschreibung von von 2000 Jahre finde, ist mir klar. Aber das, was ich bisher gefunden habe, deckt sich nicht mit dem, was man allgemein so liest. Dabei suche ich vor allem neutrale Quellen. Nicht Seiten oder Bücher, wo es pro oder contra Mops geht oder überhaupt um die Rasse an sich. Eher allgemeines.

Ich denke, dass der Grundgedanke vom Aussehen nicht verkehrt ist. Es gehört eben auch die Optik zu einer Rasse. Ein Rottweiler mit einem zu kleinen Kopf oder ähnliches würde halt nicht der Rasse entsprechen. Ich denke nur, dass das missverstanden und missbraucht wurde. Runde, ausdrucksstarke Augen sind eben keine hervorstehenden Augen, trotzdem wurde es so interpretiert und umgesetzt.

Zum Preis muss ich sagen, dass ich finde, dass die meisten Rassehunde überteuert sind. Auch, wenn Züchter das nicht gerne hören. Ich weiß, dass die Zugehörigkeit im Verein und damit verbundenen Auflagen Gebühren kosten. Wenn man sich die mal anguckt, sind die nicht zu knapp. Auch kosten Welpen etwas während der Aufzucht. Aber, die Begründung, dass man als Züchter weite Wege zu Ausstellungen in Kauf nimmt und zu Deckrüden, lasse ich nicht gelten. Denn die meisten brüsten sich als Hobbyzüchter. Hobbyzucht ist somit für mich das einzige Hobby, was ich mir von anderen bezahlen lasse. Wenn ich auf Windsurfen stehe, dann gehe ich auch nicht am Strand entlang und verlange Gebühr, weil ich ja extra Trainingsstunden genommen habe und sie mir jetzt bei meinem Können zusehen dürfen. Ich hoffe, es wird klar, was ich sagen will.

Wenn ich züchten will, weil mir das Spaß macht (und ich aufgrund der Tatsache, dass ich Lebewesen in die Welt setze, diese gesund und gut den Weg ebnen möchte), dann kann ich doch nicht bei Abgabe einen Preis nehmen, weil mein Hobby ja so teuer ist. Dann ist es schlicht Handel. Das will aber auch keiner hören.

Und wenn dann die, die ihre Hunde verpaaren und keinem Verband angehören (der ja auch immer gerne als Vorwand genommen wird, dass ein gewisses Preisniveau für Qualität spricht und vorgeschrieben ist), dann frag ich mich, warum sie auf diesen Zug aufspringen. Reichen keine 600 oder 700 Euro pro Welpen? Müssen es 1200 sein?

Ich finde es bei beiden doof. Sehe aber darin auch, dass der Preis auch bei den Mixen über die Qualität etwas aussagen. Vielleicht nicht bei jedem. Aber bei sehr vielen. Die Hunde sind gesund usw. dafür muss man auch schon was zahlen. Das ist okay, aber nicht, wenn der Züchter Gewinn macht. Und wie gesagt, gewisse Ausgaben eines Züchters, sind für mich nicht als Ausgaben auf den Welpen zu verbuchen, solange der Züchter nicht ganz klar sagt, dass er daran Geld verdient.

Ich bin selbst zwar keine Züchterin, aber ich kenne drei. Alles keine Mopszüchter, eine beim VDH, zwei in einem nicht VDH zugehörigen Verein. Alle drei haben stolze Preise. Alle drei haben ihre Zucht zum Lebensinhalt gemacht. Gearbeitet wird nicht, höchsten in geringer Form, da die Welpen ja Zeit brauchen. Sie haben aber Geld. Nachfrage bei einer ergab die Antwort "Ich verzichte auf Urlaub, Arbeit usw. Irgendwo muss sich da ja auch mal erkenntlich zeigen". Für mich ganz klar ein Job, den man sich bezahlen lässt. Meinetwegen auch eine Produktion. Hört sich nur nicht mehr so tierlieb an.

Wie gesagt, ich habe noch keinen wirklich kranken Mops kennengelernt. Womit ich nicht sagen will, dass es keine wirklich kranken gibt. Versteh mich nicht falsch, das bezieht sich nicht darauf, dass du diesen Mops kennengelernt hast. Aber, im Netz gibt es entweder die, die keine kranken kennen oder die, die nur kranke kennen. Ich finde das komisch.

Was mir noch auffällt... im realen Leben ist die Lobby der Möpse größer. Da wird im allgemeinen nicht so kritisch geguckt. Es wird zwar oft gefragt, ob das die sind, die so röcheln sollen, aber im Grunde, sehen viele einen Mops das erste mal aus nächster Nähe. Und alles was sie mich fragen, sind typische Mopsvorurteile (ich nenn es mal so) und sie sind dann überrascht, dass es bei meinen so gar nicht passt.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #8
Ich will mich hier garnicht groß dazu äußern (bzw. würde mich nur der vertretenden Meinung anschließen), aber
hier ist ein Foto von einem Mops vor ein paar Jahrzehnten.
Das Bild hat Kompassqualle mal gepostet, ich hoffe, dass das okay ist:
Noch vor etwa 50 Jahren sah der Mops übrigens ganz anders aus, hier ist mal ein Bild, das ich aus einem Buch über Hunderassen ("Dein Hund" von 1957) abfotografiert habe:

Kaum zu glauben, wie sich innerhalb von nicht mal 60 Jahren der Standart vom gesunden Mops mit Nase hin zum heutigen Plattgesicht entwickelt hat. [...]



Was für ein wunderschönes Tier. Und heute? :?

LG :)
 

Anhänge

  • xpregnwt.jpg
    xpregnwt.jpg
    346,2 KB · Aufrufe: 74
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #9
Jaha, es passt aber nicht zu den Zuchtstandard von 18.. (muss nachgucken, weiß nicht die genaue Jahreszahl). Alleine die Faltenbildung entspricht nicht dem, was über den Mops geschrieben wird, wie er in China gezüchtet wurde.

Ich möchte die Grafik nicht in Frage stellen. Aber genau das versuche ich rauszufinden, denn irgendwelche Quellen sind falsch, weil sie total widersprüchlich sind.

Ich weiß nicht, ob ich den alten Rassetandard hier posten darf, weil ich die Quelle nicht mehr habe, wo ich ihn her hab. Aber bei Interesse versende ich das gerne. Damit man vielleicht versteht, was ich meine.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #10
Also ich als Mopsbesitzer muss auch mal meinen senf dazu abgeben.
Mein mops ist von den" mopskrankheiten" auch relativ frei. Er röchelt nur wenns im sommer draussen extrem warm ist
ich finde die mopszucht nicht generell schlecht und ich bin dagegen andere rassen einzukreuzen. Denn dann ist es eben kein mops mehr.
Ich finde aber wie generell beim züchten sollte auf bestimmte sachen geachtet werden wie z.b. stark vorstehende augen und extrem kurze nasen. Ich finde das zuchtziel sollte sein die lebensqualität zu optimieren.

Und verschiedene optische merkmale mussen schon sein. Mann stelle sich mal ein rottweiler mit der schnauze eines schäferhundes vor. Nein das wäre kein rotti. Und ich hab noch keinen rotti gesehen der probleme mit der luft hat trotz relativ kurzer nase.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #11
Gundel, ich denke das Problem bei deiner Suche wird sein, dass es wahrscheinlich DEN Mops gar nicht gegeben hat, die Züchtungen sahen immer etwas anderes aus, ganz nach Region und Jahrzehnt (-hundert, -tausend).

Wie sehr sich Möpse aus anderen, alten Zuchtstandarts vom Wesen unterschieden haben - im Vergleich zum Mops von heute - ist zudem sicher gar nicht definierbar, demnach sehe ich nicht so sehr viel Sinn darin nach dem "Mops von früher" zu suchen ;)

Das Bild, das Turtle gepostet hat habe ich aus einem alten Buch aus den 50er Jahren. In dem Buch sind sehr viele Rassebilder von Hunden die - zumindest aus der Sicht des Fotografen - sehr typvoll waren und den Rassestandart erfüllten.
Welcher Rassestandart zugrunde liegt lässt sich wahrscheinlich nicht klären, da das Buch keine Auskunft über die Zuchtvereine und Züchter gibt. Aber (und das finde ich an dem Bild entscheidend) auch bei den eher schmalen, langnasigen Hunden auf dem Foto handelte es sich einst um "reinrassige" Möpse.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #12
Ich hab mal ein Bild rausgesucht. Wenn es nicht in Ordnung ist, bitte löschen.

Es ist in von einer Seite, die sich mit alten Bildern im Allgemeinen beschäftigt und diese zeigt. Das folgende Foto zeigt
Catherina Golitsyna im Jahr 1759. Jetzt kann man darüber streiten, weil es ja nur gemalt worden ist. Aber es gibt mehrere solcher Bilder, die dem heutigen Mops nicht so gegenteilig gegenüber stehen, wie manch andere Bilder. Kann man sich fragen, ob der Maler einfach nur eine blühende Fantasie hatte oder ob es reiner Zufall ist, dass Möpse damals so gezeichnet wurden und danach der Zuchtstandard entwickelt wurde.

Quelle:


Bild:
Louis%u00252BMichel%2Bvan%2Bloo.%2BPortr%25C3%25A6t%2Baf%2BCatherina%2BGolitsyna.jpg

Es geht mir nicht um DEN Mops, sondern um die Puzzelteile aus Bildern, Fotos (neuere Zeit), Rassestandards, Übermittlungen usw. Und daraus dann etwas zu ermitteln.

Der Mops war ja fast ausgestorben. Er war ein Tier des Adels. Für das Fußvolk eben nicht erschwinglich. Soviele Möpse gab es zeitweise gar nicht. Jede Geschichte sagt, dass das Volk versuchte an die begehrten Tiere zu kommen. Ist einer in den Genuss gekommen so ein wertvolles Tier zu besitzen, wurde es mit anderen Rassen gekreuzt, um wenigstens "ein bißchen Mops" zu besitzen. Die Nachkommen wurden an den normalen Bürger weitergegeben. Da man sich mit dem Mops rühmen wollte, wurde auch der Mix als Mops bezeichnet. Daher verschiedene "Schläge". Der Typ "Altdeutsche Mops" soll ebenfalls durch die Einkreuzung einer anderen Rasse gegolten haben. Da es nicht als Mischling deklariert werden sollte, wurde aus diesem Mix, der dem "echten" Mops sehr ähnlich sah, der heutige Altdeutsche Mops.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich zu beginn meiner Recherche damit angefangen habe, den altdeutschen Mops zu "finden". Warum dieser praktisch verschwunden ist und dem heutigen Typ Mops weichen musste. So bin ich überhaupt erst auf diese ganzen Dinge gestoßen. Es ist nicht so, dass ich gesagt habe, ich möchte den Mops züchten, so wie er heute ist und muss jetzt Lügen aufdecken. Ich finde einen gesünderen Mops vorteilhaft und habe den auch im altdeutschen Mops gesehen. Nur, wenn ich Möpse züchten möchte, dann halt wirklich den Mops. Ich wollte mich lediglich erkundigen, wo bekommt man den altdeutschen Mops noch, ohne dass es ein frischer Mix ist. Und, wie geschrieben, so bin ich erst auf diese ganzen Widersprüche gestoßen.

Es gibt übrigens nicht mehr Farbschläge. Es gibt neben schwarz und beige noch den steingrauen Mops. Aber es gibt keine weißen Möpse, dass ist genetisch einfach nicht machbar. Ich habe das auch für richtig gehalten, dass man unterdrückte Farbschläge wieder mehr hervorholt und mich gefragt, was mit den Welpen passiert ist, wo noch weiß durchgeschlagen ist. So habe ich auch von der genetischen Unmöglichkeit erfahren und mir entsprechende Informationen zum Farbgencode geholt, um das selbst nachvollziehen zu können.

Nach näherer Betrachtung mancher Bilder von weißen Möpsen, kann man kleine Unterschiede erkennen und Ähnlichkeiten zu anderen Rassen. Immer bin ich mir auch noch nicht sicher. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto eindeutiger werden die Unterschiede.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #13
ich finde die mopszucht nicht generell schlecht und ich bin dagegen andere rassen einzukreuzen. Denn dann ist es eben kein mops mehr.
Ich finde aber wie generell beim züchten sollte auf bestimmte sachen geachtet werden wie z.b. stark vorstehende augen und extrem kurze nasen. Ich finde das zuchtziel sollte sein die lebensqualität zu optimieren.

Und verschiedene optische merkmale mussen schon sein. Mann stelle sich mal ein rottweiler mit der schnauze eines schäferhundes vor. Nein das wäre kein rotti. Und ich hab noch keinen rotti gesehen der probleme mit der luft hat trotz relativ kurzer nase.

Dem möchte ich mich anschließen!
Mein Mops hat auch keine dieser angeblich typischen "Krankheiten" und auch meine früheren Englischen Bulldoggen und American Bulldog waren davon nicht bertoffen (wie in anderen Threads schon mehrfach erwähnt).

Und warum es ein Mops ein muss und er genauso aussehen muss kann ich auch sagen. Der Mops ist einfach einzigartig und mit keiner Rasse zu vergleichen. Jeder der einen gesunden Mops hat wird dies bestätigen. Und zum Aussehen muss ich sagen das ich den Mops einfach schön und natürlich auch niedlich finde. Ja ich mag Falten!!! Was jetzt nicht heißen soll das alle Menschen ihre Möpse nur wegen den Falten haben. Und wenn wir ehrlich sind wird es wohl kaum einen Hundehalter geben der sich einen für ihn hässlichen Hund gekauft hätte. Genauso wie es Leute gibt die sich niemals einen faltigen Hund kaufen würden gibt es wiederum auch Menschen die niemals ich sag jetzt mal einen "normalen" Hund haben wollen würden. Es muss einfach alles passen Aussehen und Charakter.

Und ich persönlich finde nicht das z.B. mein Mops oder die von Gundel so verkrüppelt und überlebensunfähig aussehen wie immer so schön behauptet wird.

@ Gundel...sorry das ich jetzt nicht so auf die Geschichte oder die Zucht vom Mops eingegangen bin, davon hab ich nämlich null Ahnung. :silence:
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #14
Es gibt übrigens nicht mehr Farbschläge. Es gibt neben schwarz und beige noch den steingrauen Mops.
Eine Kurzrecherche im Internet bringt mir immerhin die Auskunft, dass es früher noch einen Farbschlag mit dunklem Aalstrich gab der jetzt aber aus den Standartzuchten verschwunden ist und unter anderem auch leberbraun immer mal wieder als Farbvariante fallen kann (auch apricot, gestromt und weiß werden erwähnt). Weiße Brustflecken kommen wohl auch immer wieder mal vor und werden dann durch die Zuchtstandards als "Fehlfarbe" von der Zucht ausgeschlossen.

Wobei diese Praxis natürlich nicht nur den Mops betrifft, auch bei sehr vielen anderen Rassen werden tolle, wesensfeste, gesunde Tiere aus der Zucht ausgeschlossen nur weil die Fellfarbe nicht ins Prestige passt (z.B. das häufiger mal fallende black&tan beim Labrador).
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #15
Ja, das habe ich auch rausgefunden. Es gibt im beigen Bereich mehrere Farbtöne, die als eigenständig gelten.

Aber weiß und brindle ist schlicht unmöglich beim Mops ohne Fremdeinkreuzung. Ich habe den Artikel auch gelesen (oder einen davon) wo auf die verschiedenen seltenen Farben eingegangen wird und dass diese nicht zugelassen werden, weil der VDH das nicht möchte. Ich bin dem auch aufgesessen. Habe dann aber irgendwo einen Gedanken gehabt, warum die Farben generell nie auftreten. Es gab ja schon immer welche, die auch nicht im VDH Möpse gezogen haben und spätestens da müssten doch mal welche gefallen sein. Aber wie gesagt, es ist schlicht nicht möglich. Die, die es gibt, die sehr nach Mops aussehen und gebrindelt sind oder weiß oder oder, find ich an und für sich gar nicht schlimm. Aber dann würde ich es begrüßen, wenn man da ehrlich mit umgeht, dass die Farben irgendwo durch eine Einkreuzung reingezogen wurden. Dann wäre das doch alles kein Problem.

Das ist aber das was ich meine. Ob Retro-Mops (definitiv Mixrasse), Altdeutscher Mops (wenn ohne Einkreuzung, dann oft für Laien nicht erkennbar auf Fotos wo der Unterschied liegt, weil Möpse mit minimal längeren Nasen zur Weiterzucht verwendet werden oder eben auch eine Mix-Rasse), sie sollen alle ihre Daseinsberechtigung haben und Liebhaber finden. Aber dann sollten die Züchter doch bitte ehrlich bleiben, dass es eben keine reinen Möpse sind. Das finde ich verwerflich.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #16
wenn man da ehrlich mit umgeht, dass die Farben irgendwo durch eine Einkreuzung reingezogen wurden
Aber dann sollten die Züchter doch bitte ehrlich bleiben, dass es eben keine reinen Möpse sind. Das finde ich verwerflich.
Hier möchte ich doch mal fragen, ab wann du eine Rasse als "rein" bezeichnest? Wie viele Jahre/Generationen müssen denn nachvollziehbar sein, damit eine Rasse als unverfälscht gilt?
Was macht einen "reinen" Mops aus?

Es gibt Rassen die lassen sich auf nur ein Hundepaar als Stammhalter zurückführen, alle folgenden Generationen dieser Rasse entstanden durch Inzucht der Nachfahren dieses Stammpaares. So klar nachvollziehbare Stammbäume hat man aber fast nur bei jüngeren Rassen, bei alten Rassen (wie z.B. vielen nordischen Rassen) kann man in der Regel kaum mehr nachvollziehen aus wie vielen Vorvätern sich die Rasse zusammensetzt.
Auch der Mops wird nicht auf nur ein Stammpaar zurückzuführen sein, deswegen frage ich mich, woran man denn nun einen "reinen" Mops erkennen sollte und woran einen "eingekreuzten".

...und da die Frage gerade passt, wie definieren die großen Zuchtvereine eigentlich den Begriff "reinrassig"?
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #17
Text gelöscht -.-

Komplexes Thema. Ich versuche es mal nacheinander.

Reinrassig - beim Mops vielleicht gar nicht so schwer, da es einer der ältesten gezüchteten Hunderassen ist. Bei anderen Rassen würde ich persönlich von einer reinen Rasse ausgehen, wenn die Nachkommen einer Verpaarung alle zuverlässig das gleiche Erscheinungsbild im Phänotyp als auch im Wesen zeigt. Wie die Vereine das handhaben - bin ich ehrlich gesagt überfragt, ob es da ab einer gewissen Generation als solches gilt oder ob es auch auf die Nachkommen ankommt, die einem Standard entsprechen.

Wenn man jetzt mal davon weggeht, dass der Standard als "Design" gesehen wird. Ich sehe es so, dass gewisse Merkmale vorhanden sein müssen, um überhaupt als Exemplar einer Rasse erkannt zu werden. Dann gibt es den Standard natürlich auch, um diese Rasse im Bild zu erhalten. Wenn die Reizschwelle eine Rolle spielt und diese hoch angesetzt sein soll, sollte ein Tier der Rasse keine niedrige aufweisen. Das heißt für mich nicht, dass das Tier unbrauchbar ist, aber als Erhalt der Rasse mit seiner hochen Reizschwelle nicht für die weitere Zucht geeignet.

Ähnlich beim Körperbau. Ich bleib jetzt beim Körperbau. Bitte nicht falsch verstehen, es geht mir nicht nur um die Optik, aber es ist einfacher zu erklären. Wenn der Standard sagt ein Exemplar einer Rasse darf eine Wideristhöhe von 25 - 32 cm haben, dann sehe ich das als Vorgabe, damit die Rasse nicht zu groß und nicht zu klein wird. Zu kleine oder zu große Tiere fallen aus der Zuchttauglichkeit raus, um eben das Rassebild zu bewahren.

Kreuzt man jetzt eine Fremdrasse mit ein, sind halt einige Punkte nicht mehr der Rasse entsprechend. Bei Mops - JRT ist die Größe wohl das kleinere Problem. Aber die Falten des Mops waren schon in China erwünscht, weil sie dem chinesischen Abzeichen für "Prinz" ähnelten. Die Falten machen übrigens die wenigsten Probleme. Die Nasenfalte wurde durch falsche Selektion teils zu wulstig gezüchtet, so dass sie über den Nasenlöchern lag und die Atmung behinderten. Das war und ist nicht erwünscht. Wahrscheinlich wurde es geduldet, weil man die Einschränkung nicht sofort erkannt hat oder nicht erkennen wollte. Aber auch hier, wurde der Standard entsprechend geändert und es wird darauf eingegangen, dass die Nasenfalte die Nasenlöcher nicht verdecken und damit die Atmung behindern darf.

Ich habe mich mit einigen Mopsbesitzern unterhalten und die wenigsten hatten Probleme mit der Nasenfalte und darin entstandenen Entzündungen und ähnlichen. Oft sind diese Entzündungen ein Zeichen falscher Pflege. Wenn man nämlich mit feuchten Tuch die Falte auswischt, kommt es wesentlich häufiger zu Auffälligkeiten als wenn man es mit einem trockenen Tuch macht.

Das ist ähnlich wie mit dem Bild des übergewichtigen Faultier Mops. Das Übergewicht ist kein Rassemerkmal, sondern die Folge einer falschen Fütterung und zu wenig Bewegung..

So, dann möchte ich nochmal auf den Retro-Mops und die "Rassenreinheit" eingehen.

Soweit ich es bisher erläutert bekommen habe, gibt es Züchter die selber die Möpse mit JRT kreuzen und entsprechend die F1 Generation als Retro-Mops bezeichnen. Diese Hunde haben für mich nichts mehr mit dem Mops als solches zu tun. Es ist ein reiner Mix. Es ist eine lange Nase da und die Tiere werden als die gesünderen Möpse verkauft. Von anderen gesundheitlichen Einschränkungen beider Rassen oder gerade durch die Kreuzung dieser Rasse liest man oft sehr wenig. Es geht immer nur um die Nase. Der teils total veränderte Körperbau wird mit Zeichnungen (!) aus vergangen Zeiten rechtfertigt, wie ähnlich der Retro-Mops doch dem alten Mops sieht.

So, dann werden die Nachkommen mit einem reinrassigen, nicht selten mit VDH-Papieren ausgestatteten Mops gekreuzt, um den Weg zurück zum Mops hinzubekommen. Das gleiche passiert mit der F3, F4, F5 usw. Für mich sind die meisten Züchter bei einer verantwortungsvollen Zucht noch viel zu "kurz" mit der Zucht aktiv, um nach 5 Jahren von einer Rückentwicklung zum gesunden Mops zu sprechen. Man überlege, wieviele Nachkommen in Generationen nach 5 Jahren gefallen sein können, wenn man das Mindestalter von 15 Monate für Hündinnen berücksichtigt. Da finde ich, ist der Durchschlag von JRT-Eigenschaften noch viel zu hoch, um von einer Rückzüchtung zu sprechen.

Selbst, wenn sie es bis zur F20 durchziehen. Woher nehmen die Retro-Mops Züchter die gesunden VDH-Möpse, wenn es die doch eigentlich gar nicht mehr geben soll? Kreuzen sie Retro-Mops Nachkommen ein, dann erhöht sich der JRT-Anteil in der nächsten Generation wieder, so dass auch hier nicht von einer Rückkreuzung die Rede sein kann. Nehmen sie die Möpse woanders her, können sie dann immer die Ahnen ermitteln? Steckt da vielleicht auch eine Einkreuzung mit einer dritten Rasse drin. Gab es Krankheiten? Ist das dokumentiert? Da weiß man eben auch, dass viele "ohne-Verband-Züchter" ihre Tiere zwar untersuchen lassen, aber oft nicht über die 2. Vorgeneration zurückschauen können. Woher wissen sie dann, dass sie da keine gravierenden, versteckten Erbfehler mit reinziehen? Wir versuchen mal unser Glück? Neben den schon vorhandenen Schwierigkeiten, die eventuell durchschlagen könnten?

Zudem sind sich Retro-Mops Züchter oft nicht einig. Die einen wollen den schnellen Weg wählen und den Mops wieder gesund züchten durch Fremdeinkreuzung. Die anderen wollen eine neue Rasse erschaffen, die den kranken Mops "verdrängt" (hört sich böser an, als die es meinen, mir fällt nur gerade kein anderes Wort ein). Solange da keine Einigung vorhanden ist, ist es für mich ein Experimentieren "jeder für sich".

Was für mich in Frage käme, ist der langwierigere Weg, dass Möpse mit langen Nasen (und seien es auch nur minimale Unterschiede) ausschließlich zur Zucht eingesetzt werden. Ein in allen anderen Belangen gesundes Tier ist für mich Voraussetzung und Bedarf eigentlich auch nicht der Erwähnung. Mir persönlich wäre es egal, ob das Tier aus dem VDH kommt, aus einem Dissi oder sonst woher. Hauptsache die Tiere werden mit sorgfalt ausgewählt, haben alle tierärztlich relevanten Untersuchungen positiv (im Sinne von Gesund) abgeschlossen und der Mops weicht im Wesen und Aussehen nicht von dem Rassestandard ab. Wobei hier auch wieder die Schwierigkeit besteht, die Vorfahren entsprechend nachvollziehen zu können. Ich bin da noch nicht so weit gekommen, um da wirklich etwas handfestes zu sagen zu können, aber es gibt halt unheimlich viele Züchter, die nur kurz als Züchter existieren, sehr viele sehr junge Züchter usw. Neben dem VDH und dem ein oder anderen Verein, wüsste ich gar nicht, woher ich die Tiere sonst nehmen soll, wenn die Elterntiere teils keine Vorfahreninformationen beinhalten oder auch keine Nachkontrolle, was aus den Nachkommen geworden ist oder sogar, aus der nächsten Generation, wenn woanders weiter gezüchtet wurde. Sollte das gegeben sein, ist eben auch das für mich akzeptabel.


In dem Fall zählt für mich aber der Standard des VDH, was Körpergröße, Mini- und Maximalgewicht angeht usw. Typische Eigenschaften eben. Glubschaugen sind nicht erwünscht, aber auch keine Mandelaugen. Dazwischen liegen aber durchaus Möglichkeiten, ohne eine Beeinträchtigung für den Hund oder den Vorgaben zu sehen. Den Standard des VDH nehme ich aus dem Grund, weil er die ältesten Standards berücksichtigt und damit für mich am ehesten den Mops als Rasse beschreibt.

Puh, ich hoffe das ist nachvollziehbar was ich geschrieben habe. Es ist eben ein sehr großes Thema, was teils sehr ins Eingemachte gehen müsste, um es 100%ig korrekt zu beschreiben. Wird mir aber hier nichts nützen und alle denjenigen, die sich mit Zucht nicht auskennen noch weniger, als dieser Text sowieso schon. Für Rückfragen bin ich gerne offen, weil ich selbst nicht weiß, ob mein Text verständlich ist oder nur für mich klar, weil ich weiß, was ich sagen will.

Ich freu mich übrigens über den guten Ton in dem Gesprächsverlauf!

Edit: ich geh jetzt mit den Hunden, mein Kopf qualmt schon :D
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #18
Ich muss das in diesem Thread auch nochmal einwerfen, da ich eine falsche Aussage über Retro Möpse in den Raum geworfen habe *Asche auf mein Haupt*. Der Retro Mops ist eine Kreuzung zwischen Mops und dem Parson Russel. Ich hatte erst geschrieben das der Jack Russel eingekreuzt wird (hatte das noch so im Kopf). Sorry dafür! :uups:
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #19
Naja, die "Erfinderin" des Retro-Mops hat den Parson Russel gewählt. Aber der JRT wird auch sehr häufig und gerne eingekreuzt. So ganz falsch ist es also nicht. Ich bin zwischenzeitlich auch nochmal so die Hauptseiten der Retromopszüchter durchgegangen... sorry, aber da wird schon buntes reingeworfen und es sind eben keine Möpse mehr. Ja, die Nase ist lang, aber es geht auch soviel verloren. Sie züchtet seit 2005 bzw. 2006 (habe mir nie alles durchgelesen, weiß aber, dass ich immer über beide Angaben stolper). Wie möchte sie da garantieren, dass die Tiere gesünder, besser, fitter sind? Sorry, das ist mir zu hoch.
 
  • Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? Beitrag #20
Ja ich verstehe das auch nicht so ganz. Habe jetzt gelesen das auch Pinscher eingekreuzt werden. :roll:
Für mich sind die Welpen dann schlicht und einfach Mischlinge. Das soll jetzt keine Aussage gegen Mischlinge werden. Aber unter reinrassig verstehe ich was anderes? Ein Retro Mops ist nunmal kein richtiger Mops!
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Thema:

Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht?

Mops - was ist noch Wahrheit und was nicht? - Ähnliche Themen

Regeln und Hinweise zur Tiervermittlung | 2025: Liebe Community. Wir verstehen uns nicht als öffentliche Vermittlungsplattform (und übernehmen keine Haftung), sondern möchten lediglich unseren...
Welche Katze passt zu uns ?: Hallo. ich weiß, dass in den Foren der WhattsApp Style angesagt ist, also was die Länge betrifft. Aber vielleicht hat ja jemand Lust, den kleinen...
Wir bekommen ein Baby - und jetzt?: Hallo, Mein Lebensgefährte und ich haben uns dafür entschieden, dass wir einen Hund bei uns aufnehmen möchten. Nach gescheiterten Versuchen beim...
Suche nach der richtigen Papageien- oder Sittichart: Hallo liebes Vogelforum und Hallo an alle Vogelhalter mit Erfahrung! Ich würde sehr, sehr gerne hier ein paar Ratschläge und Erfahrungsberichte...
Mini American shepherd als Ernsthund für 14 jährige? Bin ich zu naiv?: Hallo, ich stehe vor einer schwierigen Entscheidung und würde mich freuen ein paar erfahrene Meinungen hierzu zu hören. Zu mir: ich bin 14 und...
Oben